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Ein kulturtheoretischer Vergleich: Clifford Geertz und Georg Forster

Titel: Ein kulturtheoretischer Vergleich: Clifford Geertz und Georg Forster

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 18 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Marc Hoffmann (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Kulturanthropologe Clifford Geertz ist mit seiner erarbeiteten Kulturtheorie vor allem im deutschsprachigen Raum auf eine nachhaltige Beachttung gestoßen. Im Bereich der Kulturwissenschaften gehört er dem ´interpretive turn´ an und wendet sich im Rahmen der ethnographischen Kulturerfassung von der sogenannten ´dünnen Beschreibung´ ab. Im Vordergrund steht bei ihm die ´dichte Beschreibung´. Diese begrenzt sich nicht mehr auf die reine Beobachtung einer fremden Kultur, sondern erfordert die Interpretation dessen, was einen Menschen dazu führt nach einem bestimmten Muster zu handeln und zu reagieren. Geertz hat den modernen Kulturwissenschaften mit seiner Studie neue wegweisende Impulse gegeben.
In meiner Analyse werde ich der Frage nachgehen, wie der kulturtheoretische Ansatz von Geertz ausschaut und wie eine umfassende Studie über eine Kultur zu erstellen ist.
Im zweiten Teil möchte ich prüfen, ob sich die Theorie von Geertz auf einer der bekanntesten Ethnologen und Reisebeschreibern des 18. Jahrhunderts - nämlich Georg Forster, im Zuge seine ´Entdeckungsreise nach Tahiti und in die Südsee´ anwenden lässt und wie das Verständnis der Kulturbeschreibung bei Forster aussieht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

II. „DICHTE BESCHREIBUNG“

II.1. Geertz´ kulturtheoretischer Ansatz

II.2. Eine semiotische Kollision

II.3. Ethnologie – „etwas Gemachtes“

III. AUFENTHALT AUF TAHITI

III.1. Zur Art der Berichterstattung

III.2. Realität oder Utopie

III.3. Ethnographie oder Aufklärung

IV. SCHLUSS

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die kulturtheoretischen Grundlagen der „dichten Beschreibung“ nach Clifford Geertz und prüft deren Anwendbarkeit und methodische Umsetzung am Beispiel der historischen Reiseberichte von Georg Forster während seiner Tahiti-Expedition im 18. Jahrhundert.

  • Kulturtheoretische Ansätze von Clifford Geertz
  • Methodik der ethnographischen Kulturerfassung und Interpretation
  • Kritische Analyse von Forsters Reiseberichten vor dem Hintergrund moderner Ethnologie
  • Verhältnis zwischen Beobachtung, kultureller Idealisierung und literarischer Ästhetik
  • Der Einfluss des „Tahiti-Kults“ auf die wissenschaftliche Objektivität

Auszug aus dem Buch

II.2. Eine semiotische Kollision

Interpretationen können vielfältig sein. Bei der ethnologischen Interpretation kommt es überwiegend darauf an, die „Symbolsysteme“ der zu untersuchenden Völker zu verstehen und diese dann aus der Sicht der ´Handelnden´ zu interpretieren und darzustellen, was jene Tat „[…] bedeutet und was sie nicht bedeutet.“ Unter dem Symbolbegriff versteht man eine „supraindividuelle Charakteristik“, die einen Wertanspruch besitzt, der innerhalb einer Kultur über die „[…] bloß individuellen Bewußtseinserscheinungen“ hinausreicht. Während dieser Arbeit unterläuft der Wissenschaftler ständig das Risiko von einer sachlichen Analyse abzugleiten, da der Ethnograph seine eigenen kulturellen ´Codes´, welche seine kulturellen Hintergrundinformationen zur Deutung seiner eigenen ´Matrix´ bestimmen, abschalten muss. Sozusagen stellt die ethnographische Interpretation eine ständige Korrelation mit den Eigens bekannten Signifikanten und Signifikaten dar: „Bei der Untersuchung von Kultur sind die Signifikanten keine Symptome […] sondern symbolische Handlungen […] [, deren] Ziel ist nicht Therapie, sondern die Erforschung des sozialen Diskurses.“

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der „dichten Beschreibung“ nach Clifford Geertz und Vorstellung der Fragestellung zur Anwendung dieser Theorie auf Georg Forsters Reiseberichte.

II. „DICHTE BESCHREIBUNG“: Detaillierte Darstellung der kulturtheoretischen Ansätze von Geertz, inklusive der semiotischen Interpretation und der methodischen Bedeutung von teilnehmender Beobachtung und persönlichem Kontakt.

III. AUFENTHALT AUF TAHITI: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf Forsters Berichte, wobei besonders die Diskrepanz zwischen wissenschaftlichem Anspruch und der zeitgenössischen Tendenz zur Idealisierung beleuchtet wird.

IV. SCHLUSS: Zusammenfassende Bewertung von Forsters Arbeit im Vergleich zu den modernen ethnographischen Standards von Geertz unter Berücksichtigung historischer Rahmenbedingungen.

Schlüsselwörter

Clifford Geertz, Georg Forster, dichte Beschreibung, Ethnographie, Kulturtheorie, Tahiti, interpretative Anthropologie, Symbolsysteme, kulturelle Codes, Reisebericht, Kulturrelativismus, Teilnehmende Beobachtung, Ethnologische Praxis, Fremdheit, Epoche der Aufklärung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie der kulturtheoretische Ansatz von Clifford Geertz als wissenschaftliches Instrumentarium in der Ethnologie genutzt werden kann und bewertet dessen Eignung anhand historischer Reiseberichte von Georg Forster.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte der „dichten Beschreibung“, die Bedeutung von Symbolsystemen in der Kultur, die Rolle des Ethnographen als interpretierender Beobachter sowie der Umgang mit Fremdheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu prüfen, inwiefern sich die theoretischen Anforderungen Geertz' an eine ethnographische Studie in den Reiseberichten von Georg Forster wiederfinden lassen und wo die methodischen Grenzen einer solchen historischen Berichterstattung liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche und ethnologische Analyse durchgeführt, bei der theoretische Konzepte (Geertz) mit primären Quellentexten (Forster) und fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur korreliert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung der Ethnologie nach Geertz und die praktische Anwendung sowie Kritik dieser Kriterien an der Tahiti-Berichterstattung Forsters.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind „Dichte Beschreibung“, Kulturrelativismus, ethnographische Interpretation, „Symbolsysteme“ und die wissenschaftliche Einordnung des „Tahiti-Kults“.

Wie bewertet der Autor Georg Forsters Arbeitsweise?

Der Autor erkennt Forsters Modernität und vorurteilslose Ansätze an, kritisiert jedoch die Tendenz zu unbegründeten Spekulationen und eine starke Idealisierung, die teilweise den Prinzipien einer strengen ethnographischen Arbeit entgegensteht.

Warum wird die Zusammenarbeit mit einem „Praktiker“ betont?

In Anlehnung an Geertz wird betont, dass ein Ethnograph auf das Wissen von Einheimischen angewiesen ist, um kulturelle Codes korrekt zu deuten und nicht in einer rein subjektiven Interpretation zu verharren.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ein kulturtheoretischer Vergleich: Clifford Geertz und Georg Forster
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
1,7
Autor
Marc Hoffmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V208790
ISBN (eBook)
9783656363859
ISBN (Buch)
9783656363927
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geertz Forster Kultur Kulturtheorie Südsee Dichte Beschreibungen Dünne Beschreibungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marc Hoffmann (Autor:in), 2011, Ein kulturtheoretischer Vergleich: Clifford Geertz und Georg Forster, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/208790
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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