Hip Hop ist „more than just music“, so KRS-One in seinem 2007 erschienenen Lied
“Hip Hop lives”. Der Rapper Lupe Fiasco geht diesbezüglich einen Schritt weiter und
gesteht in dem Lied „Hip Hop saved my Life“, dass Rap sein „best homie“ in
schweren Zeiten war. Ebenso belässt es Johnny Cash nicht dabei, dass Country
Musik nur eine, von Banjo, Gitarre und den zum Takt klopfenden, auf den Boden
schlagenden Cowboyschuhen begleitete Musikform sei, sondern „die Verarbeitung
von Glaube, Liebe und Zweifel“ (CARR 1999, S. 279). Betrachten wir diese
Aussagen etwas genauer und projizieren die, den Musikrichtungen zu Grunde
liegenden kulturellen Umstände auf die Sichtweisen der Künstler, lässt sich unschwer
erkennen, dass sowohl Hip Hop als auch Country-Musik, Ausdrucksformen
individueller Persönlichkeiten sind, sowie zur Identifikation eigener Empfindungen,
Emotionen und Werte beitragen. Obgleich die „Subjects“4 beider Musikgenres oft die
gleichen sind, entspringen diese unterschiedlichen kulturellen „Backgrounds“5 und
liegen den in den Entstehungsräumen anzutreffenden sozialen Umständen zu
Grunde. Somit bleiben zwar die besungenen Themen wie Liebe, Geld, Frust, etc.
gleich, jedoch werden damit unterschiedliche „Messages“6 vermittelt. Hip Hop kommt
von der Straße, Country aus der Farm des wohlbehüteten Nestes irgendwo zwischen
Korn- und Maisfeldern. Natürlich liegen dieser Aussage keine empirischen Studien zu
Grunde und dürfte so keineswegs in einer wissenschaftlichen Arbeit geschrieben
stehen, doch sehe ich es als provozierenden Ansporn meiner Selbst den
Phänomenen Hip Hop und Country bezüglich ihrer kulturellen, sozialen und
räumlichen Rahmenbedingungen auf den Grund zu gehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Hip Hop- und Country-Musik – Ausdruck soziokultureller Persönlichkeit
2. Born in the Bronx – Vom „Streetlife“ zur Hip Hop-Kultur
2.1 Showing Skills and Flow – Wechselwirkungen zwischen räumlichen Strukturen und den vier Elementen des Hip Hop
2.1.1 Graffiti
2.1.2 Breakdance
2.1.3 Dj – ing
2.1.4 Rap
3. Von New York nach L.A. und Detroit nach Atlanta – „Rap“presenting race, city, street, hood and nation
4. Das Phänomen Hip Hop und seine räumlichen Verbreitungsmuster in Deutschland und Frankreich
4.1 In Deutschland
4.2 In Frankreich
5. Vom Hip Hop-Sneaker zum Cowboystiefel – Symbiose zweier Kulturen
6. Back to the roots: Die Geschichte der Country-Musik
7. Along the Country Roads – Von Nashville nach Houston und Memphis nach Columbia
8. Vom „Ghettorap“ und „Honky Tonk“ ins Rampenlicht der Weltbühne
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist es, die soziokulturellen, räumlichen und ökonomischen Voraussetzungen für die Entstehung von Hip-Hop- und Country-Musik zu untersuchen und deren wechselseitige Bedeutung sowie die Entwicklung beider Genres unter dem Einfluss ihrer Entstehungsräume zu analysieren.
- Analyse der kulturellen Hintergründe und sozialen Bedingungen der Genre-Entstehung
- Untersuchung der räumlichen Verbreitungsmuster und regionalen Ausprägungen
- Darstellung der gegenseitigen Beeinflussung und kommerziellen Transformation
- Vergleich von Authentizität, Stereotypen und Identitätsbildung
Auszug aus dem Buch
2. Born in the Bronx – Vom “Streetlife” zur Hip Hop Kultur
“If you like it or not – We all live in a Hip Hop Generation!”12. Mit diesen Worten eröffnet Kurtis Blow13 seine tägliche Messe in der “Hip Hop Church”14. Doch welch eine Entwicklung steht hinter diesem Phänomen zu behaupten, dass einst künstlerische Ausdrucksformen einer Minderheit, Generationen und Kulturen verschmelzen und zu einer Einheit – dem Hip Hop – werden lassen. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, drehen wir die „Plattenteller der Zeit“ zurück, zu Beginn der 80er Jahre. Hip Hop ist ein kultureller Prozess dessen Wurzeln auf den Straßen New York Citys, genauer gesagt der South Bronx, zu finden sind. Er spiegelt den Zeitgeist einer Gesellschaftsschicht wider und ist dabei einem stetigen Wandel unterzogen (vgl. COOPER 2004, S. 6). Mit den Worten „To da Beat y´all!“15 riefen vergessene Pioniere wie Grandmaster Caz und Dj Kool Herc, zwischen Schuttbrachen und Autowracks eine neue Untergrundkultur, den Hip Hop, ins Leben. In Mitten der Hochhausruinen lebte ein kreativer Geist, welcher darum flehte frei gelassen zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hip Hop- und Country-Musik – Ausdruck soziokultureller Persönlichkeit: Einführung in die Thematik der kulturellen Identität und die Bedeutung soziokultureller Hintergründe für beide Musikgenres.
2. Born in the Bronx – Vom „Streetlife“ zur Hip Hop-Kultur: Detaillierte Darstellung der Entstehungsgeschichte des Hip-Hop in der New Yorker South Bronx und seiner vier Grundelemente.
3. Von New York nach L.A. und Detroit nach Atlanta – „Rap“presenting race, city, street, hood and nation: Analyse der regionalen Produktionsstile des US-Rap und der Bedeutung der geographischen Herkunft für Künstler.
4. Das Phänomen Hip Hop und seine räumlichen Verbreitungsmuster in Deutschland und Frankreich: Untersuchung der Entwicklung und Adaption von Hip-Hop-Kultur in den europäischen Ländern Deutschland und Frankreich.
5. Vom Hip Hop-Sneaker zum Cowboystiefel – Symbiose zweier Kulturen: Darstellung der Annäherung und gegenseitigen Beeinflussung von Hip-Hop und Country-Musik.
6. Back to the roots: Die Geschichte der Country-Musik: Rückblick auf die Ursprünge der Country-Musik, ihre europäischen Einflüsse und ihre Weiterentwicklung auf amerikanischem Boden.
7. Along the Country Roads – Von Nashville nach Houston und Memphis nach Columbia: Analyse der regionalen und stilistischen Ausdifferenzierung der Country-Musik innerhalb der USA.
8. Vom „Ghettorap“ und „Honky Tonk“ ins Rampenlicht der Weltbühne: Betrachtung der Kommerzialisierung beider Genres und ihrer Wandlung zu globalen Marken.
Schlüsselwörter
Hip Hop, Country, Musikgeschichte, soziokulturelle Identität, räumliche Verbreitung, Rap, Gangsterrap, Authentizität, Kommerzialisierung, USA, Deutschland, Frankreich, kulturelle Symbiose, Subkultur, Musikproduktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die soziokulturellen und räumlichen Hintergründe von Hip-Hop- und Country-Musik sowie deren Entwicklung und kommerzielle Transformation.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Entstehungsgeschichte, regionale Ausprägungen, der Einfluss geographischer Räume auf die Musik und die wechselseitige Beeinflussung beider Genres.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Es soll beantwortet werden, inwiefern soziokulturelle Persönlichkeiten und spezifische räumliche Relationen die Entwicklung dieser Musikstile prägen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse von Primärliteratur, biografischen Bezügen von Künstlern, Fachliteratur zu geographischen Artikulationen sowie eigene Recherchen zu Musikstilen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Hip-Hop (Entstehung, Elemente, Verbreitung) und der Country-Musik (Wurzeln, Stilrichtungen) sowie deren spätere Annäherung.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Hip Hop, Country, räumliche Identität, Regionalisierungs-Prozesse und Kommerzialisierung.
Was unterscheidet den „Dirty South“ von anderen Hip-Hop-Stilen?
Der Dirty South zeichnet sich durch eigene Produktionsstile, Einflüsse aus Funk und Soul sowie Texte aus, die sich stark von den Themen des klassischen Gangsterraps unterscheiden.
Warum wird die Kommerzialisierung der Genres als kritisch betrachtet?
Der Autor argumentiert, dass durch die Kommerzialisierung ursprüngliche Intentionen der Musikstile verloren gehen und diese zugunsten einer vermarktbaren Marke in den Hintergrund treten.
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- Dominik Hoffmann (Author), 2012, HipHop- und Country-Musik – Ausdruck soziokultureller Persönlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/208390