Die wachsende Bedeutung der Nachhaltigkeit in der Gesellschaft fördert, unter anderem,
auch neue Arbeitsweisen in der Bauindustrie. Neben ökologischen und sozialen Aspekten
steigt vor allem die Bedeutung für längerfristigere wirtschaftliche Ansätze. Daher beschäftigt
sich diese Diplomarbeit mit der Methode der Lebenszykluskosten. Der Fokus wird dabei auf
eine Analyse unterschiedlicher Konzepte und Kennwerte im Bereich der Folgekosten, jener
Kapitalaufwendungen, die während der Nutzungsphase eines Objektes entstehen, gelegt.
Das Ziel ist, anhand eines internationalen Vergleiches namhafter Normungen (ASTM E 917-
05, 2010; DIN 18960, 2008; ISO 15686-5, 2008; Ö-Norm B 1801-2, 1997; Ö-Norm B 1801-2,
2011), sowie einer anschließenden Kennwertanalyse ausgewählter Objekte aus den USA
sowie aus Österreich, mögliche Optimierungsansätze im Bereich der Folgekosten zu
definieren. Während in den Gegenüberstellungen der Richtlinien sehr unterschiedliche
Strukturen, sowie teilweise fehlende Kostenbereiche erkannt wurden, sind im Bereich des
Folgekostenvergleichs vor allem Unterschiede in der Versorgung und teilweise auch im
Bereich der Verwaltung sowie der Reinigung der jeweiligen Objekte aufgefallen. Die
gewonnenen Erkenntnisse wurden in weiterer Folge graphisch aufgearbeitet, interpretiert
und mögliche Optimierungsansätze definiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Relevanz
1.2 Vorgehensweise und Zielsetzung
1.3 Abgrenzung des Themengebietes
2. Einführung in die Thematik der Lebenszykluskosten
2.1 Allgemein
2.2 Die Methode der Lebenszykluskosten
2.2.1 Entstehung der Lebenszykluskosten
2.2.2 Lebenszykluskosten im Bauwesen
3. Normative Grundlagen im internationalen Vergleich
3.1 Allgemein
3.2 Vorgehensweise
3.3 Normenüberblick
3.3.1 Ö-Norm B 1801-2
3.3.2 DIN 18960
3.3.3 ISO 15686-5
3.3.4 ASTM E 917-05
3.4 Normenvergleich
3.4.1 Vergleich zwischen Ö-Norm B 1801-2: 2011 und Ö-Norm B 1801-2: 1997
3.4.1.1 Allgemein
3.4.1.2 Überblick der Lebenszykluskosten
3.4.1.3 Vergleich der Kostengruppen in der Nutzungsphase
3.4.2 Vergleich zwischen Ö-Norm B 1801-2: 2011 und DIN 18960: 2008
3.4.2.1 Allgemein
3.4.2.2 Überblick der Lebenszykluskosten
3.4.2.3 Vergleich der Kostengruppen in der Nutzungsphase
3.4.3 Vergleich zwischen Ö-Norm B 1801-2: 2011 und ISO 15686-5: 2008
3.4.3.1 Allgemein
3.4.3.2 Überblick der Lebenszykluskosten beziehungsweise Whole-Life Costs
3.4.3.3 Vergleich der Kostengruppen in der Nutzungsphase
3.4.4 Vergleich zwischen Ö-Norm B 1801-2: 2011 und ASTM E 917 – 05: 2010
3.4.4.1 Allgemein
3.4.4.2 Überblick der Lebenszykluskosten
3.4.4.3 Vergleich der Kostengruppen in der Nutzungsphase
3.5 Zusammenfassung
4. Lebenszykluskosten Kennwerte in den USA
4.1 Allgemein
4.2 Aufbau und Bestandteile der Kennwerte
4.2.1 Allgemein
4.2.2 Folgekostenprofil
4.2.3 Objektarten
4.2.4 Replacement Value – Wiederbeschaffungswert
4.3 Vergleich: Ö-Norm B 1801-2: 2011 und The Whitestone Cost Reference
4.3.1 Allgemein
4.3.2 Überblick
4.3.3 Vergleich der Kostengruppen in der Nutzungsphase
4.4 Umrechnung unterschiedlicher Einheiten
4.4.1 Allgemein
4.4.2 Flächen
4.4.3 Währungsunterschiede
4.4.4 Abweichungen der Kennwerte
4.4.5 Kostenänderung durch Service Level und Standort
4.5 Weitere Kosteneinflussfaktoren
4.5.1 Energiekosten
4.5.2 Index
4.5.3 Klimabedingungen
4.6 Folgekostenkennwerte
4.6.1 Allgemein
4.6.2 Verwaltung
4.6.3 Technischer Gebäudebetrieb und Instandsetzung
4.6.4 Ver- und Entsorgung
4.6.5 Reinigung
4.7 Zusammenfassung
5. Analyse der Kennwerte
5.1 Allgemein
5.2 Wahl und Beschreibung der Vergleichsobjekte
5.2.1 Allgemein
5.2.2 Bürogebäude
5.2.3 Bürogebäude mit Lager
5.2.4 Wohnbau
5.2.5 Hotel Vs. Motel
5.3 Gegenüberstellung der Kennwerte
5.3.1 Allgemein
5.3.2 Bürogebäude
5.3.3 Bürogebäude mit Lager
5.3.4 Wohnbau
5.3.5 Hotel Vs. Motel
5.4 Überprüfung der Kennwerte
5.4.1 Allgemein
5.4.2 Verwaltung
5.4.3 Technischer Gebäudebetrieb und Instandsetzung
5.4.4 Ver- und Entsorgung
5.4.5 Reinigung
5.5 Zusammenfassung
6. Innovative Ansätze der Lebenszykluskostenberechnung
6.1 Allgemein
6.2 Optimierung der Dienstleistungen
6.2.1 Allgemein
6.2.2 Optimierung der Dienstleistungen, anhand eines Beispieles der Objektreinigung
6.2.3 Umsetzung
6.3 Optimierung der Instandsetzungsarbeiten
6.3.1 Allgemein
6.3.2 Vorausschauende Instandhaltung
6.3.3 Umsetzung
6.4 Optimierung der Ver- und Entsorgung
6.4.1 Allgemein
6.4.2 Energieversorgung
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Optimierung von Folgekosten in der Nutzungsphase von Bauwerken durch einen internationalen Vergleich zwischen den USA und Österreich. Das primäre Ziel ist die Identifikation innovativer Ansätze zur Kostenoptimierung, indem verschiedene normative Konzepte zur Lebenszykluskostenberechnung analysiert und Kennwerte für ähnliche Objekttypen gegenübergestellt werden.
- Analyse und Vergleich internationaler Normen (ASTM, DIN, ISO, Ö-NORM) zur Lebenszykluskostenberechnung.
- Gegenüberstellung von Kostenkennwerten für ausgewählte Objekttypen (Büro, Lager, Wohnbau, Hotel) in den USA und Österreich.
- Berücksichtigung von Einflussfaktoren wie Standort, Energiekosten und Klimabedingungen.
- Entwicklung von Optimierungsansätzen für Dienstleistungen und Instandhaltungsstrategien.
- Methodische Unterstützung durch Fallbeispiele zur Reduzierung der Folgekosten.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Ö-Norm B 1801-2
Die bereits überarbeitete alte Version der Norm aus dem Jahre 1997 wird in diesem Kapitel nicht separat behandelt, da diese von der neuen Ausgabe ersetzt wurde und somit eine detaillierte Analyse der Struktur und des Inhaltes der Norm nicht weiter relevant ist. Sie wird jedoch, unter anderem in der Gegenüberstellung der Kostengruppen miteingebunden, um in weiterer Folge vorhandene Kennwerte in die Struktur der derzeit aktuellen Version der Norm aus dem Jahre 2011 abwandeln zu können.
Die noch junge Ö-Norm B 1801-2: 2011 gliedert sich als einer von drei Teilen in die Normenfolge Bauprojekt- und Objektmanagement ein. Ein wesentlicher Unterschied zur vorangegangen Version ist vor allem die gänzlich neue Strukturierung der gesamten Lebenszykluskosten, sowie der Folgekosten. Hierbei wurde eine nutzungsorientierte Kostengliederung erstellt, wobei die Kostenhauptgruppen Kapitalkosten sowie Abschreibung aus den Nutzungskosten ausgegliedert wurden. Weiters wurden nicht die Nutzungskosten, wie in der alten Version der Norm, sondern die Folgekosten behandelt. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden liegt bei einem Miteinbeziehen der Kostenkategorie Objektbeseitigung, Abbruch, welche in der Ausgabe aus dem Jahr 2011 aufgenommen wurde. Zudem sind die Bereiche Objektdaten und Objektbuch nicht weiter erwähnt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Relevanz der Nachhaltigkeit im Bauwesen und die Notwendigkeit, Lebenszykluskosten zur Optimierung von Folgekosten einzusetzen.
2. Einführung in die Thematik der Lebenszykluskosten: Erläutert die methodischen Grundlagen und die Bedeutung der Lebenszyklusbetrachtung für eine ganzheitliche wirtschaftliche Bewertung von Bauvorhaben.
3. Normative Grundlagen im internationalen Vergleich: Analysiert verschiedene internationale Richtlinien (Ö-Norm, DIN, ISO, ASTM) und vergleicht deren Strukturierung von Kosten.
4. Lebenszykluskosten Kennwerte in den USA: Untersucht amerikanische Datenquellen zur Folgekostenermittlung und bereitet diese methodisch für einen Vergleich mit österreichischen Werten vor.
5. Analyse der Kennwerte: Stellt reale österreichische Vergleichsobjekte den amerikanischen Kennwerten gegenüber und bewertet die Unterschiede in verschiedenen Kostenkategorien.
6. Innovative Ansätze der Lebenszykluskostenberechnung: Entwickelt konkrete Optimierungsvorschläge für Dienstleistungen, Instandhaltung und Energieversorgung zur Senkung der Folgekosten.
7. Fazit: Fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und betont die Bedeutung des internationalen Wissenstransfers zur Verbesserung nachhaltiger Bauwirtschaftspraktiken.
Schlüsselwörter
Lebenszykluskosten, Folgekosten, Nutzungsphase, Kennwertanalyse, internationale Normen, Ö-Norm B 1801-2, Facility Management, Gebäudeoptimierung, Instandhaltung, Gebäudereinigung, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit, Baukosten, Energiekosten, Immobilienmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit primär?
Die Arbeit untersucht die Methode der Lebenszykluskosten im Bauwesen, mit einem spezifischen Fokus auf die Analyse und Optimierung der Folgekosten während der Nutzungsphase von Gebäuden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Gegenüberstellung verschiedener internationaler Normungssysteme, die Untersuchung von Kostenkennwerten für verschiedene Gebäudetypen und die Erarbeitung von Optimierungsansätzen für den Gebäudebetrieb.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, Entwicklungsmöglichkeiten und innovative Ansätze zur Senkung von Folgekosten zu identifizieren, indem amerikanische und österreichische Kostenkennwerte methodisch vergleichbar gemacht und analysiert werden.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Neben einer umfassenden Literaturanalyse und einem tabellarischen Normenvergleich werden Daten aus bestehenden Kostenkennwertdatenbanken und Onlinetools (wie dem Lebenszykluskostenrechner) für den Vergleich spezifischer Gebäudeobjekte genutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die normative Gegenüberstellung von Standards, die Aufbereitung von US-Daten für den Vergleich sowie die konkrete Analyse und Gegenüberstellung von Bürogebäuden, Wohnbauten und Hotelanlagen.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Lebenszykluskosten, Folgekosten, Nutzungsphase, Kennwertanalyse, internationale Normen und Nachhaltigkeit charakterisiert.
Warum spielt die Wahl der Reinigungsintervalle eine so große Rolle für die Kosten?
Da die Gebäudereinigung einen signifikanten Anteil der Folgekosten ausmacht, kann durch eine bedarfsgerechte Anpassung der Reinigungsintensität – statt starrer Intervalle – ein erhebliches Einsparungspotenzial realisiert werden, ohne die Hygiene zu gefährden.
Wie unterscheidet sich die amerikanische Kostenstruktur von der österreichischen?
Amerikanische Standards wie die Whitestone Cost Reference legen oft einen stärkeren Fokus auf operative Datenprofile für das Facility Management, während österreichische Normen wie die Ö-Norm B 1801-2 eine detaillierte chronologische Kostengliederung nach Bauphasen und Leistungsbereichen bieten.
- Quote paper
- Florian Schilcher (Author), 2012, Lebenszykluskosten im internationalen Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/208119