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Realitätskonstruktionen: "K ist geisteskrank. Die Anatomie eines Tatsachenberichtes" - Eine Untersuchung

Titel: Realitätskonstruktionen: "K ist geisteskrank. Die Anatomie eines Tatsachenberichtes" - Eine Untersuchung

Referat (Ausarbeitung) , 2012 , 12 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jennifer Blasinski (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Verschriftlichung befasst sich mit dem Text „K ist geisteskrank. Die Anatomie eines Tatsachenberichtes“, der im Jahre 1976 von Dorothy E. Smith verfasst wurde und wie der dazugehörige Seminartext „Fünf Merkmale der Realität“ (Mehan und Wood) in dem Buch „Ethnomethodologie. Beiträge zu einer Soziologie des Alltagshandelns“ veröffentlicht wurde. Primäres Ziel der Ausarbeitung ist, die Kerngedanken des Textes zusammenzufassen, diese anhand eines Beispiels zu verdeutlichen und abschließend in Bezug zu dem Seminartext zu setzen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Gegenstand – kurze Zusammenfassung

Orientierung – Ethnomethodologie als praktisches Forschungshandeln

Dorothy E. Smith – Exkurs zur Autorin

Titel des Textes – Erster Eindruck, erste Fragen

Zur Entstehung der Daten – Eine Erläuterung

Interview – Zusammenfassung

Besonderheiten des Berichtes

Instruktionen und Legitimation – innerhalb des Berichtes

Konstruktion des Berichtes als Tatsachenbericht

1. Die Erzählerin (Angela) ist Ks Freundin (Rahmenstruktur positiv)

2. Die Tatsache ist für alle die gleiche und beruht auf direkter Beobachtung

3. Die Struktur ermöglicht Zeugen als unabhängig von den anderen zu behandeln

Zur Konstruktion von Geisteskrankheit

Kontraststrukturen - Allgemein

Kontraststrukturen – Ein Beispiel

Kurze Zusammenfassung der Analyse

Verbindung zum Seminartext (Fünf Merkmale der Realität)

Abschluss - Diskussionsfragen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert den Text „K ist geisteskrank. Die Anatomie eines Tatsachenberichtes“ von Dorothy E. Smith, um aufzuzeigen, wie durch ethnomethodologische Verfahren und soziale Definitionsprozesse eine Person als „geisteskrank“ etikettiert wird. Dabei wird untersucht, wie Erzählstrukturen, Kontrastbildungen und Kontextarbeit dazu beitragen, abweichendes Verhalten als objektive Tatsache zu konstruieren.

  • Ethnomethodologie als praktisches Forschungshandeln
  • Konstruktion von Tatsachenberichten in der sozialen Interaktion
  • Soziale Definitionsprozesse bei der Zuschreibung von Geisteskrankheit
  • Analyse von Kontraststrukturen und Instruktionen im Text
  • Verknüpfung mit den „Fünf Merkmalen der Realität“ (Mehan & Wood)

Auszug aus dem Buch

Kontraststrukturen – Ein Beispiel

Nun ein kurzes Beispiel, wie eine solche Kontraststruktur aussieht. Hier besteht die Kontraststruktur aus 3 Teilen:

I An heißen Tagen gingen wir an den Strand oder in das Schwimmbad,

II und ich tauchte kurz unter und lag dann in der Sonne,

III während K darauf bestand, dass sie dreißig Längen schwimmen musste

Teil I beschreibt die Situation und Teil III das Verhalten. Teil I und III reichen jedoch nicht aus, um zu zeigen, weshalb Ks Verhalten merkwürdig ist.

Teil I: „An heißen Tagen gingen wir an den Strand oder in das Schwimmbad“. Das sagt noch nicht viel aus. Teil II zeigt dann jedoch, welches Verhalten diesem Typ von Situation angemessen wäre: „und ich tauchte kurz unter und lag dann in der Sonne“. Angela ist hier also als Quelle normativer Definitionen zu erachten. Kurz untertauchen und in der Sonne liegen, wäre dementsprechend angebracht gewesen. Doch was tut K? Teil III: „während K darauf bestand, dass sie dreißig Längen schwimmen musste“. K besteht also darauf 30 Längen zu schwimmen. Hier liegt also eine Gegenüberstellung vor, von dem, was Angela tut und was normal wäre und von dem, was K tut und was anomal ist. Der Leser/Hörer enthält dementsprechend auch die Instruktion, wie das hier gezeigte zu lesen ist: Also erst die Situation an sich (heißer Tag und schwimmen), dann das, was normal wäre (was Angela tut) und dann das, was K tut und davon abweicht.

Zusammenfassung der Kapitel

Gegenstand – kurze Zusammenfassung: Einleitung in den zu analysierenden Text von Dorothy E. Smith und Definition des Zieles der Verschriftlichung.

Orientierung – Ethnomethodologie als praktisches Forschungshandeln: Einordnung der Thematik in das Forschungsfeld der Ethnomethodologie und Abgrenzung zum rein theoretischen Ansatz.

Dorothy E. Smith – Exkurs zur Autorin: Kurze biographische Vorstellung der Soziologin Dorothy E. Smith und ihre Arbeit zur Psychiatrie.

Titel des Textes – Erster Eindruck, erste Fragen: Reflexion über die Wirkung des Titels und dessen Funktion als Behauptung sowie Instruktion für den Leser.

Zur Entstehung der Daten – Eine Erläuterung: Erläuterung des Ursprungs des Interviewmaterials und des Kontextes der Datenerhebung.

Interview – Zusammenfassung: Zusammenfassung der berichteten Ereignisse um die Person K und ihre Freundin Angela.

Besonderheiten des Berichtes: Untersuchung der Kategorie „Geisteskrankheit“ und wie sie als soziale Organisation definiert wird.

Instruktionen und Legitimation – innerhalb des Berichtes: Analyse der Verfahren, mit denen der Text den Leser steuert und die Glaubwürdigkeit der Erzähler festigt.

Konstruktion des Berichtes als Tatsachenbericht: Darstellung der drei zentralen Verfahrenstechniken zur Herstellung von Tatsächlichkeit.

Zur Konstruktion von Geisteskrankheit: Erklärung des „Aussonderungsprozesses“ und der Zuschreibung von Abweichungen.

Kontraststrukturen - Allgemein: Definition und Funktion von Kontraststrukturen innerhalb des Berichts.

Kontraststrukturen – Ein Beispiel: Praktische Veranschaulichung der Kontrastierung von „normalem“ und „anomalem“ Verhalten.

Kurze Zusammenfassung der Analyse: Resümee der Mechanismen, die zur Definition von K als geisteskrank führen.

Verbindung zum Seminartext (Fünf Merkmale der Realität): Anwendung der Erkenntnisse aus dem Fallbeispiel auf die Theorie von Mehan und Wood.

Abschluss - Diskussionsfragen: Formulierung von weiterführenden Fragen zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema.

Schlüsselwörter

Ethnomethodologie, Geisteskrankheit, Tatsachenbericht, soziale Organisation, Konstruktion, Kontraststrukturen, Aussonderungsprozess, Abweichendes Verhalten, Kontextarbeit, Interaktionsbezüge, Etikettierung, Soziale Realität, Definitionsprozess, Wissensbestand, Alltagshandeln

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethnomethodologischen Untersuchung eines Tatsachenberichtes, der beschreibt, wie eine Person namens K als „geisteskrank“ definiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die soziale Konstruktion von Tatsachen, die Etikettierung von abweichendem Verhalten und die Rolle von Sprache bei der Herstellung von Realität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Kerngedanken des Textes von Dorothy E. Smith zusammenzufassen, diese an einem konkreten Beispiel zu verdeutlichen und mit Theorien der Ethnomethodologie zu verknüpfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine ethnomethodologische Analyse angewandt, die insbesondere Textanalysen und die Untersuchung von sozialen Definitionsprozessen umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Besonderheiten des Berichts, die Konstruktion von Tatsachen durch Verfahrenstechniken sowie die Rolle von Kontraststrukturen zur Ausgrenzung von K analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Ethnomethodologie, Konstruktion von Geisteskrankheit, Kontraststrukturen, Tatsachenbericht und soziale Definitionsprozesse.

Wie trägt der Titel des Textes zur Interpretation bei?

Der Titel „K ist geisteskrank“ fungiert als eine unhinterfragte Behauptung, die den Leser von Beginn an instruiert, das nachfolgende Verhalten von K als anomal und krankhaft zu lesen.

Welche Rolle spielt die „Kontraststruktur“ bei der Etikettierung?

Kontraststrukturen stellen das „normale“ Verhalten (wie es andere zeigen) dem Verhalten von K gegenüber, wodurch Letzteres systematisch als „abweichend“ und „besessen“ markiert wird.

Inwieweit lässt sich K als „geisteskrank“ identifizieren?

Die Arbeit legt dar, dass „Geisteskrankheit“ hier kein objektiver Zustand ist, sondern in sozialen Organisationen durch interaktive Arbeit und das Fehlen von geteiltem Wissen konstruiert wird.

Warum wird K als nicht teilhabend an der sozialen Realität dargestellt?

K teilt nach Ansicht der Berichtenden nicht den „kohärenten Wissensbestand“ der Gemeinschaft, was dazu führt, dass ihre Handlungen – wie etwa der falsche Umgang mit Alltagsgegenständen – als Zeichen für eine Unfähigkeit zur Realitätserkennung gewertet werden.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Realitätskonstruktionen: "K ist geisteskrank. Die Anatomie eines Tatsachenberichtes" - Eine Untersuchung
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Ethnomethodologie
Note
1,3
Autor
Jennifer Blasinski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
12
Katalognummer
V208070
ISBN (eBook)
9783656356615
ISBN (Buch)
9783656357599
Sprache
Deutsch
Schlagworte
realitätskonstruktionen anatomie tatsachenberichtes eine untersuchung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jennifer Blasinski (Autor:in), 2012, Realitätskonstruktionen: "K ist geisteskrank. Die Anatomie eines Tatsachenberichtes" - Eine Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/208070
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Leseprobe aus  12  Seiten
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