Trotz der Komplexität des Anlagemarktes und der Anlageprodukte erfreuen sich insbesondere Aktienfonds bei einer wachsenden Anzahl privater und institutioneller Anleger großer Beliebtheit.
Sowohl die Dotcom-Krise 2000 als auch die Weltwirtschaftskrise 2007 und die damit verbundenen Kursrückgänge an den Aktienmärkten konnten daran nichts ändern. So wuchs beispielsweise das Fondsvolumen deutscher Investmentfonds von 2005 bis 2012 um 22,76%. Im März 2012 umfasste das Vermögen deutscher Publikumsfonds 328.366 Mio. €. Dabei entfällt mit 33% der Großteil des Volumens auf die Aktienfondssparte, trotzdem sich deren Fondsvolumen 2007 aufgrund der Finanzkrise kurzzeitig nahezu halbierte.1
Kapitalanlagen wie die in einen Aktienfonds werden oftmals über ihre erzielte Rendite beurteilt.
Dabei wird sich als Vergleichsmaßstab einer sogenannten Benchmark bedient, beispielsweise eines Aktienindezes wie des CDAX, der theoretisch den vollständigen Markt der zu beurteilenden Kapitalanlage abbildet. Die letzten Jahrzehnte zeigen, dass sich dieser Markt teils zyklisch entwickelte.
Zwischen 2007 und 2009 war der CDAX beispielsweise von lang anhaltenden Kursrückgängen gekennzeichnet, währenddessen seit 2009 phasenweise Aktienkursanstiege das Marktbild zeichnen. Diese Zyklen durch objektive Merkmale zu klassifizieren, ist notwendig, um die Leistung von Investmentfonds beurteilen zu können und die Vorteilhaftigkeit von Strategien im Portfoliomanagement zu bestimmen.2 Private und institutionelle Anleger wünschen,
dass die gewählte Kapitalanlage filr sie im Vergleich zur Benchmark vorteilhafter ist. Für Zeiten des Kursabschwungs - einer sogenannte Baisse - bedeutet dies, dass der Aktienfonds beispielsweise weniger Renditeverlust einfährt als sein Vergleichsmaßstab - der Aktienindex. Diese Outperformance wird regelmäßig insbesondere von aktiv verwalteten Aktienfonds erwartet. Gleiches gilt auch für Kursanstiegszyklen an den Börsen - sogenannte Haussen -, in deren Zeiten das Investmentobjekt eine höhere Rendite zu erwirtschaften hat als der Benchmark.3
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1 Vgl. Deutsche Bundesbank (2012), S. 52.
2 Vgl. Scholz/ Wtlkens (2006), S. 1275.
3 Vgl. Bürger (2003), S. 12.
Inhaltsverzeichnis
1 Fondsbetas in der Baisse – eine Einleitung
2 Das Regime der Baissen
2.1 Über die Verfahren zur Identifikation von Bear Markets
2.2 Problembereiche der Zeitreihen
3 Das Capital Asset Pricing Model
3.1 Die Kapitalmarktlinie
3.2 Die Wertpapierlinie
3.3 Das CAPM und die Empirie – eine kritische Würdigung
3.4 Weiterentwicklungen des CAPM
4 Assetklasse Fonds
4.1 Investmentfonds aus Sicht der Theorie
4.2 Fondsarten
5 Das Aufstellen der Forschungshypothese
6 Empirische Analyse der Fondsbetas
6.1 Datengrundlage
6.2 Aktienfonds – eine empirische Berechnung
6.3 Darstellen der Ergebnisse und Ergebnisinterpretation
7 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob deutsche Aktienfonds in Phasen fallender Märkte (Baissen) ihre Betafaktoren anpassen können, um das systematische Risiko zu minimieren. Ziel ist es zu analysieren, ob ein aktives Fondsmanagement in der Lage ist, durch geeignete Umschichtungen das Marktrisiko zu reduzieren und dadurch die Performance im Vergleich zum Gesamtmarkt zu verbessern.
- Analyse des Capital Asset Pricing Model (CAPM) und dessen Eignung für Marktphasen.
- Identifikation von sogenannten Bear Markets (Baissen) in Zeitreihen.
- Empirische Untersuchung des Verhaltens von fünf ausgewählten deutschen Aktienfonds.
- Bewertung der Stabilität und Aussagekraft von Fondsbetas in Krisenzeiten.
- Diskussion von theoretischen Grundlagen der Portfolio-Optimierung.
Auszug aus dem Buch
1 Fondsbetas in der Baisse – eine Einleitung
Trotz der Komplexität des Anlagemarktes und der Anlageprodukte erfreuen sich insbesondere Aktienfonds einer wachsenden Anzahl privater und institutioneller Anleger großer Beliebtheit. Sowohl die Dotcom-Krise 2000 als auch die Weltwirtschaftskrise 2007 und die damit verbundenen Kursrückgänge an den Aktienmärkten konnten daran nichts ändern. So wuchs beispielsweise das Fondsvolumen deutscher Investmentfonds von 2005 bis 2012 um 22,76%. Im März 2012 umfasste das Vermögen deutscher Publikumsfonds 328.366 Mio. €. Dabei entfällt mit 33% der Großteil des Volumens auf die Aktienfondssparte, trotzdem sich deren Fondsvolumen 2007 aufgrund der Finanzkrise kurzzeitig nahezu halbierte.
Kapitalanlagen wie die in einen Aktienfonds werden oftmals über ihre erzielte Rendite beurteilt. Dabei wird sich als Vergleichsmaßstab einer sogenannten Benchmark bedient, beispielsweise eines Aktienindezes wie des CDAX, der theoretisch den vollständigen Markt der zu beurteilenden Kapitalanlage abbildet. Die letzten Jahrzehnte zeigen, dass sich dieser Markt teils zyklisch entwickelte. Zwischen 2007 und 2009 war der CDAX beispielsweise von lang anhaltenden Kursrückgängen gekennzeichnet, währenddessen seit 2009 phasenweise Aktienanstiege das Marktbild zeichnen. Diese Zyklen durch objektive Merkmale zu klassifizieren, ist notwendig, um die Leistung von Investmentfonds beurteilen zu können und die Vorteilhaftigkeit von Strategien im Portfoliomanagement zu bestimmen. Private und institutionelle Anleger wünschen, dass die gewählte Kapitalanlage für sie im Vergleich zur Benchmark vorteilhafter ist. Für Zeiten des Kursabschwungs – einer sogenannte Baisse – bedeutet dies, dass der Aktienfonds beispielsweise weniger Renditeverlust einfährt als sein Vergleichsmaßstab – der Aktienindex. Diese Outperformance wird regelmäßig insbesondere von aktiv verwalteten Aktienfonds erwartet. Gleiches gilt auch für Kursanstiegszyklen an den Börsen – sogenannte Haussen –, in deren Zeiten das Investmentobjekt eine höhere Rendite zu erwirtschaften hat als der Benchmark.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Fondsbetas in der Baisse – eine Einleitung: Einführung in die Relevanz von Aktienfonds und die Problematik der Performance-Beurteilung in verschiedenen Marktzyklen.
2 Das Regime der Baissen: Diskussion statistischer Methoden zur Identifikation von Bear Markets sowie damit verbundener Probleme bei der Zeitreihenanalyse.
3 Das Capital Asset Pricing Model: Theoretische Herleitung des CAPM und kritische Auseinandersetzung mit dessen Annahmen und Schwächen.
4 Assetklasse Fonds: Überblick über die Funktionsweise und Klassifizierung von Investmentfonds sowie deren Rolle bei der Asset Allocation.
5 Das Aufstellen der Forschungshypothese: Ableitung der Erwartungshaltung, dass Fondsbetas in Phasen der Baisse aktiv reduziert werden sollten.
6 Empirische Analyse der Fondsbetas: Detaillierte Darstellung der Datengrundlage, der Berechnungsmethode und der Interpretation der Ergebnisse für fünf ausgewählte Fonds.
7 Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit der Untersuchungsergebnisse und Ausblick auf künftige Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Aktienfonds, Baisse, Betafaktor, CAPM, Benchmark, CDAX, Marktrisiko, Portfolio-Optimierung, Investmentfonds, Zeitreihenanalyse, Outperformance, systematische Risiken, Finanzkrise, Aktienmärkte, Rendite.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhalten von Betawerten ausgewählter deutscher Aktienfonds während Phasen fallender Aktienkurse, um zu analysieren, ob Fondsmanager das Risiko in Krisenzeiten aktiv steuern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind das Capital Asset Pricing Model (CAPM), die Identifikation von Marktphasen (Baissen) sowie die empirische Überprüfung der Risikoanpassungsfähigkeit von Investmentfonds.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit deutsche Aktienfonds in Zeiten der Baisse ihre Betafaktoren senken können, um Verluste für die Anleger zu minimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine empirische Analyse durchgeführt, die auf der Zerlegung von Zeitreihen und der Berechnung von systematischen Risiken (Betas) basierend auf dem CAPM beruht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Portfolio-Theorie, Methoden zur Bestimmung von Marktzyklen und die praktische Berechnung der Betas für fünf spezifische deutsche Aktienfonds.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Fondsbetas, Baisse, Kapitalmarktlinie, systematisches Risiko, Investmentfonds und Benchmark-Analyse.
Warum ist die Identifikation von Baissen so wichtig für die Untersuchung?
Die Identifikation ist entscheidend, da das Verhalten des Fondsbetas nur in diesen spezifischen Abwärtsphasen beurteilt werden kann, um zu sehen, ob das Risikomanagement gegen den Markttrend greift.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Hypothese?
Der Autor zeigt empirisch auf, dass in vielen Fällen die Fondsbetas in der Baisse unter dem Marktdurchschnitt liegen, was eine erfolgreiche Risikoanpassung der untersuchten Fonds indiziert.
- Arbeit zitieren
- M.Sc. B.Sc. B.Sc. Oliver Liefke (Autor:in), 2012, Fondsbetas in der Baisse - Eine empirische Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/207970