1. Einleitung
„Dr. Livingstone, I presume.“/ „Doktor Livingstone, wie ich vermute.” Diese Begrüßungsworte, die Henry Morton Stanley an David Livingstone richtet, als er ihn endlich findet, gehen in die Geschichte ein. Er wird von Reisenden, die sich in Afrika zufällig begegnen oftmals bei der Begrüßung wiederholt. Beide, der gesuchte und gefunde Livingstone und der suchende und findende Stanley waren zwei der bedeutendsten Erforscher Innerafrikas. Viele Schriftsteller, die Zeitgenossen von Henry Morton Stanley und David Livingstone waren, lassen sich von ihren Entdeckergeschichten und Expeditionsberichten inspirieren. Zum Beispiel Joseph Conrad, der sich nicht nur von der Suche Stanleys nach Livingstone, sondern auch der Befreiung Emin Pashas durch Stanley anregen ließ. Er schickt in seinem Roman „Herz der Finsternis“ einen Seemann auf die Suche nach einem verschollenen Abenteurer, der später in der Wildnis sterben wird. Dieses Thema wird in vielen Literaturen später immer wieder aufgegriffen. Doch wer waren die beiden Personen hinter dem Ruhm und der Rolle der Helden in der Öffentlichkeit? Welche Motivation und Intentionen hatten sie bei der Ausführung ihrer Missionen? Diese und andere Fragen sollen in der folgenden Arbeit behandelt werden.
Dazu sollen zunächst die Charaktere von David Livingstone und Henry Morton Stanley skizziert werden. Im Einzelnen sollen ihre Herkunft, ihre Kindheit, ihre Ausbildung und vor allem ihre Charaktereigenschaften und ihr äußerliches Auftreten behandelt werden. Der dritte Punkt soll sich explizit auf ihren Umgang mit Sklaven und der Sklaverei im Allgemeinen befassen. Wie gingen die beiden jeweils mit ihren Dienern um? Welche Meinungen hegten sie über die „Schwarzen“? Der vierte Punkt soll schließlich die Durchführung ihrer Missionen betrachten. Dazu zählt auch der Umgang während der Reisen mit anderen Menschen und davor beziehungsweise danach mit der Öffentlichkeit.
Als Quellen sollen neben verschiedenen Sekundärliteraturen auch die Tagebücher und Aufzeichnungen von Henry Morton Stanley zur Rate gezogen werden. Die beiden Personen werden erst einzeln und später im Vergleich und schließen in der Verbindung beider während ihrer Bekanntschaft besprochen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zwei gegensätzliche Charaktere
3. Der unterschiedliche Umgang mit der Sklaverei
4. Die Durchführung der Missionen und der Umgang mit der Öffentlichkeit sowie anderen Menschen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen detaillierten Vergleich zwischen den beiden bedeutenden Afrikaforschern David Livingstone und Henry Morton Stanley in Bezug auf ihre Lebensläufe, Persönlichkeitsstrukturen und ihre Herangehensweise an die Forscherarbeit zu ziehen, um die jeweiligen Motivationen und Unterschiede in ihrem Wirken herauszuarbeiten.
- Charakterliche Analyse von Livingstone und Stanley
- Gegenüberstellung ihrer Ansichten und ihres Verhaltens gegenüber der Sklaverei
- Untersuchung der Expeditionsführung und der Interaktion mit Einheimischen
- Bedeutung der öffentlichen Wahrnehmung und des Ruhms für beide Forscher
- Einfluss ihrer persönlichen Begegnung auf ihre individuelle Entwicklung
Auszug aus dem Buch
3. Der unterschiedliche Umgang beider Männer mit der Sklaverei
„Livingstone war der Liebling des englischen Publikums, vor allem wegen seines noblen Kampfes gegen den Sklavenhandel und seines missionarischen Engagements, wenn er auch nur einen einzigen Afrikaner bekehrte, der später wieder vom Glauben abfiel.“7 Er hasste die Sklaverei und wollte dieses Unrecht aus der Welt schaffen. Deshalb kaufte er, wenn er die Möglichkeit dazu bekam, Sklaven frei oder befreite sie, mit dem Risiko sein eigenes Leben aufs Spiel zu setzten. 8 Livingstone behandelte seine Träger auch immer sehr gut. Seine zwei treuesten Diener, James Chuma und Abdullah Susi, liebten ihn so sehr, dass sie seine Leiche über 15 000 Kilometer durch den Dschungel, zurück in die Zivilisation trugen.9 Von Menschenhändlern, die Sklaven umbringen war David Livingstone immer wieder aufs Neue schockiert.10 Als er sich ihnen auf seiner letzten Expedition anschließen muss, um zu überleben, muss er einem Angriff auf ein afrikanisches Dorf mit ansehen, der ihn in seinen Träumen weiter verfolgt.11
In Tagebuch von Stanley steht eine Aussage von Livingstone, die zeigt, dass er sich zu dem Kampf gegen den Sklavenhandel und die mordenden Araber berufen fühlt. Zwar nicht im direkt aktiven Sinn, aber durch das Informieren der Öffentlichkeit über diese Grausamkeiten. Er selbst kam allerdings nicht mehr dazu. Nur seine Tagebücher und Aufzeichnungen konnten für die Zivilisation als Lehrmittel beansprucht werden. Bei den Engländern wurde dieser Einsatz bereits mit Wohlwollen gesehen. So soll Livingstone nach Stanleys Aufzeichnungen gesagt haben: „Es ist meine Aufgabe, zu veröffentlichen, was [im Bezug auf Sklaven] ich sehe, um die die Macht haben, diesen Gräueln ein für allemal ein Ende zu machen.“12
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, indem sie die historische Begegnung der beiden Forscher schildert und die Forschungsfragen zu deren Motivation und Handeln formuliert.
2. Zwei gegensätzliche Charaktere: Dieses Kapitel skizziert die konträren Hintergründe, Kindheiten und Persönlichkeiten von Livingstone und Stanley als Ausgangspunkt für ihren späteren Lebensweg.
3. Der unterschiedliche Umgang mit der Sklaverei: Hier wird der ethische Gegensatz zwischen Livingstones aktivem Kampf gegen die Sklaverei und Stanleys ausbeuterischer Haltung detailliert gegenübergestellt.
4. Die Durchführung der Missionen und der Umgang mit der Öffentlichkeit sowie anderen Menschen: Dieses Kapitel vergleicht die Arbeitsweisen der Männer während ihrer Expeditionen sowie ihre Interaktion mit Begleitern, Einheimischen und der Öffentlichkeit.
5. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zusammen und beleuchtet den positiven Einfluss, den ihre Begegnung auf Stanleys Entwicklung hatte.
Schlüsselwörter
David Livingstone, Henry Morton Stanley, Afrikaforschung, Expedition, Sklaverei, Kolonialgeschichte, Persönlichkeitsvergleich, Missionierung, Sklavenhandel, Forschungsreise, Entdecker, Lebenslauf, 19. Jahrhundert, Reiseberichte, Historische Persönlichkeiten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Biografien und das Forscherdasein der zwei berühmten Afrikaforscher David Livingstone und Henry Morton Stanley im direkten Vergleich.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die unterschiedlichen Charaktereigenschaften, die Herangehensweise an die Sklaverei sowie die Methoden der Expeditionsführung beider Männer.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem Heldenbild Livingstones und dem berüchtigten Ruf Stanleys anhand ihrer Taten und Hintergründe objektiv aufzuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, wobei primär die Tagebücher und Aufzeichnungen von Henry Morton Stanley sowie diverse Sekundärliteratur zur historischen Einordnung herangezogen werden.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Kindheit und Prägung der Forscher, ihre moralische Haltung zur Sklaverei sowie die praktische Durchführung ihrer Reisen und ihre Kommunikation mit der Öffentlichkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Afrikaforschung, Sklaverei, Expedition, Persönlichkeitsvergleich und Kolonialgeschichte geprägt.
Wie wirkte sich die persönliche Begegnung auf Stanley aus?
Die Begegnung mit Livingstone hatte einen nachhaltigen Einfluss auf Stanley, der dazu führte, dass er begann, seine eigenen Verhaltensweisen kritisch zu überdenken und sich in Richtung einer positiven Persönlichkeitsentwicklung veränderte.
Welchen Stellenwert nimmt die Religion im Leben der Forscher ein?
Beide Forscher waren religiös, jedoch diente die Religion Livingstone als ursprünglicher Antrieb für seine Arbeit, während Stanley den Glauben verstärkt während der Einsamkeit seiner Reisen für sich entdeckte.
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- Anonym (Author), 2010, David Livingstone und Henry Morton Stanley - Lebenslauf, Persönlichkeit und Forscherdasein, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/207687