Bei der Untersuchung der Verbalstämme im Arabischen (Ar.) und Marokkanischen (MA. = Dariǧa) stellt sich die Frage, was ein Wort ist, wie Wörter entstehen und was ein Verb ist.
Die Linguisten versuchen diesen Begriff nach ihrer jeweiligen theoretischen Richtung zu definieren: Bestimmt der eine den Begriff „Wort im Arabischen“ als eine Menge von Konsonanten und Vokalen mit Bedeutung, so bestimmt ihn ein anderer als drei Hauptgruppen von Nomina, Verba und Partikeln. Es sei also darauf hinzuweisen, dass eine klare Definition schwierig ist.
Vergleichend mit dem Verb kann man zusammenfassend sagen:
َالفعلُ:هو ما دلَّ على معنى في نفسه مقثرن بزمان كجاء ويجيء وجيء .
(Elghilany, Mostafa 1995: 11)
Das Verb kann als Verbindung des Ereignisses oder der Aktion mit der Zeit definiert werden, z.B.: er kam, er kommt und komm!
Neben dieser Definition lautet die Hauptfrage welche Rolle die Verbalstämme bei der Bildung von Wörtern spielen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Verzeichnis der Symbole und Transkription
3. Wort und Verbstämme
3.1. Das Wort im Arabischen
3.2. Verbalstamm im Arabischen
4. Verbalstämme und die Bildung der Wörter im Arabischen (Ar.)
5. Verbalstämme und die Bildung der Wörter im Marokkanischen (MA)
6. Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Struktur und Funktion der Verbalstämme im Arabischen und Marokkanischen. Das primäre Ziel ist es, die Rolle dieser Stämme bei der Wortbildung zu analysieren, zu definieren, wie Wörter aus Wurzeln und Formen entstehen, und die Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten zwischen dem Hocharabischen und dem Marokkanischen kontrastiv darzustellen.
- Definition des Begriffs "Wort" und Abgrenzung der Wortarten
- Analyse der verbalen Wurzelstrukturen und der Kombination mit Verbalstämmen
- Systematische Darstellung der zehn klassischen Verbalstämme
- Kontrastive Analyse der Verbalstammbildung im Marokkanischen
- Bedeutung der morphologischen Modellstrukturen für die Wortbildung
Auszug aus dem Buch
3.2. Verbalstamm im Arabischen
Vergleichbar mit anderen semitischen Sprachen wird das Verb im Ar. aus drei Konsonanten, den sogenannten Radikalen, (ل ع ف ) / f- C- l / zusammengesetzt, die auch die Wurzel der Verbform bilden.
Im Ar. gibt es auch Verben mit vier Konsonanten, aber nur wenige, d.h. eine geringe Anzahl enthält vier Radikale: "le sentiment de la racine des mots est incomparable plus vif en arabe que dans les langues indoeuropéenes, telle enseigne que les dictionnaires arabes sont depuis toujours classés par ordre alphabetique des racines, et non des mots (...). En conséquence il a été facile aux grammairiens de choisir arbitrairement une racine trilitére qui sert de point de départ a toute leur Morphologie. Cette racine est /fCl/ (idée de -fair-, agir-).
Il suffit donc en principe pour former un mot de couler sa racine trilitére dans le moule fabriqué par les grammairiens. On dire ainsi conventionnellement que le theme /musta-fCil-un/ de la racine /slm/ est musta-slim-un, que le theme /yu fCil-u/ de /msk/ est yu-msik-u etc." (Lecommte , 1980: 5).
Das Verb im Arabischen ist dadurch charakterisiert, dass es eine Kombination zwischen einer bedeutungstragenden Wurzel und einer Form bzw. eines Verbalstamms ist.
In diesem Zusammenhang bemerkt Sibawaih: "Das Verbum wird durch Formen gebildet, welche von den Wörtern herkommen welche die Ereignisse der Nomina ausdrücken".
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Definition des Wortbegriffs im Arabischen und Marokkanischen ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle der Verbalstämme.
2. Verzeichnis der Symbole und Transkription: Hier werden die verwendeten Symbole und die phonetische Transkription der Konsonanten und Vokale für das Arabische und Marokkanische tabellarisch aufbereitet.
3. Wort und Verbstämme: Das Kapitel erläutert die morphologische Struktur von Wörtern und die grundlegende Bedeutung der Radikalen sowie der Verbalstämme für die semitische Wortbildung.
4. Verbalstämme und die Bildung der Wörter im Arabischen (Ar.): Dieser Abschnitt präsentiert die zehn klassischen Verbalstämme und beschreibt deren spezifische Bedeutungsaspekte wie Intensität, Kausalität oder Reflexivität.
5. Verbalstämme und die Bildung der Wörter im Marokkanischen (MA): Hier erfolgt ein Vergleich, bei dem aufgezeigt wird, wie das Marokkanische die klassischen Muster vereinfacht oder durch Lexikalisierung sowie Passivbildung anpasst.
6. Schluss: Die Zusammenfassung resümiert die morphologischen Verfahren der Wortbildung und bestätigt die funktionale Bedeutung der Modellstrukturen für die Ausdrucksmöglichkeiten der Sprache.
Schlüsselwörter
Arabisch, Marokkanisch, Verbalstamm, Wortbildung, Radikale, Morphologie, Wurzel, Kausalität, Reflexivität, Sprachvergleich, Linguistik, Grammatik, Semitische Sprachen, Tempusformen, Kontrastive Untersuchung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der morphologischen Struktur und der Wortbildung von Verben in der arabischen Sprache und ihrer Variante im Marokkanischen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Analyse von Wurzeln (Radikalen), die systematische Untersuchung von Verbalstämmen und deren Anwendung bei der Bildung verschiedener Wortarten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erforschung der Rolle, die Verbalstämme bei der Bildung von Wörtern spielen, sowie die kontrastive Darstellung der Unterschiede zwischen der hocharabischen und der marokkanischen Struktur.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die deskriptive linguistische Analyse und eine kontrastive Methode, um die Sprachstrukturen gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Wortbegriffs, eine detaillierte Erläuterung der zehn Verbalstämme im Arabischen und deren spezifische Transformation oder Reduktion im Marokkanischen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Verbalstamm, Radikale, Morphologie, Wortbildung und kontrastive Sprachbetrachtung charakterisiert.
Wie unterscheiden sich die Verbalstämme im Marokkanischen vom Hocharabischen?
Während das Hocharabische zehn produktive Verbalstämme kennt, existieren im Marokkanischen meist nur drei Grundmuster; die übrigen Stämme sind dort lexikalisiert oder werden durch Präfigierung modifiziert.
Welche Bedeutung haben die Radikalen für das Verb?
Die Radikalen bilden das konsonantische Gerüst (die Wurzel), welches erst durch die Einbettung in ein morphologisches Muster (den Verbalstamm) eine konkrete Bedeutung und grammatische Funktion erhält.
- Arbeit zitieren
- P. H Hamid Baalla (Autor:in), 2012, Beschreibung der Verbalstämme im Arabischen und Marokkanischen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/206943