In einer hoch technologischen Welt spielt das Thema Umwelt in den
letzten Jahren eine so bedeutende Rolle, wie nie zuvor. Es ist nicht damit
zu rechnen, dass sich die Relevanz dieser Thematik in nächster Zeit
reduzieren wird. Die mit der Umweltproblematik verbundenen Fragen und
deren Dringlichkeit zur Lösung, führten zum Aufkommen zahlreicher
umweltökonomischer Literatur, die versucht, Klarheit in die umfangreiche
Problematik zu bringen1.
Die Umweltökonomie befasst sich vornehmlich mit Lösungsmöglichkeiten
von Umweltproblemen. Hauptproblem ist hierbei, dass freie Güter wie Luft,
Wasser oder Natur als natürliche Ressourcen frei zugänglich für jeden, in
einer Form genutzt werden, dass sie nicht mehr als unbegrenzt
anzusehen sind.
Hier greift die Problematik der sogenannten externen Effekte ein. Die
vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich mit genau diesen externen
Effekten in der Umweltökonomie und deren Wirkung auf Unternehmen.
Im nachfolgenden Kapitel werden zunächst externe Effekte in erster Art
betrachtet und definiert.
Anschließend werden Arten von externen Effekten vorgestellt und deren
Wirkungsweise aufgezeigt. Darauf aufbauend werden negative und
positive externe Effekte präsentiert und anhand von Graphiken
differenziert.
Besonders die Produktionsentscheidung von Unternehmen wird durch
Berücksichtigung externe Effekte stark verändert. In Kapitel drei wird
deswegen genau geprüft, inwieweit sich eine Produktionsentscheidung
ohne Berücksichtigung und mit Berücksichtigung externer Effekte, auf die
Kostenplanung des Unternehmens auswirkt.
In Kapitel vier wird dann ein passendes Internalisierungsinstrument
vorgestellt, dessen Wirkungsweise in Form einer Steuer dazu führt, dass
Unternehmen innovationsfreudiger am Markt agieren. Zu gleich führt
dieses Instrument aber auch zu einer Art von „Kostensperre“, besonders
im Bereich der Produktion, in der geringe Änderungen der
Deckungsbeiträge enorme Auswirkungen auf die Preiskalkulation haben.
Die Arbeit schließt mit einem zusammenfassenden Fazit in Kapitel 5.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung (Umwelt und Ökonomie)
2. Externe Effekte, eine makroökonomische Betrachtung
2.1 Arten von externen Effekten
2.1.1 Positive externe Effekte
2.1.2 Negative externe Effekte
2.1.3 Wer ist Verursacher eines externen Effektes?
3. Externe Effekte als Bedeutung für die Produktionsentscheidung
3.1 Entscheidung ohne Bedeutung externer Effekte
3.2 Entscheidung mit Bedeutung externer Effekte
4. Beleuchtung eines Internalisierungsinstrumentes
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen externer Effekte im Kontext der Umweltökonomie und analysiert, wie diese die Produktionsentscheidungen von Unternehmen beeinflussen. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie durch geeignete Internalisierungsinstrumente, wie die Pigou-Steuer, ein gesamtgesellschaftlich optimaler Ressourceneinsatz erreicht werden kann.
- Grundlagen und Definitionen externer Effekte
- Unterscheidung zwischen positiven und negativen externen Effekten
- Einfluss externer Effekte auf die betriebliche Produktionsentscheidung
- Die Pigou-Steuer als Instrument zur Internalisierung externer Kosten
- Zusammenhang zwischen technologischem Fortschritt und Umweltökonomie
Auszug aus dem Buch
2. Externe Effekte, eine makroökonomische Betrachtung
Befindet sich eine Ökonomie in einem Preis-Gleichgewicht, bei dem alle Märkte geräumt sind, so ist die dabei durchgesetzte Allokation unter bestimmten Voraussetzungen in dem Sinne effizient, dass durch eine Reallokation kein Individuum besser gestellt werden kann, ohne ein anderes schlechter darzustellen. Mit der Betrachtung von externen Effekten fällt diese „erste Regel“ der Wohlfahrtsökonomie weg und es öffnet sich schnell ein umfassendes Problemfeld sowie ein weites Betätigungsfeld für die Umweltökonomie.
Es gilt zu klären, was man genau unter externen Effekten versteht und wie sie wirken. Eine häufig verwendete Definition externer Effekte ist die von Baumol und Oates(1988): „Man spricht von einer Externalität, wenn in die Präferenzordnung, bzw. die Technologie eines Wirschaftssubjektes reale Variablen eingehen, die durch Aktivitäten anderer Wirtschaftssubjekte festgelegt werden, ohne dass sich diese besonders dieses Effekts bewusst werden.“
Pigou führt hierzu an: „Here the essence of the matter is that one person A, in the course of rendering some service, for which payment is made, to a second person B, incidentally also renders services or disservices to other persons C, D and E, of such sort that technical considerations prevent payment being extracted from the benefited parties or compensation being enforced on behalf of the injures parties“
Folglich werden externe Effekte als eine Art “Nebenwirkung” angesehen. Entweder entstehen diese bei der Produktion von privaten Wirtschafsgütern eines Unternehmens oder sie entstehen bei dem Konsum einzelner Konsumenten. Diese externen Effekte führen entweder zu einer wirtschaftlichen Situation, die anderen Wirtschaftssubjekten positiv (Gewinnsteigerung) oder negativ nutzen (Gewinnminderung). Die erste Betrachtung externer Effekte zeigt, dass diese einen hohen Stellenwert in der Wirtschaft einnehmen. Umso wichtiger ist es, dass sich die Umweltökonomie mit dem Problemfeld der externen Effekte beschäftigt und diese kritisch beleuchtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung (Umwelt und Ökonomie): Der Einstieg thematisiert die wachsende Bedeutung der Umweltökonomie und führt in die Problematik externer Effekte als Ursache für Marktversagen ein.
2. Externe Effekte, eine makroökonomische Betrachtung: Dieses Kapitel definiert externe Effekte theoretisch und differenziert zwischen verschiedenen Arten wie pekuniären, psychologischen und vor allem technologischen Externalitäten.
3. Externe Effekte als Bedeutung für die Produktionsentscheidung: Hier wird analysiert, wie externe Kosten die betriebliche Gewinnmaximierung stören und zu einer ineffizienten Produktionsmenge führen.
4. Beleuchtung eines Internalisierungsinstrumentes: Das Kapitel stellt die Pigou-Steuer als wirtschaftspolitisches Instrument vor, um soziale Kosten in die betriebliche Kalkulation zu integrieren.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Innovationen, um externe Kosten ohne Störung des Marktgleichgewichts zu bewältigen.
Schlüsselwörter
Externe Effekte, Umweltökonomie, Marktversagen, Produktionsentscheidung, Pigou-Steuer, Allokation, technologische Externalitäten, Grenzkosten, Grenzerlös, Internalisierung, Wohlfahrtsökonomie, soziale Kosten, private Kosten, Kostensperre, Wettbewerbsverzerrung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen und praktischen Aspekten externer Effekte in der Umweltökonomie und deren Auswirkungen auf marktwirtschaftliche Prozesse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Definition externer Effekte, die Unterscheidung ihrer Wirkungsweisen, deren Einfluss auf die Produktionsplanung in Unternehmen sowie Lösungsansätze durch Steuerungsinstrumente.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie externe Effekte als Kostenfaktoren die betriebliche Entscheidungsfindung beeinflussen und wie sie ökonomisch sinnvoll internalisiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die grafische Herleitung mikroökonomischer Modelle, um die allokativen Wirkungen externer Effekte zu veranschaulichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie externe Kosten die optimale Produktionsmenge verschieben und diskutiert die Pigou-Steuer als Instrument zur Wiederherstellung eines optimalen Allokationszustands.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören externe Effekte, Marktversagen, Pigou-Steuer, Allokation und Grenzkosten.
Wie unterscheidet sich die Produktionsentscheidung mit und ohne Berücksichtigung externer Effekte?
Ohne Berücksichtigung externer Effekte produziert ein Unternehmen aus gesamtgesellschaftlicher Sicht zu viel, da externe Schäden nicht in der eigenen Kostenrechnung enthalten sind; eine Einbeziehung dieser Kosten führt hingegen zu einer Anpassung auf das gesellschaftliche Optimum.
Warum ist das Verursacherprinzip bei externen Effekten nicht immer leicht umzusetzen?
Da es oft schwierig ist, einen eindeutigen „Schädiger“ zu identifizieren – etwa weil ein Geschädigter die Externalität durch sein eigenes Verhalten (z.B. Zuzug in eine Lärmzone) erst ermöglicht hat –, lässt sich die Verantwortung nicht immer zweifelsfrei zuschreiben.
- Arbeit zitieren
- Friedrich Wacker (Autor:in), 2013, Externe Effekte in der Umweltökonomie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/206674