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Frauenquote, Betreuungsgeld und Homo-Ehe

Semantische Kämpfe im Geschlechterdiskurs seit der Bundestagswahl 2009 bis heute

Titel: Frauenquote, Betreuungsgeld und Homo-Ehe

Seminararbeit , 2012 , 32 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Aljona Merk (Autor:in)

Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik

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Zusammenfassung Leseprobe Details

Zielsetzung der Untersuchung ist erstens, ein theoretisches Fundament für das Ver-ständnis dafür zu legen, wonach es eigentlich zu suchen gilt, wenn semantische Kämpfe zum Gegenstand einer diskurslinguistischen Analyse werden sollen. Dies wurde in ersten Ansätzen in der Hinführung geleistet. Im 1. Kapitel gilt es, die diskurslinguistischen Grundannahmen ausführlicher zu vertiefen, um anschließend in Kapitel 2 die Frage zu klären, welche Merkmale brisante Wörter aufweisen und wie diese in Zusammenhang mit semantischen Kämpfen einzuordnen sind.
Zielsetzung der Untersuchung ist zweitens, eine ‚Sprachgeschichte der Gegenwart‘ zu verfassen. In Kapitel 3 werden hierfür zunächst methodische Überlegungen angestellt sowie das Korpus vorgestellt, um dann im 4. Kapitel, basierend auf dem erarbeiteten the-oretischen Fundament, eine Sprachgeschichte der Gegenwart zu schreiben, in der die we-sentlichen semantischen Kämpfe um die Schlagwörter Frauenquote, Betreuungsgeld und Homo-Ehe im Geschlechterdiskurs seit der Bundestagswahl 2009 bis heute nachgezeichnet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Hinführung

1. Grundannahmen linguistischer Diskursanalyse

2. Brisante Wörter und semantische Kämpfe

3. Korpus und Methode

4. Frauenquote, Betreuungsgeld und Homo-Ehe: Eine Sprachgeschichte der Gegenwart

5. Abschließende Überlegungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Bedeutung von sprachlichen Diskursen in der deutschen Gesellschaft, insbesondere im Hinblick auf politisch kontrovers diskutierte Themenfelder, und analysiert, wie durch den gezielten Einsatz von Sprache politische Wirklichkeit konstruiert und semantische Kämpfe um zentrale Schlagwörter geführt werden.

  • Analyse der diskurslinguistischen Grundannahmen und der konstitutiven Kraft von Sprache.
  • Untersuchung der Funktion von brisanten Wörtern und Stigmamörtern in politischen Auseinandersetzungen.
  • Fallstudie zu den Begriffen Frauenquote, Betreuungsgeld und Homo-Ehe.
  • Methodische Vorgehensweise zur Korpusbildung und Mehrebenenanalyse.
  • Deutung der gesellschaftlichen Relevanz semantischer Deutungshoheit.

Auszug aus dem Buch

0. Hinführung

„Nicht Tacheles reden, Tacheles handeln!“ (LINKE: 30.03.2011), titelt die Linke in einer Presseerklärung zum Ergebnis des Treffens von Arbeitsministerin von der Leyen mit Vertretern führender DAX-Unternehmen zum Thema Frauenquote. Regelmäßig begegnet man in den öffentlichen politischen Auseinandersetzungen diesem beliebten Muster, welches den Gegensatz zwischen Reden und Handeln hervorhebt und zumeist dem Handeln gegenüber dem Reden den Vorzug gibt. Wenn man sich die Frage stellt, was ‚echtes‘ Handeln in der Politik eigentlich bedeuten solle, was getreu dem beschriebenen Muster irgendwie ‚außerhalb‘ von Sprache festgelegt werden müsste, so kommt man relativ schnell wieder an den Ausgangspunkt zurück: zur Sprache. Politische Akteure können nur ‚durch‘ Sprache handeln, denn jegliches politische Handeln ‚ist‘ Sprachhandeln. Seien es Reden, Statements, Debatten, Verhandlungen oder auch ‚konkrete‘ politische Maßnahmen wie Entwürfe von Gesetzen oder deren Beschluss (vgl. Schröter/Carius 2009: 9) – das alles sind ‚Sprachhandlungen, die in einem ‚Außerhalb‘ von Sprache im Grunde nicht gedacht werden können.

Was bedeutet es für die Funktion eines politischen Akteurs, wenn politisches Handeln ausschließlich Sprachhandeln ist? CDU-Generalsekretär Biedenkopf hat diese Frage in seiner auch innerhalb der Linguistik berühmt gewordenen Rede, die er 1973 auf dem 22. Bundesparteitag der CDU hielt, als erster in die öffentliche politische Debatte eingebracht:

Sprache, liebe Freunde, ist nicht nur ein Mittel der Kommunikation. Wie die Auseinandersetzungen mit der Linken zeigen, ist Sprache auch ein wichtiges Mittel der Strategie. Was sich heute in unserem Land vollzieht, ist eine Revolution neuer Art. Es ist die Revolution der Gesellschaft durch die Sprache. Die gewaltsame Besetzung der Zitadellen staatlicher Macht ist nicht länger Voraussetzung für eine revolutionäre Umwälzung der staatlichen Ordnung. Revolutionen finden heute auf andere Weise statt. Statt der Gebäude der Regierungen werden die Begriffe besetzt, mit denen sie regiert, die Begriffe, mit denen wir unsere staatliche Ordnung, unsere Rechte und Pflichten und unsere Institutionen beschreiben. [...] Sie [die Revolution] besetzt Begriffe und damit die Information der freien Gesellschaft, in dem sie die Medien besetzt, die Stätten also, in denen das wichtigste Produkt einer Freiheit hergestellt wird: die politische Information. (Biedenkopf 1973: 61) [Herv. AM]

Zusammenfassung der Kapitel

0. Hinführung: Das Kapitel führt in die Thematik ein, dass politisches Handeln untrennbar mit Sprache verbunden ist und wie durch das „Besetzen von Begriffen“ politische Macht ausgeübt wird.

1. Grundannahmen linguistischer Diskursanalyse: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Diskurslinguistik dargelegt, insbesondere die Annahme, dass Wissen und Wirklichkeit erst durch Sprache konstituiert werden.

2. Brisante Wörter und semantische Kämpfe: Dieses Kapitel untersucht, wie durch den gezielten Einsatz von „brisanten Wörtern“ (Schlagwörter, Stigmamörter) in politischen Debatten um Deutungshoheit und Macht gerungen wird.

3. Korpus und Methode: Der Autor erläutert das methodische Vorgehen sowie die Zusammenstellung des Textkorpus, bestehend aus den Bundestagswahlprogrammen 2009 und dazugehörigen Online-Medienberichten.

4. Frauenquote, Betreuungsgeld und Homo-Ehe: Eine Sprachgeschichte der Gegenwart: Eine detaillierte Analyse der drei ausgewählten Themenfelder, bei der die sprachliche Argumentation der verschiedenen politischen Parteien gegenübergestellt wird.

5. Abschließende Überlegungen: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Rolle von Sprache bei der Formung gesellschaftlicher Wirklichkeiten und politischer Identitäten.

Schlüsselwörter

Diskurslinguistik, Semantik, politische Rhetorik, Frauenquote, Betreuungsgeld, Homo-Ehe, Macht, Wirklichkeitskonstruktion, Schlagwörter, Stigmamörter, Parteiprogramme, politische Kommunikation, Deutungshoheit, Sprachgeschichte, gesellschaftlicher Diskurs.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die untrennbare Verbindung zwischen politischem Handeln und Sprache. Sie analysiert, wie politische Akteure durch den gezielten Einsatz von Begriffen und Diskursen gesellschaftliche Wirklichkeit konstruieren und um Deutungshoheit kämpfen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich auf drei hochaktuelle politische Themen: die Frauenquote in Führungspositionen, das Betreuungsgeld für Eltern und die rechtliche Gleichstellung der Homo-Ehe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, ein theoretisches Fundament für das Verständnis semantischer Kämpfe zu legen und eine „Sprachgeschichte der Gegenwart“ zu verfassen, welche die diskursiven Auseinandersetzungen zu den genannten Themen seit 2009 nachzeichnet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die diskurslinguistische Mehrebenenanalyse, bei der lexikalische Einheiten, Akteursdiskurse und trans-textuelle Ideologien trianguliert werden, um die Konstruktion von Wissen durch Sprache zu verdeutlichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Diskurslinguistik, die Methodik der Korpusanalyse und die konkrete Anwendung dieser Werkzeuge auf die drei gewählten Fallbeispiele innerhalb der Parteiprogramme und der Medienberichterstattung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Diskurse, semantische Kämpfe, brisante Wörter, Stigmamörter, Machtausübung durch Sprache und die Konstruktion von Wissen.

Wie unterscheidet der Autor zwischen „Schlagwörtern“ und „Stigmamörtern“?

Schlagwörter besitzen ein positives deontisches Potenzial und dienen der Identitätsstiftung, während Stigmamörter eine negative Bedeutung tragen und darauf abzielen, den politischen Gegner durch sprachliche Abwertung zu diskreditieren.

Was ist die Schlussfolgerung bezüglich des Begriffs „Besetzen von Begriffen“?

Der Autor schlussfolgert, dass die Kontrolle über Begriffe gleichbedeutend mit der Macht ist, gesellschaftliche Realitäten zu definieren. Wer die Deutungshoheit über zentrale Begriffe erlangt, bestimmt, welche Argumente in der öffentlichen Debatte als wahr oder legitim akzeptiert werden.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Frauenquote, Betreuungsgeld und Homo-Ehe
Untertitel
Semantische Kämpfe im Geschlechterdiskurs seit der Bundestagswahl 2009 bis heute
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Germanistik I: Germanistische Sprachwissenschaft)
Veranstaltung
Politische Semantik
Note
1,0
Autor
Aljona Merk (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
32
Katalognummer
V206495
ISBN (eBook)
9783656335672
ISBN (Buch)
9783656336136
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diskursanalyse Diskurslinguistik Semantik Pragmatik Konstituierung Wirklichkeit Semantische Kämpfe Begriffe besetzen Gender Geschlechter Diskurs Betreuungsgeld Homo-Ehe Homoehe Frauenquote Zwangsquote Herdprämie politische Sprache Sprache und Politik pragmatischer Sprachbegriff linguistische Diskursanalyse brisante Wörter politische Semantik Bundestagswahl
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Aljona Merk (Autor:in), 2012, Frauenquote, Betreuungsgeld und Homo-Ehe, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/206495
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  32  Seiten
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