In dieser Hausarbeit soll die Moralkritik Nietzsches in seinem Werk „Jenseits von Gut und Böse“ behandelt werden. Im spezifischen Sinne geht es in dieser Hausarbeit Nietzsches Rekonstruktion der herkömmlichen Moral. Den Themen, sowie den Vorurteilen der Philosophen und einer kleinen Geschichte dieser Rekonstruktion und Herren- und Sklavenmoral ist diese Hausarbeit gewidmet. Aufgrund der Größe seiner Rekonstruktion der Moral, nämlich was Nietzsche unter dem Inbegriff der Rekonstruierung der Moral versteht, soll das Thema allein begrenzt werden. Obwohl sein Wagnis viele Stationen seines Fußpfades beinhalten, beginnt es mit der Herausforderung an die Moral selbst.
Inhaltsverzeichnis
Ein Wort zum Geleit
1. Auf dem Weg Zur Moralkritik Nietzsches
2. Die Verwandtschaft der Schriften Nietzsches: Eine kleine Geschichte über seinen Feldzug gegen die Moral
2.1.Du sollst!
2.2.Kritik der Vernünftigkeit
2.3.Die Moralisierung der Welt
2.4.Der Prozesscharakter Nietzsches Moralkritik
3. "Von den Vorurteilen der Philosophen“
3.1.Philosophen als Dogmatiker
3.2.Philosophen als Betrüger
3.3.„Wahrheitswahn“ der Philosophen
4. Sklaven- und Herrenmoral
4.1 Etymologie der Inbegriff der Moral
4.2 Sklaven-Moral
4.3 Herren-Moral
5. Ein persönliches allzu persönliches Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Moralkritik Friedrich Nietzsches, primär basierend auf seinem Werk „Jenseits von Gut und Böse“. Ziel ist es, Nietzsches Rekonstruktion der herkömmlichen Moral sowie seine Perspektivierung der menschlichen Triebe darzulegen, ohne dabei eine systematische Gesamtauswertung anzustreben.
- Nietzsches kritische Auseinandersetzung mit der herkömmlichen Moral
- Die Analyse der "Vorurteile der Philosophen" und deren Rolle bei der Moralbegründung
- Differenzierung zwischen Sklaven- und Herrenmoral
- Der Prozesscharakter von Nietzsches Moralkritik über verschiedene Schriften hinweg
Auszug aus dem Buch
3.1 Philosophen als Dogmatiker
Nietzsches Moralkritik fokussiert sich auf die Frage nach dem Ursprung der Moralsysteme, die von den Philosophen, mit Nietzsches Worten, von den Dogmatikern begründet wurden. Nietzsches Ausführung zu den Vorurteilen der Philosophen steht im Kern seiner Moralkritik, da er die Misserfolge bisheriger Moralen an die Philosophen selbst anknüpft. Das Wort der „Philosoph“ bezieht sich bei Nietzsche auf Dogmatiker, da die Philosophen immer nach der Gewissheit der Moral, die sich mit der Frage beschäftigt, wonach die Menschen, (In dem Rahmen dieser Hausarbeit wird es nur „Moral“ genannt, aber diese Betonung hat prinzipiell einen großen Fächer) streben. In ihrem Bezug finden sie immer die gleichen Antworten, sogar wenn sie etwas anderes glauben.
Innerhalb der Philosophie Nietzsches hat jede Antwort auf diese Frage einen ähnlichen Preis, da die Fragestellung vom Anfang verführerisch begründet wurde. Aus diesem Zusammenhang heraus kritisiert Nietzsche die englischen Antworten. Die Ausdrücke „Nietzsche“ und „die Begründung der Moral“ scheinen für zwei Größen zu stehen, die sich zueinander nur wie Feuer und Wasser verhalten können. Er hat schon im Vorwort seines Buches Jenseits von Gut und Böse festgestellt, dass die Moral keine Begründung zu hat, bzw. diese Hoffnung für Moral bleibt nur „ein Versprechen“.
Das Hauptaugenmerk liegt hierbei darauf, dass jeder Philosoph, von Plato bis zu den Philosophen der Aufklärung, versuchte, die Moral zu begründen. Nietzsche behauptet die Mitgliedschaft in einer großen Tradition, die auf vorbildlichen Mitgliedern wie Plato und Xenophon, Machiavelli und Montaigne, Bacon und Descartes beruht. Nietzsche plädiert, dass dieser Versuch über die Begründung der Moral bisweilen nicht zu Stande gebracht wurde, nämlich „Die Philosophie war hoffentlich nur Versprechen über Jahrtausende hinweg (...).“
Zusammenfassung der Kapitel
Ein Wort zum Geleit: Einführung in Nietzsches metaphorische Sprache und die Bedeutung seiner Terminologie für das Verständnis seiner Philosophie.
1. Auf dem Weg Zur Moralkritik Nietzsches: Vorstellung der Recherche zum Prozesscharakter von Nietzsches Moralkritik und der hermeneutischen Herangehensweise.
2. Die Verwandtschaft der Schriften Nietzsches: Eine kleine Geschichte über seinen Feldzug gegen die Moral: Analyse der engen Verbindung von Nietzsches Schriften und der Entwicklung seiner Moralkritik von Morgenröte bis Jenseits von Gut und Böse.
2.1.Du sollst!: Untersuchung der Kritik an der Autorität der Sitte und dem Imperativ des Gehorsams.
2.2.Kritik der Vernünftigkeit: Darstellung der Ablehnung einer rational begründeten Moral durch Nietzsche.
2.3.Die Moralisierung der Welt: Diskussion des Paradoxons, dass Moral als "Unwahrheit" der Welt wahrgenommen wird.
2.4.Der Prozesscharakter Nietzsches Moralkritik: Einordnung der verschiedenen Schaffensphasen Nietzsches und der Umwertung der Werte.
3. "Von den Vorurteilen der Philosophen“: Untersuchung der dogmatischen Tendenzen in der Philosophiegeschichte.
3.1.Philosophen als Dogmatiker: Kritik am Versuch, Moral auf absolute Prinzipien zu stützen.
3.2.Philosophen als Betrüger: Analyse der Rolle der Affekte und der Verführung durch die Sprache.
3.3.„Wahrheitswahn“ der Philosophen: Hinterfragung des Willens zur Wahrheit als ein von Philosophen vergessenes Problem.
4. Sklaven- und Herrenmoral: Erläuterung der Grundtypisierung von Moral anhand Nietzsches Kategorien.
4.1 Etymologie der Inbegriff der Moral: Untersuchung der sprachlichen Wurzeln und der Grundgestalten der Moral bei Nietzsche.
4.2 Sklaven-Moral: Definition der Sklavenmoral über das Ressentiment und die Abwertung des Vornehmen.
4.3 Herren-Moral: Beschreibung der lebensförderlichen Haltung und der Ablehnung einer universellen, nivellierenden Moral.
5. Ein persönliches allzu persönliches Resümee: Reflexion über die Ergebnisse der Arbeit und die bleibende Bedeutung von Nietzsches Moralkritik.
Schlüsselwörter
Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, Moralkritik, Sklavenmoral, Herrenmoral, Umwertung aller Werte, Ressentiment, Dogmatismus, Philosophie, Sprache, Perspektivismus, Wille zur Macht, Vernunftkritik, Hermeneutik, Affekte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit behandelt die Moralkritik Friedrich Nietzsches, wobei der Schwerpunkt auf seinem Werk "Jenseits von Gut und Böse" liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Kritik an der Moralbegründung durch Philosophen, die Analyse der Sklaven- und Herrenmoral sowie Nietzsches eigener Ansatz zur Umwertung von Werten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist nicht eine vollständige Auswertung aller Gedanken Nietzsches, sondern die Bereitstellung einer Auswahl von Textbestandteilen, um Nietzsches Moralkritik und seine Perspektivierung von Moral verständlich zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine philosophische Arbeit, die primär textanalytisch und interpretativ vorgeht, wobei Sekundärliteratur zur Einordnung der Konzepte herangezogen wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Betrachtung der Moralkritik Nietzsches, die Analyse der Vorurteile der Philosophen sowie die detaillierte Untersuchung der Herren- und Sklavenmoral.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Moralkritik, Sklavenmoral, Herrenmoral, Umwertung aller Werte, Ressentiment und Dogmatismus charakterisiert.
Wie unterscheidet Nietzsche in dieser Arbeit zwischen Sklaven- und Herrenmoral?
Nietzsche beschreibt die Herrenmoral als lebensbejahend und aus eigener Kraft handelnd, während die Sklavenmoral als reaktiv, durch Ressentiment geprägt und als "böse" gegenüber dem Stärkeren definiert wird.
Warum spielt die Sprache in Nietzsches Kritik eine so zentrale Rolle?
Nietzsche betrachtet Sprache oft als verführendes Instrument; er warnt davor, dass Begriffe wie "gut" und "böse" historisch gewachsen sind und durch ihre Grammatik das Dasein falsch strukturieren.
Was bedeutet der "Wahrheitswahn" der Philosophen im Kontext der Arbeit?
Dieser Begriff verweist auf Nietzsches Kritik, dass Philosophen einen starken Willen zur Wahrheit hegen, ohne dabei zu hinterfragen, ob nicht auch "Unwahrheit" als lebensförderliches Prinzip gelten könnte.
Welche Rolle spielt das "Ressentiment" bei der Entstehung der Sklavenmoral?
Das Ressentiment ist laut der Arbeit das Grundempfinden der Sklavenmoral; es dient als reaktiver Mechanismus, um Ohnmacht durch die Abwertung der vermeintlich "Vornehmen" zu kompensieren.
- Arbeit zitieren
- Hasret Okurlu (Autor:in), 2011, Von der Bedeutung Nietzsches "Jenseits von Gut und Böse". Nietzsche und die Moral, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/206314