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Analyse zweier Wahlprogramme: Präambeln von 2002 hinsichtlich der Illokutionsstruktur und Themenentfaltung - Die Grünen und die Union im Vergleich

Titel: Analyse zweier Wahlprogramme: Präambeln von 2002 hinsichtlich der Illokutionsstruktur und Themenentfaltung - Die Grünen und die Union im Vergleich

Hausarbeit , 2011 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Max Rössner (Autor:in)

Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Eine linguistische Untersuchung auf dem Gebiet der Politik scheint äußerst reizvoll- haben doch vor kurzem noch Millionen Kinogäste auf der ganzen Welt über die Sprachtherapie eines stotternden Staatsoberhauptes geschmunzelt. Die res publica benötigt erstklassige Rhetorik, so könnte das Credo des Kinojahres lauten; denn um die komplexen Themenlandschaften der vielfältigen Ressorts unter das Volk zu bringen, bedarf es klarer Worte.
Freilich gilt das nicht nur im Kinosaal, auch der deutsche Bürger will mit weisen Worten bezirzt und durch starke Argumente in eines der vielen Lager gezogen werden. Besonders in Zeiten einer Bundestagswahl schnellt die Anzahl der medienwirksam inszenierten Debatten in die Höhe. Dass es dabei nicht primär um die Feinheiten der Programme geht, liegt auf der Hand. Die gesprochene Rede greift in wesentlich größerem Umfang auf die Elemente der Polemik und der raschen emotiven Hinwendung zurück als das ein schriftlicher Text tut. Ein an Literatur schier überbordender Forschungszweig befasst sich daher auch mit dem Verhältnis von Politik und individueller Politikerpersönlichkeit einerseits, mit dem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis von massenmedialer Präsentation und programmatischer Substanz andererseits. Die Wahlprogramme der Parteien fristen neben diesen attraktiven, öffentlichkeitstauglicheren Bereichen der Politik nur ein Schattendasein. Ungerechtfertigterweise- denn in ihnen präsentiert jede zur Bundestagswahl zugelassene Partei, unabhängig von der Strahlkraft Ihrer Führungskader, ihr möglichst unverwechselbares Gesicht.
Daher befasst sich diese Arbeit mit der Textsorte des Wahlprogramms, genauer mit der vorgelagerten Präambel. Diese „[…] enthält Hinweise auf Motive und Ziele sowie den historischen Hintergrund […] staatlicher Schreiben, wodurch sie sich gerade in der Drastik der Darstellungsmittel vom detaillierten Punkt-Für-Punkt-Programm abhebt. Um ein weiteres gewinnbringendes Spannungsfeld hinsichtlich der Themenentfaltung zu provozieren, beschäftigt sich die Analyse einerseits mit einer Regierungspartei von 2002- Bündnis 90/ Die Grünen-, andererseits mit einer Oppositionspartei von 2002 – CDU/CSU.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die Präambel und die Politik

2.1. Die Textfunktion der Präambel- der Kontext

2.2. Die Textfunktion der Präambel- die Illokutionsstruktur

2.2.1. Die Illokutionsstruktur der Präambel der Union

2.2.2. Die Illokutionsstruktur der Präambel der Grünen

2.3. Die Themenentfaltung

2.3.1. Die Themenentfaltung der Union

2.3.2. Die Themenentfaltung der Grünen

3. Gegenüberstellung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wahlprogramm-Präambeln von Bündnis 90/Die Grünen und der CDU/CSU aus dem Jahr 2002 mittels einer pragmalinguistischen Textanalyse, um deren zugrunde liegende Illokutionsstrukturen und Themenentfaltungen im politischen Kontext zu ergründen.

  • Pragmalinguistische Untersuchung der Wahlprogramm-Präambeln
  • Analyse der Illokutionsstruktur (Sprechakttheorie)
  • Vergleich der Themenentfaltung von Regierungs- und Oppositionspartei
  • Untersuchung von persuasiven Elementen und Leserappell
  • Einfluss des situativen Kontexts auf die Textgestaltung

Auszug aus dem Buch

Die Illokutionsstruktur der Präambel der Union

Unter dem Motto Es ist Zeit für Taten. Es ist Zeit für die Union. bewirbt sich die CDU/CSU für ein Regierungsmandat ab 2002. Wie bereits erwähnt, hält sich der Gebrauch von Imperativen in Maßen. Nur an zwei Stellen wird er genutzt, und bezeichnenderweise relativiert sich dort der Effekt der Aufforderung wieder, indem als Agens nicht etwa die 2., sondern die 1. Person Plural auftritt. So heißt es: „Lassen wir nicht zu, dass Deutschland auf die schiefe Bahn gerät!“ und: „ Machen wir die Bundestagswahl zum Wendepunkt!“ Die In-eins-Setzung von Emittent und Rezipient verschleiert also gewissermaßen den Adressaten und suggeriert ein mächtiges, einheitliches Kollektiv, in das der Leser selbst dank der Rahmenbedingung der Lektüre zwangsläufig eingebunden ist. So entsteht der Eindruck der Identität von Union und Leser. Diese Identität wirkt sich außerdem auf den illokutionären Akt selbst aus; denn mit der Inkorporation von zu Wählenden in die Menge der Wähler (und andersrum) scheinen auch die Akte Versprechen und Aufforderung ein und dasselbe zu werden. Der Bürger wählt sich selbst.

Nicht weniger raffiniert verhält es sich mit dem wiederholten Einsatz des Futurs. Die Aussage: „Gemeinsam werden wir dem Land den Optimismus wiedergeben […]“ enthält neben dem bereits interpretierten Personalpronomen auch ein -zugegebenermaßen mittlerweile konventionalisiertes- getarntes Versprechen; ein in der Zukunft liegendes Ziel ohne Modalverb, also quasi schon als gesetzten Zustand zu reklamieren, mag Sicherheit und Determiniertheit versprühen, es bleibt jedoch eine versprochene Aussicht. Und da die notwendige Bedingung der Umsetzung die vorzeitige Wahlbestätigung ist, verbirgt sich auch hinter diesem Satz letztlich eine Aufforderung oder Bitte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Präambel und die Politik: Dieses Kapitel führt in die Relevanz der linguistischen Untersuchung von Wahlprogramm-Präambeln ein und erläutert die Bedeutung einer präzisen Sprache in der politischen Kommunikation.

2.1. Die Textfunktion der Präambel- der Kontext: Es wird die besondere Bedeutung des institutionellen und situativen Kontextes für die Funktion von Wahlprogrammen als politische Appelle herausgearbeitet.

2.2. Die Textfunktion der Präambel- die Illokutionsstruktur: Hier werden theoretische Grundlagen der Sprechakttheorie dargelegt, um das persuasive Potenzial und die illokutionäre Bindung innerhalb von politischen Texten zu analysieren.

2.2.1. Die Illokutionsstruktur der Präambel der Union: Das Kapitel analysiert die Strategien der Union, mittels kollektiver Identitätsbildung und rhetorischer Wendungen eine appellative Wirkung zu erzielen.

2.2.2. Die Illokutionsstruktur der Präambel der Grünen: Hier liegt der Fokus auf der strukturellen Homogenität und der nüchternen, informativen Darstellungsweise der Grünen, die den Leserappell primär in den Kontext verlagert.

2.3. Die Themenentfaltung: Es wird methodisch eingeleitet, wie die semantisch-thematischen Kategorien der beiden Parteiprogramme unterschiedliche politische Taktiken widerspiegeln.

2.3.1. Die Themenentfaltung der Union: Analyse der populistischen und emotionsgeladenen Thematisierung, die auf eine Empörungswelle über die amtierende Regierung abzielt.

2.3.2. Die Themenentfaltung der Grünen: Darstellung der faktenbasierten Aufzählung eigener Erfolge und der erweiterten Interpretation von Gerechtigkeitsbegriffen als zentrales Wahlkampfmerkmal.

3. Gegenüberstellung und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die unterschiedlichen Kommunikationsstile zusammen und bewertet den Nutzen der linguistischen Textanalyse für das Verständnis politischer Machtansprüche.

Schlüsselwörter

Linguistische Textanalyse, Pragmalinguistik, Wahlprogramm, Präambel, Illokutionsstruktur, Themenentfaltung, Bündnis 90/Die Grünen, CDU/CSU, Sprechakttheorie, Politik, Persuasion, Appellfunktion, Bundestagswahl, Politische Rhetorik, Diskurs.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht vergleichend die Präambeln der Wahlprogramme von Bündnis 90/Die Grünen und der Union aus dem Jahr 2002 unter pragmalinguistischen Gesichtspunkten.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Analyse?

Im Fokus stehen die sprachlichen Strategien zur Beeinflussung der Wähler, die Illokutionsstruktur und die Art der Themenentfaltung, die aus den jeweiligen politischen Rollen der Parteien resultieren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzudecken, wie Parteien durch spezifische textuelle Mittel (wie Rhetorik, Satzbau und Argumentationsketten) ihre politischen Absichten kommunizieren und Wähler überzeugen wollen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die Methoden der Pragmalinguistik sowie Konzepte der Sprechakttheorie nach Austin und Searle, um die Texte strukturell und funktional zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Kontextes, der Illokutionsstruktur beider Parteien und der jeweiligen Themenentfaltung, wobei die unterschiedlichen Strategien von Regierungspartei (Grüne) und Oppositionspartei (Union) expliziert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär mit Begriffen wie Pragmalinguistik, Illokutionsstruktur, Themenentfaltung, politischer Diskurs und Persuasion beschreiben.

Wie unterscheidet sich die Rhetorik der Union von der der Grünen laut der Analyse?

Die Union nutzt eine emotionalere, populistischere Sprache mit dem Ziel der Mobilisierung durch Empörung, während die Grünen eher auf eine faktendichte, nüchterne Selbstdarstellung ihrer Regierungsleistungen setzen.

Welche Rolle spielen die Begriffe "Stunde Null" und "Leitkultur" in der Argumentation der Parteien?

Die Union evoziert eine "Stunde Null" durch das Versprechen eines "neuen Kurses", während die Grünen den Begriff der "Leitkultur" der Union als rückwärtsgewandtes, bedrohliches Konzept ablehnen und ihm eine "erweiterte Gerechtigkeit" entgegenstellen.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Analyse zweier Wahlprogramme: Präambeln von 2002 hinsichtlich der Illokutionsstruktur und Themenentfaltung - Die Grünen und die Union im Vergleich
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Germanistisches Institut)
Note
1,3
Autor
Max Rössner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V206186
ISBN (eBook)
9783656380382
ISBN (Buch)
9783656381204
Sprache
Deutsch
Schlagworte
analyse wahlprogramme präambeln illokutionsstruktur themenentfaltung grünen union vergleich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Max Rössner (Autor:in), 2011, Analyse zweier Wahlprogramme: Präambeln von 2002 hinsichtlich der Illokutionsstruktur und Themenentfaltung - Die Grünen und die Union im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/206186
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Leseprobe aus  18  Seiten
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