Ausgearbeitetes Exkursionsprotokoll mit Vegetationstabellen und Erläuterungen unterschiedlicher Standorte innerhalb des Naturschutzgebietes "Dammer Berge" in Niedersachsen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Gebietsvorstellung
2. Floristischer Rundgang durch das Naturschutzgebiet
3. Zusammenfassung
4. Quellen
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die vegetationskundliche Dokumentation und Analyse verschiedener Standorte innerhalb des Naturschutzgebietes "Dammer Berge", um die Auswirkungen anthropogener Einflüsse und natürlicher Sukzessionsprozesse auf die heutige Flora zu verstehen.
- Vegetationskundliche Bestandsaufnahme an ausgewählten Stationen
- Analyse der bodenkundlichen und historischen Einflussfaktoren
- Bewertung der Standorte nach dem Biotoptypenschlüssel
- Untersuchung von Sukzessions- und Renaturierungserscheinungen
Auszug aus dem Buch
Geschichte des Naturschutzgebietes
Bei dem NSG handelt sich um eine stark anthropogen überformte Landschaft. Sie ist entstanden durch den Abbau von Eisenerzen. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden hier Vorkommen der Trümmereisenerze sondiert. Ab 1937 wurden testweise kleine Mengen abgebaut. Größere Mengen wurden erst nach der Eröffnung eines Bergwerkes 1948 eröffnet. Das taube Gestein wurde oberflächlich auf einer Halde gelagert (s. u.).
Das Erz in den Dammer Bergen enthält mit 25 % einen eher geringen Anteil von Eisen, deswegen wurde das Material konzentriert indem es zunächst zerkleinert und dann gespült wurde. Für den Spülvorgang wurden zwei Klärteiche angelegt: der kleinere Klärteich 1 und der Klärteich 2, der später in „Dammer Bergsee“ umbenannt wurde. Die Klärteiche dienten der Sedimantation und dem Recycling von Wasser, das in großen Mengen gebraucht wurde. Ab 1967 war der Abbau des Eisenerzes nicht mehr rentabel, da die Weltmarktpreise gefallen waren und zudem das Erz einen zu hohen Phosphoranteil enthielt.
Es stellte sich nun die Frage, wie mit der enstandenen „Mondlandschaft“ verfahren werden sollte. Denkbar war z. B. die Verfüllung der Landschaft mit Müll oder eine Rekultivierung. Dafür war das Gebiet aufgrund seiner lebensfeindlichen Bodenverhältnissen nicht geeignet. Ab 1971 übernahm die Stadt Damme das Gebiet und öffnete es für Erholungssuchende. Gleichzeitig wurde es zum größten Teil der natürlichen Sukzession überlassen, so dass sich mit der Zeit eine vielzahl von Pflanzen, darunter auch seltene, ansiedeln konnten. Aus diesem Grund wurde das Gebiet 1995 als NSG ausgewiesen. Das Vorkommen des Hirschkäfers führte außerdem zur Sicherung der Dammer Berge durch die Ausweisung als FFH- Gebiet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Gebietsvorstellung: Dieses Kapitel erläutert den Exkursionsrahmen, die naturräumliche Einordnung des Gebietes in die "Dümmer Geestniederung" sowie die geologische Entstehung und anthropogene Prägung der Bodenverhältnisse.
2. Floristischer Rundgang durch das Naturschutzgebiet: In diesem Hauptteil werden elf verschiedene Standorte botanisch untersucht, ihre Vegetation tabellarisch erfasst und hinsichtlich ihres Biotoptyps sowie ihrer ökologischen Charakteristik analysiert.
3. Zusammenfassung: Dieser Abschnitt resümiert die Entwicklung der anthropogen überformten Landschaft durch natürliche Sukzession und betont die Bedeutung des Gebiets als Rückzugsort für seltene Pflanzenarten und Lebensräume.
4. Quellen: Hier werden die verwendeten wissenschaftlichen Zeigerwerttabellen, vegetationskundlichen Standardwerke sowie ergänzende Diplomarbeiten und Internetressourcen aufgeführt.
Schlüsselwörter
Dammer Berge, Naturschutzgebiet, Vegetationskunde, Sukzession, Biotoptyp, Erzabbau, Flora, Standortfaktoren, Zeigerwerte, Bodenverhältnisse, FFH-Gebiet, anthropogene Überformung, Exkursionsprotokoll, Artenzusammensetzung, Pflanzensoziologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert eine vegetationskundliche Exkursion in das Naturschutzgebiet "Dammer Berge", das durch den ehemaligen Eisenerzabbau eine stark anthropogen geprägte Landschaft aufweist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die botanische Bestandsaufnahme, die Bodenbeschaffenheit, die historische Nutzung durch den Bergbau und die darauf folgende natürliche Sukzession der Vegetation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die aktuelle Artenzusammensetzung an elf verschiedenen Standorten im Gebiet zu erfassen und zu erklären, wie sich die Vegetation unter den speziellen Bedingungen des ehemaligen Bergbaugeländes entwickelt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden pflanzensoziologische Methoden angewandt, insbesondere die Erfassung von Vegetationstabellen unter Berücksichtigung von Ellenberg-Zeigerwerten (Reaktions- und Stickstoffzahlen) und der Abgleich mit dem Biotoptypenschlüssel nach von Drachenfels.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen detaillierten Rundgang, bei dem Standorte wie Waldflächen, eine Lichtung, ein Damm, der See, Halden sowie ein Klärteich botanisch analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Dammer Berge, Sukzession, Biotoptyp, anthropogene Überformung und Vegetationsaufnahme.
Warum spielt die Geschichte des Erzabbaus eine Rolle für die heutige Vegetation?
Der Erzabbau schuf durch Abraumhalden und die Anlage von Klärteichen extrem lebensfeindliche Bedingungen, die durch die Nicht-Renaturierung zur heutigen, ökologisch wertvollen Sukzessionsflora geführt haben.
Wie ist die Verlandung des Dammer Bergsees zu erklären?
Theorien zur Verlandung beinhalten neben dem Sinken des Wasserspiegels auch die Bildung von sogenannten Wasserwalzen durch Windeinflüsse an der Oberfläche, die Sedimente vom Grund abtragen und am Rand wieder ablagern.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2009, Die Vegetation im Naturschutzgebiet "Dammer Berge", Landkreis Vechta, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/206122