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Wenn Kinder mit dem Tod konfrontiert werden

Der Umgang mit Trauer als pädagogische Herausforderung im Schulalltag

Title: Wenn Kinder mit dem Tod konfrontiert werden

Master's Thesis , 2012 , 88 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katharina Krause (geb. Kühn) (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology

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Summary Excerpt Details

1. Einleitung

Kinder kommen in Berührung mit Sterben, Tod und Trauer – sind dies nicht Themen, vor denen sie in ihrem Alltag eher beschützt werden sollten? Ähnliche Gedanken mögen sich Erwachsene häufig machen, wenn sie über die kindliche Konfrontation mit dem Tod nachdenken. Doch was geschieht bei einem konkreten unvorhergesehenen Ereignis, beispielsweise wenn das Haustier eines Kindes oder auch ein geliebter Mensch aus der Umgebung stirbt? Kinder stellen Fragen und ihre natürliche Neugier macht auch vor schwierigen Themen nicht Halt [...].
Erwachsene stehen in solch einer Situation häufig vor der Frage, wie sie das betroffene Kind im Ernstfall trösten und mit ihm über das Geschehene sprechen können. Allgemein stellt hierbei nicht nur das Zuhause, sondern auch die Schule einen Ort dar, an den Kinder jene Dinge mitbringen, die ihnen besonders am Herzen liegen – seien es positive oder negative Ereignisse [...] Wie kann damit umgegangen werden, wenn ein Kind vom Tod eines Haustieres oder Familienmitgliedes erzählt und offenbar sehr davon betroffen ist? Wie fängt die Lehr-kraft die Klasse auf, wenn ein Schicksal die gesamte Gruppe betrifft? In solchen Situationen ändert sich der Schulalltag von einem auf den anderen Moment, entweder für einzelne Kinder oder für die Klassengemeinschaft als Ganzes [...]
Da nicht alle Kinder den familiären Rückhalt bekommen, den sie gerade in einer solch schwierigen Phase bräuchten, kann die Schule für sie eine entscheidende Institution in Zusammenhang mit ihrer Trauer darstellen [...]
Es geht allgemein darum, die Tabus des Gesprächs über den Tod und des Trauerns aufzuheben und bereits Kindern deutlich zu machen, wie wichtig und hilfreich Trauer zur Verarbeitung von persönlichen Verlusten ist und dass über das Sterben und den Tod gesprochen wer-den darf. Auf welche Art und Weise dies geschehen kann, wird im Verlauf der vorliegenden Arbeit thematisiert [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der zeitliche Wandel im Umgang mit Tod und Trauer

2.1. Was bedeutet Trauer?

2.2. Ein Blick in die Geschichte der Menschheit

2.3. Der aktuelle Umgang mit Tod und Trauer

2.4. Gegenwärtige Entwicklungen – auf dem Weg der Enttabuisierung?

2.5. Bezüge zur Trauerarbeit mit Kindern

3. Die kindliche Konfrontation mit Tod und Trauer

3.1. Kinder und der Tod

3.1.1. Die Auseinandersetzung der Begleitperson mit dem Tod

3.1.2. Entwicklungspsychologische Todesvorstellungen im Kindesalter

3.1.3. Mögliche Vorerfahrungen der Kinder

3.2. Kinder und Trauer

3.2.1. Wie Kinder trauern

3.2.1.1. Verschiedene Ausdrucksweisen auf der Gefühlsebene

3.2.1.2. Phasen der Trauer

3.2.2. Aufgaben der Trauer und ihre grundsätzliche Bedeutung für die Psyche

4. Die präventive Thematisierung von Tod und Trauer im Schulalltag der Grundschule

4.1. Vorgaben des Rahmenplans Sachunterricht – Ist Tod überhaupt ein Thema?

4.2. Das Projekt Hospiz macht Schule

4.2.1. Beschreibung des Projekts

4.2.2. Medienecho

4.2.3. Rückmeldungen der Lehrer

4.2.4. Rückmeldungen der Schüler

4.3. Fazit der präventiven Konzepte

5. Die situative Konfrontation mit Tod und Trauer im Schulalltag der Grundschule

5.1. Maßnahmen auf der Ebene der Institution Schule

5.2. Die Rolle des Klassenlehrers als Trauerbegleiter und seine Grenzen

5.3. Formen der Konfrontation und Handlungsmöglichkeiten

5.3.1. Betroffenheit eines einzelnen Kindes

5.3.2. Betroffenheit der gesamten Klasse

5.3.2.1. Tod eines Mitschülers

5.3.2.2. Tod eines Kollegen

5.3.2.3. Problematische Reaktionsmuster der Lehrkraft

5.3.2.4. Schulische und außerschulische Rituale im Trauerprozess

5.3.2.5. Kinderbücher als Unterstützung im Umgang mit Tod und Trauer

5.3.3. Kontakt zu den Eltern

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das Thema Tod und Trauer in den Grundschulalltag integriert werden kann, um Kinder bei Verlusten zu unterstützen und einer Tabuisierung entgegenzuwirken. Die Forschungsfrage fokussiert dabei sowohl auf präventive Ansätze, wie das Projekt "Hospiz macht Schule", als auch auf Handlungsmöglichkeiten bei einer situativen Konfrontation mit Todesfällen innerhalb der Schule.

  • Die psychologische Bedeutung von Trauer und deren Aufgaben für die kindliche Psyche.
  • Die Entwicklung von Todesvorstellungen im Kindesalter und der Umgang mit Vorerfahrungen.
  • Möglichkeiten der präventiven Thematisierung im Sachunterricht der Grundschule.
  • Handlungskompetenzen und Grenzen für Lehrkräfte bei situativen Trauerkrisen im Klassenzimmer.
  • Die Rolle der Schule als Institution und die Bedeutung des Kontakts zu den Eltern.

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Entwicklungspsychologische Todesvorstellungen im Kindesalter

Die Todesvorstellungen einzelner Kinder können sehr unterschiedlich ausfallen. Dennoch werden aus entwicklungspsychologischer Sicht verschiedene Phasen beschrieben, die sich mit der Zeit entwickeln und die Vorstellung vom Tod in verschiedenen Altersstufen formt. Auch wenn dies nicht pauschalisiert werden darf, da jedes Kind seine eigene Geschwindigkeit in der Entwicklung durchläuft, so kann es dennoch als Orientierung dienen, um zu verstehen von welchem Denken Kinder einer bestimmten Altersstufe in aller Regel geprägt sind (vgl. Specht-Tomann/ Tropper 2011, S. 60). In diesem Kapitel wird zusammenfassend ein Überblick über die wichtigsten Stufen der Todesvorstellungen im Kindesalter gegeben.

Bei kleinen Kindern bis zu drei Jahren wird aufgrund der sprachlichen Begrenztheit ihr Verständnis vom Tod nicht sehr deutlich. Für sie ist die Endgültigkeit eines Verlustes nicht realisierbar, weswegen sie nicht darüber sprechen können. Häufig denken sie, dass die verstorbene Person wieder kommt. Dennoch können sie spüren, dass etwas geschehen ist und mit einfachen Bilderbüchern kann ihrer Situation geholfen werden, indem sie auf symbolischer Ebene ansatzweise erfahren, was passiert ist (vgl. Ennulat 2011, S. 20).

Im Vorschulalter sehen sich die Kinder als Mittelpunkt der Welt und beginnen diese aus ihrer egozentrischen Perspektive zu erfahren. Hierbei werden auch unbelebten Dingen menschliche Eigenschaften zugeschrieben und alles Erfahrene wird grob gesprochen in gut und böse unterteilt. Besonders negative Erlebnisse prägen sich im emotionalen Gedächtnis der Kinder ein und können tiefe Spuren hinterlassen (vgl. Specht-Tomann/ Tropper 2011, S. 61 f.).

Die Grundschulzeit, die für die folgenden Kapitel von größter Bedeutung ist, spielt auch in der Entwicklung der Todesvorstellung eine wichtige Rolle, da Kinder im Alter von circa sechs Jahren damit beginnen, die Bedeutung des Todes zu verstehen. Ihr Interesse diesbezüglich ist meist eher sachlich; sie handeln wissbegierig in Bezug auf Friedhöfe und Beerdigungen. Sie sind mutig, haben selten Probleme mit Besuchen am offenen Sarg und bekommen allmählich eine Vorstellung davon, dass der Tod endgültig ist (vgl. Ennulat 2011, S. 20 f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der kindlichen Konfrontation mit Tod und Trauer ein und begründet die Relevanz der Thematisierung im schulischen Kontext.

2. Der zeitliche Wandel im Umgang mit Tod und Trauer: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Todesbildes und diskutiert die heutige Tendenz zur Tabuisierung in der Gesellschaft.

3. Die kindliche Konfrontation mit Tod und Trauer: Hier werden entwicklungspsychologische Grundlagen sowie die Bedeutung der eigenen Auseinandersetzung für Bezugspersonen dargelegt.

4. Die präventive Thematisierung von Tod und Trauer im Schulalltag der Grundschule: Dieses Kapitel analysiert Rahmenpläne und stellt das Projekt "Hospiz macht Schule" als exemplarisches Präventivkonzept vor.

5. Die situative Konfrontation mit Tod und Trauer im Schulalltag der Grundschule: Der Hauptteil bietet praktische Ansätze für den Umgang mit akuten Todesfällen, gegliedert nach institutionellen Maßnahmen, Lehrerrolle und Einzelfallbetreuung.

6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Kinder als ernstzunehmende Akteure in Trauerprozessen zu begreifen.

Schlüsselwörter

Tod, Trauer, Kindheit, Grundschule, Trauerbegleitung, Sterben, Enttabuisierung, Hospiz macht Schule, pädagogische Herausforderung, Kindesentwicklung, Verlustverarbeitung, Lehrkräfte, Elternarbeit, Krisenintervention, Rituale.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Herausforderung, wie mit den Themen Sterben, Tod und Trauer im Grundschulalter umgegangen werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die kindlichen Vorstellungen vom Tod, die Notwendigkeit der Trauerarbeit sowie konkrete präventive und situative Handlungsmöglichkeiten für Lehrkräfte.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, Lehrkräften Sicherheit im Umgang mit trauernden Kindern zu geben und Wege aufzuzeigen, wie Tod und Trauer als Teil des Lebens in den Schulalltag integriert werden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und wertet zudem Praxisbeispiele sowie Evaluationsbögen von Schulprojekten aus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis kindlicher Todesvorstellungen, präventive Konzepte wie das Projekt "Hospiz macht Schule" und praktische Leitlinien für akute Trauerfälle.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Wichtige Begriffe sind Trauerbegleitung, Kindesentwicklung, situative Konfrontation, Tabuisierung und schulische Krisenintervention.

Warum ist das Projekt "Hospiz macht Schule" für die Arbeit so relevant?

Es dient als praxisnahes Beispiel für ein erfolgreiches Präventivkonzept, das zeigt, wie Kinder kindgerecht und professionell an diese schwierigen Themen herangeführt werden können.

Wie sollten Lehrkräfte bei der Trauerbegleitung mit ihren persönlichen Grenzen umgehen?

Die Arbeit betont, dass Lehrkräfte zwar Bezugspersonen sind, aber keine Therapeuten; sie sollten ihre eigenen emotionalen Grenzen erkennen und bei Bedarf auf außerschulische Fachkräfte verweisen.

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Details

Title
Wenn Kinder mit dem Tod konfrontiert werden
Subtitle
Der Umgang mit Trauer als pädagogische Herausforderung im Schulalltag
College
University of Koblenz-Landau  (Institut für Pädagogik / Schulpädagogik / allgemeine Didaktik)
Grade
1,0
Author
Katharina Krause (geb. Kühn) (Author)
Publication Year
2012
Pages
88
Catalog Number
V206110
ISBN (eBook)
9783656330622
ISBN (Book)
9783656331339
Language
German
Tags
Trauer Tod Grundschule trauernde Kinder Tod in der Grundschule Trauer in der Grundschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Krause (geb. Kühn) (Author), 2012, Wenn Kinder mit dem Tod konfrontiert werden, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/206110
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