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Glisters Geheimnis - Intertextualität und Symbolik in John Burnsides "Glister"

Titel: Glisters Geheimnis - Intertextualität und Symbolik in John Burnsides "Glister"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 29 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christoph Ruffing (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Ich kannte […] alles, was von Charles Dickens vorrätig war, den ich einfach großartig fand, nur mit Trollope konnte ich mich nicht anfreunden“. Leonards Geschmacksurteil trägt Züge eines Metakommentares, der Grundzüge des Romans stärker reflektiert als man auf den ersten Blick erahnen könnte. Und eben jener würde die Dickens-Trollope-Dichotomie so interpretieren, als dass sich Burnside gleichsam als „Chronist einer durch Strukturwandel geschundenen Arbeiterklasse“ zeige. In der Tat kommt der Glister‘sche Kosmos dem von Dickens quasi erfundenen schwarzen, schmutzigen Großstadtmoloch – man denke an Bleak House, Our Mutual Friend und dergleichen – näher als Trollopes Idylle süd- und mittelenglischer Landschaften. Hinzu kommt der Gegensatz von schonungsloser Darstellung des Leids der städtischen Arbeiterklasse einerseits und romantischer Verklärung der Arbeitsbedingungen andererseits.
Auch hier fällt die Zuordnung Glisters leicht. Doch ist es dies, was eben jene Welt ausmacht? Ja und Nein. Denn „Das Leben (in Glister) ist größer“. Gleichwohl umfasst die Opposition Dickens-Trollope eine weitere Dimension, i.e. den Gegensatz einer potentiell symbolisch stark aufgeladenen, mythisierten Welt bei Dickens und den Versuch eines realtischen, ja gar naturalistischen Abbilds der Wirklichkeit in der Fiktion Trollopes. Es sind eben jene beiden Welten, die Glister in sich zu vereinen scheint, wie auch der Literaturkritiker Stuart Kelly anmerkt: „Atmosphäre und Grundstimmung erinnern an Twin Peaks. Kleinstadtgewöhnlichkeit vermengt mit Mythologie, die Grenzen zwischen Traum und Realität, dem Grotesken und dem Profanen verschwimmen“ [Übersetzung CR ]. Folglich entsteht eine ganz neue Spannung für den Leser, unabhängig vom vordergründigen Whodunnit-Suspense. Handelt die Geschichte der zwei Städte von einer britischen Kleinstadt oder einem mythischen Ort? Hinweise auf beide Lesarten forcieren eine Form der Hintergrundspannung, die als Rätselspannung zu klassifizieren ist. Während ein Rekurs auf erstgenannte Lesart noch relativ trivial durch den Einsatz popkultureller Versatzstücke zu erklären ist, gestaltet sich eine Analyse der ausschlaggebenden Faktoren für die zweite Lesart – die durch Leonards Zitat als die prominentere nahegelegt wird – als ungemein diffiziler. Zeit also, in den Kosmos einzutauchen und das Geheimnis von Glister zu lüften.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Welt im Dunkeln: Schauplatzbezogene Intertextualität und Symbolik

1.1 Stadt ohne Namen – Die Hölle auf Erden

1.2 Die Evolution des Diabolischen: Brian Smith

2. Das Triumvirat : Handlungsbezogene Intertextualität und Symbolik

2.1 Der Wanderer im finsteren Tal: Leonard

2.2 Das Lamm Gottes: John Morrison

2.3 The Man Comes Around: Der Mottenmann

Schlussgedanken

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die intertextuellen Bezüge und die komplexe Symbolik in John Burnsides Roman "Glister", wobei insbesondere die Analogien zu Dantes "Göttlicher Komödie" im Zentrum der Analyse stehen, um die Struktur der fiktiven Welt und die Entwicklung der Protagonisten zu deuten.

  • Intertextuelle Analyse von Dantes "Göttlicher Komödie" im Kontext von "Glister"
  • Untersuchung der Schauplatzgestaltung und deren symbolische Aufladung
  • Charakterstudien der Protagonisten Leonard, John Morrison und des Mottenmanns
  • Deutung der Rolle von Schuld, Erlösung und der "ironischen Verkehrung" von Moralvorstellungen
  • Reflektion über die Metafiktion und die Unzuverlässigkeit der Erzählung

Auszug aus dem Buch

1. Die Welt im Dunkeln : Schauplatzbezogene Intertextualität und Symbolik

Willkommen in einer Welt, in der „Alleen toter Bäume, schwarz und knochig“ die Straßen säumen (GLI 17), in der Bäume „seltsam schwarz [aussehen], [durch] eine Schwärze, […] [die] die Vermutung nahe [legt], dass dunkler, verseuchter Saft durch die Baumadern [aufsteigt], schwarz, mit einer Spur von Giftgrün, ein bitteres urzeitliches Grün wie Wermut oder Galle“ (GLI 22). Willkommen in einer Welt, in der „mutierte Meeresfauna“ (GLI 18) und „bizarre Tiere“ (GLI 18) Wasser wie Land bevölkern. Kurz, in einer Welt, in der „das ganze Land unrettbar verpestet ist, vergiftet von unzähligen Sickergruben“ (GLI 16).

Willkommen in … . Nun, darüber schweigt sich Burnside konsequent aus. Lediglich zwei Ortsangaben, die auf eine Verortung im vereinigten Königreich verweisen, finden sich in dem 284 Seiten starken Roman – den Leser daran erinnernd, dass der beschriebene Kosmos ein Abbild dessen sein könnte, was wir als Realität auffassen. Hierzu zählen die nordirische Stadt Strabane (GLI 51) sowie die britische Region Ness (GLI 126). Abgesehen davon erscheint die Romanwelt disloziert und abstrakt. Die Rede ist von „eine[r] verpestete[n], ausgeblutete[n] Stadt am äußeren Ende einer Halbinsel, von der die meisten Menschen nicht einmal wissen, wo sie auf der Landkarte zu finden ist“ (GLI 79). Insbesondere diese Raumlosigkeit, in Kombination mit einer Bildsprache die die Übel der Menschheit heraufbeschwört, Hölle, Tod, Verwesung und Pest, verdichtet sich zu einem verstörenden Element, das einen kognitiven Konflikt im Leser hervorruft, dessen Äquilibration ohne Intervention des Autors scheitern muss.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die literarische Einordnung von "Glister" zwischen den Polen Dickens und Trollope und führt die zentrale Beobachtung der atmosphärischen Spannung sowie die mythische Dimension des Schauplatzes ein.

1. Die Welt im Dunkeln: Schauplatzbezogene Intertextualität und Symbolik: Dieses Kapitel analysiert die dezentrierte und symbolisch aufgeladene Romanwelt, die als eine Art Hölle interpretiert wird, und stellt geographische sowie moralische Analogien zu Dantes "Göttlicher Komödie" her.

1.1 Stadt ohne Namen – Die Hölle auf Erden: Der Fokus liegt hier auf der räumlichen Gestaltung des Schauplatzes, insbesondere der Trennung zwischen Outertown und Innertown, die als architektonische und soziale Spiegelung einer verfallenen, diabolischen Welt dienen.

1.2 Die Evolution des Diabolischen: Brian Smith: Dieses Kapitel untersucht die Figur des Brian Smith als personifizierten Teufel, dessen Entwicklung vom gewalttätigen Schuljungen zum manipulativen Unternehmer die verschiedenen Stufen des moralischen Verfalls illustriert.

2. Das Triumvirat : Handlungsbezogene Intertextualität und Symbolik: Hier steht die Untersuchung der drei zentralen Charaktere Leonard, Morrison und der Mottenmann im Kontext ihrer jeweiligen "dantischen" Prüfungen und deren Reaktion auf Sünden und Verlockungen im Mittelpunkt.

2.1 Der Wanderer im finsteren Tal: Leonard: Die Analyse widmet sich Leonard als Dante-Alter-Ego, dessen "Reise" durch den Roman als Prozess der Konfrontation mit Sünden und potenzieller, jedoch ambivalenter Erlösung gedeutet wird.

2.2 Das Lamm Gottes: John Morrison: Dieses Kapitel betrachtet den Polizisten Morrison als moralischen Gegenpol zu Leonard, dessen tragisches Schicksal als exemplarisches Beispiel für die ironische und oft arbiträre Erlösungsgerechtigkeit in der Welt von "Glister" dient.

2.3 The Man Comes Around: Der Mottenmann: Der Mottenmann wird als ambivalente, todesengelartige Figur analysiert, die als Richter über das Schicksal der anderen Charaktere fungiert und maßgeblich zur metaphysischen Deutung des Romans beiträgt.

Schlussgedanken: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnis zusammen, dass "Glister" bewusst jede autoritäre Deutung verweigert und die Unzuverlässigkeit sowie die Metafiktionalität der Geschichte als wesentliches Merkmal für die "perfekte, immer wiederkehrende" Erzählung herausstellt.

Schlüsselwörter

John Burnside, Glister, Intertextualität, Dante Alighieri, Göttliche Komödie, Symbolik, Hölle, Erlösung, Leonard, Brian Smith, John Morrison, Mottenmann, Metafiktion, Ironische Verkehrung, Postmoderne Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie der Autor John Burnside in seinem Roman "Glister" durch intertextuelle Anspielungen auf Dante Alighieris "Göttliche Komödie" eine symbolisch aufgeladene, dystopische Welt schafft und welche Rolle moralische Kategorien wie Schuld und Erlösung dabei spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die literarische Intertextualität, die Analyse des dystopischen Schauplatzes, die moralische Charakterisierung der Protagonisten im Kontext religiöser Archetypen sowie die metafiktionale Struktur des Romans.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Roman "Glister" keine festgeschriebene Wahrheit oder Moral besitzt, sondern durch seine unzuverlässige, parallelfiktive Struktur eine radikale Offenheit in der Interpretation einfordert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Methode der komparativen Analyse, insbesondere den Vergleich mit Dantes "Göttlicher Komödie" und die Untersuchung zentraler Motive, Symbole und Erzählstrukturen innerhalb des Primärtextes.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des symbolischen Schauplatzes (einschließlich der Rolle von Brian Smith) und die Analyse der drei Hauptfiguren Leonard, Morrison und der Mottenmann, die als Akteure in einem komplexen moralischen Gefüge betrachtet werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie "ironische Verkehrung", "Metafiktion", "Dante-Analogie", "Schuld", "Erlösung" und die "Relativismushypothese" bestimmt.

Wie unterscheidet sich die Rolle von Leonard und Morrison in der "dantischen" Struktur des Romans?

Während Leonard durch die bewusste Konfrontation mit Sünden eine ambivalente Entwicklung und Erlösung durchläuft, fungiert Morrison als exemplarischer, "leidgeprüfter" Büßer, dessen Schicksal die Willkürlichkeit und Ironie der gottgleichen Gerechtigkeit innerhalb des Romans verdeutlicht.

Warum spielt die Figur des Mottenmanns eine zentrale Rolle für das Verständnis des Romans?

Der Mottenmann ist entscheidend, da er als "Todesengel" und Beobachter fungiert, der die moralische Bewertung der anderen Charaktere vorantreibt und somit die Schnittstelle zwischen der profanen Handlung und der metaphysischen, dantesken Ordnung bildet.

Was bedeutet die "Metafiktionale Ebene" für den Leser?

Die metafiktionale Ebene zeigt auf, dass der Roman sich seiner eigenen Erzählstruktur bewusst ist. Sie verdeutlicht, dass jede Interpretation des Romans lediglich eine Annäherung an eine perfekte, aber letztlich unzugängliche Wahrheit darstellt.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Glisters Geheimnis - Intertextualität und Symbolik in John Burnsides "Glister"
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
1,0
Autor
Christoph Ruffing (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
29
Katalognummer
V206058
ISBN (eBook)
9783656329763
ISBN (Buch)
9783656330745
Sprache
Deutsch
Schlagworte
John Burnside Glister Intertextualität Symbolik Religion Göttliche Komödie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Ruffing (Autor:in), 2010, Glisters Geheimnis - Intertextualität und Symbolik in John Burnsides "Glister", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/206058
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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