Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Physiogeographisches Geländepraktikum“ besteht die Aufgabe eine wissenschaftliche Einzelarbeit zu einem ausgewählten Thema zu schreiben.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit Bergstürzen im Ötztal. Zu Beginn der Arbeit wird durch eine Definition von Abele und Ersimann zuerst mal erläutert, was Bergstürze sind. Anschließend folgt eine detaillierte Ausarbeitung zu der Unterteilung des Bergsturzgebietes, den Ursachen und Auslösern und den Folgeerscheinungen. Im Anschluss daran wird etwas näher auf die Bergstürze im Ötztal eingegangen. Dabei wird der Bergsturz von Köfels und der Tschirgant Bergsturz näher erläutert.
Die Arbeit stützt sich größtenteils auf die Publikation von Gerhard Abele – „Bergstürze in den Alpen – Ihre Verbreitung, Morphologie und Folgeerscheinungen“ von 1974. Weiteres wurde auch noch Literatur von Aichinger, Erismann, Louis und Mayer hinzugezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition
3. Unterteilung des Bergsturzgebietes
3.1. Abbruchgebiet
3.2. Bergsturzfahrbahn
3.2.1. Streuung
3.3. Ablagerungsgebiet
4. Ursachen und Auslöser
4.1. Grunddispositionen
4.2. Variable Dispositionen
4.3. Auslöser
5. Folgeerscheinungen
5.1. Physisch-geographische Folgen
5.2. Anthropogeographische Folgen
6. Bergstürze im Ötztal
6.1. Köfler Bergsturz
6.2. Tschirgant
6.3. Habichen und Tumpen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das geomorphologische Phänomen der Bergstürze in den Alpen theoretisch zu definieren und ihre spezifischen Auswirkungen sowie Ursachen zu beleuchten, wobei ein besonderer Fokus auf die Fallbeispiele im Ötztal gelegt wird.
- Definition und Kriterien von Bergstürzen nach Abele und Erismann
- Strukturelle Gliederung des Bergsturzgebietes (Abbruch, Fahrbahn, Ablagerung)
- Analyse der Ursachen (Dispositionen) und Auslöser
- Physisch-geographische und anthropogeographische Folgeerscheinungen
- Detaillierte Fallstudien zum Köfler Bergsturz und zum Tschirgant
Auszug aus dem Buch
2. Definition
Bergstürze an sich, sind nicht wie das Wort sagt, das Zusammenstürzen von ganzen Bergen, sondern eher ein Sturz vom Berge. Ein Bergsturz betrifft dabei eher nur Teile der Gesteine eines Berges. Dabei ist es schwierig eine genaue Definition festzulegen, da sich Massenbewegungen nach Größe, Ursache, Bewegungsmechanismus, Geschwindigkeit und Grad des Zerfalls sehr stark unterscheiden.
Gerhard Abele verwendet daher in seinem Buch „Bergstürze in den Alpen“ nur zwei Kriterien, nämlich die Größe und die Geschwindigkeit.
Abele setzt bei der Größe folgende Schwelle: Er spricht nur von Bergstürzen, solang diese „größer als 1 Mio. m³ sind oder […] ihr Ablagerungsgebiet eine Fläche von über 0,1 km² bedeckt.“ Alles andere sind laut Abele Felsstürze.
Zusätzlich spricht er nur von Bergstürzen, solange diese in Sekunden oder in wenigen Minuten niederstürzen. (Abele, 1974, S. 5)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Aufgabenstellung des Geländepraktikums und der thematischen Ausrichtung auf Bergstürze im Ötztal.
2. Definition: Erläuterung der Begrifflichkeit unter Berücksichtigung von Größe und Geschwindigkeit nach Abele sowie der Abgrenzung zu Felsstürzen.
3. Unterteilung des Bergsturzgebietes: Detaillierte Betrachtung der räumlichen Zonen eines Bergsturzes inklusive Abbruchsgebiet, Fahrbahn und Ablagerungsraum.
4. Ursachen und Auslöser: Untersuchung der geologischen Grunddispositionen sowie variabler Faktoren und externer Auslöser für Bergsturzvorgänge.
5. Folgeerscheinungen: Analyse der physischen Auswirkungen wie Seenbildungen oder epigenetische Prozesse sowie der sozioökonomischen und siedlungsrelevanten Konsequenzen.
6. Bergstürze im Ötztal: Praktische Fallbeispiele mit Fokus auf den Köfler Bergsturz, den Tschirgant sowie die Ereignisse bei Habichen und Tumpen.
Schlüsselwörter
Bergsturz, Alpen, Ötztal, Geomorphologie, Ablagerungsgebiet, Abbruchgebiet, Köfels, Tschirgant, Massenbewegung, Felssturz, Stausee, Sukzession, Vegetationsentwicklung, Gestein, Hangstabilität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der geomorphologischen Untersuchung von Bergstürzen in den Alpen, definiert deren Erscheinungsformen und analysiert ihre Ursachen sowie ökologische und anthropogene Folgen.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Systematik von Bergsturzgebieten, die geologischen und klimatischen Ursachen, die vielfältigen Folgeerscheinungen sowie Fallbeispiele aus der Ötztaler Region.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Phänomen Bergsturz auf Basis publizierter Forschungsergebnisse zu definieren und die spezifischen Auswirkungen anhand von Beispielen aus dem Ötztal zu veranschaulichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der Standardwerke (insbesondere Abele, 1974) sowie der Auswertung geographischer Gegebenheiten und Fallstudien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Unterteilung von Bergsturzgebieten, die Differenzierung von Ursachen und Auslösern, die Folgenbetrachtung und die detaillierte Darstellung lokaler Ereignisse im Ötztal.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bergsturz, Ötztal, Massenbewegung, Geomorphologie, Köfels, Tschirgant, Ablagerungsgebiet und Folgeerscheinungen.
Wie definiert Abele einen Bergsturz im Vergleich zu einem Felssturz?
Abele definiert einen Bergsturz primär über ein Volumen von über 1 Mio. m³ oder eine Ablagerungsfläche von über 0,1 km², wobei der Vorgang in Sekunden bis wenigen Minuten erfolgen muss.
Welche Rolle spielt die Eiszeit für die Stabilität der Berghänge im Ötztal?
Die Eiszeit führte durch glaziale Erosion zur Aufsteilung der Täler; nach dem Rückzug der Gletscher verloren die Felsmassen ihr Eiswiderlager, was ihre Stabilität maßgeblich schwächte.
Was ist das Besondere am Köfler Bergsturz?
Er gilt als eine der größten Massenbewegungen im alpinen Kristallin (ca. 9800 Jahre alt), verursachte einen massiven Geländeumbruch und führte zur Bildung des Piburger Sees und charakteristischer Schluchten.
- Arbeit zitieren
- BA Katharina Jutz (Autor:in), 2010, Bergstürze in den Alpen: mit Beispielen aus dem Ötztal, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/205903