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Köln, bei Pierre du Marteau - Ein fingiertes Impressum erobert Europa

Title: Köln, bei Pierre du Marteau - Ein fingiertes Impressum erobert Europa

Term Paper , 2010 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Wiebke Hugen (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

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Summary Excerpt Details

Über mehr als 200 Jahre hinweg erschienen unter dem Impressum „Köln: Bei Pierre Marteau“ über tausend Werke politischer, satirischer und erotischer Natur – doch wer war dieser offensichtlich sehr erfolgreiche, aktive und langlebige Drucker, von dem selbst Voltaire, Montesquieu und Friedrich der Große ihre Schriften veröffentlichen ließen? „Er hat eine exakte Wissenschaft von Büchern/ insonderheit von Frantzösischen Memoirs, hat dabey viel gelesen/ und ist ein Mann der bey seiner grossen Erfahrung ein reiffes Urtheil fället/ deswegen er bey den Hrn. Jesuitern und Augustinern sehr beliebt“ – reicht diese (übrigens satirische) Aussage etwa schon zur Erklärung des Erfolgs eines Mannes und seines Unternehmens?
Die möglicherweise nicht überraschende Wahrheit: Eine solche Druckerfirma hat es nie gegeben. Die Nutzung fiktiver Orts- und Druckerangaben war zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert ein beliebtes Mittel, den Fängen der strengen Zensur zu entgehen, die von kirchlichen wie politischen Obrigkeiten durchgeführt wurde. Wie WELLERs Auflistung aller unter falschen Druckvermerken zwischen 1508 und 1863 erschienenen Werke mit dem Titel „Die falschen und fingirten [sic!] Druckorte“ (1864) verdeutlicht, wurden Drucker und Verleger nicht müde, ihrem kreativen Geist die abenteuerlichsten Erscheinungsorte und Pseudonyme zum Schutze ihres Berufsstandes zu entlocken. Doch wie gelangte nun gerade Pierre Marteau zu solcher Popularität? Zur Klärung dieser Frage wird in der folgenden Arbeit die Entstehung des fingierten Impressums durch die niederländische Druckerfamilie Elzevier beschrieben und die gesamte Verlagsproduktion eingehend portraitiert. Kern der Arbeit soll dabei die exemplarische Analyse einiger Werke sein, die in Titel und Thematik besonders interessant und typisch für die unter Marteau erschienenen Schriften sind. Das darauf folgende Kapitel liefert zusammenfassend einen Überblick zur Entwicklung der Verlagsproduktion in den aktivsten Jahren zwischen 1670 und 1870. Dabei interessiert besonders, inwiefern die politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Umbrüche in diesen Jahren die Nutzung des fingierten Impressums beeinflussten und so zu den Hochphasen und schließlich dem – vorläufigen – Ende Pierre Marteaus beitrugen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Im Vorfeld: historisch-politische und literaturgeschichtliche Situation

3 Entstehung und Merkmale des Impressums

4 Umfang der Ausgaben

4.1 Die französische Verlagsproduktion

4.1.1 Politische Schriften

Die Darstellung des Hoflebens am Beispiel der „Carte géographique de la cour, et autres galanteries“

4.1.2 Antiklerikale Schriften

4.1.3 Literatur mit erotischem Einschlag am Beispiel des Briefromans „La fille de Joye, ouvrage quintessiencié de l’anglois“

4.2 Die deutschsprachige Verlagsproduktion

4.3 Entwicklung der Verlagsproduktion zwischen 1670 und 1870 als Reflexion der politisch-gesellschaftlichen Umstände

5 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und die Bedeutung des fingierten Impressums „Köln: Bei Pierre Marteau“, das zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert von verschiedenen europäischen Druckern genutzt wurde, um Zensurmaßnahmen zu umgehen und kritische Literatur zu verbreiten. Dabei steht die Analyse der Verlagsstrategien, die politisch-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die inhaltliche Ausrichtung der produzierten Schriften im Fokus.

  • Historischer Kontext der Zensur und Identitätsverschleierung in der Frühen Neuzeit
  • Rolle der niederländischen Druckerfamilie Elzevier bei der Entstehung des Pseudonyms
  • Analyse der inhaltlichen Schwerpunkte: Politische Satiren, antiklerikale Schriften und erotische Literatur
  • Vergleichende Untersuchung der französischen und deutschsprachigen Verlagsproduktion
  • Reflexion der politischen Umbrüche in der Verlagstätigkeit von 1670 bis 1870

Auszug aus dem Buch

Die Darstellung des Hoflebens am Beispiel der „Carte géographique de la cour, et autres galanteries“

Ein besonders beliebtes Mittel, einflussreiche Persönlichkeiten, den Monarchen und seine Familie in Verruf zu bringen, war die Bloßstellung des tatsächlichen oder ersonnenen Liebeslebens und der Liebesintrigen, die sich am Hofe und in den Schichten der Aristokratie abspielten. Gekleidet in das bereits vertraute Gewand gängiger Lebens- und Liebesgeschichten berühmter und berüchtigter Personen wurden hier direkt oder indirekt die Skandale, Intrigen, Affären der Zeit ausgebeutet, gedruckt, nachgedruckt und bearbeitet, wobei die Grenzen zwischen Dichtung und Wahrheit fließend waren. Ein besonders amüsantes Beispiel (zumindest für diejenigen, die nicht betroffen waren) soll hier als erstes Marteau-Werk näher vorgestellt werden: die zwei Ausgaben der „Carte géographique de la cour, et autres galanteries“ (1686 und undatiert erschienen). Dieses Pamphlet war ursprünglich Teil des Bändchens „Histoire amoureuse des Gaules“ von Roger de Rabutin, comte de Bussy, der für seine schriftstellerische Tätigkeit an diesem Werk in der Bastille eingekerkert wurde. Die Idee für diese „Karte“ entstammt dem sentimentalen Roman „Clélie, histoire romaine“ (1654/60), dem die Autorin Madeleine de Scudéri eine allegorische Landkarte des fiktiven Landes der Zärtlichkeit, die „Carte du Tendre“, beigefügt hatte. In Rabutins Version geht es jedoch weniger um Zärtlichkeit als um die „anrüchigen und kompromittierenden Liebesbeziehungen der französischen Hofdamen“. Auf seiner Karte sind diese Damen in Städte, Festungen, Flüsse, Straßen usw. verwandelt, deren anzügliche Bezeichnungen die Namen der Betroffenen mehr oder weniger verschleiert verbergen. Die Eigenschaften dieser Anlagen lassen sich jeweils auf das skandalträchtige Leben der Hofdamen zurückführen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Phänomen des fingierten Impressums als Mittel der Zensurumgehung und definiert die Zielsetzung der Arbeit, das Wirken des fiktiven Druckers Pierre Marteau zu analysieren.

2 Im Vorfeld: historisch-politische und literaturgeschichtliche Situation: Dieses Kapitel erläutert die rigiden Zensurbestimmungen und die damit verbundene Notwendigkeit für Autoren und Drucker, ihre Identität und Herkunft ihrer Werke durch Pseudonyme zu verschleiern.

3 Entstehung und Merkmale des Impressums: Hier wird die Rolle der Elzevier-Familie bei der Etablierung des Namens Pierre Marteau sowie die damit verbundene Symbolik und die Verbreitung des Pseudonyms als Kollektivname behandelt.

4 Umfang der Ausgaben: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über das breite Spektrum der Marteau-Drucke, differenziert nach Genres und thematischen Schwerpunkten wie Politik, Antiklerikalismus und erotischer Literatur.

5 Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert die wissenschaftliche Bedeutung des fingierten Impressums und unterstreicht die Rolle von Druckerzeugnissen als Spiegel politischer und gesellschaftlicher Verhältnisse in der Frühen Neuzeit.

Schlüsselwörter

Pierre Marteau, Fingiertes Impressum, Zensur, Frühe Neuzeit, Elzevier, Politische Satire, Antiklerikalismus, Literaturgeschichte, Raubdruck, Aufklärung, Publizistik, Pseudonym, Verlagswesen, Frankreich, Deutschland

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte und Bedeutung des fingierten Impressums „Köln: Bei Pierre Marteau“ als Strategie, um im 17. und 18. Jahrhundert die strenge Zensur zu umgehen und kontroverse Texte zu veröffentlichen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte des Buchdrucks unter falschen Namen, die Auswirkungen politischer Zensur, die Analyse verschiedener literarischer Genres wie Satire und politische Streitschriften sowie die historische Rezeptionsgeschichte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Entstehung des Pseudonyms Pierre Marteau zu klären, die verschiedenen Autoren und Drucker hinter diesem Namen zu beleuchten und aufzuzeigen, wie das politische Klima die Produktion und Verbreitung dieser Schriften beeinflusste.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, die Auswertung zeitgenössischer Bibliographien sowie eine exemplarische Untersuchung konkreter Werke, um Rückschlüsse auf die politische und gesellschaftliche Funktion des Impressums zu ziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des historischen Umfelds, der Entstehung und Merkmale des Impressums sowie eine detaillierte Analyse der französischen und deutschsprachigen Verlagsproduktion inklusive erotischer und politisch-kritischer Werke.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Pierre Marteau, Zensur, fingiertes Impressum, Aufklärung, Verlagsproduktion, Pseudonym und politische Opposition.

Welche Rolle spielt die Familie Elzevier bei dem fingierten Impressum?

Die niederländische Druckerfamilie Elzevier gilt als Erschaffer des Impressums, um ihre Druckaufträge zu sichern und Schwierigkeiten mit Behörden durch die Wahl eines fiktiven, in Köln ansässigen Druckers zu vermeiden.

Warum war das „Staats-Orackel“ von 1688 für die Forschung so bedeutend?

Das „Staats-Orackel“ wird als eines der ersten bedeutenden deutschsprachigen Werke unter dem Namen Marteau angesehen und illustriert exemplarisch, wie anonyme Verfasser politische Kritik an Herrschern durch fiktive Dialoge tarnten.

Wie veränderte sich die Bedeutung des Namens „Pierre Marteau“ über die Jahrhunderte?

Anfänglich ein Synonym für politisch subversive Literatur, wandelte sich der Name später teilweise zu einem Symbol für deutschen Patriotismus während der Zeit der Französischen Revolution und der Napoleonischen Kriege.

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Details

Title
Köln, bei Pierre du Marteau - Ein fingiertes Impressum erobert Europa
College
Free University of Berlin  (Deutsche und Niederländische Philologie)
Course
Literatur und Zensur in der Frühen Neuzeit
Grade
1,0
Author
Wiebke Hugen (Author)
Publication Year
2010
Pages
26
Catalog Number
V205725
ISBN (eBook)
9783656323587
ISBN (Book)
9783656324218
Language
German
Tags
Frühe Neuzeit Zensur Verlag Herausgeber
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wiebke Hugen (Author), 2010, Köln, bei Pierre du Marteau - Ein fingiertes Impressum erobert Europa, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/205725
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