Computerverbundsysteme und weltweite Computernetzwerke wie das Internet - was könnte heute selbstverständlicher sein. Doch so lange gibt es diese Technologien noch gar nicht. Deren Entwicklung nahm erst im Laufe der 70er Jahre langsam Fahrt auf. Es waren dabei nicht nur technische Fragestellungen und Erfindungen, welche dies alles ermöglichten, auch betriebs- und volkswirtschaftliche Aufgaben und Forderungen trugen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei.
Ein wichtiges Schlagwort in diesem Zusammenhang ist die 'Dezentralisierung der elektronischen Datenverarbeitung', d.h., weg von den bis dahin dominierenden Rechenzentren hin hin zu einer Durchdringung des gesamten Betriebes mit den Fähigkeiten elektronischer Rechner.
Die vorliegende Arbeit nun befasst sich mit den Diskussionen, die Mitte der 70er Jahre in der betriebswirtschaftlichen und zum Teil auch informaikbasierten Wissenschaft und Praxis zu diesem Themenkomplex stattfanden. Dabei werden auch Randbereiche, wie Ausgliederung der EDV aus dem Betrieb und eben die Entwicklung hin zu volkswirtschaftlich und weltweit nutzbaren Möglichkeiten dieser technischen und organisatorischen Entwicklungen betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
A) Einleitung
B) Zentralisation und Dezentralisation - Grundsätzliche Aspekte
I) Grundlagen aus der Organisationslehre
II) Die wesentlichen Kriterien in Bezug auf die EDV
C) Die historische Entwicklung der EDV in Bezug auf Zentralisation und Dezentralisation
I) Zentralisationswirkungen durch Großcomputer
II) Neutralitätsargumente der Gegentendenzen
D) Technische Voraussetzungen der Dezentralisierung der EDV
I) Entwicklung neuer Hardwaretechniken und Hilfsmittel
II) Mittlere Datentechnik und Minicomputer
III) Die Bedeutung der Datenfernübertragung und Verbundtechnik
E) Organisatorische Konzepte für die Dezentralisierung der EDV
I) Das Konzept der Verteilung der Systemintelligenz auf den gesamten Betrieb
1) Grundlegendes zur "verteilten Intelligenz" und zum "Distributed Processing"
2) Die Dezentralisierung gemäß den Phasen des EDV-Prozesses
3) Teilweise Dezentralisierung oder delegierte Intelligenz
4) Vollständige Dezentralisierung oder dezentralisierte Intelligenz
II) Das Konzept der Auslagerung der EDV aus dem Betrieb
1) Grundlegende Problematik der EDV außer Haus und Arten außerbetriebliche DV-Stellen
2) Die vollständige Auslagerung der EDV aus dem Unternehmen
3) Die teilweise Auslagerung der EDV
F) Beurteilung der Konzepte
I) Die Vor- und Nachteile der verteilten Intelligenz
II) Gründe für und gegen eine Auslagerung der EDV
G) Bisherige Verwirklichung der Konzepte anhand ausgewählter Beispiele und Ausblick auf künftige Entwicklungsmöglichkeiten
I) Anwendung der verteilten Intelligenz in verschiedenen Wirtschaftsbereichen
II) Beispiele zur Nutzung der EDV außer Haus
III) Entwicklungstendenzen der dezentralen EDV am Computermarkt und Einsatzmöglichkeiten über den Betrieb hinaus
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Dezentralisierung in der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) vor dem Hintergrund technologischer Fortschritte und organisatorischer Anforderungen. Das primäre Ziel ist es, ausgehend von historischen Entwicklungen und den Grundsätzen der Organisationslehre, die verschiedenen Möglichkeiten und Kriterien einer Dezentralisierung aufzuzeigen, deren Vor- und Nachteile zu bewerten und zukünftige Entwicklungstendenzen zu analysieren.
- Grundlagen der Zentralisation und Dezentralisation in der Organisationstheorie
- Technische Voraussetzungen durch Hardware-Miniaturisierung und Datenfernübertragung
- Organisatorische Konzepte: Verteilte Intelligenz vs. Auslagerung der EDV
- Betriebswirtschaftliche Beurteilung der verschiedenen Dezentralisierungsansätze
- Anwendungsbeispiele und Zukunftsperspektiven dezentraler EDV-Strukturen
Auszug aus dem Buch
D) Technische Voraussetzungen der Dezentralisierung der EDV
Durch Miniaturisierung und Mehrfachzuordnung von Bauelementen in Form von sogenannten Integrated Circuits (IC) lassen sich auf kleinster Fläche eine Vielzahl von Funktionen realisieren. Die Integration ist so weit fortgeschritten, daß sich die wesentlichen Funktionen eines Computers auf einem Chip realisieren lassen.
Diese Aussage stellt eine der wichtigen technischen Grundlagen heraus, die die Konstruktion von kleinen, billigen und gleichzeitig leistungsfähigen DV-Anlagen ermöglichen. Elektronische Schaltkreise die früher aus Röhren und Transistoren bestanden und aufgrund ihrer Komplexität einen großen Raum einnahmen und einen hohen Aufwand in der Fertigung und Pflege erforderten, sind heute auf chemo-technischem Wege in großer Anzahl billig, schnell und wartungsfrei herzustellen. Dabei wird zugleich eine große Zahl von logischen Funktionen in einer physischen Einheit zusammengefasst, d.h. integriert.
Gab es 1968 integrierte Schaltkreise, die eine Schaltung mit 100 Transistoren in einem Baustein vereinigten und zu erschwinglichen Preisen auf dem Markt angeboten wurden, so sind heute bereits solche mit 20000 elektronischen Bauelementen verfügbar, und für 1980 wird die Zusammenfassung von 100000 Elementen pro Chip in Massenfertigung erwartet.
Zusammenfassung der Kapitel
A) Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der aktuellen Tendenz zur Dezentralisierung der Datenverarbeitung ein, die durch technologischen Fortschritt und neue Unternehmensphilosophien geprägt ist.
B) Zentralisation und Dezentralisation - Grundsätzliche Aspekte: Hier werden die theoretischen Grundlagen aus der Organisationslehre erörtert und die wesentlichen Kriterien für die Einordnung von EDV-Aufgaben in zentrale oder dezentrale Strukturen definiert.
C) Die historische Entwicklung der EDV in Bezug auf Zentralisation und Dezentralisation: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Dominanz der Großcomputer und die aufkommenden Gegenargumente, die den Trend zur Dezentralisierung einleiteten.
D) Technische Voraussetzungen der Dezentralisierung der EDV: Hier werden die technologischen Enabler wie Miniaturisierung, die Entwicklung von Minicomputern und die Bedeutung der Datenfernübertragung analysiert.
E) Organisatorische Konzepte für die Dezentralisierung der EDV: Das Kernkapitel diskutiert verschiedene Organisationsmodelle, von der verteilten Intelligenz im Betrieb bis hin zur vollständigen Auslagerung von EDV-Aufgaben an externe Stellen.
F) Beurteilung der Konzepte: In diesem Teil werden die Vor- und Nachteile der verteilten Intelligenz sowie die betriebswirtschaftlichen Gründe für oder gegen eine Auslagerung kritisch bewertet.
G) Bisherige Verwirklichung der Konzepte anhand ausgewählter Beispiele und Ausblick auf künftige Entwicklungsmöglichkeiten: Abschließend werden praktische Anwendungen in verschiedenen Wirtschaftszweigen gezeigt und künftige Trends am Computermarkt sowie überbetriebliche Entwicklungen skizziert.
Schlüsselwörter
Dezentralisierung, EDV, Datenverarbeitung, Zentralisation, verteilte Intelligenz, Distributed Processing, Hardwaretechniken, Datenfernübertragung, Minicomputer, Organisationstheorie, Auslagerung, Rechenzentrum, Systemdistribution, Verbundtechnik, EDV-Aufgaben
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der organisatorischen und technischen Transformation der EDV in Betrieben weg von einer rein zentralistischen Struktur hin zu dezentralen Modellen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen der Organisation, die Rolle der Hardware-Entwicklung, die verschiedenen Konzepte der Systemverteilung sowie die ökonomische Beurteilung von Eigen- oder Fremdbetrieb der EDV.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis historischer Gegebenheiten und organisationstheoretischer Ansätze ein fundiertes Verständnis für die Möglichkeiten und Bedingungen einer dezentralen EDV zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Zusammenführung und Bewertung von Fachkonzepten, ergänzt durch Fallbeispiele und technische sowie ökonomische Kriterienanalysen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte technische Analyse der Voraussetzungen, eine systematische Vorstellung organisatorischer Dezentralisierungskonzepte und eine betriebswirtschaftliche Bewertung dieser Ansätze.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Dezentralisierung, verteilte Intelligenz, Distributed Processing, Datenfernübertragung und Auslagerung bilden den Kern der terminologischen Auseinandersetzung.
Warum spielt das "Grosch'sche Gesetz" für die Argumentation eine Rolle?
Es dient als historischer Referenzpunkt, um die Entwicklung von großen, zentralen Anlagen zu erklären und aufzuzeigen, warum die dort postulierte Effizienz durch moderne technologische Entwicklungen relativiert wurde.
Wie unterscheidet der Autor zwischen "verteilter Intelligenz" und "Auslagerung der EDV"?
Die verteilte Intelligenz bezieht sich primär auf die dezentrale Organisation innerhalb der betrieblichen EDV-Infrastruktur, während die Auslagerung (DV außer Haus) die rechtliche oder örtliche Verlagerung von EDV-Funktionen an externe Dienstleister thematisiert.
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- Siegfried Exler (Author), 1978, Dezentralisierungstendenzen der EDV in Betrieben bei umfassenden EDV-Aufgaben, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/205098