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Rezension des Buches „Was sich liebt, das nervt sich“ von Jean-Claude Kaufmann

Title: Rezension des Buches „Was sich liebt, das nervt sich“ von Jean-Claude Kaufmann

Literature Review , 2011 , 10 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stefan Gnehrich (Author)

Sociology - Relationships and Family

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Summary Excerpt Details

Der französische Soziologe Jean-Claude Kaufmann beschäftigt sich seit einigen Jahren mit den Algorithmen innerhalb von Paarbeziehungen. In seinem neusten Werk „Was sich liebt, das nervt sich“ fokussiert Kaufmann die alltäglichen und scheinbar banalen Quellen des Ärgers in Partnerschaften und zerlegt diesen in all seine Bestandteile anhand des jeweils dargestellten Beispiels.
Das Buch wurde im Jahre 2008 aus dem Französischen übersetzt und in Konstanz veröffentlicht. Dabei bleibt der Autor seinem Stil treu, indem er die kurzweiligen Episoden stets mithilfe von wiederkehrenden Fallbeispielen und Akteuren illustriert und es somit dem Leser ermöglicht, auch bei ständig wechselnden Handlungsträgern den Überblick nicht zu verlieren. Dennoch ist an dieser Stelle auf ein Novum hinsichtlich der Erhebungsmethodik zu verweisen, da Jean-Claude Kaufmann erstmalig auf seine favorisierte Methode, das Interview mittels Tonbandgerät, verzichtet und stattdessen über E-Mails seiner Probanden das Rohmaterial erhält, um somit seine Theorien bezüglich des aufkommenden Ärgers innerhalb der Paarbeziehung direkt aus dem Feld abzuleiten. Dabei ist es nicht sein Anliegen, repräsentative Ergebnisse zu generieren, dessen er sich durchaus bewusst ist. Vielmehr strebt Kaufmann eine präzise Sektion der vielschichten Prozesse des aufkommenden Beziehungsärgers an. So wandte sich der Soziologe in der belgischen, französischen und schweizerischen Presse an Paare, ihre Beziehungsprobleme per E-Mail zu übermitteln, sodass er Unmengen an kritischen Berichten erhielt und auswertete.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Buchkritik

2. Soziologische Wirkungsmechanismen

2.1 Interaktionen innerhalb der Partnerschaft

2.2 Kommunikation zwischen den Akteuren

2.3 Identitäten in der Beziehung

3. Schlussplädoyer

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit rezensiert Jean-Claude Kaufmanns soziologische Untersuchung „Was sich liebt, das nervt sich“ und analysiert die darin beschriebenen Mechanismen von Ärger innerhalb von Paarbeziehungen. Das primäre Ziel ist es, die soziologischen Wirkungsmechanismen von Interaktion, Kommunikation und Identität herauszuarbeiten, die den alltäglichen Konflikten in einer Partnerschaft zugrunde liegen.

  • Soziologische Analyse von Beziehungsärger
  • Interaktion als Grundlage der Beziehungsdynamik
  • Kommunikationsformen und deren Störungen
  • Die Konstruktion und Verhandlung von Identitäten im Paar
  • Empirische Methodik durch E-Mail-Berichte

Auszug aus dem Buch

1. Buchkritik

Der französische Soziologe Jean-Claude Kaufmann beschäftigt sich seit einigen Jahren mit den Algorithmen innerhalb von Paarbeziehungen. In seinem neusten Werk „Was sich liebt, das nervt sich“ fokussiert Kaufmann die alltäglichen und scheinbar banalen Quellen des Ärgers in Partnerschaften und zerlegt diesen in all seine Bestandteile anhand des jeweils dargestellten Beispiels.

Das Buch wurde im Jahre 2008 aus dem Französischen übersetzt und in Konstanz veröffentlicht. Dabei bleibt der Autor seinem Stil treu, indem er die kurzweiligen Episoden stets mithilfe von wiederkehrenden Fallbeispielen und Akteuren illustriert und es somit dem Leser ermöglicht, auch bei ständig wechselnden Handlungsträgern den Überblick nicht zu verlieren. Dennoch ist an dieser Stelle auf ein Novum hinsichtlich der Erhebungsmethodik zu verweisen, da Jean-Claude Kaufmann erstmalig auf seine favorisierte Methode, das Interview mittels Tonbandgerät, verzichtet und stattdessen über E-Mails seiner Probanden das Rohmaterial erhält, um somit seine Theorien bezüglich des aufkommenden Ärgers innerhalb der Paarbeziehung direkt aus dem Feld abzuleiten. Dabei ist es nicht sein Anliegen, repräsentative Ergebnisse zu generieren, dessen er sich durchaus bewusst ist. Vielmehr strebt Kaufmann eine präzise Sektion der vielschichten Prozesse des aufkommenden Beziehungsärgers an. So wandte sich der Soziologe in der belgischen, französischen und schweizerischen Presse an Paare, ihre Beziehungsprobleme per E-Mail zu übermitteln, sodass er Unmengen an kritischen Berichten erhielt und auswertete.

So erscheinen die Marotten des oder der Liebsten zu Beginn der Liebschaft als reizvolle und verführerische Eigenschaften, welche stets durch eine exzessive Verliebtheit betrachtet und hingenommen werden. Doch mehr oder minder schnell zieht der Alltag in die Liebesbeziehung, beispielsweise in Folge des Beziehens einer gemeinsamen Wohnung, in die Verhaltensweisen der Partner ein, sodass die individuellen Lebensarten offenbart werden und automatisch miteinander kollidieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Buchkritik: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Werk und hebt die methodische Besonderheit hervor, bei der der Autor auf E-Mail-Berichte statt auf klassische Interviews setzt.

2. Soziologische Wirkungsmechanismen: Hier werden die zentralen Faktoren wie Interaktion, Kommunikation und Identitätsbildung analysiert, die als Ursprung für den Ärger in Partnerschaften identifiziert wurden.

2.1 Interaktionen innerhalb der Partnerschaft: Dieses Unterkapitel untersucht, wie face-to-face-Interaktionen den Alltag bestimmen und wie Erwartungen sowie Schutzrituale das Beziehungsverhalten regulieren.

2.2 Kommunikation zwischen den Akteuren: Hier wird Kommunikation als unvermeidbarer Prozess betrachtet, bei dem Missverständnisse und Reiz-Reaktions-Ketten eine entscheidende Rolle für das Konfliktpotential spielen.

2.3 Identitäten in der Beziehung: Dieses Kapitel thematisiert die Herausforderung, zwei individuelle Identitäten zu einer gemeinsamen Paarbeziehung zu vereinen und die daraus entstehenden Spannungsfelder.

3. Schlussplädoyer: Abschließend wird festgehalten, dass das Buch weniger als Handbuch, sondern als wissenschaftliche Hilfestellung zur Reflexion alltäglicher Beziehungsdynamiken zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

Jean-Claude Kaufmann, Soziologie, Paarbeziehung, Beziehungsärger, Interaktion, Kommunikation, Identität, Alltag, Fallbeispiele, Konfliktmanagement, Sozialisation, Beziehungsdynamik, Paartherapie, Handlungsträger.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit rezensiert das Buch „Was sich liebt, das nervt sich“ von Jean-Claude Kaufmann und untersucht die soziologischen Ursachen für Ärger in einer Paarbeziehung.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Die zentralen Felder sind die Bedeutung von alltäglichen Interaktionen, die Dynamik der Kommunikation zwischen den Partnern und die Entwicklung der Identität innerhalb der Beziehung.

Was ist das Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Analyse der Sektion von Beziehungsärger, um zu verstehen, wie banale Alltagssituationen zu Konflikten führen und wie diese soziologisch erklärt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode nutzt der Autor?

Jean-Claude Kaufmann verzichtet in diesem Werk auf klassische Interviews und wertet stattdessen eine Vielzahl von Erfahrungsberichten aus, die ihm von Paaren per E-Mail zugesendet wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Interaktionen, Kommunikationsmustern und der Identitätsbildung, jeweils illustriert durch die vom Autor gesammelten Fallbeispiele.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Soziologische Wirkungsmechanismen“, „Komplementarität“, „Interaction Order“ und „Identitätsdivergenz“ geprägt.

Inwiefern beeinflusst das E-Mail-Material die Ergebnisse?

Da Kaufmann keine repräsentativen Ergebnisse anstrebt, dienen die E-Mails als qualitatives Rohmaterial, um präzise Einblicke in die komplexen Prozesse des Ärgers zu gewinnen.

Warum ist das Thema Tischmanieren so wichtig im Buch?

Es dient als anschauliches Beispiel, um zu zeigen, wie unterschiedliche kulturelle Prägungen und subjektive Bewertungen von Alltagshandlungen sofort zu Diskrepanzen und Ärger führen können.

Wie definiert Kaufmann die Identität im Kontext einer Beziehung?

Identität wird als das Bestreben nach individueller Besonderheit verstanden, das innerhalb der Partnerschaft mit dem Bedürfnis nach einer gemeinsamen Basis in Einklang gebracht werden muss.

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Details

Title
Rezension des Buches „Was sich liebt, das nervt sich“ von Jean-Claude Kaufmann
College
Dresden Technical University
Course
Mikrosoziologie
Grade
2,0
Author
Stefan Gnehrich (Author)
Publication Year
2011
Pages
10
Catalog Number
V205048
ISBN (eBook)
9783656322207
ISBN (Book)
9783656325888
Language
German
Tags
Nerven Kaufmann Rezension Soziologie Beziehung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Gnehrich (Author), 2011, Rezension des Buches „Was sich liebt, das nervt sich“ von Jean-Claude Kaufmann, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/205048
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