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Frauenhandel und Gegenmaßnahmen in Europa

Mit besonderem Fokus auf Prostitutionshandel

Titel: Frauenhandel und Gegenmaßnahmen in Europa

Diplomarbeit , 2012 , 102 Seiten , Note: 3

Autor:in: Marina Jelovcan (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Es wird geschätzt, dass ca. 98% der gehandelten Frauen zur Prostitution gezwungen werden. Dieser Zwang stellt Gewalt gegen Frauen dar und ist eine schwere Menschenrechtsverletzung. Ich habe versucht darzustellen, inwieweit Prostitution und Frauenhandel miteinander in Verbindung stehen und ab wann von gezwungener Prostitution gesprochen werden kann. Auch habe ich versucht darzustellen, welche Rolle die Gewalt im gesamten Prozess des Frauenhandels spielt.
Die Ursachen hierfür kann man in den Heimat- und Zielländern finden. Der Markt wird immer von der Nachfrage bestimmt. Solange in den Zielländern die Nachfrage stattfindet und in den Heimatländern die jeweiligen Infrastrukturen fehlen, wird es diesen Markt immer geben.
Leider wurden noch zu wenige Strategien zur Bekämpfung entwickelt und die meisten Maßnahmen richten sich direkt oder indirekt gegen die Opfer.
Die Soziale Arbeit steht vor großen Herausforderungen. Ihre Aufgabe ist es die Frauen zu schützen und zu unterstützen. Es müssen Beratungstätigkeiten, Notunterkünfte, Opferschutz und Porzessbegleitungen geboten werden. Den Frauen muss geholfen werden, eine Existenzgrundlage aufzubauen.
Um über Strategien und Bekämpfung zu sprechen, ist es aber zunächst wichtig, die Hintergründe zu kennen und zu hinterfragen. Erst dann können geeignete Maßnahmen ergriffen werden.
Dies soll in diesem Buch dargestellt werden, zum Einen die historischen und aktuellen Entwicklungen dieser Schattenwirtschaft, zum anderen, welche Maßnahmen von Seiten der Politik und von Seiten der Sozialen Arbeit ergriffen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einleitung

2.1 Erkenntnisinteresse

2.2 Aufbau der Diplomarbeit

3. Frauenhandel – ein Überblick

3.1 Historisches

3.1.1 Krieg und Sklaverei

3.1.2 Prostitution in Polen in der NS-Besatzungszeit

3.1.3 Ethisch-religiöse Wurzeln der Prostitutionspolitik in Europa

3.2 Frauenhandel im Kontext der Migration

3.2.1 Das Bild der Frau im Kontext der Migration

3.2.2 Migrantinnen in Österreich

3.2.3 Migration und Sexarbeit

3.2.4 Frauenhandelsströme aus Osteuropa

3.3 Freiwillige vs. gezwungene Prostitution

3.3.1 Prostitution und das Verhältnis der Geschlechter

3.3.2 Das Bild der Gesellschaft von Sexarbeit

3.3.3 Das Phänomen „Freier“

3.3.4 Rechtliche Situation

3.3.5 Politische Diskussion über Prostitution und Menschenhandel am Beispiel Slowenien

3.3.6 Die Situation in den Zielländern

4. Frauenhandel in Europa

4.1 Russland als Beispiel für ein osteuropäisches Land

4.2 Deutschland als Beispiel für ein westeuropäisches Land

4.3 Frauenhandel in Österreich

4.3.1 Geschichte

4.3.2 Frauenhandel heute – ein Überblick

4.3.3 Mediendarstellung – ein Fallbeispiel anhand von Kärntner Printmedien

5. Politische Strategien zur Bekämpfung von Frauenhandel

5.1 Möglichkeiten der Prävention in Europa

5.2 Aktuelle, internationale Maßnahmen zur Bekämpfung des Frauenhandels und zum Schutz der Betroffenen

5.2.1 Vereinte Nationen

5.2.2 Europäische Union

5.2.3 Europarat

5.3 Rechtspraxis zu Menschenhandel am Beispiel Österreich

6. Interventionsstellen im deutschsprachigen Europa

6.1 Der Verein LEFÖ – Interventionsstelle für Betroffene des Frauenhandels

6.1.1 Ziele der Interventionsstelle für Betroffene des Frauenhandels

6.1.2 Kontaktherstellung zur Interventionsstelle

6.1.3 Beratung und Betreuungsablauf

6.1.4 Notwohnung und Übergangswohnung

6.1.5 Rechtliche und psychosoziale Begleitung

6.1.6 Rückkehrvorbereitung

6.1.7 Rahmenbedingungen für die Arbeit von LEFÖ/IBF

6.1.8 Kooperationsarbeit

6.1.9 Öffentlichkeitsarbeit

6.1.10 Personalschlüssel

6.2 FIZ – Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration

6.2.1 Zielgruppe

6.2.2 Ziele der Interventionsstelle

6.2.3 Beratung und Betreuung

6.2.4 Projekt Schutzwohnung

6.2.5 Bildungsangebote für die Öffentlichkeit

6.2.6 Kooperationsarbeit

6.3 Jadwiga – Fachberatungsstelle

6.3.1 Zielgruppe

6.3.2 Beratungs- und Betreuungsablauf

6.3.3 Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit

7. Die sozialpädagogische Arbeit der Interventionsstellen

7.1 Theorie zur multiperspektivischen Fallarbeit

7.2 Fallbeispiel 1

7.3 Selbstfürsorge des Beraters

8. Resumee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das komplexe Phänomen des Frauenhandels im europäischen Kontext, insbesondere unter Berücksichtigung der Rolle der Migration und der rechtlichen Rahmenbedingungen. Das primäre Ziel besteht darin, die Herausforderungen für die Soziale Arbeit aufzuzeigen und zu untersuchen, inwieweit Interventionsstellen Betroffene effektiv unterstützen können, um ihnen ein selbstständiges Leben zu ermöglichen.

  • Historische und soziokulturelle Hintergründe des Frauenhandels.
  • Einfluss von Migration und rechtlichen Hürden auf die Vulnerabilität von Frauen.
  • Analyse der Arbeitsweisen und Interventionsstrategien spezialisierter Einrichtungen (LEFÖ/IBF, FIZ, Jadwiga).
  • Die Rolle der sozialpädagogischen Fallarbeit und Fallbegleitung.
  • Herausforderungen in der medialen Darstellung und gesellschaftlichen Wahrnehmung.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Krieg und Sklaverei

„Sklaverei ist die vollständige Verknechtung des Menschen mit dem Ziel, ihn vielfältige Art auszubeuten. Als eine spezifische Art des Parasitentums begegnen wir ihr im Wirtschaftsleben, im Verhältnis der Geschlechter zueinander wie in der Psychologie und Ethik der zwischenmenschlichen Beziehungen. Ihre Basis ist nackte Gewalt: Das Opfer verliert jedwede Verfügung über sich selbst und gerät unter die absolute Herrschaft eines anderen.“ (Arlacchi 2000, S. 13)

Das Phänomen Sklaverei und Menschenhandel geht bis in die Antike zurück. Die Gleichsetzung von Haustier und Sklave zieht sich durch die gesamte Geschichte. Ein Beispiel hierfür ist der Tauschhandel, so wurden Tiere gegen Menschen gehandelt. Es zeigt sich nur ein Fortschritt, nämlich jener, dass die Sklaverei nicht mehr etwas Natürliches ist. Heute trauen sich nicht einmal mehr die Führungspositionen totalitärer Regime die Menschenrechtserklärung in Frage zu stellen. Das heißt aber nicht, dass Versklavung nicht mehr gibt. Durch die immer zunehmende Globalisierung ist sie präsenter denn je. Die zeitgenössische Versklavung bringt auch keine neuen Formen herbei, sondern es gibt sie schon seit tausenden von Jahren. Die häufigsten Formen sind hierbei die erzwungene Prostitution, die Zwangsarbeit und die Schuldknechtschaft. Aber heute, so wie seit der Antike und auch später wird die Sklaverei hauptsächlich durch Gewalt aufrechterhalten. Niemand wird freiwillig niedere Arbeiten verrichten. Immer wieder haben sich die Betroffenen zur Wehr gesetzt. Die afrikanischen Sklaven (während der Kolonialisierung) waren meist Kriegsgefangene. Viele von ihnen sprangen bei der Überreise lieber vom Schiff und ertranken oder sie verweigerten Essen und Medikamente. Das traurigste Kapitel dieser Geschichte nimmt aber die Eroberung Amerikas ein. Einige Indianer nahmen lieber den Tod in Kauf, als dass sie sich von den Europäern versklaven ließen. Indianer zur Arbeit zu zwingen, bedeutete für viele, ihnen den Sinn des Lebens zu rauben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Die Autorin beschreibt ihre persönliche Motivation zur Wahl des Themas und bedankt sich bei den unterstützenden Institutionen und Experten.

2. Einleitung: Hier werden das Erkenntnisinteresse, die Relevanz des Themas für die soziale Arbeit und der Aufbau der gesamten Diplomarbeit dargelegt.

3. Frauenhandel – ein Überblick: Dieses Kapitel definiert den Begriff Frauenhandel und beleuchtet historische sowie soziokulturelle Hintergründe, die Dynamik der Migration und ethische Perspektiven.

4. Frauenhandel in Europa: Es wird die spezifische Situation in Russland, Deutschland und Österreich analysiert, inklusive historischer Entwicklungen und medialer Wahrnehmung.

5. Politische Strategien zur Bekämpfung von Frauenhandel: Dieses Kapitel erläutert präventive Maßnahmen sowie internationale Strategien von UN, EU und Europarat.

6. Interventionsstellen im deutschsprachigen Europa: Detaillierte Vorstellung der Arbeitsweisen und Konzepte von LEFÖ/IBF, FIZ und Jadwiga.

7. Die sozialpädagogische Arbeit der Interventionsstellen: Analyse des Berufsbildes anhand theoretischer Fallarbeit nach Burkhard Müller und eines konkreten Fallbeispiels sowie Reflexion der Selbstfürsorge der Berater.

8. Resumee: Abschließende Reflexion über die Ursachen, notwendige Maßnahmen und die zentrale Rolle der Sozialen Arbeit beim Schutz der Betroffenen.

9. Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Bücher und Internetquellen.

Schlüsselwörter

Frauenhandel, Zwangsprostitution, Migration, Soziale Arbeit, Menschenrechte, Interventionsstelle, Opferhilfe, Fallarbeit, Prävention, Aufenthaltsstatus, Psychosoziale Begleitung, Empowerment, Prostitution, Menschenrechte, Menschenhandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen des Frauenhandels, insbesondere zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, und analysiert die unterstützenden Maßnahmen für betroffene Frauen im deutschsprachigen Raum.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Themen umfassen historische Wurzeln, die Schnittstelle zwischen Migration und Prostitution, rechtliche Rahmenbedingungen in Europa sowie die praktische Arbeit spezialisierter Interventionsstellen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Herausforderungen für die Soziale Arbeit zu identifizieren und zu evaluieren, wie Interventionsstellen durch rechtliche und psychosoziale Unterstützung zur Stabilisierung und Selbstbestimmung der Betroffenen beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer umfangreichen Literaturrecherche sowie einer empirischen Auseinandersetzung mit der Arbeitsweise von drei spezifischen Institutionen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Thema, eine Analyse länder- und regionalspezifischer Situationen (Russland, Deutschland, Österreich) und eine detaillierte Darstellung der Arbeitspraxis von Interventionsstellen wie LEFÖ, FIZ und Jadwiga.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Frauenhandel, Zwangsprostitution, Migration, Interventionsstelle, Opferhilfe, Soziale Arbeit, Menschenrechte.

Warum ist die Unterscheidung zwischen freiwilliger und erzwungener Prostitution für die Arbeit so wichtig?

Die Autorin hebt hervor, dass die Debatte oft durch Mythen und Doppelmoral geprägt ist und dass die oft prekäre Lebenssituation von Migrantinnen fälschlicherweise als Ausdruck einer freien Entscheidung dargestellt wird, was Hilfsbedarfe verschleiert.

Wie spielen die Institutionen bei der Kontaktaufnahme eine Rolle?

Die Arbeit verdeutlicht, dass die meisten betroffenen Frauen durch die Polizei an die spezialisierten Stellen vermittelt werden, was die zentrale Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsorganen und Opferschutzeinrichtungen unterstreicht.

Welche Bedeutung hat das Fallbeispiel im letzten Kapitel?

Das Fallbeispiel dient dazu, die theoretischen Ansätze der sozialpädagogischen Fallarbeit (nach Müller) auf die komplexe Lebensrealität einer betroffenen Frau anzuwenden und die Professionalität in der Krisenintervention und Langzeitbegleitung praxisnah zu illustrieren.

Ende der Leseprobe aus 102 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Frauenhandel und Gegenmaßnahmen in Europa
Untertitel
Mit besonderem Fokus auf Prostitutionshandel
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt  (Erziehungs- und Bildungswissenschaft)
Note
3
Autor
Marina Jelovcan (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
102
Katalognummer
V204834
ISBN (eBook)
9783656317432
ISBN (Buch)
9783656318194
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frauenhandel Prostitution Menschenhandel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marina Jelovcan (Autor:in), 2012, Frauenhandel und Gegenmaßnahmen in Europa, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/204834
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  102  Seiten
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