Mit dem Vorwort des Autors Hermann Giesecke ist ein grundlegendes Ziel der politischen Didaktik an deutschen Schulen benannt, welche es als den elementaren Lehrauftrag im Fach Politik ansieht, junge Menschen an die politisch-inhaltlichen Dynamiken, den politischen Strukturen und dem Aufzeigen der Möglichkeiten der Partizipation am politischen Leben in der Bundesrepublik Deutschland heranzuführen. Im Zentrum der didaktischen Orientierungen innerhalb des Politikunterrichts bzw. den Fächern der Sozialwissenschaften insgesamt, steht die „Politische Bildung“ nach demokratischen Verständnis, mit dem Ziel der Schaffung einer politischen Mündigkeit bei Schüler und Schülerinnen, welche zur aktiven Teilhabe am politischen Leben in der Bundesrepublik Deutschland befähigen soll. Die didaktischen Zielsetzungen und die zu erlangenden Kompetenzen
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Politische Bildung an Nordrhein -Westfälischen Schulen
1.1 Kernlehrpläne und Bildungsstandards
1.2 Ziele und Leitideen der Politischen Bildung
2. Didaktische Prinzipien des Politikunterrichts
2.1 Handlungsorientierung im Unterricht
2.2 Kategoriale Bildung
Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, ob die didaktischen Modelle der Handlungsorientierung und der Kategorialen Bildung einen widersprüchlichen Dualismus innerhalb der Politikdidaktik darstellen oder ob sie sich als komplementäre Theorien ergänzen, um politischen Unterricht ganzheitlich zu gestalten.
- Analyse der gesetzlichen Vorgaben durch Kernlehrpläne und Bildungsstandards in Nordrhein-Westfalen.
- Untersuchung des didaktischen Prinzips der Handlungsorientierung und seiner verschiedenen methodischen Ausprägungen.
- Vertiefende Betrachtung der Kategorialen Bildung als analytisches Instrument zur Erschließung politischer Zusammenhänge.
- Diskussion der Wechselwirkungen und Synthesemöglichkeiten beider Modelle zur Steigerung der Qualität politischer Bildung.
Auszug aus dem Buch
Handlungsorientierung im Unterricht
„Das Prinzip der Handlungsorientierung ist seit Jahren ein Hoffnungsträger in Didaktik und Fachdidaktik: Aus „totem“ Unterricht soll durch Handlungsorientierung lebendiges, subjektnahes Lernen werden, statt entfremdeten und lehrergelenkten Stofftransfer soll bedeutungsvolles Wissen selbstbestimmt angeeignet werden. Das eigene Interesse der Lernenden wäre dann der Motor für die Lernprozesse. Dieser allgemeinen pädagogischen Motivation entspricht die Bedeutung des Handelns im politisch-demokratischen Prozess: (…).“(Reinhardt 2010, S. 105).
Der handlungsorientierte Unterricht, welcher seit Mitte der 1990’er Jahren vermehrt in Deutschland Anwendung findet, ist ein Konzept der Unterrichtsplanung und Unterrichtsdurchführung, das auch in anderen Schulfächern als den politischen Unterricht zur Anwendung kommt. Einige politikwissenschaftliche Didaktiker sind der Auffassung, dass die vermehrte Anwendung des handlungsorientierten Unterrichts im Politikunterricht mit der Tatsache einhergeht, dass der politische Unterricht von den Lernenden als langweilig und uninteressant empfunden wird und die Lehrenden schlichtweg angehalten sind den Unterricht interessanter zu gestalten (Massing 1998, S. 145). „Der Gegenstand Politik wird als Lerngegenstand so strukturiert, dass politische Handlungsfähigkeit im Lernprozess gefördert wird (…) den Schüler als Subjekt in das Zentrum des Politikunterrichts gestellt und den Projektunterricht als Form von (forschender) Eigeninitiative vorgeschlagen zu haben. „Sonst nur ,Adressat‘ von Unterricht, also das Objekt von Curriculum und Unterricht, wird der Schüler zum Subjekt im Lernprozess.“(Reinhardt 2010, S. 105).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Zielsetzung der Arbeit dar, die didaktischen Modelle der Handlungsorientierung und kategorialen Bildung auf ihre Vereinbarkeit hin zu prüfen.
1. Politische Bildung an Nordrhein -Westfälischen Schulen: Hier werden die institutionellen Rahmenbedingungen, insbesondere die Kernlehrpläne und Bildungsstandards in NRW, sowie deren Zielsetzungen und Leitideen beleuchtet.
2. Didaktische Prinzipien des Politikunterrichts: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des Unterrichts sowie die beiden spezifischen Ansätze, Handlungsorientierung und Kategoriale Bildung, im Detail analysiert.
Fazit: Das Fazit resümiert, dass beide Ansätze sich nicht widersprechen, sondern durch ihre unterschiedlichen Schwerpunkte eine didaktische Bereicherung für einen kompetenzorientierten Politikunterricht darstellen.
Schlüsselwörter
Politikdidaktik, Handlungsorientierung, Kategoriale Bildung, Politische Bildung, Kernlehrplan, Bildungsstandards, Mündigkeit, Urteilsbildung, Politische Partizipation, Politikunterricht, Fachdidaktik, Demokratie-Lernen, Kompetenzorientierung, Unterrichtsplanung, Politik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis der zwei didaktischen Konzepte "Handlungsorientierung" und "Kategoriale Bildung" im Fach Politik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Politikdidaktik, die schulische Vermittlung politischer Kompetenzen und die Anwendung didaktischer Modelle in der Sekundarstufe I.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist herauszuarbeiten, ob diese beiden Ansätze einen widersprüchlichen Dualismus darstellen oder eine sich ergänzende Synthese für den Unterricht bilden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis fachdidaktischer Literatur und der Analyse offizieller Lehrpläne.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Kernlehrpläne NRWs sowie die theoretischen Fundamente und Merkmale von handlungsorientiertem und kategorialem Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Handlungsorientierung, Kategoriale Bildung, Politische Mündigkeit, Bildungsstandards und Politikdidaktik.
Wie unterscheidet sich "reales Handeln" von "simulativem Handeln"?
Reales Handeln bezeichnet echte Teilhabe an der politischen Wirklichkeit außerhalb der Schule, während simulativem Handeln (z.B. Rollenspiele) als "Als-ob-Handeln" im Unterrichtsraum stattfindet.
Welche Rolle spielt der Konfliktbegriff bei der Kategorialen Bildung?
Hermann Giesecke führt den Konfliktbegriff als zentrales organisatorisches Prinzip ein, um eine Auswahl politischer Inhalte zu strukturieren und definierbar zu machen.
- Quote paper
- Olaf Borgmeier (Author), 2012, Handlungsorientierung und Kategoriale Bildung im Politikunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/204657