Ziel dieser Seminararbeit soll sein einen schmalen Überblick über die berufliche und
universitäre Bildung in Deutschland zu geben. Beginnend mit den gesetzlichen
Rahmenbedingungen bzw. der Finanzierung des jeweiligen Systems, möchte ich Kapitel
2 mit den unterschiedlichen Zielen und Leitbildern beenden. Die deutschen
Universitäten und Fachhochschulen haben sich in den letzten beiden Jahrzehnten
maßgeblich verändert. Die Anzahl Studierender ist stark gestiegen und die
Studiengänge sind im Bologna-Prozess in Richtung stärkerer Anwendungsorientierung6
reformiert wurden. Aus diesem Grund habe ich mich in Kapitel 3 mit Trends und neuen
Entwicklungen des Bildungssystems befasst und dabei besonderes Augenmerk auf den
Bologna-Prozess gelegt. Die Umsetzung der vor dem Hintergrund der Studienreform
verlangten Arbeitsmarktfähigkeit (Employability) fordert die deutschen Hochschulen
heraus. Dem vieldeutigen7 Begriff „Employability“ ist darum Kapitel 3.2 gewidmet.
Das duale Ausbildungssystem galt lange als eine der zuverlässigen Grundlagen für den
ökonomischen Erfolg Deutschlands. Im internationalen Vergleich wurden die Vorzüge
sowohl im unternehmerischen Lernen als auch in der Qualitätssicherung durch beteiligte
Sozialpartner gesehen. Kapitel 3.3 umreißt aktuelle Probleme der dualen Berufsausbildung
und gibt einen Ausblick, wie berufliche Bildung in Zukunft konzipiert sein
könnte. Ein Resümee rundet die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. berufliche Ausbildung und Studium
2.1 gesetzliche Grundlagen
2.2 Finanzierung
2.3 Ziele und Leitbilder
3. Neue Entwicklungen und Trends
3.1 Bologna-Prozess
3.2 Employability
3.3 berufliche Bildung der Zukunft
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die Strukturen sowie die aktuellen Entwicklungen in der beruflichen und universitären Bildung in Deutschland. Im Zentrum steht dabei die Untersuchung, wie sich das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Erkenntnisorientierung und der zunehmenden Arbeitsmarktorientierung durch Reformen wie den Bologna-Prozess auf das Bildungssystem auswirkt.
- Gesetzliche Rahmenbedingungen und Finanzierungsstrukturen der deutschen Bildungssysteme
- Kompetenzziele und Leitbilder in der beruflichen Ausbildung und im Studium
- Der Einfluss des Bologna-Prozesses auf die Hochschullandschaft
- Die kritische Debatte um den Begriff der Employability
- Zukunftsherausforderungen für das duale Berufsbildungssystem
Auszug aus dem Buch
3.2 Employability
Der Begriff „Employability“ hat mit der Bologna-Tagung im Jahr 1999 nichts zu tun. Erst in den Folgekonferenzen bekam der Begriff eine Bedeutung. Employability ist ein bildungspolitisch unterschiedlich gebrauchter Begriff, der sich aus „employment“, was soviel wie Beschäftigung oder Erwerbstätigkeit heißt, und „ability“ zusammensetzt. Was wiederum mit Handlungskompetenz oder Fähigkeit übersetzt werden kann. Employability bedeutet nicht dasselbe wie die Vorbereitung auf eine berufliche Praxis durch „Praxisorientierung“ oder „Berufsorientierung“. In der Diskussion über Beschäftigungsfähigkeit wird vielmehr die Befähigung zur Behauptung auf dem Arbeitsmarkt betont.
Praxisorientierung beinhaltet die Bezugnahme und Vorbereitung auf die allgemeine berufliche Praxis, ohne auf bestimmte Berufe Bezug zu nehmen. Berufsorientierung geht über Praxisorientierung hinaus. Es ist definiert als der Erwerb fachlich-inhaltlicher, methodischer und sozialer Qualifikationen für Tätigkeiten in einem breiten Berufsfeld.
Bezogen auf das Studium geht es bei Employability nicht nur um den Erwerb von Fachkenntnissen oder Praxiserfahrungen, sondern um die Vermittlung von Fähigkeiten zu Selfmanagement, Selfmarketing - Die personalen Schlüsselkompetenzen der Studierenden sollen entwickelt werden z. B. in studienbegleitenden Praktika.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert das deutsche Bildungssystem, von der frühkindlichen Bildung bis hin zu den verschiedenen Wegen der beruflichen Ausbildung und des Studiums.
2. berufliche Ausbildung und Studium: Das Kapitel analysiert die gesetzlichen Grundlagen und die Finanzierungsmodelle, unterteilt in die duale Berufsausbildung und den universitären Bildungsbereich.
3. Neue Entwicklungen und Trends: Hier werden der Bologna-Prozess und das Konzept der Employability kritisch beleuchtet sowie zukünftige Herausforderungen für die berufliche Bildung diskutiert.
4. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der aktuellen Transformationsprozesse im deutschen Bildungssystem und der Notwendigkeit einer flexiblen, zukunftsorientierten Bildungsstrategie.
Schlüsselwörter
Bildungssystem, Berufliche Ausbildung, Studium, Bologna-Prozess, Employability, Duales System, Hochschulreform, Handlungskompetenz, Arbeitsmarkt, Bildungspolitik, Fachkräfte, Humankapital, Bildungsfinanzierung, Qualifikation, Wissensgesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das deutsche System der beruflichen und universitären Bildung, dessen Strukturen sowie die gegenwärtigen Reformprozesse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Unterschiede und Synergien zwischen dualer Ausbildung und Studium, die Finanzierung dieser Systeme sowie die Auswirkungen politischer Reformen auf die Bildungsziele.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über das Bildungssystem zu geben und kritisch zu hinterfragen, wie sich die Anforderungen des Arbeitsmarktes auf die Freiheit und Ausrichtung von Bildung und Lehre auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung gesetzlicher Grundlagen sowie der Aufarbeitung aktueller bildungspolitischer Diskussionen und Reformkonzepte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen vor allem die Ziele der beruflichen Handlungsfähigkeit sowie Trends wie der Bologna-Prozess und die Debatte um Employability thematisiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Bildungssystem, Bologna-Prozess, Employability, Duale Ausbildung und Hochschulreform charakterisieren.
Warum wird der Bologna-Prozess in der Arbeit als kritisch betrachtet?
Der Bologna-Prozess wird kritisch hinterfragt, da er das Risiko birgt, dass Hochschulen zu reinen Zulieferern für die Wirtschaft werden und die erkenntnisorientierte Freiheit der Wissenschaft zugunsten einer kurzfristigen Arbeitsmarktorientierung in den Hintergrund tritt.
Welchen Stellenwert nimmt das Konzept der „Employability“ ein?
Employability fungiert in der Arbeit als zentraler, aber vieldeutiger Begriff, der die notwendige Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt beschreibt, jedoch in Abgrenzung zur reinen Berufsausbildung die Vermittlung personaler Schlüsselkompetenzen betont.
- Arbeit zitieren
- Jennifer Panhans (Autor:in), 2011, Die berufliche und universitäre Bildung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/204598