In meinem Aufsatz werde ich die Tradition des weltlichen Schauspiels in Nürnberg knapp skizzieren. Zunächst geht es um die Entstehung und grobe Einordnung der Nürnberger Spiele. Im folgenden Kapitel gehe ich auf die Stoffe und die Aufführungen an sich ein. Als Beispiel dient hier das Fastnachtsspiel „Der Juden Messias“ von Hans Folz. Im dritten Punkt sind die drei Autoren Hans Rosenplüt, Hans Folz sowie Hans Sachs thematisiert, welche die Nürnberger Tradition des Fastnachtsspiels begründet haben und wegweisend für andere Städte waren.
Inhaltsverzeichnis
1. Entstehung
2. Die Aufführungen
3. Die drei wichtigsten Vertreter in Nürnberg
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit gibt einen strukturierten Überblick über die Tradition der Fastnachtsspiele in Nürnberg, wobei insbesondere deren Entstehung, Aufführungspraxis und literarische Bedeutung im 15. und 16. Jahrhundert beleuchtet werden.
- Entstehungsgeschichte des weltlichen Nürnberger Schauspiels
- Strukturelle Rahmenbedingungen und Aufführungspraxis der Fastnachtsspiele
- Analyse von Hans Folz' „Der Juden Messias“ als Beispiel für politische Instrumentalisierung
- Bedeutung und Wirken der Hauptvertreter Hans Rosenplüt, Hans Folz und Hans Sachs
Auszug aus dem Buch
2. Die Aufführungen
Wie oben herausgearbeitet, beginnen Ende des 14. Jahrhunderts junge Nürnberger Stadtbürger weltliche Schauspiele aufzuführen. Anlass dazu war meist die Fastnacht. Der Etablierung im 14. Jahrhundert folgt die Traditionsfestlegung im 15. Jahrhundert durch Hans Rosenplüt und seinen Nachfolgern Folz und Sachs sowie Jakob Ayrer im 16. Jahrhundert.
Im folgenden soll es darum gehen, Inhalte und Darstellungsform der Fastnachtsspiele zu skizzieren. Nachweislich seit 1474 unterstehen die Fastnachtsspiele in Nürnberg dem Rat. Er autorisiert und reguliert die Läufe, Tänze und Spiele als gemeinnützige Unterhaltung. Die Ratserlasse verzeichnen die Namen der Hauptleute beziehungsweise Anführer der einzelnen Gruppen. Diese hatten sich beim Pfänder, dem Aufsichtsbeamten der Handwerker, zu melden. Auch die „erbern gesellen“ müssen sich registrieren. Die Hauptleute haften für die gesamte Gruppe. Die Gruppen ziehen als sogenannte Spielrotten von Haus zu Haus und führen die einstudierten Spiele auf. Verzeichnet sind zwischen 1474-1532 insgesamt 27 Fastnachtsspiele, die aufgeführt wurden. Sechs weitere sind nicht eindeutig zuzuordnen und zwei Verbote sind in den Ratsverlassen aufgezeichnet. Wie schon erwähnt hat der Rat nicht alle dokumentiert, man kann also von weiteren Spielen ausgehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Entstehung: Dieses Kapitel erläutert die Wurzeln des Nürnberger Fastnachtsspiels als Teil der städtischen Festkultur und thematisiert die unklaren Ursprünge sowie den sozialen Status der Akteure.
2. Die Aufführungen: Hier werden die regulatorischen Aspekte durch den Rat, die Organisation der Spielgruppen sowie die inhaltliche und formale Gestaltung der Darbietungen skizziert.
3. Die drei wichtigsten Vertreter in Nürnberg: Das Kapitel porträtiert Hans Rosenplüt, Hans Folz und Hans Sachs und deren maßgeblichen Beitrag zur Literarisierung und Weiterentwicklung des Genres.
Schlüsselwörter
Fastnachtsspiel, Nürnberg, Hans Rosenplüt, Hans Folz, Hans Sachs, Literaturgeschichte, Spätmittelalter, Fastnacht, Laienspiel, Literarisierung, städtische Festkultur, Aufführungspraxis, Ratserlasse, Antijudaismus, Narrenrolle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine Skizze der Tradition des weltlichen Fastnachtsspiels in Nürnberg unter Berücksichtigung historischer und literarischer Aspekte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entstehung, den organisatorischen Aufführungsbedingungen und der Rolle prägender Autoren für die Literarisierung des Genres.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, die Entwicklung der Nürnberger Fastnachtsspiele nachzuzeichnen, von den improvisierten Anfängen bis hin zur literarischen Ausgestaltung durch bedeutende Meistersinger.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literatur- und Quellenanalyse, insbesondere die Auswertung von Ratsverlassen und literaturwissenschaftlichen Standardwerken zum spätmittelalterlichen Schauspiel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehungsbedingungen, eine detaillierte Betrachtung der Aufführungspraxis sowie eine Vorstellung der drei einflussreichsten Nürnberger Autoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Fastnachtsspiel, Nürnberg, Literarisierung, Meistersinger und städtische Festkultur.
Welche Funktion erfüllte der Rat der Stadt Nürnberg bezüglich der Spiele?
Der Rat fungierte als regulierende Instanz, die die Spiele autorisierte, Akteure registrierte und durch die Dokumentation in Ratsverlassen wichtige historische Zeugnisse hinterließ.
Warum wird das Werk „Der Juden Messias“ von Hans Folz besonders hervorgehoben?
Das Werk dient als exemplarisches Beispiel für die politische Zielsetzung und Instrumentalisierung der Fastnachtsspiele zur Zeit der Vertreibung der Juden aus Nürnberg.
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- Nicole Bischoff (Author), 2007, Die Tradition der Fastnachtsspiele in Nürnberg, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/204420