Aufgrund steigender Ausgaben und geänderter Rahmenbedingungen im österreichischen Gesundheitswesen gewinnen gesundheitsökonomische Überlegungen und Wege der Verbesserungen in allen Bereichen des Gesundheitswesens zukünftig immer mehr an Bedeutung.
„Hauptakteure“ im Gesundheitssystem Österreichs sind die Spitäler, die primär den Versorgungsauftrag erfüllen, aber auch ein Maximum an Qualität bei der Versorgung sicherstellen, PatientInnen sowie MitarbeiterInnen zufriedenstellen und gleichzeitig wirtschaftliche Restriktionen einhalten müssen. Mithilfe eines strategischen Managements und dem Einsatz strategischer Managementkonzepte ist es möglich diese Aufgaben bestmöglich zu bewältigen.
Neben der Problematik der Finanzierung sehen sich Krankenhäuser zunehmend mit weiteren Herausforderungen konfrontiert. Zu den wichtigsten zählen die Sicherstellung der Einnahmenbasis, die demographische Entwicklung, ein verstärkter Wettbewerb, eine veränderte Umwelt der Anbieter oder gesetzliche Rahmenbedingungen zum Qualitätsmanagement.
Die Strategie eines Krankenhauses bestimmt die grundsätzliche Ausrichtung mit dem Ziel eines langfristigen Erfolgs. Hauptkonzept des strategischen Managements ist somit ein planerischer strategischer Managementprozess, welcher den Ablauf einer strategischen Zielplanung über eine strategische Analyse und Formulierung bis hin zur Strategieimplementierung beinhaltet. Im Anschluss werden in dieser Arbeit ausgewählte strategische Instrumente und ihr Verwendungszweck im strategischen Managementprozess im Detail beschrieben. Zu diesen gehören die ABC-Analyse, das Benchmarking, die SWOT-Analyse, die Portfolio-Analyse und die Balanced-Scorecard.
Das Ziel dieser Masterarbeit ist die Schaffung eines Überblicks zum erfolgreichen Aufbau eines strategischen Managements in Krankenhäusern und einer Beschreibung des zugehörigen Einsatzes der wichtigsten Konzepte als Ergänzung zu bestehenden Konzepten zur Verbesserung, wie Effizienzsteigerung oder Kostensenkung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen und Begriffsdefinitionen
2.1 Gesundheitswesen
2.2 Krankenanstaltenbereich
2.3 Strategie
2.4 Strategisches Management
3 Gesundheit und Ökonomie
3.1 Gesundheitsausgaben in Österreich
3.2 Gesundheitsreform 2005
4 Der Krankenanstaltenbereich in Österreich
4.1 Klassifizierung
4.2 Stationäre Kennzahlen
4.2.1 Betten
4.2.2 Stationäre Aufenthalte und Aufenthaltsdauer
4.3 Ausgaben und Finanzierung
4.4 Die Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung
4.4.1 Grundlagen des LKF-Systems
4.4.2 Funktionsweise der Vergütung
4.5 Neue Anforderungen an Krankenhäuser
4.5.1 Finanzielle Herausforderungen
4.5.2 Strukturelle Herausforderungen
5 Strategisches Management in Krankenhäusern
5.1 Theoretische Grundlagen des strategischen Managements
5.1.1 Charakteristika
5.1.2 Unterschiede zwischen strategischem und operativem Management
5.1.3 Objekte des strategischen Managements
5.2 Strategischer Managementprozess in Krankenhäuser
5.2.1 Strategische Zielplanung
5.2.2 Strategische Analyse und Prognose
5.2.3 Strategieformulierung und -bewertung
5.2.4 Strategieimplementierung
5.3 Ausgewählte strategische Managementinstrumente
5.3.1 ABC-Analyse
5.3.2 Benchmarking
5.3.3 SWOT-Analyse
5.3.4 Portfolio-Analyse
5.3.5 Balanced-Scorecard
6 Kritische Betrachtung der Thematik
7 Conclusio
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines Leitfadens für den erfolgreichen Aufbau eines strategischen Managements in Krankenhäusern. Dabei wird untersucht, welche Bedeutung ein strategisches Management für die erfolgreiche Führung eines Krankenhauses hat und welche Konzepte und Instrumente zur Bewältigung gegenwärtiger und zukünftiger ökonomischer Herausforderungen sinnvoll eingesetzt werden können.
- Ökonomische Rahmenbedingungen des österreichischen Gesundheitswesens
- Struktur und Finanzierung des Krankenanstaltenbereichs
- Strategischer Managementprozess in Krankenhäusern
- Einsatz strategischer Managementinstrumente (z.B. SWOT, Balanced-Scorecard)
- Herausforderungen für Krankenhausmanagement (Finanzen, Demografie, Wettbewerb)
Auszug aus dem Buch
5.1.1 Charakteristika
Wie im Kapitel 2 dieser Arbeit schon teilweise erwähnt, bestimmt ein strategisches Management aus einer übergeordneten Perspektive die grundsätzliche Ausrichtung eines Unternehmens mit dem Ziel eines langfristigen Erfolgs. Im Zuge eines strategischen Managements werden somit Entscheidungen getroffen, die die Zukunft eines Unternehmens bestimmen und oftmals von einer Vielfalt komplexer und widersprüchlicher Einflussfaktoren geprägt sind. Strategisches Management kann die Zukunft eines Unternehmens zwar nicht bis ins kleinste Detail vorhersagen, macht es jedoch möglich, Einflüsse und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, Auswirkungen von Entscheidungsmöglichkeiten zu verdeutlichen und so die Zukunft zumindest durchzudenken. Strategisches Management ist das Gegenteil einer planlosen und zufälligen Entwicklung, es ist vielmehr „geplante Evolution“.
Henry Mintzberg, ein bedeutender Strategieforscher, hat mit seinem Modell der „5 Ps“ versucht die Merkmale von Strategien und damit des strategischen Managements zu beschreiben. Mintzberg versteht Strategie als eine Weg-Ziel-Beschreibung für die Zukunft (Plan) und als eine Art Spielzeug (Ploy). Für ihn geben Strategien bestimmte Handlungsmuster vor (Pattern) und schaffen eine Festlegung einer Position für das Unternehmen. Schließlich sollen Strategien dem Unternehmen eine Perspektive geben, d.h. ihre Umwelt verdeutlichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die ökonomischen Herausforderungen des österreichischen Gesundheitswesens und skizziert das Ziel der Arbeit, einen Leitfaden für strategisches Management in Krankenhäusern zu entwickeln.
2 Grundlagen und Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Termini wie Gesundheitswesen, Krankenanstalt, Strategie und strategisches Management definiert, um eine Basis für die weitere Arbeit zu schaffen.
3 Gesundheit und Ökonomie: Hier werden die österreichischen Gesundheitsausgaben analysiert und die Gesundheitsreform 2005 sowie deren Auswirkungen auf die Planung im Gesundheitswesen thematisiert.
4 Der Krankenanstaltenbereich in Österreich: Dieses Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über Klassifizierungen, Kennzahlen, Finanzierungsmethoden wie das LKF-System und die aktuellen Herausforderungen für österreichische Krankenhäuser.
5 Strategisches Management in Krankenhäusern: Dieser Hauptteil erläutert theoretische Grundlagen des strategischen Managements, den konkreten Managementprozess sowie spezifische Instrumente wie SWOT-Analyse, Portfolio-Analyse und Balanced-Scorecard.
6 Kritische Betrachtung der Thematik: Eine Reflexion darüber, inwieweit strategische Konzepte der Betriebswirtschaft auf den Krankenhaussektor übertragbar sind und wo die Grenzen des Machbaren bei öffentlichen Versorgungsaufträgen liegen.
7 Conclusio: Die Zusammenfassung der Arbeit unterstreicht die Notwendigkeit von strategischem Management als Ergänzung zu existierenden Führungsmethoden, um langfristigen Erfolg und eine bestmögliche Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.
Schlüsselwörter
Strategisches Management, Krankenhausmanagement, Gesundheitsökonomie, LKF-System, Krankenanstalten, Gesundheitswesen, Strategische Planung, Balanced-Scorecard, SWOT-Analyse, Benchmarking, ABC-Analyse, Effizienz, Finanzierung, Wettbewerb, Leitbild
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Implementierung und Bedeutung von strategischen Managementkonzepten in Krankenhäusern unter Berücksichtigung der spezifischen ökonomischen Rahmenbedingungen in Österreich.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die ökonomische Analyse des österreichischen Spitalswesens, die theoretischen Grundlagen strategischer Führung sowie die Vorstellung konkreter Instrumente für das Krankenhausmanagement.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Schaffung eines Leitfadens für den erfolgreichen Aufbau eines strategischen Managements, um Krankenhäuser in die Lage zu versetzen, finanzielle und strukturelle Herausforderungen effizienter zu bewältigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse und verbindet theoretische Managementansätze mit der spezifischen Struktur und Finanzierungspraxis österreichischer Krankenanstalten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich intensiv dem strategischen Managementprozess, der von der Zielplanung über die Analyse und Prognose bis zur Strategieimplementierung reicht, inklusive detaillierter Beschreibungen gängiger Management-Tools.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Strategisches Management, Krankenhausmanagement, LKF-System, Gesundheitsökonomie und strategische Analyse charakterisieren.
Wie wird das LKF-System im Zusammenhang mit strategischem Management bewertet?
Das LKF-System stellt die finanzielle Basis dar. Strategisches Management wird als notwendige Ergänzung gesehen, um innerhalb dieser finanziellen Rahmenbedingungen die Effizienz und Qualität der Versorgung gezielt zu steuern.
Warum ist die klassische Portfolio-Analyse im Krankenhausbereich nur bedingt anwendbar?
Da Krankenhäuser aufgrund ihres Versorgungsauftrags unprofitable, aber medizinisch notwendige Leistungen oft nicht einfach einstellen können, unterscheidet sich die Anwendbarkeit von der eines rein profitorientierten Wirtschaftsunternehmens.
- Arbeit zitieren
- Christoph Faschinger (Autor:in), 2009, Der Einsatz strategischer Managementkonzepte in Krankenhäusern, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/204181