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Selbstbild und Identität von Oneg Shabbat

Politische, religiöse und weltanschauliche Hintergründe, die zur Entstehung des Warschauer Ghetto-Archivs führten

Titel: Selbstbild und Identität von Oneg Shabbat

Hausarbeit , 2012 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Lilly Maier (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Oktober 1940 errichteten die Nationalsozialisten im eroberten Warschau ein Ghetto. Zum Zeitpunkt der dichtesten Belegung (im April 1941) lebten hier fast eine halbe Million Menschen auf engstem Raum – was das Warschauer Ghetto zur „größten jüdischen Stadt in Europa“ machte. Eine „Stadt mit einem pulsierenden gesellschaftlichen und intellektuellen Leben“, über das wir heute sehr viel wissen.

Zu verdanken haben wir das Männern und Frauen, die im Warschauer Ghetto tagtäglich ihr Leben riskierten – nicht um Essen zu besorgen oder Waffen zu schmuggeln, sondern um eine Geschichte des Ghettos zu schreiben. Angeleitet vom Historiker Emanuel Ringelblum sammelte diese Gruppe Intellektueller, die sich selber den Tarnnamen „Oneg Shabbat“ gab, Dokumente, um das Leben im Ghetto zu dokumentieren. Entstanden ist ein „erschütterndes Zeugnis einer sterbenden Welt“, von dem bis heute 35.000 Seiten im Archiv erhalten sind.

1999 nahm die Unesco Oneg Shabbat, das Untergrundarchiv des Warschauer Ghettos, in ihr „Memory of the World“-Register auf. In ihrer Begründung bezeichnen sie es als „the most important collection of primary source material on the history of the Holocaust as seen by its victims“ und schreiben weiter, dass heute keine Forschung über die Shoa ohne die im Archiv versammelten Dokumente betrieben werden kann.

In der vorliegenden Arbeit soll es nun aber weniger um den Inhalt des Archivs oder um eine genaue Beschreibung der Arbeitsabläufe und Methoden von Oneg Shabbat gehen – der Fokus liegt stattdessen auf dem Warum: Warum gründete Emanuel Ringelblum Oneg Shabbat? Was waren die Hintergründe, die ihn und seine Mitstreiter dazu bewogen, Dokumente über das Ghetto-Leben zu sammeln? Welche Menschen und welche Organisationen, welches Umfeld prägten Ringelbum und als Folge davon das Geschichtsbild von Oneg Shabbat?

Die vorliegende Arbeit ist in zwei Überbereiche gegliedert: Selbstbild und Identität. In „Identität“ werden verschiedenste Aspekte – von der Bedeutung des Erinnerns in der jüdischen Kultur bis hin zu Optimismus – aufgezeigt, die das Weltbild und die Überzeugungen von Emanuel Ringelblum und seinen Mitstreitern entscheidend prägten. Vor allem geht es auch darum, wo sich diese Überzeugungen im Ghetto zeigten und wie sie sich auf die Arbeit von Oneg Shabbat auswirkten. In „Selbstbild“ wird erläutert, wie die Mitglieder von Oneg Shabbat sich selber und ihre Arbeit sahen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Oneg Shabbat

3. Emanuel Ringelblum

4. Identität

a. Weltbild – Überzeugungen

b. Die Rolle des Erinnerns in der jüdischen Kultur

c. Kampf für Jiddisch

d. Die Bedeutung jüdischer Geschichte für Oneg Shabbat

e. Hoffnung – Optimismus

5. Selbstbild

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und die Identität der Untergrundgruppe „Oneg Shabbat“, die unter der Leitung von Emanuel Ringelblum das Leben der jüdischen Bevölkerung im Warschauer Ghetto dokumentierte. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche politischen, religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen die Gründungsmitglieder prägten und wie diese ihr Handeln sowie ihre Rolle innerhalb der jüdischen Identität beeinflussten.

  • Die Entstehung und Arbeitsweise des Untergrundarchivs im Warschauer Ghetto.
  • Die biographische Bedeutung Emanuel Ringelblums als treibende Kraft.
  • Der Einfluss politischer Parteien (insb. Poale Zion) und kultureller Institutionen (YIVO).
  • Die Rolle von Erinnerungskultur und der Kampf für die jiddische Sprache.
  • Die Entwicklung vom passiven zum aktiven Widerstand im Ghetto.

Auszug aus dem Buch

c. Kampf für Jiddisch

„Wer das jüdische Volk liebt, muss seine Sprache lieben“,59 lautete ein Motto der „Poale Zion“. Gemeinsam mit dem „Bund“ kämpften die Parteien gegen das durch den Zionismus wiedererstärkte Hebräisch und „riefen so etwas wie eine Revolution in der jüdischen Gemeinschaft hervor: Sie priesen die Vorzüge der bis dahin verachteten jüdischen Arbeiterklasse und ihrer nicht weniger verachteten jiddischen Sprache und Kultur.“ 60

Aus der Erkenntniss heraus, dass Jiddisch, die „Sprache der Massen“,61 untrennbar mit der Geschichte der Juden Osteuropas verbunden war, gründete eine Handvoll Wissenschaftler 1925 das „Yidishn Visneshaftlekhn Institut“ (YIVO).62 Ziel war es, sich in akademischer und überparteilicher Weise mit „einer Wissenschaft in Jiddisch und über Jiddisch“ zu befassen.63

Angetrieben durch seine Liebe zu Jiddisch – die ihn als begeisterten Teenager sogar dazu brachte, eine Anti-Polnisch-Kampagne bei seinen Klassenkameraden zu starten – engagierte sich Emanuel Ringelblum sehr aktiv für den YIVO. Gerade als Historiker sah er YIVO für sich und seine Sinnesgenossen als Chance, um sich von der intellektuellen Vorherrschaft der deutsch-jüdischen Wissenschaftler zu befreien.64 Ringelblum war nur einer von sehr vielen Oneg Shabbat-Mitgliedern, der vor dem Krieg für den YIVO aktiv gewesen war. Wie immer achtete das Untergrundarchiv aber auch hier auf einen Ausgleich und rekrutierte Mitglieder, die sich für Hebräisch (wie den Zionisten-Führer Lipe Bloch) und Polnisch (wie Gustawa Jarecka ) einsetzten.65 Auch neben seiner Arbeit für die „Aleynhilf“ und Oneg Shabbat fand der vielbeschäftigte Ringelblum im Ghetto noch Zeit für seinen Kampf für Jiddisch. Gemeinsam mit dem Soziologen Menahem Linder gründete er IKOR, die „Jiddische Kulturorganisation“, die jiddische Vorträge und Abendveranstaltungen im Ghetto organisiete. 66

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die historische Ausgangslage des Warschauer Ghettos und die Gründung des Untergrundarchivs durch Emanuel Ringelblum.

2. Oneg Shabbat: Darstellung der Ziele des Archivs, der systematischen Arbeitsweise und der Bedeutung der Dokumentation als Form des Widerstands.

3. Emanuel Ringelblum: Biographischer Abriss über Ringelblum als Historiker und politischer Akteur vor und während der Zeit im Ghetto.

4. Identität: Analyse der Weltanschauungen, der kulturellen Wurzeln, des Sprachverständnisses und der Hoffnung der Mitglieder.

5. Selbstbild: Untersuchung der Sichtweise der Mitglieder auf ihre eigene Mission und ihre historische Verantwortung.

6. Resümee: Zusammenfassende Bilanz über das Schicksal der Beteiligten und die historische Bedeutung der geretteten Dokumente.

Schlüsselwörter

Oneg Shabbat, Emanuel Ringelblum, Warschauer Ghetto, Holocaust, Untergrundarchiv, Poale Zion, Jiddisch, YIVO, Jüdische Geschichte, Widerstand, Erinnerungskultur, Zeitzeugenschaft, Identität, Zweiter Weltkrieg, Alltagsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entstehung, Arbeitsweise und das Selbstverständnis der Archivgruppe „Oneg Shabbat“ unter Emanuel Ringelblum im Warschauer Ghetto.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die politische Identität der Mitglieder, der Stellenwert jiddischer Kultur, die Bedeutung des aktiven Erinnerns sowie die historische Dokumentationsarbeit unter extremen Bedingungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, das „Warum“ hinter der Archivgründung zu ergründen: Welche weltanschaulichen Hintergründe veranlassten diese Menschen dazu, unter Todesgefahr die Geschichte des Ghettos festzuhalten?

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Analyse von Tagebucheinträgen, Briefen und zeitgenössischen Essays der Akteure sowie auf maßgebliche Sekundärliteratur zur Shoa-Forschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Parteiprägungen, die Rolle jüdischer Intellektueller, das Verhältnis zum Institut YIVO und die psychologische Bedeutung des Schreibens als Widerstand.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Oneg Shabbat, Emanuel Ringelblum, Warschauer Ghetto, jiddische Kultur, Dokumentationsarchiv und aktives Erinnern.

Warum war der Name „Oneg Shabbat“ für die Gruppe wichtig?

Der Name bedeutet wörtlich „Freude am Shabbat“ und diente als Tarnung für die samstäglichen Treffen, um die Archivarbeit vor den Nationalsozialisten geheim zu halten.

Wie veränderte sich das Weltbild von Ringelblum im Verlauf der Zeit?

Anfangs hoffnungsvoll, dass die Welt durch Informationen über die NS-Gräuel reagieren würde, führte die Massendeportation 1942 zu einer radikalen Abkehr und einer Hinwendung zum bewaffneten Widerstand.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Selbstbild und Identität von Oneg Shabbat
Untertitel
Politische, religiöse und weltanschauliche Hintergründe, die zur Entstehung des Warschauer Ghetto-Archivs führten
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Historisches Seminar - Abteilung für Jüdische Geschichte und Kultur)
Veranstaltung
Der Holocaust - die Shoa. Geschichte-Perspektiven-Bilder.
Note
1,0
Autor
Lilly Maier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
21
Katalognummer
V204037
ISBN (eBook)
9783656301189
ISBN (Buch)
9783656302155
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Oneg Shabbat Oyneg Shabes Emanuel Ringelblum Ringelblum-Archiv Warschau Untergrundarchiv Ghetto-Archiv Warschauer Ghetto
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lilly Maier (Autor:in), 2012, Selbstbild und Identität von Oneg Shabbat, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/204037
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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