Wie groß ist der Einfluss der Anglizismen auf die französische Zeitschriftenwerbung trotz der strengen gesetzlichen Vorgaben der französischen Sprachpolitik? Einleitend wird auf die theoretischen Grundlagen der Werbesprache sowie den Begriff des Anglizismus eingegangen. Darauf aufbauend folgt ein Einblick in die französische Sprachpolitik und insbesondere die Vorstellung des Loi Toubon. Die quantitative Analyse zeigt, dass sich trotz des Sprachgesetzes Anglizismen finden lassen, über-wiegend in Form von Produktnamen. Das Vorkommen und die Häufigkeit der verwendeten Anglizismen stehen in engem Zusammenhang mit der angesprochenen Zielgruppe und den beworbenen Produktbereichen des jeweiligen Magazins.
Inhaltsverzeichnis
2 Einleitung
3 Theoretische Grundlagen
3.1 Werbung
3.1.1 Was ist Werbung?
3.1.2 Werbesprache – eine Sondersprache?
3.2 Zum Aufbau von Werbeanzeigen
3.2.1 Schlagzeile
3.2.2 Fließtext
3.2.3 Slogan
3.2.4 Produktname
4 Anglizismen
4.1 Zum Begriff des Anglizismus
4.1.1 Anglizismus
4.1.2 Zum Begriff der Entlehnung
4.1.3 Lexikalische Entlehnung
4.1.4 Semantische Entlehnung
4.1.5 Scheinentlehnungen und Mischkomposita
4.2 Zur Wirkung und Funktion von Anglizismen in der Werbung
5 Umgang mit fremdsprachlichen Einflüssen in Frankreich
5.1 Der sozio-kulturelle Hintergrund
5.2 Einflüsse des Englischen auf das Französische
5.3 Zur Sprachpolitik in Frankreich
5.4 Zur Sprachpflege in Frankreich
5.5 Die Académie Française
5.6 Das Loi Toubon
6 Analyse
6.1 Ziele der Analyse
6.2 Methode der Analyse
6.3 Diagramme und Interpretation der Ergebnisse
6.3.1 Inwiefern hängt die Häufigkeit der verwendeten Anglizismen mit der angesprochenen Zielgruppe der Magazine zusammen?
6.3.2 Welche Produktbereiche werden beworben?
6.3.3 Wo finden sich die meisten Anglizismen? Im Slogan, in der Schlagzeile, als Produktname oder im Fließtext?
6.3.4 Wie groß ist der Anteil englischsprachiger Slogans? Welche Slogans wurden übersetzt?
6.3.4.1 Klassifizierung der Slogans für die Zeitschrift Marie Claire
6.3.4.2 Klassifizierung der Slogans für die Zeitschrift Public
6.3.4.3 Klassifizierung der Slogans für die Zeitschrift Le Figaro-magazine
6.3.4.4 Gesamtübersicht aller klassifizierten Slogans
6.4 Besonderheiten und Auffälligkeiten
6.5 Problemfälle
7 Zusammenfassende Darstellung
7.1 Ergebnisse
7.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss und die Verbreitung von Anglizismen in der französischen Zeitschriftenwerbung unter Berücksichtigung strenger gesetzlicher Vorgaben, insbesondere des Loi Toubon. Ziel ist es, zu analysieren, ob und in welcher Form englische Lehnwörter trotz politischer Bestrebungen zur Sprachreinheit in Werbeanzeigen präsent bleiben und wie diese Frequenz mit der jeweiligen Zielgruppe und Produktkategorie korreliert.
- Analyse der Häufigkeit von Anglizismen in unterschiedlichen Zeitschriftenkategorien.
- Untersuchung der gesetzlichen Sprachpolitik in Frankreich und deren Auswirkungen auf die Werbesprache.
- Einfluss der Zielgruppenansprache auf die Verwendung englischer Begriffe.
- Klassifizierung der Einsatzorte von Anglizismen (Slogan, Schlagzeile, Produktname, Fließtext).
- Überprüfung der Einhaltung gesetzlicher Übersetzungsregeln bei fremdsprachigen Inhalten.
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Werbesprache – eine Sondersprache?
Unter dem Begriff der Werbesprache werden grundsätzlich zwei verschiedene Formen der Kommunikation verstanden: Erstere wird als Berufssprache der Werbefachleute, auch bekannt als Werbeslang, bezeichnet, die sich u.a. zahlreicher Fachtermini und Anglizismen bzw. Amerikanismen bedient und für Laien auf diesem Fachgebiet demnach unverständlich erscheint. Letztere wird als Sprache der Publikumswerbung, als Reklamejargon, bezeichnet (vgl. Baumgart, 1992: 32).
Im Folgenden wird aufgezeigt, inwiefern diese sprachlichen Sonderformen Kriterien enthalten, die die Vermutung bekräftigen, dass es sich bei der Werbesprache um eine Sondersprache handelt. Der Begriff Sondersprache wird in der Literatur facettenreich benutzt. Um ein einheitliches Verständnis zu schaffen, sei hier auf die Definition von Römer (1971: 202) verwiesen:
„[…] eine Sprache […] die a) von einem beschränkten Personenkreis gesprochen wird, b) einen besonderen Wortschatz hat, c) zum Zwecke einer esoterischen Kommunikation gesprochen wird, d) ein besonderes Ausdrucksbedürfnis erfüllt“.
Die Sondersprache ist demnach nicht zu verwechseln mit der Fachsprache, z.B. der Sprache von Ärzten, Seeleuten oder Soldaten. Das erste Kriterium der Definition der Sondersprache besagt, dass sie nur von einem sehr beschränkten Personenkreis gesprochen wird. Bereits dieses Kriterium kann nicht erfüllt werden, da die Werbesprache nicht gesprochen wird. Römer bezeichnet die Werbesprache in ihren Ausführungen nicht als die natürliche Sprache eines Menschen, sondern als ein abgehobenes, isoliertes Gebilde (a.a.O: 1971: 203). Auch Janich (2005: 36) bezeichnet die Werbesprache in ihren Ausführungen als artifiziell und vertritt die Meinung, dass sie keine Sprechwirklichkeit besitzt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird die Problemstellung der Arbeit erläutert, die durch den Einfluss des Englischen auf das Französische und die französische Sprachpolitik geprägt ist.
Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Werbung und Werbesprache sowie die Bestandteile einer Anzeige und die verschiedenen Formen von Entlehnungen.
Anglizismen: Hier werden der Begriff des Anglizismus sowie die Wirkungsweise und Funktionen fremdsprachlicher Einflüsse in der Werbung theoretisch beleuchtet.
Umgang mit fremdsprachlichen Einflüssen in Frankreich: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die französische Sprachpolitik und Sprachpflege, inklusive der Entstehung des Loi Toubon.
Analyse: Der praktische Teil der Arbeit untersucht anhand quantitativer Daten aus verschiedenen Magazinen die tatsächliche Häufigkeit von Anglizismen in der französischen Werbung.
Zusammenfassende Darstellung: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und diskutiert die Wirksamkeit der gesetzlichen Regulierungen sowie einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.
Schlüsselwörter
Anglizismen, französische Sprachpolitik, Werbesprache, Loi Toubon, Printanzeigen, Sprachpflege, Fremdwort, Lehnwort, Zielgruppenanalyse, Marketing, Sprachpurismus, Werbekommunikation, Entlehnung, Produktnamen, Zeitschriftenwerbung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, in welchem Maße englische Lehnwörter in der französischen Zeitschriftenwerbung verwendet werden und wie sich dies zur restriktiven französischen Sprachpolitik verhält.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Sprachpolitik in Frankreich, die Rolle des Englischen in der Werbung, gesetzliche Vorgaben wie das Loi Toubon und die quantitative Analyse von Printmedien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob es der französischen Sprachpolitik gelungen ist, Anglizismen in der Werbesprache zu eliminieren oder zumindest signifikant zu reduzieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quantitative Analyse durchgeführt, bei der Werbeanzeigen aus den Magazinen Marie Claire, Public und Le Figaro-magazine ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen zu Werbung und Anglizismen, die Darstellung der französischen Sprachpolitik sowie die detaillierte Analyse der gesammelten Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Anglizismen, französische Sprachpolitik, Loi Toubon, Werbesprache und die Kategorisierung von Slogans sowie Produktnamen.
Warum spielt die Zielgruppe eine so wichtige Rolle bei der Analyse?
Die Analyse zeigt, dass jugendliche Zielgruppen eher für Anglizismen empfänglich sind, während ein älteres Publikum eine bodenständigere und rein französische Kommunikation bevorzugt.
Wie gehen die untersuchten Firmen mit der gesetzlichen Pflicht zur Übersetzung um?
Die meisten Unternehmen halten sich an die Vorgaben, indem sie englische Slogans übersetzen oder diese durch französische Begriffe ergänzen, oft kenntlich gemacht durch ein Asterix.
Welche Besonderheit wurde bei der Marke Montblanc festgestellt?
Montblanc zeigte inkonsistentes Verhalten, indem in einem Magazin alles auf Französisch war, während in einem anderen der Slogan englisch blieb, was auf imagebildende Gründe hindeuten könnte.
- Quote paper
- Alke Heykes (Author), 2010, Anglizismen im Französischen – ein No Go! Eine Untersuchung anhand von Printanzeigen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/204002