„Neue Medien“ haben sich in den letzten Jahren mehr und mehr in unserem Alltag etabliert und wurden zu einem Kernaspekt unserer heutigen medialen Gesellschaft. Nicht nur privat, sondern auch im schulischen Kontext finden „Neue Medien“ zunehmend Verwendung. So unterstützt beispielsweise auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Initiative „Schulen ans Netz e.V.“ diese Entwicklung.
Trotzdem wirft der Begriff „Neue Medien“ sowie sein Einsatz einige Fragen auf, die vor allem in den letzten 15 Jahren (mit zunehmender technologischer Entwicklung) kontrovers diskutiert wurden: Was genau verbirgt sich hinter dem umfangreichen Schlagwort „Neue Medien“ und welcher Mehrwert besteht durch die Einbeziehung in den Fremdsprachenunterricht?
Die vorliegende Arbeit widmet sich speziell dem Einsatz Neuer Medien im Englischunterricht und erörtert dabei, welcher Mehrwert und welche Probleme sich im Sinne der konstruktivistischen Lerntheorie für den Sprachunterricht ergeben. An erster Stelle soll dazu eine voneinander unabhängige Betrachtung und Definition der Begriffe „Konstruktivmus“ und „Neue Medien“ erfolgen, bevor in einem weiteren Schritt die beiden Themenkomplexe miteinander verknüpft und der Nutzen Neuer Medien im Bezug auf die konstruktivistische Lerntheorie diskutiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 KONSTRUKTIVISMUS
2.1 KONSTRUKTIVISTISCHE LERNTHEORIE
2.2 KONSTRUKTIVISTISCHER SPRACHERWERB
3 NEUE MEDIEN
3.1 DEFINITION
3.2 FORMEN NEUER MEDIEN IM FREMDSPRACHENUNTERRICHT
4 NEUE MEDIEN IM KONSTRUKTIVISTISCHEN ENGLISCHUNTERRICHT
4.1 MEHRWERT NEUER MEDIEN IM KONSTRUKTIVISTISCHEN ENGLISCHUNTERRICHT
4.2 PROBLEME NEUER MEDIEN IM (KONSTRUKTIVISTISCHEN) ENGLISCHUNTERRICHT
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz Neuer Medien im Englischunterricht unter Berücksichtigung der konstruktivistischen Lerntheorie. Dabei wird analysiert, welchen pädagogischen Mehrwert digitale Werkzeuge bieten können und mit welchen Herausforderungen Lehrkräfte bei der Integration dieser Medien konfrontiert sind.
- Grundlagen der konstruktivistischen Lerntheorie und des Spracherwerbs
- Definition und Kategorisierung Neuer Medien im schulischen Kontext
- Potenziale digitaler Medien zur Förderung von Wissenskonstruktion und Lernerautonomie
- Kritische Auseinandersetzung mit didaktischen Problemen und technischen Voraussetzungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition
Trotz der Tatsache, dass jede Form von Medien bei ihrem Erstaufkommen als „neu“ bezeichnet werden kann, umfasst der Begriff der „Neuen Medien“ ganz bestimmte Eigenschaften, die von Ratzke (1982: 14) bereits 1982 folgendermaßen beschrieben werden: „[Neue Medien sind] alle die Verfahren und Mittel (Medien), die mit Hilfe neuer oder erneuerter Technologien neuartige, also in dieser Art bisher nicht gebräuchliche Formen von Informationserfassung und Informationsbearbeitung, Informationsspeicherung, Informationsübermittlung und Informationsabruf ermöglichen". Bollmann (vgl. 1998: 12) konkretisiert diese Technologien 16 Jahre später, indem er sie als „digital“ und „computergestützt“ bezeichnet.
Im Zusammenhang mit Neuen Medien wird oft auch in Form von Synonymen oder Sonderformen/Spezifizierungen von „Digitalen Medien“, „Multimedia“ und „E-Learning“ gesprochen. Ohne an dieser Stelle im Detail auf diese Begriffe eingehen zu wollen, erweitern sie die Bezeichnung „Neue Medien“ vor allem um die Aspekte „Multimedialität“, „Multicodalität“, „Multimodalität“ und „Interaktivität“ (vgl. www.elearning-psychologie.de/elearning_multimedia.html, Stand: 22.07.11). Multimedialität meint den Einsatz unterschiedlicher (vor allem digitaler) Medien, wie zum Beispiel Hörbücher, E-Books, Audioplayer, Videoplayer oder Computer. Multicodalität bezieht sich darauf, dass Informationen mithilfe verschiedener Darstellungsarten angeboten werden können, wozu Hypertexte (also elektronische, non-lineare Texte mit Verlinkungen untereinander, z.B. im Internet), Bilder, Animationen und Computersimulationen (bei denen der Lerner virtuelle Experimente durchführen kann) gehören. Während Multimodalität das Ansprechen mehrerer Sinne, vor allem das Sehen und Hören, meint, beruft sich Interaktivität auf das aktive Eingreifen und Steuern des Lernenden im Lernprozess.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die zunehmende Bedeutung Neuer Medien in der heutigen Gesellschaft ein und formuliert die zentrale Fragestellung nach deren Mehrwert und Problemen im konstruktivistischen Englischunterricht.
2 KONSTRUKTIVISMUS: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der konstruktivistischen Lerntheorie und deren Anwendung auf den Spracherwerb, wobei aktives Wissen und soziale Interaktion im Vordergrund stehen.
3 NEUE MEDIEN: Hier wird der Begriff der Neuen Medien definiert und es werden verschiedene Formen wie Multimedia oder digitale Lernwerkzeuge im Fremdsprachenunterricht vorgestellt.
4 NEUE MEDIEN IM KONSTRUKTIVISTISCHEN ENGLISCHUNTERRICHT: Das Kapitel vergleicht die Merkmale des Konstruktivismus mit den Möglichkeiten Neuer Medien und diskutiert sowohl deren förderliche Aspekte als auch potenzielle praktische Schwierigkeiten.
5 FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Neue Medien bei didaktisch reflektiertem Einsatz eine wertvolle Ergänzung für den Unterricht darstellen.
Schlüsselwörter
Neue Medien, Konstruktivismus, Englischunterricht, Spracherwerb, Multimedialität, Interaktivität, Wissenskonstruktion, Fremdsprachendidaktik, Digitale Medien, Lernumgebung, Lernerautonomie, Didaktik, E-Learning, Hypertext, Selbstorganisation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Integration Neuer Medien in den Englischunterricht vor dem theoretischen Hintergrund des Konstruktivismus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die konstruktivistische Lerntheorie, die Definition und Klassifizierung Neuer Medien sowie deren praktische Anwendbarkeit und Problematik im Fremdsprachenunterricht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu erörtern, ob und wie Neue Medien einen tatsächlichen Mehrwert für den konstruktivistischen Sprachunterricht bieten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der kritischen Reflexion bestehender didaktischer Konzepte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Vereinbarkeit von medientechnischen Möglichkeiten mit den Anforderungen einer konstruktivistischen Didaktik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Konstruktivismus, Neue Medien, Wissenskonstruktion und fremdsprachendidaktische Mehrwerte.
Warum wird betont, dass Medien nur Werkzeuge sind?
Der Autor stellt klar, dass Medien keinen automatischen Lernerfolg garantieren, sondern ihre Wirkung von der didaktischen Einbettung durch die Lehrkraft abhängt.
Welche Rolle spielen Hypertexte in der Arbeit?
Hypertexte werden als exzellentes didaktisches Mittel hervorgehoben, da sie non-lineare Lernwege ermöglichen und der natürlichen Bedeutungskonstruktion des Menschen entsprechen.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Baumann (Autor:in), 2011, Neue Medien im konstruktivistischen Englischunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/203727