Es scheint, dass Travel- und Event-Management nicht ohne einander können. Die im Zuge der Krise zu Beginn des neuen Millenniums notwendig gewordenen Sparmaßnahmen hatten auch - und vor allem - die großen Unternehmen darüber nachdenken lassen, durch Kürzungen der Budgets im Bereich der Geschäftsreisen und Meetings die Ausgaben erheblich zu senken. Es stellte sich jedoch heraus, dass trotz der technisch schier unbegrenzten Möglichkeiten im Zeitalter der Breitbandströme und Videokonferenzen die Mitarbeiter (und allen voran das mittlere Management) darauf bestanden, sich weiterhin persönlich treffen. Der intensive Austausch, gerade in fachlich komplizierteren Wissenschaftsgebieten aber auch das Auf- und Ausbauen von berufs- und karriereorientierten Netzwerken kommen ohne den persönlichen Kontakt nicht aus. Ob es um das Diskutieren eines neuen wissenschaftlichen Ergebnisses geht oder um interne und externe Identifikation mit einem Unternehmen, um Kundenbindung oder um neuralgische Themen, die psychologisches Fingerspitzengefühl erfordern: Alles das kommt nur zustande, wo es “menschelt“ – die perfekte Situation für derlei Inhalte ist virtuell kaum herzustellen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Tagungen und Kongresse weltweit eine bedeutende Rolle spielen. Deutsche Unternehmen messen ihnen eine solche Wichtigkeit bei, dass sie mehr Geld für derlei Veranstaltungen ausgeben als für Geschäftsreisen. Letztere werden mit 53,4 Mrd. Euro beziffert, während das Event Management einen ansehnlichen Betrag in Höhe von 64 Mrd. Euro verschlang.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorbemerkung
2 Definition und Abgrenzung
2.1 Tagung
2.2 Kongress
3 Voraussetzung für die Durchführung der Veranstaltung
3.1 Die Größenordnung
3.2 Die Anforderungskriterien
3.3 Anbieter und Nutzer von Veranstaltungsstätten
3.3.1 Anbieter
3.3.2 Nutzer
4 Der geografische Raum: Deutschland versus Österreich
4.1 Location
4.1.1 Deutschland
4.1.2 Österreich
4.2 Verkehrstechnische Orientierung
4.2.1 Deutschland
4.2.2 Österreich
4.3 Vorteile des geografischen Raums
4.3.1 Deutschland
4.3.2 Österreich
5. Wirtschaftsfaktor „Veranstaltungsbranche“
5.1 BIP
5.2 Trends und Entwicklungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung von Kongressen und Tagungen als zentralen Wirtschaftsfaktor für geografische Räume am Beispiel von Deutschland und Österreich. Dabei wird analysiert, welche infrastrukturellen Voraussetzungen für Veranstaltungsorte entscheidend sind und wie sich die Veranstaltungsbranche ökonomisch entwickelt.
- Grundlegende Begriffsbestimmung von Tagungen und Kongressen
- Anforderungskriterien bei der Auswahl von Veranstaltungsstätten
- Vergleichende Analyse der Standortfaktoren von Deutschland und Österreich
- Bedeutung der Veranstaltungsbranche für das Bruttoinlandsprodukt (BIP)
- Zukünftige Trends, Nachhaltigkeit und Green Meetings
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Größenordnung
Aus diesem Diagramm geht hervor, dass knapp mehr als die Hälfte aller Veranstaltungen von wenigstens 20 und maximal 50 Teilnehmern besucht werden. Das erfordert bereits eine Größe der Räumlichkeiten, die kleine Gastronomien nicht aufzubringen in der Lage sind.
Rund ein Drittel der Tagungen und Kongresse werden von 51 bis 250 Teilnehmern besucht. Räumlichkeiten dieser Größenordnung befinden sich im Wesentlichen in Städten oder deren urbanem Umfeld. Sofern sie auf dem Land gewünscht sind, sind sie eigens für gebaut worden oder werden dafür gebaut.
Das Verhältnis von Großveranstaltungen zu ihrem prozentualen Anteil an allen Veranstaltungen ist umgekehrt proportional. Veranstaltungen, die von über 5000 Teilnehmern besucht werden, haben nur noch einen Anteil von 2%.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorbemerkung: Erläutert die anhaltende Relevanz persönlicher Treffen trotz digitaler Alternativen und skizziert die ökonomische Bedeutung des Event-Managements.
2 Definition und Abgrenzung: Definiert die Begriffe Tagung und Kongress und grenzt diese von verwandten Formaten wie der Unkonferenz oder dem BarCamp ab.
3 Voraussetzung für die Durchführung der Veranstaltung: Analysiert notwendige Kapazitäten, Kriterien für Veranstaltungsstätten sowie die Rollen der Akteure (Anbieter und Nutzer).
4 Der geografische Raum: Deutschland versus Österreich: Vergleicht die beiden Länder hinsichtlich ihrer Attraktivität als Kongressstandorte, ihrer Infrastruktur und ihrer regionalen Schwerpunkte.
5. Wirtschaftsfaktor „Veranstaltungsbranche“: Untersucht den Beitrag der Branche zum BIP sowie aktuelle Entwicklungen wie den Trend zum „Green Meeting“ und die Bedeutung von Investitionen.
Schlüsselwörter
Kongresse, Tagungen, Veranstaltungsbranche, Wirtschaftsfaktor, Deutschland, Österreich, Veranstaltungsstätten, BIP, Green Meetings, Infrastruktur, Business-Tourismus, Event-Management, Networking, Tagungshotels, Kongresszentren
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die ökonomische Relevanz von Tagungen und Kongressen in Deutschland und Österreich sowie die infrastrukturellen und strategischen Erfolgsfaktoren für diese Veranstaltungsbranche.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition der Veranstaltungsformate, der Analyse von Standortvorteilen, der Rolle von Veranstaltern und Anbietern sowie der quantitativen Bedeutung für das BIP.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, warum Kongresse und Tagungen trotz technologischer Fortschritte ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor bleiben und welche spezifischen Rahmenbedingungen die Wettbewerbsfähigkeit von Regionen wie Deutschland und Österreich ausmachen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf der Auswertung bestehender Statistiken, Branchenberichte (wie das Meeting- & EventBarometer) und Fachpublikationen zum Tagungs- und Kongressmarkt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die Analyse von Anforderungskriterien (Erreichbarkeit, Qualität) und einen detaillierten Ländervergleich zwischen Deutschland und Österreich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Veranstaltungsbranche, Kongressmarkt, Wirtschaftsfaktor, Standortvorteile und nachhaltige Eventkonzepte.
Wie schneidet Österreich im Vergleich zu Deutschland ab?
Österreich punktet vor allem durch die Attraktivität seiner Metropole Wien und hohe Servicequalität, während Deutschland durch eine flächendeckende Infrastruktur und eine hohe Dichte an Kongresszentren als Marktführer in Europa überzeugt.
Welche Bedeutung haben „Green Meetings“?
Nachhaltigkeit wird als zunehmend kritischer Erfolgsfaktor eingestuft, wobei Deutschland im internationalen Wettbewerb eine Vormachtstellung einnimmt, da Unternehmen zunehmend Wert auf klimafreundliche Tagungskonzepte legen.
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- Anonym (Author), 2012, Kongresse und Tagungen als wichtiger Wirtschaftsfaktor eines geografischen Raums, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/203500