„Ich brauche vieles und viel davon. / Und nur für mich, nur für mich. / Von allem, was man haben will, / brauche ich zehnmal so viel. / Ich werde nie satt, ich werde nie satt. / Es ist besser, wenn man mehr hat. / Mehr!“ – so heißt es in dem Lied Mehr von der Band Rammstein. Im Rahmen der Vorlesung Konsumismus soll hier im Folgenden zuerst der Liedtext und der darin beschriebene Konsument auf Basis des 16. Paragraphen des Vorlesungsskriptes - „Der Mensch als Konsument“ - besprochen werden. Zudem soll im Sinne des Konsumismus untersucht werden, warum der im Lied beschriebene Mensch mehr will. Welche Begründungen finden sich diesbezüglich in der Konsumkultur und -psychologie? Gibt es einen Auslöser für sein Lustempfinden? Abschließend wird im Fazit versucht, folgende Frage im Kontext der radikalen Endlichkeit eines Menschen zu beantworten: Ist es wirklich besser, wenn man mehr hat?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse des Liedtextes „Mehr“
3. Begründungen für das Verlangen nach mehr
3.1 Hedonismus als Erklärung
3.2 Zeitmythos und radikale Endlichkeit
3.3 Konsumorientiertheit als Weltanschauung
3.4 Kontext punktueller Gegenwart
3.5 Individualisierungsprozess
3.6 Konsum als Freizeitwert
3.7 Bedürfnisbefriedigung und Unlustvermeidung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das menschliche Verlangen nach unbegrenztem Konsum anhand des Liedtextes „Mehr“ der Band Rammstein, um zu ergründen, warum ein Subjekt nach immer mehr strebt und ob dies angesichts der menschlichen Endlichkeit tatsächlich erstrebenswert ist.
- Psychologische Motive des Konsumverhaltens
- Einfluss von Hedonismus und Konsumkultur
- Die Rolle der Zeitwahrnehmung und radikalen Endlichkeit
- Die Auswirkungen von Individualisierung auf den Egoismus
Auszug aus dem Buch
3.2 Zeitmythos und radikale Endlichkeit
Die Begründung mit Hedonismus könnte bis dahin weitergeführt werden, dass das Ich den Sinn des Lebens im Lebensgenuss selbst sieht und deshalb mehr braucht. Da es kein Ziel und nie genug für das Subjekt gibt, scheint es keine zeitliche Beschränkung zu wollen - Johann Baptist Metz spricht in diesem Zusammenhang von einem Großmythos der Moderne: dem Zeitmythos. Er beschreibt diesen als „die Imagination von Welt im Horizont unbefristeter, evolutionistisch entfristeter Zeit“.
Die Person aus dem Lied scheint sich daher auch seiner radikalen Endlichkeit nicht bewusst zu sein, da sie vom Konsum, vom Mehr-Wollen, stark vereinnahmt ist. Es ist durchaus denkbar, dass sie sich aufgrund dieser Besessenheit nach mehr die Option bald oder überhaupt sterben zu können, noch nicht vor Augen gehalten hat. Dieser sogenannte Zustand der beruhigten Endlichkeit besitzt ein Moment, welches von der Erfahrung geprägt ist, dass eine Resignation vorherrscht, welche von leerer bzw. zeitloser Zeit überwältigt wurde und deren Hülle die Konsum- und Leistungskultur bildet. „Diese Kultur ist prädestiniert, Allmachtsfantasien der zeitlos-punktuellen Empfindungen durch Konsumakte zu entwickeln“, in welcher die utopische Vorstellung aufkommt, dass Glück käuflich sei.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Liedtextes „Mehr“ der Band Rammstein und Hinführung zur Fragestellung nach den psychologischen und kulturellen Ursachen für gesteigerten Konsum.
2. Analyse des Liedtextes „Mehr“: Detaillierte Untersuchung des im Lied beschriebenen Subjekts, das durch Gier, Egoismus und die ständige Forderung nach mehr Besitz charakterisiert wird.
3. Begründungen für das Verlangen nach mehr: Herleitung verschiedener Ursachen für das Konsumverhalten, von hedonistischen Bestrebungen über soziologische Konzepte der Individualisierung bis hin zur psychologischen Bedürfnisbefriedigung.
4. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage mit dem Ergebnis, dass ein grenzenloses Streben nach Mehr angesichts der menschlichen Endlichkeit ein Lebensproblem darstellt.
Schlüsselwörter
Konsumismus, Rammstein, Hedonismus, Zeitmythos, radikale Endlichkeit, Konsumkultur, Individualisierung, Egoismus, Bedürfnisbefriedigung, Warenkonsum, Lebensphilosophie, Glückserfahrung, Konsumorientiertheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Phänomen des grenzenlosen Konsumstrebens am Beispiel des Liedes „Mehr“ der Band Rammstein.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen Konsumpsychologie, soziologische Aspekte der Moderne, Hedonismus sowie die philosophische Auseinandersetzung mit menschlicher Endlichkeit.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Ist es wirklich besser, wenn man mehr hat?“ und untersucht dies im Kontext der radikalen Endlichkeit eines Menschen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine textanalytische Untersuchung, die den Liedtext als primäre Quelle nutzt und diese mit soziologischen und theologischen Theorien (z.B. von Hauser, Metz, Richter) verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Textanalyse sowie die Untersuchung von sieben Begründungsebenen für das konsumorientierte Verhalten des Subjekts.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Konsumismus, radikale Endlichkeit, Hedonismus und Konsumorientiertheit bestimmt.
Wie interpretiert die Autorin die ständige Wiederholung des Wortes „Mehr“?
Die Wiederholungen werden als energische Forderung interpretiert, deren Erfüllung keinen Aufschub duldet, was den Charakter einer Lebensphilosophie annimmt.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zum „Glück durch Kaufen“?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass das Bedürfnis nach vollendetem Glück bleibt, selbst wenn der einzelne Gegenstand erworben wurde, was den Prozess des ewigen „Mehr-Wollens“ erst auslöst.
- Quote paper
- Antonia Zentgraf (Author), 2012, „Es ist besser, wenn man mehr hat“!?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/203387