[...] Während meiner „Assistenzzeit“ konnte ich auch viele positive Erfahrungen sammeln. So konnte ich verschiedene Methoden mit den Schülern ausprobieren. Darüber hinaus konnte ich den Umgang mit verschiedenen Unterrichtsstörungen üben, welche in meiner zukünftigen Tätigkeit als Lehrerin immer wieder eine Rolle spielen werden. Zudem habe ich während meiner Unterrichtstätigkeit viele Materialien ansammeln können, die ich sicherlich auch noch später verwenden kann.
Ganz wesentlich und wichtig war aber vor allem, dass ich mir über verschiedene Probleme im Fremdsprachenanfangsunterricht bewusst geworden bin, da ich jede Klassenstufe an der Grundschule unterrichtet habe, die bereits Fremdsprachenunterricht hatten (CE1, CE2, CM1 und CM2). So ist es beispielsweise gerade im Anfangsunterricht wichtig, als Lehrer den Schülern viel Input zu geben, um den Schülern zunächst ein Gefühl für die Fremdsprache zu geben (d.h. vor allem für den unbekannten Klang in ihren Ohren). Es stellte sich außerdem als sehr hilfreich heraus, Aufgabenstellungen von einem Schüler nochmals erklären zu lassen, um sicherzugehen, dass die Aufgabenstellung verstanden wurde. Zudem sollte man als Lehrer unbedingt darauf achten, dass die Themen anfangs nicht zu komplex ausgewählt werden, um die Schüler mit der Fülle nicht zu überfordern.
Inhaltsverzeichnis
1. Erste Schritte
Zusage
Reisevorbereitung
Ankunft in Metz
Kontaktaufnahme mit der Schule
Verkehrsanbindung
2. Pädagogische Erfahrungen
Einsatz im Unterricht
3. Persönliche Eindrücke
Soziale Kontakte
Sprachkurs
Freizeitbereich
4. Persönliches Fazit
Unterrichtsvorschlag
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dokumentiert die Erfahrungen einer Fremdsprachenassistentin in der französischen Region Lothringen und beleuchtet kritisch die Diskrepanz zwischen dem offiziellen Anforderungsprofil der Assistenz und der realen Tätigkeit als eigenverantwortliche Lehrkraft. Dabei stehen die administrativen Herausforderungen, die methodische Unterrichtsgestaltung sowie die persönliche Bewältigung des Auslandsaufenthalts im Fokus.
- Herausforderungen bei der organisatorischen Vorbereitung und Wohnungssuche
- Kritische Reflexion der Arbeitsbedingungen und der Vergütungspraxis
- Analyse der eigenverantwortlichen Unterrichtsführung an Grundschulen
- Methodische Ansätze im Fremdsprachenanfangsunterricht
- Persönliche Entwicklung und soziale Integration im Ausland
Auszug aus dem Buch
Einsatz im Unterricht
Mein Einsatz im Unterricht sah so aus, dass ich den Unterricht komplett allein plante und durchführte. Es gab keinerlei Unterstützung durch die einzelnen Klassenlehrer, da niemand der deutschen Sprache mächtig war. Da es keine Deutschlehrer an meinen Schulen gab, fand dementsprechend auch keine Betreuung durch Fachlehrer fand dementsprechend auch nicht statt. Das bedeutete, dass mir die gesamte Klasse übergeben wurde, während die Lehrer die „freie“ Zeit nutzten, um Korrekturen vorzunehmen, Telefonate zu führen oder einfach den Klassenraum zu verlassen, um in Ruhe einen Kaffee zu trinken. Sie sind nicht einmal auf die Idee gekommen, mir zu helfen. Beispielsweise hätten sie mich zumindest in Disziplinfragen oder bei der Übersetzung von Aufgabenstellungen unterstützen können. Teilweise wurden die Deutschstunden sogar dafür genutzt, dass der Klassenlehrer in einer anderen Klasse parallel zum Deutschunterricht Englischunterricht erteilte.
Als ich mich mit meinem Problem an meine Ansprechpartnerin Béatrice Star wandte, wurde mir gesagt, dass das für den Einsatz an Grundschulen vollkommen normal wäre und es leider nicht zu ändern wäre. Da ich jedoch sowohl vor als auch während meiner „Assistenzzeit“ Kontakt zu anderen Assistenten mit dem Einsatzort Grundschule hatte, wusste ich, dass das nicht stimmte. Ich habe auf den pädagogischen Treffen sogar eine deutsche Assistentin für den Primarbereich in der Region Lothringen kennengelernt, die auch tatsächlich „nur“ Assistentin war. In anderen Regionen (laut Assistenten in Paris, Lyon und Montpellier) wurden Assistenten, und zwar unabhängig von der Schulform, wohl auch ausschließlich als Assistenten eingesetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Erste Schritte: Dieses Kapitel beschreibt die organisatorische Vorbereitung, von der Schulzuweisung über die Wohnungssuche bis hin zur Ankunft in Metz und der Kontaktaufnahme zur Schule.
2. Pädagogische Erfahrungen: Hier wird der Arbeitsalltag an den Grundschulen reflektiert, wobei insbesondere die problematische, eigenverantwortliche Unterrichtsführung ohne pädagogische Unterstützung kritisiert wird.
3. Persönliche Eindrücke: Das Kapitel beleuchtet das soziale Umfeld, die Teilnahme an Sprachkursen sowie die Freizeitgestaltung in Metz während des Auslandsaufenthalts.
4. Persönliches Fazit: Die Autorin zieht eine Bilanz der Assistenzzeit, reflektiert die gewonnenen methodischen Erkenntnisse und präsentiert einen konkreten Unterrichtsvorschlag.
Schlüsselwörter
Fremdsprachenassistenz, Lothringen, Grundschulunterricht, Auslandsaufenthalt, Lehrtätigkeit, Unterrichtsmethodik, Bildungsverwaltung, Fremdsprachenanfangsunterricht, Lehrerausbildung, pädagogische Praxis, Metz, Mobilität, Vertragsgestaltung, Sprachförderung, Unterrichtsplanung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Bericht grundsätzlich?
Der Bericht schildert die persönlichen Erfahrungen einer jungen Lehrkraft während ihres Einsatzes als Fremdsprachenassistentin in Metz, Frankreich.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Die Arbeit behandelt Themen wie die administrative Vorbereitung, die Realität des Unterrichtsalltags, die finanzielle und vertragliche Situation sowie die persönliche Integration.
Was ist das primäre Ziel des Berichts?
Ziel ist es, einen authentischen Einblick in die Praxis des Fremdsprachenassistentenprogramms zu geben und insbesondere die Diskrepanz zwischen der vertraglich vereinbarten Assistenzrolle und der tatsächlichen Lehrtätigkeit aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Perspektive nimmt die Autorin ein?
Die Autorin nutzt einen erfahrungsorientierten, reflexiven Ansatz, um pädagogische Herausforderungen im Fremdsprachenanfangsunterricht zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die pädagogische Reflexion des Unterrichtseinsatzes und die Schilderung der persönlichen sowie administrativen Erfahrungen in Metz.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Fremdsprachenassistenz, pädagogische Praxis, Bildungsverwaltung und Unterrichtsmethodik zusammenfassen.
Wie bewertet die Autorin die Unterstützung durch die französische Akademie?
Die Autorin bewertet die Unterstützung durch die Akademie als unzureichend und kritisiert insbesondere die intransparente und ungerechte Behandlung bezüglich der Gehaltskürzungen bei Vertragsverlängerung.
Welchen konkreten Unterrichtsvorschlag macht die Autorin für den Primarbereich?
Die Autorin schlägt die Behandlung des Buches "Die kleine Raupe Nimmersatt" von Eric Carle vor, um spielerisch Wortschatz zu den Themen Farben, Zahlen, Wochentage und Früchte zu vermitteln.
- Arbeit zitieren
- M.E. Carolin Kautza (Autor:in), 2012, Erfahrungsbericht - Pädagogischer Austauschdienst (PAD), München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/203329