Diese Seminararbeit mit der Endnote 1,3 befasst sich mit dem Wandel des Sports und dem Wandel der Gesellschaft in Deutschland, in der der Sport betrieben wird. Dabei werden vier Einflussgrößen näher betrachtet, die auf den (Leistungs) Sport einwirken:
- Sport und Familie
- Sport in Schule und Universität
- Sportliche Anerkennung in der Gesellschaft
- Demographische Entwicklung
Es werden Definitionen von Kultur und Zivilisation vorgeschlagen, auf die die genannten Einflussgrößen hin untersucht werden.
Die Arbeit macht deutlich, dass Deutschland hinsichtlich der Entwicklung des Spitzensports auf schwierige Zeiten zusteuert, da der Sport in den Familien immer weniger vermittelt wird, der gesellschaftliche Status von Sport insbesondere im Vergleich zu anderen Ländern mangelhaft ist, das Bildungssystem wenig sportfördernd wirkt und schlussendlich auch die demographische Entwicklung gegen den Sport arbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Begriffsdefinitionen
2. Sport in der Familie
3. Sport in Schule und Universität
3.1 Schule und Spitzensport
3.2 Universität und Spitzensport
3.3 Exkurs: Eigene Erfahrungen mit dem Hochschulsport
4. Anerkennung des Leistungssports in der Gesellschaft
5. Demographische Entwicklung der Bevölkerung und Konsequenzen für den Spitzensport
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss kultureller und zivilisatorischer Faktoren auf den Spitzensport in Deutschland unter der zentralen Annahme, dass sportliche Leistung durch gesellschaftliche Rahmenbedingungen maßgeblich geprägt wird. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie sich spezifische gesellschaftliche Bereiche als Einflussgrößen auf die Entwicklung und den Status des Spitzensports auswirken.
- Die Rolle der Familie bei der sportlichen Prägung und Wertevermittlung.
- Die Vereinbarkeit von Bildungswesen (Schule/Universität) und Leistungssport.
- Die gesellschaftliche Wahrnehmung und Anerkennung von Spitzenleistungen.
- Die Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Leistungssport.
Auszug aus dem Buch
3.2 Universität und Spitzensport
Wie stellt sich die Situation an den deutschen Hochschulen dar? Zunächst ist festzustellen, dass der Anteil der Studenten an den Olympiamannschaften seit den Spielen in Atlanta 1996 stetig gewachsen ist. Somit könnte der Eindruck entstehen, dass der Einfluss des universitären Systems auf den Spitzensport maßgeblich und geplant verläuft: Das diese Annahme ein Irrtum ist, soll im Folgenden dargestellt werden, denn selbst die Autoren der obigen Studie berichten von mangelhafter Einbindung der Hochschulen und damit einem elementaren, wenn nicht sogar wichtigsten Teil des Bildungssystems und damit Kultureinflussfaktor auf den deutschen Spitzensport: „Dass der Spitzensport in Deutschland ein kräftiges Standbein an den Hochschulen des Landes hat, fand in den vergangenen Jahren nur sehr beschränkt Eingang in die Diskussionen und Entscheidungen zur Optimierung der nationalen Spitzensportkonzepte.“
Sehr interessant ist auch hier wieder der Einfluss des historischen Prozesses bis zur Wiedervereinigung zu beachten, der laut der eingangs gegebene Definition ein Merkmal einer Zivilisation ist: „Unterstützt von einer an vielen Hochschulen vorherrschenden politischen „Linkslastigkeit“ und einer ideologischen Abkehr vom Gedanken der Eliteförderung standen auch im Sport an Hochschulen Grundsätze wie beispielsweise „Sport für alle“ und eine Fokussierung auf den Breiten- und Freizeitsport im Vordergrund. Besonders ausgeprägt waren die Vorbehalte gegenüber dem Leistungs- und Hochleistungssport innerhalb der Studierendenvertretungen, obwohl von der grundsätzlichen Ablehnung des Spitzensports sowohl die Hochschulen als auch der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband als Dachverband des universitären Sports in Deutschland in Gänze betroffen waren.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Motivation und thematische Hinführung zur Bedeutung von Kultur und Zivilisation als Einflussgrößen auf den Spitzensport.
1.1 Begriffsdefinitionen: Definition der für die Arbeit zentralen Begriffe Kultur und Zivilisation als Grundlage der weiteren Untersuchung.
2. Sport in der Familie: Analyse der Familie als primäre Instanz der sportlichen Prägung und ihre Bedeutung für den späteren sportlichen Erfolg.
3. Sport in Schule und Universität: Untersuchung des Bildungssystems als Kultureinflussfaktor und dessen Spannungsfeld zum Leistungssport.
3.1 Schule und Spitzensport: Analyse der Schullandschaft im Hinblick auf mangelnde Förderung und Konkurrenz zum Vereinssport.
3.2 Universität und Spitzensport: Betrachtung der hochschulischen Rahmenbedingungen für Leistungssportler vor dem Hintergrund historischer und struktureller Faktoren.
3.3 Exkurs: Eigene Erfahrungen mit dem Hochschulsport: Ein persönlicher Erfahrungsbericht, der die Diskrepanz zwischen sportlichem Anspruch und hochschulischer Unterstützung illustriert.
4. Anerkennung des Leistungssports in der Gesellschaft: Diskussion der historisch bedingten, kritischen Haltung gegenüber Spitzenleistungen in Deutschland.
5. Demographische Entwicklung der Bevölkerung und Konsequenzen für den Spitzensport: Prognose über die Herausforderungen durch den Bevölkerungsrückgang für den Nachwuchs im Spitzensport.
6. Zusammenfassung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Fazit zur zukünftigen Herausforderung des Spitzensports in Deutschland.
Schlüsselwörter
Spitzensport, Kultur, Zivilisation, Leistung, Bildungssystem, Familie, Demographischer Wandel, Hochschulsport, Talentförderung, Elite, Deutschland, Gesellschaft, Sportgeschichte, Nachwuchsleistungssport, Wertevermittlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie verschiedene kulturelle und zivilisatorische Bereiche in Deutschland den Spitzensport beeinflussen und welche strukturellen Hürden dabei existieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themenfelder umfassen die Rolle der Familie, das Bildungssystem (Schule/Universität), die gesellschaftliche Anerkennung von Spitzenleistungen sowie die Auswirkungen der demographischen Entwicklung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Strukturen des deutschen Spitzensports nicht isoliert, sondern als Resultat historischer und kultureller gesellschaftlicher Prozesse zu verstehen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen Essay, der auf literarischer Grundlage (unter Einbeziehung von Werken wie „Leistungssport als Denkmodell“ von Karl Adam) und persönlichen Erfahrungen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der vier genannten Einflussfaktoren: Familie, Schule/Universität, gesellschaftliche Anerkennung und Demographie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Spitzensport, Kultur, Bildungssystem, Elite, demographischer Wandel und Leistungsstrebung.
Warum wird im Kontext des Spitzensports von einem historischen Prozess gesprochen?
Die Arbeit definiert Zivilisation als ein Resultat historischer Prozesse, was bedeutet, dass heutige Einstellungen zum Spitzensport, beispielsweise an Universitäten, tief in der Geschichte Deutschlands verwurzelt sind.
Welche Rolle spielt die demographische Entwicklung für zukünftige Sportlergenerationen?
Der Rückgang der Geburtenraten führt zu einem schrumpfenden Reservoir an potentiellen Leistungssportlern, was den Spitzensport vor erhebliche Herausforderungen hinsichtlich der Talentsichtung und -förderung stellt.
- Arbeit zitieren
- Paul Langner (Autor:in), 2011, Gesellschaftlicher Wandel und Wandel des Sports, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/203156