In den letzten Jahren gab es viele neue Entwicklungen im Lebensversicherungsgeschäft. Die vorliegende Seminararbeit behandelt das verstärkte Angebot von Kapitalisierungsprodukten durch die Versicherer und die neuere Entwicklung in der Lebensversicherung. Die neuen Produkte stehen oft in direkter Konkurrenz zu klassischen Bankprodukten. Anhand der Fachpresse ist zu erkennen, dass auf Kapitalisierungsprodukten ein stetig wachsender Fokus liegt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Produktbeschreibung
2.1 Lebensversicherungsformen
2.2 Kapitalisierungsprodukte
3 Entwicklung von traditionellen Kapitallebensversicherungen und Kapitalisierungsprodukten
3.1 Nachfrageentwicklung von traditionellen Kapitallebensversicherungen und Kapitalisierungsprodukten
3.2 Nachfrageentwicklung von Verträgen gegen Einmalbeitrag
3.3 Auswirkungen für Bestandskunden
4 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die Seminararbeit untersucht das verstärkte Angebot von Kapitalisierungsprodukten durch Lebensversicherer und deren Auswirkungen auf den Versicherungsmarkt sowie auf Bestandskunden in einem Umfeld niedriger Zinsen.
- Analyse moderner Lebensversicherungsformen und ihrer Relevanz.
- Untersuchung der Nachfrageentwicklung nach Kapitalisierungsprodukten und Einmalbeitragsverträgen.
- Bewertung des Wettbewerbs zwischen Versicherungs- und Bankprodukten.
- Rolle der Finanzaufsicht (BaFin) bei der Regulierung von Kapitalisierungsprodukten.
- Evaluation potenzieller Risiken und Nachteile für Bestandskunden durch Quersubventionierung.
Auszug aus dem Buch
3.3 Auswirkungen für Bestandskunden
Durch den starken Nachfrageanstieg von Kapitalisierungsprodukten besteht die Gefahr, dass für Bestandskunden ein Nachteil entsteht. Das Problem hierbei sind die hohen Zinsversprechungen der Versicherer gegenüber Neukunden, die Kapitalisierungsprodukte nachfragen. Das niedrige Zinsniveau am Kapitalmarkt macht es für den Versicherer schwer, eine hohe Rendite zu erwirtschaften. Hier stellt sich die Frage, wo der Versicherer das Geld der Neukunden kurzfristig anlegt, um seine Renditeversprechungen einhalten zu können. So gab es zum Beispiel im Jahr 2009 bei der Swiss Life eine Verzinsung von 4,2 Prozent auf Kapitalisierungsprodukte. Am Kapitalmarkt erwirtschafteten sie aber nur 3,65 Prozent mit dem Kapital der Neukunden.31 Somit wird klar, dass sie ihr Zinsversprechen gegenüber Neukunden nur durch eine Quersubventionierung einhalten können, was bedeutet, dass auf die Rückstellungen zurückgegriffen wird.32 Diese stehen aber ausschließlich den Bestandkunden zu, denn Neukunden haben mit ihren kurzfristigen Kapitalisierungsprodukten nichts dazu beigetragen.33 Um zu verhindern, dass die Kapitalisierungsprodukte aus den Kapitalanlagen der Bestandskunden subventioniert werden, müssten die Kapitalanlagen der Bestandskunden und die Kapitalisierungsprodukte der Neukunden getrennt geführt werden. Diese Trennung ist aber erst verpflichtend, wenn der Anteil der Kapitalisierungsprodukte bei mindestens drei Prozent der gesamten Kapitalanlagen liegt.34 Durch die Vorgabe dieser drei Prozent Grenze von der BaFin bestehen keine negativen Auswirkungen für Bestandskunden mehr, wenn der Versicherer die Grenze überschreitet. Bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen Versicherer, die unterhalb dieser Grenze liegen, ergreifen, um negative Auswirkungen für ihre Bestandskunden zu verhindern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle Marktsituation der Lebensversicherung ein und beschreibt den wachsenden Fokus auf Kapitalisierungsprodukte als Konkurrenz zu Bankprodukten.
2 Produktbeschreibung: Dieses Kapitel definiert verschiedene Lebensversicherungsformen sowie Kapitalisierungsprodukte und erläutert deren spezifische Merkmale.
3 Entwicklung von traditionellen Kapitallebensversicherungen und Kapitalisierungsprodukten: Der Hauptteil analysiert die Nachfrageverschiebungen, die Auswirkungen auf Einmalbeitragsverträge und die daraus resultierenden Konsequenzen für Versicherungsbestände.
3.1 Nachfrageentwicklung von traditionellen Kapitallebensversicherungen und Kapitalisierungsprodukten: Hier werden die Gründe für den Rückgang klassischer Lebensversicherungen und die strategische Neuausrichtung der Versicherer beleuchtet.
3.2 Nachfrageentwicklung von Verträgen gegen Einmalbeitrag: Dieses Kapitel zeigt das starke Wachstum von Einmalbeitragsprodukten nach der Finanzkrise auf.
3.3 Auswirkungen für Bestandskunden: Hier wird die Problematik der Quersubventionierung durch Neugeschäft zulasten der bestehenden Versicherungsnehmer thematisiert.
4 Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Marktentwicklung zusammen und gibt einen Ausblick auf die Rolle der Finanzaufsicht und künftiger Zinsentwicklungen.
Schlüsselwörter
Lebensversicherung, Kapitalisierungsprodukte, Einmalbeitrag, Neugeschäft, BaFin, Zinsniveau, Altersvorsorge, Kapitalanlage, Rendite, Versicherungswirtschaft, Quersubventionierung, Finanzmarktkrise, Bestandskunden, Fondsprodukte, Rentenversicherung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die neuere Entwicklung auf dem Markt der Lebensversicherungen, insbesondere den Trend hin zu Kapitalisierungsprodukten und deren Wettbewerb mit klassischen Bankprodukten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Produktbeschreibung von Lebensversicherungsformen, die Dynamik der Nachfrage bei Einmalbeiträgen und die regulatorische Überwachung durch die Finanzaufsicht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Versicherer auf das sinkende Zinsniveau reagieren und welche Auswirkungen die offensive Vermarktung von Kapitalisierungsprodukten auf die Stabilität der Versicherungsbestände hat.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Fachpresse, Branchenstatistiken und regulatorischen Vorgaben der BaFin.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Nachfrageveränderungen nach verschiedenen Versicherungspolicen sowie den spezifischen Auswirkungen, die diese neuen Geschäftsmodelle für bestehende Kunden haben.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kapitalisierungsprodukte, Einmalbeiträge, Zinsumfeld, Neukundengewinnung und Versicherungsaufsicht.
Warum interessieren sich Kunden heute stärker für kurzfristige Kapitalisierungsprodukte als für klassische Lebensversicherungen?
Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus am Kapitalmarkt bieten diese Produkte im Vergleich zu traditionellen Versicherungen oder Bankprodukten oft attraktivere Renditen bei kurzfristiger Anlage.
Welche Rolle spielt die BaFin in diesem Kontext?
Die BaFin interveniert, um die Interessen der Bestandskunden zu schützen und eine zu starke, risikobehaftete Konkurrenz zu Bankprodukten zu verhindern, indem sie z. B. Anforderungen an die Trennung von Kapitalanlagen stellt.
- Arbeit zitieren
- Daniel Oberer (Autor:in), 2010, Neuere Entwicklung in der Lebensversicherung: Kapitalisierungsprodukte, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/203110