In mehrerer Hinsicht diente die Antike in der Französischen Revolution als Vorbild. In vorliegender Hausarbeit wurde dies anhand verschiedener Aspekte eingehender analysiert.
Gliederung
1. Einleitung
2. Verklärung von Vorbildern aus der Mythologie
2.1 Die Brutus-Faszination
2.1.1 Die mythologische Brutus-Gestalt
2.1.2 Generelles Aufblühen der Brutus-Begeisterung
2.1.3 Das Brutus-Gemälde von Jacques-Louis David
2.2 Identifikationsfigur Herkules
2.2.1 Herkules in der griechischen Mythologie
2.2.2 Begeisterung für Herkules bei den Sansculotten
3. Verklärung historisch nachweisbarer Vorbilder
3.1 Marcus Tullius Cicero und seine Rezeption
3.1.1 Cicero als Redner
3.1.2 Cicero als Republikaner
3.2 Cato Uticensis
3.3 Gracchus und die Verschwörung des Babeuf
3.4 Der griechische Gesetzgeber Solon
4. Abstrakta, Symbole, Ideale und Allegorien
4.1 Antike Symbolik in der Französischen Revolution
4.1.1 Zweck und Wirkabsicht von Symbolen
4.1.2 Die Freiheitsmütze
4.1.2 Fasces und corona civica
4.2 Auswahl markanter Schlagworte mit antiker Herkunft
4.2.1 Die Tugend
4.2.2 Die Vernunft
4.2.3 Gerechtigkeit und Freiheit
4.2.4 Das Vaterland
4.3 Vorbildhafte Staatsformen
4.3.1 Sparta
4.3.2 Die römische Republik
5. Abschließendes Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Vorbildcharakter der Antike während der Französischen Revolution, wobei sie analysiert, wie mythologische und historische Gestalten sowie abstrakte Ideale zur Rechtfertigung revolutionärer Prozesse und der politischen Neuordnung herangezogen wurden.
- Analyse der Rezeption antiker Persönlichkeiten wie Brutus, Herkules, Cicero und Cato.
- Untersuchung der Bedeutung antiker Symbole wie der Jakobinermütze und der fasces im revolutionären Kontext.
- Erörterung antiker Ideale wie Tugend, Vernunft und Vaterlandsliebe als Rechtfertigungsgrundlagen.
- Beleuchtung der Staatsformvorbilder Sparta und der römischen Republik für die französische Verfassung.
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Brutus-Faszination
Wer war dieser besagte Lucius Iunius Brutus, dessen Büste man im Sitzungssaal des Nationalkonvents vorfindet? JEHNE zu Folge ist es durchaus wahrscheinlich, „daß es den republikanischen Freiheitshelden Lucius Brutus nie gegeben hat.“ Dennoch löste er eine extreme Begeisterung während der Französischen Revolution aus, die heutzutage kaum nachvollziehbar ist. Im Folgenden soll der Schleier der Ungewissheit in Bezug auf den Volkshelden Brutus ein wenig gelüftet werden. Zunächst soll möglichst knapp und präzise der Mythos um Brutus skizziert werden. Anschließend wird anhand eines Gemäldes von Jacques-Louis David die Bedeutung von Brutus während der Französischen Revolution rekapituliert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die prominente Präsenz antiker Büsten im Nationalkonvent als Ausdruck einer tiefgreifenden Antiken-Begeisterung während der Revolution und steckt den Rahmen für die Analyse mythologischer und historischer Vorbilder ab.
2. Verklärung von Vorbildern aus der Mythologie: Dieses Kapitel widmet sich der exemplarischen Untersuchung der mythologischen Figuren Brutus und Herkules, deren Taten und symbolischer Charakter als Vorbild für die Revolutionäre dienten.
3. Verklärung historisch nachweisbarer Vorbilder: Hier werden historische Gestalten wie Cicero, Cato Uticensis, Gracchus und Solon analysiert, um aufzuzeigen, wie deren republikanische Ideale und politisches Handeln in der Französischen Revolution instrumentalisiert wurden.
4. Abstrakta, Symbole, Ideale und Allegorien: Dieser Abschnitt untersucht, wie antike Symbolik, abstrakte Begriffe wie Tugend und Vernunft sowie das antike Staatsverständnis zur Festigung der revolutionären Ideologie und zur Verfassungsgestaltung beigetragen haben.
5. Abschließendes Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und resümiert, dass die Hinwendung zur Antike primär eine Form von Eklektizismus darstellte, bei der das Weltbild der Revolution mit antiken Elementen legitimiert wurde.
Schlüsselwörter
Französische Revolution, Antike-Rezeption, Vorbildcharakter, Mythologie, Brutus, Herkules, Cicero, Cato, Republikanismus, Symbolik, Jakobinermütze, Tugend, Vernunft, Vaterland, Eklektizismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der intensiven Orientierung der französischen Revolutionäre an antiken Vorbildern aus Mythologie und Geschichte sowie deren Einfluss auf die politische Kultur und Symbolik jener Zeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Rezeption von Helden wie Brutus und Herkules, die Nutzung historischer Vorbilder wie Cicero und Cato, die Bedeutung antiker Symbole sowie die Übernahme antiker Ideale und Staatskonzepte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, warum sich die Menschen in der Französischen Revolution so dezidiert an der Antike orientierten und wie diese Vergangenheit zur Rechtfertigung politischer Entwicklungen instrumentalisiert wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor wählt eine historisch-analytische Herangehensweise, bei der konkrete Gestalten, Symbole und Begriffe beleuchtet und mit den zeitgenössischen Ereignissen der Französischen Revolution verknüpft werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung mythischer und historischer Vorbilder, die Analyse antiker Symbolsprache und Schlagworte sowie die Bewertung antiker Staatsmodelle als Orientierungshilfe für die französische Verfassung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Revolution, Antike, Republikanismus, Symbolik, Patriotismus und Eklektizismus maßgeblich charakterisiert.
Welche Rolle spielte Brutus in der Revolution?
Brutus wurde als Inbegriff des republikanischen Freiheitshelden verehrt, dessen Büste im Nationalkonvent stand und dessen Handeln als Vorbild im Kampf gegen Tyrannei und Despotie diente.
Warum war Herkules eine wichtige Identifikationsfigur für Sansculotten?
Herkules galt als Beschützer der einfachen Leute und als allegorische Figur des Volkes, was den Sansculotten half, sich als starke, freiheitsverteidigende Bewegung zu legitimieren.
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- Domenic Schäfer (Author), 2012, Vorbildcharakter der Antike in der Französischen Revolution, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/202713