In dieser Arbeit möchte ich mich mit dem Empowerment-Konzept beschäftigen, da die Vorstellung des Konzeptes in der Vorlesung sehr stark mein Interesse geweckt hat. Nach der Vorlesung habe ich mich gefragt, ob eine Eingliederung des Empowerment- Konzeptes in das von mir angestrebte Arbeitsfeld der Schuldnerberatung möglich wäre. In Gesprächen mit Sozialarbeitern in der Schuldnerberatung wurde mir klar, dass es eine schnelle und eindeutige Antwort auf diese Frage nicht gibt.
In dieser Arbeit möchte ich mich daher neben der Vorstellung des Konzeptes und der Erläuterung der Anforderungen an die Sozialarbeiter, die nach diesem Konzept arbeiten, mit der praktischen Umsetzung im Arbeitsfeld Schuldnerberatung befassen.
Gliederung
1. Einleitung
2. Theoretischer und historischer Hintergrund
2.1 Theorie des Empowerment-Konzeptes
2.2 Historischer Hintergrund
3. Ziele von Empowerment
3.1 Ziele auf Individualebene
3.2 Ziele auf Ebene der sozialen Netzwerke
4. Kompetenzanforderungen an die Fachkräfte der sozialen Arbeit in Bezug auf Empowerment.
4.1 Anforderungen auf intrapersoneller Ebene
4.2 Anforderungen auf interpersoneller Ebene
4.3 Anforderungen auf institutioneller Ebene
5. Praktische Anwendung des Empowerment-Konzeptes am Beispiel der Schuldnerberatung des Kreises Heinsberg
5.1 Gesetzliche und strukturelle Rahmenbedingungen der Schuldnerberatung
5.2 Umsetzbarkeit des Empowerment-Konzeptes in der Schuldnerberatung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die historische Entwicklung des Empowerment-Konzepts sowie dessen Übertragbarkeit auf das Arbeitsfeld der Schuldnerberatung unter Berücksichtigung spezifischer Kompetenzanforderungen an die Fachkräfte.
- Theorie und historische Ursprünge des Empowerment-Begriffs
- Ziele von Empowerment auf individueller und netzwerkbezogener Ebene
- Kompetenzanforderungen an Sozialarbeiter im Kontext der Empowerment-Arbeit
- Analyse der Rahmenbedingungen und Umsetzbarkeit in der praktischen Schuldnerberatung
Auszug aus dem Buch
2.1 Theorie des Empowerment-Konzeptes
„Der Begriff ‚Empowerment‘ bedeutet Selbstbefähigung und Selbstbemächtigung, Stärkung von Eigenmacht, Autonomie und Selbstverfügung“1 Dieses Zitat von Norbert Herriger beschreibt, was der Begriff Empowerment alles beinhaltet. Empowerment hat somit zwei Dimensionen, zum einen die politische Dimension, nach der Empowerment einen „konflikthaften Prozess der Umverteilung politischer Macht“2 beschreibt. Beispiele für diese Form des Empowerments sind die Emanzipationsbewegungen der Schwarzen in den USA in den 60er Jahren, die Emanzipationsbewegungen der Frauen und in jüngster Zeit die Proteste in Stuttgart gegen den Großbahnhof Stuttgart 21.
Empowerment steht in diesem Zusammenhang für eine Menschengruppe, die aus einer Situation in der sie scheinbar ohnmächtig sind, gemeinsam für mehr Macht kämpft und gemeinsam versucht ihre Ziele zu erreichen. Am jüngsten Beispiel Stutgart21 haben die „empowerten“ Bürger gemeinsam erreicht dass ein Volksentscheid einberufen wurde. Das dieser letztendlich verloren wurde ist Teil des demokratischen Prozesses, für den die Bürgerinitiative gekämpft hatte.
Zum zweiten hat Empowerment auch eine große Bedeutung als professionelles Konzept zur Unterstützung von Selbstbestimmung. Empowerment wird hier verstanden als „ein tragfähiges Handlungskonzept auch für eine verberuflichte Soziale Arbeit, die die beschriebenen Prozesse der (Wieder-) Aneignung von Selbstgestaltungskräften anregend, unterstützend und fördernd begleitet und Ressourcen für Empowerment-Prozesse bereitstellt.“3 Dieser für die Soziale Arbeit bedeutendere Teil des Empowerment-Konzeptes zielt darauf ab Menschen dazu zu befähigen, ihre eigene, oftmals verlorene, Handlungsfähigkeit wieder zu erlangen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin legt ihr Interesse am Empowerment-Konzept dar und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich dessen Anwendungsmöglichkeiten in der Schuldnerberatung.
2. Theoretischer und historischer Hintergrund: Das Kapitel definiert den Empowerment-Begriff in seiner politischen sowie fachlichen Dimension und zeichnet dessen historische Entstehung in den USA und Deutschland nach.
3. Ziele von Empowerment: Hier werden die zentralen Zielsetzungen des Konzepts beleuchtet, unterteilt in die Stärkung von Individuen und die Förderung innerhalb sozialer Netzwerke.
4. Kompetenzanforderungen an die Fachkräfte der sozialen Arbeit in Bezug auf Empowerment.: Dieses Kapitel analysiert die notwendigen intrapersonellen, interpersonellen und institutionellen Kompetenzen, die Fachkräfte für eine Empowerment-orientierte Arbeit benötigen.
5. Praktische Anwendung des Empowerment-Konzeptes am Beispiel der Schuldnerberatung des Kreises Heinsberg: Die Autorin untersucht die spezifischen gesetzlichen Rahmenbedingungen der Schuldnerberatung und bewertet die praktische Umsetzbarkeit des Empowerment-Ansatzes unter diesen äußeren Zwängen.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Empowerment als Grundüberzeugung zwar wertvoll ist, die praktische Umsetzung jedoch oft an restriktiven, defizitorientierten Rahmenbedingungen scheitert.
Schlüsselwörter
Empowerment, Soziale Arbeit, Schuldnerberatung, Selbstbefähigung, Autonomie, Ressourcenorientierung, Einzelfallhilfe, Klienten, Handlungsfähigkeit, Sozialarbeiter, Selbstbestimmung, Netzwerkarbeit, institutionelle Rahmenbedingungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Verankerung und der praktischen Anwendbarkeit des Empowerment-Konzepts innerhalb der Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind Empowerment-Theorie, historische Entwicklung, Kompetenzanforderungen an Fachkräfte sowie die praktische Implementierung in der Schuldnerberatung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwieweit das Empowerment-Konzept in das Arbeitsfeld der Schuldnerberatung integriert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse theoretischer Konzepte sowie einer beispielhaften Untersuchung der praktischen Anwendung in der Schuldnerberatung des Kreises Heinsberg.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen, Ziele, erforderliche Kompetenzen auf verschiedenen Ebenen und die spezifischen Herausforderungen im Kontext der Schuldnerberatung analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Empowerment, Soziale Arbeit, Schuldnerberatung, Ressourcenorientierung und Autonomie.
Warum ist die Schuldnerberatung besonders schwierig für das Empowerment-Konzept?
Die Arbeit identifiziert insbesondere die strengen gesetzlichen Regelungen und den Zeitdruck als limitierende Faktoren, die individuelle Empowerment-Prozesse erschweren.
Welche Rolle spielt die institutionelle Ebene beim Empowerment?
Die Autorin betont, dass für ein erfolgreiches Empowerment ein Umdenken innerhalb der Organisationsstrukturen notwendig ist, da institutionelle Routinen und Sparzwänge das Konzept häufig behindern.
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- Vera van Ool (Author), 2012, Das Empowerment-Konzept, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/202698