1 Einleitung
Für jedes Unternehmen stellt die Aufrechterhaltung des finanziellen Gleichgewichts eine Existenzbedingung dar (vgl. Wöhe et al. 2009: 35). Das finanzielle Gleichgewicht eines Unternehmens ist massiv gestört, wenn es seinen Verbindlichkeiten gegenüber Gläubigern nicht mehr nachkommen kann. Tritt dieser Fall ein, können die Gläubiger Rechtsansprüche geltend machen, die im ungünstigsten Verlauf zur Auflösung des Unternehmens im Insolvenzverfahren führen können. Deshalb ist es zwingend notwendig, dass die Grunderfordernisse des finanziellen Gleichgewichts jederzeit erfüllt sind. Eine dieser Grunderfordernisse ist die Bestimmung der optimalen Kapitalstruktur. Dabei wird die Generierung eines optimalen Verhältnisses von Eigen- zu Fremdkapital angestrebt. Eine wesentliche Komponente ist in diesem Zusammenhang der Leverage-Effekt, welcher eine Verbindung zwischen Rentabilität, Risiko und Verschuldung eines Unternehmens herstellt (vgl. Volkart 2011: 596). Demnach „steigt die Eigenkapitalrentabilität mit zunehmender Erhöhung des Fremdkapitalanteils, solange die Rentabilität des insgesamt eingesetzten Kapitals größer ist als der Fremdkapitalzinssatz“ (Klinker 2010: 31).
Ziel dieser Arbeit ist die Analyse der Kapitalstruktur im Hinblick auf den Leverage-Effekt. Zunächst soll ein grundlegendes Verständnis hinsichtlich der Finanzierungsregeln, der optimalen Kapitalstruktur und des Leverage-Effektes vermittelt werden. Letztlich sollen diese grundlegenden Aspekte bei der Bestimmung der optimalen Kapitalstruktur dienlich sein.
Am Anfang der Arbeit wird ein Einblick in die Finanzwirtschaft mit ihren zahlreichen Finanzierungsformen und -regeln gewährt. Die theoretischen Grundlagen zu den Merkmalen der Kapitalarten sowie die Kenntnisse zu externen und internen Determinanten der betrieblichen Finanzwirtschaft sind erforderlich, um eine optimale Kapitalstruktur sachkundig beurteilen zu können.
Das dritte Kapitel befasst sich mit der optimalen Kapitalstruktur als Basis für den weiteren Verlauf der Arbeit. Auf die Definition der Kapitalstruktur aufbauend, folgen Erläuterungen zu deren Risiken und zur Optimierung. Im Anschluss werden kapitaltheoretische Grundmodelle vorgestellt. Dabei wird das Modigliani/Miller Theorem näher fokussiert, um auch andere Denkansätze in Bezug auf den Verschuldungsgrad zu erhalten.
Das Kapitel vier stellt den Leverage-Effekt als Kerninhalt dieser Arbeit dar. Im Einzelnen erfolgt dies durch mathematische Herleitung wichtiger Kennz.....
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Finanzwirtschaftliche Grundlagen und Definitionen
2.1 Finanzwirtschaft
2.2 externe und interne Determinanten der betrieblichen Finanzwirtschaft
2.3 Die grundsätzlichen Merkmale von Eigen- und Fremdkapital
2.4 Finanzierungsformen
2.5 Finanzierungsregeln
2.5.1 statische Finanzierungsregeln
2.5.2 dynamische Finanzierungsregeln
3 Die optimale Kapitalstruktur
3.1 Charakteristika der Kapitalstruktur
3.2 Risiken der Kapitalstruktur
3.3 Optimierung der Kapitalstruktur
3.4 Kapitaltheoretische Grundmodelle
3.4.1 Das traditionelle Modell
3.4.2 Das Modigliani/Miller Theorem
4 Leverage-Effekt
4.1 Definition und Restriktionen des Leverage-Effekts
4.2 Symbolik und Herleitung wichtiger Kennzahlen
4.3 Verdeutlichung des Leverage-Effekts am praktischen Beispiel
4.4 Leverage-Chance und Leverage-Risiko
4.5 kritische Würdigung des Leverage-Effektes
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die optimale Kapitalstruktur von Unternehmen unter besonderer Berücksichtigung des Leverage-Effekts. Dabei wird untersucht, wie das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital die Rentabilität und das Risiko eines Unternehmens beeinflusst, um fundierte Entscheidungen zur Finanzierungspolitik treffen zu können.
- Grundlagen der Finanzwirtschaft und Finanzierungsregeln
- Analyse der optimalen Kapitalstruktur und zugehöriger theoretischer Modelle
- Mathematische Herleitung und Erläuterung des Leverage-Effekts
- Kritische Würdigung von Chancen und Risiken durch Fremdkapitalaufnahme
Auszug aus dem Buch
4.1 Definition und Restriktionen des Leverage-Effekts
Allgemein versteht man unter Leverage, das mit Hebel oder Elastizität übersetzt werden kann: „die prozentuelle Änderung einer abhängigen Größe im Verhältnis zur prozentuellen Änderung einer beeinflussenden Größe“ (Fischer 2002: 108). Für die finanzwirtschaftlichen Entscheidungen ist der Zusammenhang zwischen Eigenkapitalrentabilität, Gesamtkapitalrentabilität und Verschuldungsgrad besonders von Bedeutung (vgl. Becker 2009: 11). Der Leverage-Effekt beschreibt dabei die Beziehung dieser drei Komponenten zueinander im Sinne einer Hebelwirkung und bestimmt, wie sich die Eigenkapitalrentabilität bei zunehmender Verschuldung ändert (vgl. Stiefl 2005: 119). Man geht von einer Hebelwirkung zwischen Eigenkapital- und Gesamtkapitalrentabilität so lange aus, bis der Fremdkapitalzinssatz niedriger als die Gesamtkapitalrentabilität ausfällt. Das bedeutet, dass bei der Zuführung des Fremdkapitals die Eigenkapitalrentabilität steigt (vgl. Preßler 2008: 100). Durch den Leverage-Effekt werden die Auswirkungen der Veränderungen des Verschuldungsgrades auf die Kapitalrendite sichtbar (vgl. Wala et al. 2010: 93).
Die Anwendung des Leverage-Effekts findet sehr häufig in vereinfachter Form statt, dabei geht man von folgenden Voraussetzungen aus:
• konstanter Eigenkapitaleinsatz
• variable Höhe des eingesetzten Fremdkapitals
• gleich bleibende Rendite, bei einem zusätzlichen Kapitaleinsatz durchzuführenden Investition
• konstanter Sollzinssatz für das zusätzliche Fremdkapital
• unter der Investitionsrendite liegender Sollzinssatz
(vgl. Däumler, Grabe 2008: 66).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung des finanziellen Gleichgewichts dar und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die Kapitalstruktur im Hinblick auf den Leverage-Effekt zu analysieren.
2 Finanzwirtschaftliche Grundlagen und Definitionen: Dieses Kapitel erläutert die Aufgaben der betrieblichen Finanzwirtschaft, Determinanten des Kapitalbedarfs sowie die Unterschiede zwischen Eigen- und Fremdkapital.
3 Die optimale Kapitalstruktur: Es werden die Charakteristika und Risiken der Kapitalstruktur behandelt sowie das traditionelle Modell und das Modigliani/Miller Theorem zur theoretischen Optimierung vorgestellt.
4 Leverage-Effekt: Das Kernkapitel widmet sich der mathematischen Herleitung des Leverage-Effekts, erläutert die Chancen und Risiken durch Fremdkapital und würdigt diese kritisch.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer ausgewogenen Kapitalstruktur zur Wahrung der unternehmerischen Stabilität.
Schlüsselwörter
Kapitalstruktur, Leverage-Effekt, Eigenkapitalrentabilität, Fremdkapital, Finanzwirtschaft, Verschuldungsgrad, Gesamtkapitalrentabilität, Modigliani-Miller, Kapitalkosten, Finanzierungsregeln, Risiko, Rentabilität, Investition, Unternehmensfinanzierung, Kapitalbedarf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen der betrieblichen Finanzwirtschaft und analysiert die Gestaltung einer optimalen Kapitalstruktur unter besonderer Berücksichtigung des Leverage-Effekts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Finanzierungsregeln, die Analyse von Eigen- und Fremdkapital, kapitaltheoretische Grundmodelle sowie die Auswirkungen des Leverage-Effekts auf die Rentabilität.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für die Determinanten der Kapitalstruktur zu vermitteln und aufzuzeigen, wie Unternehmen mittels des Leverage-Effekts ihre Rentabilität beeinflussen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse sowie eine mathematische Herleitung von Kennzahlen, ergänzt durch Praxisbeispiele zur Verdeutlichung der Zusammenhänge.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung finanzwirtschaftlicher Grundlagen, die theoretische Auseinandersetzung mit der optimalen Kapitalstruktur und die detaillierte Untersuchung des Leverage-Effekts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Kapitalstruktur, Leverage-Effekt, Eigenkapitalrentabilität, Fremdkapital, Finanzierungsregeln und Gesamtkapitalrentabilität.
Was besagt das Modigliani/Miller Theorem?
Dieses Theorem postuliert, dass unter Annahme vollkommener Märkte die Kapitalkosten und damit der Unternehmenswert unabhängig von der gewählten Kapitalstruktur sind.
Wann tritt ein negatives Leverage-Risiko auf?
Ein negatives Leverage-Risiko entsteht, wenn der Fremdkapitalzinssatz höher ist als die Gesamtkapitalrentabilität, was zu einem Rückgang der Eigenkapitalrentabilität führt.
- Arbeit zitieren
- Natalie Heck (Autor:in), 2012, Gestaltung der optimalen Kapitalstruktur unter Berücksichtigung von Leverage-Effekt, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/202438