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Zur Shop-Startseite › Medien / Kommunikation - Mediengeschichte

Mediale Herrschaftskommunikation der römischen Kaiserzeit unter Berücksichtigung moderner Medienwirkungsforschung

Am Beispiel von Kaiser Augustus

Titel: Mediale Herrschaftskommunikation der römischen Kaiserzeit unter Berücksichtigung moderner Medienwirkungsforschung

Masterarbeit , 2010 , 97 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Rebekka Grupe (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Jede Gemeinschaft von Lebewesen mit all ihren verschiedenen Individuen hat einen gemeinsamen Nenner: Die Kommunikation. Sie ist nicht nur Existenzbedingung von Gemeinschaften, sondern auch Vorrausetzung ihrer Entstehung. Ihre Funktionen sind dabei so heterogen wie die Gemeinschaftsmitglieder, die sie verbindet: Kommunikation kann verständigend wirken, aber auch abgrenzend, sie ist mal absichtsvoll, mal unbewusst, sie informiert, beeinflusst und strukturiert. Jeder Gesellschaftstypus hat auch „seine“ Medien hervorgebracht.
Im Jahr 1980 verwendet „Der Spiegel“ in seiner Berichterstattung erstmals den Begriff „Medienzeitalter“ (vgl. Spiegel 46/1980, S. 85), durch welchen unsere postindustrielle Gesellschaft heute oftmals charakterisiert wird. Der Ausdruck –seit seiner erstmaligen Verwendung in dem Magazin vor 30 Jahren noch durch die digitale Entwicklung erweitert – verdeutlicht, dass Medien in den hochentwickelten Staaten der Erde heute nicht nur Teil des Alltages, sondern auch konstitutiv für die gesellschaftliche Struktur geworden sind. Insbesondere innerhalb von Machtsystemen hat die mediale Kommunikation große Bedeutung gefunden: Durch ein Zitat Gerhard Schröders, er brauche zum Regieren lediglich „Bild, BamS und Glotze“ (zit. nach Deggerich 2003), wird dieses Bewusstsein explizit deutlich: Machtausübung und mediale Kommunikation partizipieren unmittelbar voneinander. Während man unter dem Stichwort „politische Kommunikation“ vornehmlich an Agitationen der Moderne denkt, Kommunikation an sich aber wie beschrieben ursprünglich und existenziell ist, stellt sich die Frage, in welcher Relation Macht und mediale Kommunikation in anderen Epochen standen.
Untersuchungszeitraum dieser Arbeit ist die frühe römische Kaiserzeit der Antike: Am Beispiel der Machtergreifung und Herrschaft von Kaiser Augustus soll 1.) untersucht werden, welche (Massen-)Medien zur Verfügung standen und was für die Epoche der Antike überhaupt unter ihnen zu verstehen ist. Diese theoretischen Überlegungen sind notwendig, um 2.) an konkreten Beispielen der medialen Herrschaftskommunikation von Augustus darzustellen, wie das System der politischen Kommunikation damals funktionierte und wie es beschrieben werden kann. Eine untersuchungsleitende Frage soll hierbei sein, inwiefern die augusteische Kommunikation einseitig von Herrscher zu Beherrschten verlief oder ob das System durchaus von Wechselwirkungen geprägt war.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Protagonisten vor antiker Kulisse

2.1. Der Kommunikator: Augustus

2.1.1. Herkunft, Machtergreifung und Machtsicherung

2.2. Die Rezipienten: Das römische Volk

2.2.1. Gesellschaft und Struktur

2.3. Die Transmitter: Die Medien

2.3.1. Was sind Medien?

2.3.2. Antike Massenmedien?

2.3.3. Medien der römischen Kaiserzeit

a) Münzen

b) Inschriften

c) Bauten

d) Statuen und Bildnisse

e) Sonderfall: Theater

3. Die Regie: Wer steuert wen? Produzent vs. Rezipient

3.1. Medien- und wirkungszentrierte Ansätze

a) Agenda-Setting

b) Anschlusskommunikation

c) Schweigespirale

3.2. Rezipientenorientierte und nutzenzentrierte Ansätze

a) Uses- and Gratification-Approach

b) Eskapismus-Konzept

3.3. Exkurs: Problematik der Messbarkeit

3.4. Zwischenfazit

4. Das Stück und seine Umsetzung: Formen der Herrschaftskommunikation

4.1. Exkurs: Terminus Propaganda

4.2. Agitation

4.2.1. Machtkampf mit Marcus Antonius

4.2.2. Medien und Medienwirkung

a) Das Augustus-Mausoleum I

b) Programmatische Münzserien

4.3. Integration

4.3.1. Republikanische Leitbegriffe neu belebt: pietas und pax

4.3.2. Medien und Medienwirkung

a) Via Labicana-Statue „toga capite velato“

b) Der Panzer der Prima Porta-Statue

4.4. Repräsentation

4.4.1. Direkte und indirekte Repräsentation

4.4.2. Medien und Medienwirkung

a) Die Bildnisse des Herrschers

b) Das Augustus-Mausoleum II

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das komplexe System der medialen Herrschaftskommunikation unter Kaiser Augustus in der frühen römischen Kaiserzeit, mit einem besonderen Fokus auf die Frage, ob diese Kommunikation einseitig vom Herrscher zum Volk verlief oder von wechselseitigen Prozessen geprägt war.

  • Analyse antiker Massenmedien wie Münzen, Inschriften, Bauten, Statuen und das Theater.
  • Anwendung moderner Medienwirkungsforschung auf einen antiken historischen Kontext.
  • Diskussion von Kommunikationsansätzen (Agitation, Integration, Repräsentation).
  • Untersuchung der Rolle von Augustus als Kommunikator und dem römischen Volk als Rezipienten.
  • Kritische Auseinandersetzung mit den Begriffen "Propaganda" und "Medienwirkung" in der Antike.

Auszug aus dem Buch

a) Münzen

Als wichtigstes „Massenmedium der Antike“ bezeichnet Anne Kolb in ihrem Aufsatz über die Übermittlung politischer Inhalte in Rom die Münzen (Kolb 2003, S. 129), noch weiter geht Harold Mattingly mit seiner Charakterisierung dieser in der römischen Kaiserzeit als „newspapers of the day“ (Mattingly/Sydenham 1923, S. 22). In der Tat: Bezugnehmend auf die Kriterien Maletzkes erfüllte das römische Zahlungsmittel am ehesten massenmediale Gesichtspunkte und wird deshalb im Verlauf dieser Arbeit auch als wichtigstes Mittel zur Übertragung von politischen Botschaften gewertet. Denn Münzen besitzen durch Bild und Schrift zwei elementare kommunikative Ausdrucksformen und ihre Beschaffenheit durch Vorder- und Rückseite (Avers und Revers) bietet zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten dieser Zeichensysteme (technisches Verbreitungsmittel). Als allgemein gültiges Zahlungsmittel ihrer Zeit waren die Münzen zumindest generell an jeden der Gesellschaft (öffentlich) im gesamten römischen Reich adressiert und fanden dadurch sowohl geographisch als auch sozial die weiteste (wenn auch nicht jeden erreichende) Verbreitung, indem sie Botschaften über Zeit und Raum hinaustrugen (indirekt). Die Kommunikationsrichtung vom Herrscher zum Volk ist bei ihnen eindeutig, Rückkopplungsmöglichkeiten waren nicht gegeben (einseitig).

Funktion: Die Auswahl bzw. Selektion der verbreiteten Nachrichten erfolgte nach Ausführungen Reinhard Wolters im Sinne des Herrschers und in seinem engeren Umfeld, ebenso wie die Prägung (vgl. Wolters 2003, S. 187, 189). Dadurch waren Münzen ein Herrschaftsinstrument, dessen Nutzungswahrscheinlichkeit durch die Funktion als Zahlungsmittel im Alltag als äußerst hoch einzuschätzen ist. Die Einflussnahme von Augustus und seinen Vertrauten auf die Inhalte führte dazu, dass die thematisch sowohl innen- als auch außenpolitischen verankerten Botschaften auf den Münzen weder Kritik am Herrscher noch kriegerische Niederlagen zum Ausdruck brachten (vgl. Wolters 2003, S. 178). Inwiefern man den Terminus Propaganda für diese Art der Beeinflussung benutzen kann, wird noch im Verlauf der Arbeit diskutiert (vgl. dazu Kapitel 4.1.). Zumindest dienten sie als kaiserliches Kommunikationsorgan, indem sie neben kriegerischen Siegen auch konkrete Maßnahmen, wie Schenkungen, Lebensmittelverteilungen oder Behebung von Missständen, thematisierten (vgl. Kolb 2003, S. 129).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung der Kommunikation als Grundlage menschlicher Gemeinschaften ein und stellt die Fragestellung zur medialen Herrschaftskommunikation unter Kaiser Augustus auf.

2. Protagonisten vor antiker Kulisse: Dieses Kapitel definiert die zentralen Akteure – Kommunikator (Augustus), Transmitter (Medien) und Rezipienten (das römische Volk) – und erarbeitet einen Medienbegriff für die römische Kaiserzeit.

3. Die Regie: Wer steuert wen? Produzent vs. Rezipient: Hier werden theoretische Ansätze der Medienwirkungsforschung, wie medienzentrierte und rezipientenorientierte Konzepte, auf ihre Anwendbarkeit für die Antike geprüft.

4. Das Stück und seine Umsetzung: Formen der Herrschaftskommunikation: Dieses Kapitel analysiert konkrete Beispiele antiker Medien unter den drei Funktionskategorien Agitation, Integration und Repräsentation.

5. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Effektivität des Systems der augusteischen Herrschaftskommunikation sowie die Grenzen der empirischen Belegbarkeit reflektiert.

Schlüsselwörter

Augustus, Herrschaftskommunikation, römische Kaiserzeit, Massenmedien, Propaganda, Agitation, Integration, Repräsentation, Medienwirkung, Uses-and-Gratification-Approach, Agenda-Setting, Pietas, Pax, Politische Kommunikation, Antike

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der medialen Strategie des römischen Kaisers Augustus und untersucht, wie er Medien nutzte, um seine Herrschaft zu festigen und das römische Volk zu beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?

Die zentralen Felder sind die Definition und Anwendung von antiken "Massenmedien" wie Münzen, Bauwerke, Inschriften und das Theater sowie die theoretische Einordnung in die moderne Medienwirkungsforschung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern die Kommunikation von Augustus ein einseitiger Top-down-Prozess war oder ob es Wechselwirkungen zwischen Herrscher und Rezipienten gab.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der geschichtswissenschaftliche Quellenanalysen mit soziologischen und kommunikationswissenschaftlichen Theorien zur Medienwirkung kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Kategorien Agitation, Integration und Repräsentation detailliert an konkreten Beispielen, wie dem Augustus-Mausoleum oder den Münzserien von 31 v. Chr., analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie "Agitation", "Integration", "Repräsentation", "Medienrealität" und die Anwendung des Konzepts der "Schweigespirale" auf die Antike stehen im Mittelpunkt der Untersuchung.

Warum wird der Begriff "Propaganda" im Kontext von Augustus kritisch betrachtet?

Die Autorin argumentiert, dass "Propaganda" ein moderner Begriff ist, der mit totalitären Regimes assoziiert wird und eine mediale Perfektion voraussetzt, die in der Antike aufgrund der geringen Alphabetisierung und infrastrukturellen Beschränkungen nicht gegeben war.

Welche Bedeutung hatte das Theater als Medium für Augustus?

Das Theater fungierte als zentraler kultureller und gesellschaftlicher Ort, an dem Augustus seine Macht demonstrieren und durch eine feste Sitzordnung die soziale Struktur des Reiches visualisieren und stabilisieren konnte.

Ende der Leseprobe aus 97 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mediale Herrschaftskommunikation der römischen Kaiserzeit unter Berücksichtigung moderner Medienwirkungsforschung
Untertitel
Am Beispiel von Kaiser Augustus
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,0
Autor
Rebekka Grupe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
97
Katalognummer
V202352
ISBN (eBook)
9783656321408
ISBN (Buch)
9783656324621
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antike Herrschaftskommunikation Kaiser Augustus Medienwirkungsforschung Agenda Setting römisches Reich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rebekka Grupe (Autor:in), 2010, Mediale Herrschaftskommunikation der römischen Kaiserzeit unter Berücksichtigung moderner Medienwirkungsforschung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/202352
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Leseprobe aus  97  Seiten
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