Die nachfolgende Arbeit beschäftigt sich mit zwei spätantiken beziehungsweise frühmittelalterlichen Gebäudekomplexen in Rom, deren funktionelle und baugeschichtliche Entwicklung in vielerlei Hinsicht parallel verlief. Es handelt sich dabei zum einen um den Komplex von S. Lorenzo fuori le mura, und zum anderen um den von S. Agnese fuori le mura. Untersucht werden sollen Baugeschichte und Bedeutung beider Kirchen, sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer Entwicklung.
Inhaltsverzeichnis
1. Themenvorstellung
2. S. Lorenzo fuori le mura
2.1. Datierung der Umgangsbasilika
2.2. Baubeschreibung der Umgangsbasilika
2.3. Die weitere Bebauung des Areals
2.4. Baubeschreibung der Emporenbasilika
2.5. Die weitere Baugeschichte des Areals von S. Lorenzo fuori le mura
3. S. Agnese fuori le mura
3.1. Die Stiftung der Umgangsbasilika
3.2. Baubeschreibung der Umgangsbasilika
3.3. Die weitere Bebauung des Areals
3.4. Die Emporenbasilika von S. Agnese fuori le mura
3.5. Die weitere Baugeschichte des Areals von S. Agnese fuori le mura
4. Die Wahl des Bautypus Emporenbasilika
5. Die Bedeutung der Emporenbasiliken als päpstliche Stiftungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die funktionelle und baugeschichtliche Entwicklung zweier bedeutender spätantiker bzw. frühmittelalterlicher Kirchenkomplexe in Rom – S. Lorenzo fuori le mura und S. Agnese fuori le mura – sowie deren Wandel von der Umgangsbasilika zur Emporenbasilika.
- Vergleichende Baugeschichte von S. Lorenzo und S. Agnese
- Die Entwicklung vom Typus der Umgangsbasilika zur Emporenbasilika
- Topographische und funktionale Anforderungen des Heiligenkults
- Bedeutung der Emporenbasiliken als päpstliche Stiftungen im Frühmittelalter
- Rolle von Spolien und liturgischen Anforderungen in der Kirchenarchitektur
Auszug aus dem Buch
2.4. Baubeschreibung der Emporenbasilika
Höhepunkt der beständigen baulichen Erweiterungen des Geländes um die konstantinische Umgangsbasilika stellt die Erreichtung einer neuen Kirche direkt über dem Grab des Heiligen Laurentius durch Papst Pelagius II (579 - 590) dar. Ob und wie lange die alte Basilika noch genutzt wurde ist unklar. „Beide Basiliken haben bis in das Frühmittelalter offenbar noch nebeneinander bestanden, wie aus zeitgenössischen Pilgerführern hervorgeht.“ Die letzte Erwähnung der basilica maior findet sich um 640 in Epitome de locis sanctorum martyrum.
Bei der unter Pelagius II errichteten Kirche handelt es sich um eine Emporenbasilika, die mit 32m Länge und 20m Breite deutlich kleiner ist als die konstantinische Umgangsbasilika. Die dreischiffige Basilika ist mit der Apsis nach Westen ausgerichtet und ihre beiden Seitenschiffe werden im Osten als Innennarthex, an dessen Sternseite sich drei Nischen öffneten, um das Mittelschiff herumgeführt. Presbyteriumsbereich und Apsis der Kirche liegen unmittelbar über dem Heiligengrab.
Die Emporen über den Seitenschiffen ruhen auf einem von jeweils sechs Säulen getragenen Architraph, wohingegen die Säulen der Emporen selbst Arkaden aufweisen, wodurch die Emporen „als sekundärer Raumteil deutlich von der Mittelschiffkolonnade abgesetzt werden.“
Die Durchfensterung des Obergadens wie auch der Fassade ist so gegliedert, dass über jedem Interkolumnium der beiden Geschosse ein Fenster steht. In der Apsis befinden sich 4 große Fenster sowie eine kleinere quadratische Öffnung, „die den Blick von außerhalb auf das Grab erlaubte.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Themenvorstellung: Einführung in die vergleichende Untersuchung der zwei Kirchenkomplexe S. Lorenzo fuori le mura und S. Agnese fuori le mura.
2. S. Lorenzo fuori le mura: Detaillierte baugeschichtliche Analyse der konstantinischen Umgangsbasilika, der späteren Emporenbasilika und der Entwicklung des Areals.
3. S. Agnese fuori le mura: Untersuchung der Stiftung, Architektur und Baugeschichte des zweiten Kirchenkomplexes inklusive der Emporenbasilika.
4. Die Wahl des Bautypus Emporenbasilika: Erörterung der funktionalen und topographischen Gründe für die Wahl des Emporen-Bautypus zur besseren Integration des Heiligenkults.
5. Die Bedeutung der Emporenbasiliken als päpstliche Stiftungen: Analyse des repräsentativen Charakters dieser Bauten als Ausdruck päpstlicher Macht und Bezugnahme auf römische Traditionen.
Schlüsselwörter
S. Lorenzo fuori le mura, S. Agnese fuori le mura, Umgangsbasilika, Emporenbasilika, Spätantike, Frühmittelalter, päpstliche Stiftungen, Heiligenkult, Märtyrergrab, Rom, Baugeschichte, Architektur, Liturgie, Spolien, Pilgerverkehr.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die architektonische Entwicklung und funktionale Bedeutung der Kirchenkomplexe S. Lorenzo fuori le mura und S. Agnese fuori le mura von der Spätantike bis ins Frühmittelalter.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Transformation vom Bautypus der Umgangsbasilika zur Emporenbasilika, die Rolle des Märtyrerkults und die Bedeutung dieser Kirchen als päpstliche Stiftungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der baugeschichtlichen Entwicklung beider Komplexe aufzuzeigen und die Gründe für die Wahl spezifischer architektonischer Formen zu ergründen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine bauhistorische Analyse unter Einbeziehung des Liber Pontificalis, archäologischer Grabungsbefunde und kunsthistorischer Vergleiche.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Bauphasen, die architektonische Ausstattung, der Einfluss der Topographie und die Funktion der Kirchen als Wallfahrtsorte im Kontext des Heiligenkults detailliert betrachtet.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Emporenbasilika, konstantinische Stiftung, Märtyrerverehrung, Pilgerverkehr und päpstliche Repräsentation geprägt.
Wie beeinflusste das Märtyrergrab die architektonische Form?
Der Wunsch, Eucharistie direkt über dem Grab (ad corpus) zu feiern, erforderte architektonische Anpassungen, die oft die Wahl der Emporenbasilika als pragmatische Lösung für schwierige topographische Bedingungen erzwangen.
Warum wurden Emporenbasiliken gewählt?
Die Emporen ermöglichten es, eine größere Anzahl an Pilgern auf begrenztem Raum unterzubringen und getrennte Zugangswege für die verschiedenen Ebenen zu schaffen, was bei der konstantinischen Umgangsbasilika aufgrund der Topographie schwieriger war.
Welche Rolle spielt die "Stiftungsinschrift" bei der Datierung?
Die Inschriften geben Aufschluss über die Stifter (wie Constantina oder Papst Honorius I.) und die Motivation der Errichtung, was eine präzise zeitliche Einordnung und Identifikation der Bauherren ermöglicht.
- Quote paper
- Wolfgang Völkl (Author), 2010, Vom spätantiken Coemeterium zur frühmittelalterlichen Heiligenkirche: S. Lorenzo und S. Agnese fuori le mura, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/202339