Eine eigene Position zu dem Thema „Was ist Aufklärung?“ einzunehmen, hat mich fasziniert. Inspiriert haben mich dazu einerseits die kleine Reclam-Broschüre gleichen Titels, die interessante Auszüge und Artikel von Zeitgenossen des 18. Jahrhunderts, dem Zeitalter der Vernunft bzw. des pädagogischen Zeitalters, enthält. Wichtig waren mir aber auch, neben Sekundärliteratur, einige Quellen aus dem Bielefelder Zeitschriftenarchiv zum Thema Aufklärung. Auf dieser Grundlage werde ich meine Stellungnahme auf die Frage „Was ist Aufklärung?“ formulieren, wobei ich weitgehend auf Anmerkungen oder Fußnoten im Text verzichte. Zu Beginn möchte ich mich der Definitionsprobleme des Begriffs „Aufklärung“ widmen und die verschiedenen Themenbereiche und ihre Entwicklung erläutern, die sich für die Zeit der Aufklärung fassen lassen. Anschließend werde ich näher auf die deutsche Epoche und Bewegung und die von mir verwendeten Quellen eingehen. Mein Fazit und meine Definition folgen dann zum Abschluss.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionsprobleme des Begriffs „Aufklärung“
3 „Aufklärung“ als Epoche und Bewegung in Deutschland
4 Quellenbetrachtung
4.1 [Anonym] : Das aufgeklärte Jahrhundert. In: Almanach für Aerzte und Nichtaerzte 1787 , Jg.1787. , S. 65 – 76. (Anhang 1)
4.2 Stuve, J. : Ein Vorschlag zur Verbreitung wahrer Aufklärung unter allen Ständen. In: Berlinische Monatschrift. 1783-1811. 1785 , S. 472 – 477. (Anhang 2)
5 Fazit und Stellungnahme
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das vielschichtige und historisch kontrovers diskutierte Konzept der Aufklärung im 18. Jahrhundert, indem sie unterschiedliche zeitgenössische Ansätze analysiert und in eine eigene, synthetisierende Definition einbettet.
- Etymologische und philosophische Begriffsbestimmung der „Aufklärung“
- Historische Einordnung der Aufklärung als Epoche und gesellschaftliche Bewegung in Deutschland
- Vergleichende Analyse von Quellentexten aus dem 18. Jahrhundert
- Diskussion von Bildungs- und Erziehungskonzepten der Aufklärung
- Reflexion über die Rolle von Intellektuellen und staatlichen Akteuren
Auszug aus dem Buch
[Anonym] : Das aufgeklärte Jahrhundert. In: Almanach für Aerzte und Nichtaerzte 1787 , Jg.1787. , S. 65 – 76. (Anhang 1)
Wir leben in dem aufgeklärten philosophischen Jahrhundert. Das sagt Faustin und der Afterjustin, jener aus Kenntniß der großen Welt, dieser aus Mönchs- und Stadtlegenden. Jeder, der zu Tödtung der langen Weile liebt, und die Frau, die den guten Ton verstehet, rufet ihnen nach: Wir leben in dem aufgeklärten philosophischen Jahrhundert! Muß doch wohl wahr seyn, was die ganze aufgeklärte Welt sagt, und hochgelehrte Männer billigen! Will nicht entscheiden! Glaub’ es, wer da will! So lange ich ohne fremde Brille sehen, und mein bißchen Verstand brauchen kann, so lange werde ich kein Nachbeter. Es ist mit der lieben Aufklärung so ein Ding, wovon viele reden, ohne dieselbe zu kennen, und den hinlänglichen Beweis zu führen. Seite dem ein paar Männer dies Wort im Munde führen, lasse alle, wie die Kindlein, nach, und befinden sich ganz wohl, wenn sie ohne Prüfung glauben.
Nie hob Aberglauben, Unglauben, und Schwärmerei, gelehrter und politischer Unsinn, Alchymie, Geisterseherei, Schatzgräberei u. f. w. das Haupt mehr empor, als jezt. Man glaubt alles, was widersinnig klingt, und verlacht alles, was nach Vernunft, Religion und Gelehrsamkeit schmeckt. Man stößt den armen Teufel aus der Dogmatik aus, und martert ihn doch hier und da, allein und in fürchterlichen Gesellschaften, durch Fausts Höllenzwang, um verborgene Schätze zu entDecken, und geheime Weisheit mitzutheilen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Verfasserin legt ihre Motivation zur Beschäftigung mit der Aufklärung dar und erläutert ihr methodisches Vorgehen, bei dem sie Quellen aus dem Bielefelder Zeitschriftenarchiv nutzt.
2 Definitionsprobleme des Begriffs „Aufklärung“: Dieses Kapitel untersucht die etymologische Herkunft des Begriffs sowie dessen verschiedene philosophische und zeitgeschichtliche Interpretationen.
3 „Aufklärung“ als Epoche und Bewegung in Deutschland: Hier wird die schwierige zeitliche Eingrenzung der deutschen Aufklärung beleuchtet und ihre moderate politische sowie gesellschaftliche Ausprägung im Vergleich zu England und Frankreich diskutiert.
4 Quellenbetrachtung: In diesem zentralen Teil werden zwei zeitgenössische Texte kritisch analysiert, um die unterschiedlichen Perspektiven auf Aufklärung und Empirie aufzuzeigen.
5 Fazit und Stellungnahme: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse zusammen und mündet in eine eigene, umfassende Definition des Aufklärungsbegriffs als Summe aus Ideen, Strömungen und Handlungen.
Schlüsselwörter
Aufklärung, 18. Jahrhundert, Pädagogik, Vernunft, Bildung, Erziehung, Volksaufklärung, Johann Stuve, Philosophie, Geschichte, Empirie, Emanzipation, Wissensvermittlung, Philanthropismus, Gesellschaftsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der inhaltlichen Vielfalt und den Definitionsproblemen des Begriffs „Aufklärung“ im deutschen Kontext des 18. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Etymologie des Begriffs, die pädagogischen Ansätze zur Veredelung des Menschen sowie die Analyse zeitgenössischer gesellschaftskritischer Texte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Vieldeutigkeit des Begriffs durch eine fundierte Quellenanalyse zu durchleuchten und eine eigene, synthetisierte Definition für die Aufklärung zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine essayistische Analyse unter Einbeziehung von Sekundärliteratur und historischen Primärquellen aus dem 18. Jahrhundert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsklärung, eine historische Einordnung der Epoche in Deutschland sowie eine detaillierte Quellenbetrachtung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Aufklärung, Bildung, Erziehung, Vernunft, Johann Stuve sowie die gesellschaftliche Entwicklung im 18. Jahrhundert.
Wie bewertet der anonyme Autor im Quellenanhang die Empirie?
Er lehnt die reine Empirie als wissenschaftliche Methode ab, da sie zu lange dauere und die überlieferte Erfahrungslehre vernachlässige.
Was fordert Johann Stuve in seinem Artikel bezüglich der Volksaufklärung?
Stuve fordert staatlich geförderte Maßnahmen, wie etwa öffentliche Vorträge, um die breite Bevölkerung und insbesondere die gebildeten Stände praktisch zu belehren.
- Arbeit zitieren
- Angela Lorenz-Ridderbecks (Autor:in), 2011, Was ist Aufklärung?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/202259