In dieser Hausarbeit werden einerseits die Definitionen, die rechtlichen Grundlagen und Aufgabenfelder durchleuchtet, zum anderen wird geschaut, ob und in wieweit sich die Aufgaben der Jugendgerichtshilfe, seit ihrer Entstehung gewandelt haben und wie die Jugendkriminalität davon beeinflusst wurde.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Jugendgerichtshilfe
2.1. Begriffserklärung
2.2.Rechtliche Grundlagen
2.3.Aufgabenfelder
3. Historische Entwicklung der Jugendgerichtshilfe
3.1.Anfänge der Jugendgerichtshilfe
3.2.Wandel der Jugendgerichtshilfe
3.3.Die Jugendgerichtshilfe heute
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Arbeitsfeld der Jugendgerichtshilfe (JGH) mit dem Ziel, ihre historische Entwicklung, ihre rechtlichen Rahmenbedingungen sowie ihre zentralen Aufgabenfelder und die damit verbundene Doppelfunktion kritisch zu beleuchten.
- Historische Genese und Wandlungsprozesse der Jugendgerichtshilfe.
- Analyse der rechtlichen Grundlagen im JGG und SGB VIII.
- Die Doppelfunktion der JGH als Hilfsorgan des Gerichts und Betreuerin der Jugendlichen.
- Diskussion über die Relevanz und den Einfluss der JGH auf gerichtliche Entscheidungen.
- Zukunftsperspektiven und Anforderungen an eine moderne Jugendgerichtshilfe.
Auszug aus dem Buch
3.1 Anfänge der Jugendgerichtshilfe
Die Einsicht, dass man für jugendliche Straftäter andere Maßnahmen als bei Erwachsenen walten lassen muss, war den Menschen bereits vor über 100 Jahren klar.
Schon in früheren Zeiten, wie im Mittelalter wurden Kinder und Jugendliche anders oder im geringeren Maße bestraft, als Erwachsene. Sie bekamen beispielsweise nur die Hälfte der Strafe oder andere Strafen, als Erwachsene. Wie auspeitschen anstelle von Hand abhacken. Die Todesstrafe wurde bei ihnen in der Regel gar nicht vollzogen.
Die JGH gab es zu dieser Zeit allerdings noch nicht. Erst die im Jahre 1882 veröffentliche Reichskriminalstatistik, in der jugendliche Straftäter (zwischen 12 und 17 Jahren) erstmals gesondert aufgeführt wurden, legte das Fundament für die heutige JGH. Mit der Entfaltung der Jugendgerichtsbewegung zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde registriert, dass während der Entwicklungsphase vom Kind zum Erwachsenen enorm viele Modifikationen von statten gehen. Dazu gehören biologische, umweltbezogene, als auch charakterliche Veränderungen. Im Bereich der Jugendgerichtsbewegung wurde erstmalig die spezifische Lebenssituation der einzelnen Täter und die Relation von Strafe und Erziehung in adäquater Weise erwägt. 1908 entstand das erste Jugendgericht. Hier fand erstmalig eine Betreuung delinquenter Heranwachsender durch private Helferorganisationen statt. (vgl. Chassè, 1999, S. 90ff) Dadurch entwickelte sich eine Organisationsvielfalt, die in Anlehnung an der nordamerikanischen „Probation Officers“ JGH agierte. (vgl. ebd.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Jugendgerichtshilfe ein, stellt die Forschungsfrage zur Sinnhaftigkeit und Relevanz der JGH und begründet die methodische Vorgehensweise.
2. Die Jugendgerichtshilfe: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Jugendgerichtshilfe, erläutert die rechtlichen Grundlagen im JGG sowie SGB VIII und beschreibt die Kernaufgabenbereiche.
3. Historische Entwicklung der Jugendgerichtshilfe: Hier wird der historische Werdegang von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis zur heutigen Situation nachgezeichnet, wobei insbesondere der Wandel der Aufgaben und das doppelte Mandat thematisiert werden.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die aktuelle Wandlung der JGH und wirft einen Blick auf zukünftige Herausforderungen im Spannungsfeld zwischen Strafe und Erziehung.
Schlüsselwörter
Jugendgerichtshilfe, JGH, Jugendstrafrecht, Delinquenz, doppeltes Mandat, Sozialarbeit, Jugendamt, Sanktionsforschung, Prävention, Erziehung, Jugendgerichtsgesetz, JGG, SGB VIII, Kriminalitätsprävention, Jugendliche.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Hausarbeit setzt sich mit der Rolle, den Aufgaben und der historischen Entwicklung der Jugendgerichtshilfe (JGH) in Deutschland auseinander.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Verankerung der JGH, ihrer historischen Evolution sowie ihrem dualen Auftrag, der zwischen Kontrolle und Unterstützung schwankt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob die JGH tatsächlich zur personenbezogenen Bestrafung beiträgt und inwieweit sie als Begleiterin für delinquente Jugendliche sinnvoll ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der rechtliche Grundlagen und sozialwissenschaftliche Studien zur Jugendkriminalität und Jugendhilfe ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die spezifischen Aufgabenfelder (Ermitteln, Berichten, Betreuen, Überwachen) sowie die historische Entwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Jugendgerichtshilfe, doppeltes Mandat, Jugendstrafrecht, Erziehung und Präventionsarbeit bestimmt.
Was versteht man unter dem "doppelten Mandat" der JGH?
Es beschreibt die schwierige Verbindung der JGH, einerseits als Kontrollorgan für das Gericht zu fungieren und andererseits eine unterstützende, betreuende Rolle für den jugendlichen Täter einzunehmen.
Welchen Einfluss hat die JGH laut den Ergebnissen auf gerichtliche Entscheidungen?
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die JGH oft nur einen geringen Einfluss auf die konkreten Urteile hat und ihre Empfehlungen die richterliche Entscheidung kaum maßgeblich beeinflussen.
- Arbeit zitieren
- Janine Richter (Autor:in), 2010, Die Entwicklung der Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/202201