Aktuelle Daten zeigen, dass nach wie viele Kinder in Deutschland von Armut betroffen bzw. bedroht sind. Es gibt zwar einige Leistungen und Vergünstigungen für Familien, die ärmsten profitieren jedoch (wenn überhaupt) nur in geringem Maße. Daher werden seit einiger Zeit andere politische Konzepte diskutiert. So auch das einer Kindergrundsicherung. Eine solche wird von verschiedenen Parteien und Organisationen propagiert, wobei sich die einzelnen Konzepte z.T. erheblich unterscheiden. Im Rahmen dieser Arbeit werden diese vorgestellt und anhand verschiedener Kriterien bewertet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kinderarmut in Deutschland
2.1 Eine begriffliche Eingrenzung
2.2 Die Ausprägung und Auswirkungen der Kinderarmut in Deutschland
2.3 Konsequenzen für die Politik
3. Leistungen und Vergünstigungen für Familien mit Kindern
3.1 Definition: Was ist unter „familienbezogenen Leistungen“ zu verstehen?
3.2 Familienbezogene Leistungen und steuerliche Regelungen
3.2.1 Kindergeld und Kinderzuschlag
3.2.2 Weitere steuerrechtliche Instrumente für Familien
3.2.3 Das Elterngeld
3.2.4 Das Berufsausbildungsförderungsgesetz (BAföG)
3.2.5 Kinderbetreuung sowie Kinder- und Jugendhilfe
3.3 Bewertung der familienpolitischen Leistungen
4. Eine Kindergrundsicherung als Maßnahme gegen Kinderarmut
4.1 Was ist unter einer Kindergrundsicherung zu verstehen?
4.2 Kriterien zur Bewertung der Kindergrundsicherungskonzepte
5. Die verschiedenen Konzepte einer Kindergrundsicherung: Vertreter, Inhalt und eine Bewertung
5.1 Das Bündnis Kindergrundsicherung
5.2 Deutsches Kinderhilfswerk
5.3 Der Bundesverband alleinerziehender Mütter und Väter e.V.
5.4 Bündnis 90 / Die Grünen (Ekin Deligöz)
5.5 Die Linke
5.6 Der Paritätische Baden-Württemberg
5.7 Die SPD-Saar
5.8 Zwischenfazit
6. Internationale Perspektive
7. Abschließende Betrachtung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept der Kindergrundsicherung als zentrale politische Strategie zur Bekämpfung von Kinderarmut in Deutschland, bewertet bestehende Ansätze verschiedener Akteure anhand definierter Kriterien und prüft deren Umsetzbarkeit sowie Wirksamkeit.
- Analyse der aktuellen Ausprägung und Folgen von Kinderarmut in Deutschland.
- Kritische Bestandsaufnahme bestehender familienpolitischer Leistungen und steuerlicher Instrumente.
- Entwicklung eines Kriterienkatalogs zur Bewertung alternativer Konzepte der Kindergrundsicherung.
- Vergleichende Untersuchung und Bewertung konkreter Modelle von Interessenverbänden und politischen Parteien.
- Internationaler Ausblick auf Armutspräventionsstrategien im Bereich der Familienpolitik.
Auszug aus dem Buch
2.1 Eine begriffliche Eingrenzung
Auch wenn das Thema der Kinderarmut in Deutschland erst seit einigen Jahren intensiv diskutiert wird, hat sich die Wissenschaft bereits seit längerem damit beschäftigt. Während es zu Beginn in erster Linie um Fragen der Definition und der Erfassung armer Kinder ging, hat sich das Forschungsspektrum zum heutigen Zeitpunkt wesentlich erweitert. So wird verstärkt darauf eingegangen, welche Gruppen in besonderem Maße von Armut betroffen sind, also wie das Armutsrisiko verteilt ist. Darauf wird unter 2.2 ausführlicher eingegangen.
Des Weiteren konzentrieren sich viele Expertisen auf unterschiedliche Dimensionen der Kinderarmut sowie die Folgen für den weiteren Lebensweg. Aktuell rücken zudem Untersuchungen in den Fokus, welche Kinder selbst zu Wort kommen lassen, um auf der einen Seite zu verdeutlichen, wie diese ihre Situation wahrnehmen, aber auf der anderen Seite auch zu zeigen, welche unterschiedlichen Ausprägungen von Kinderarmut es gibt. Wenig überraschend ist, dass auch konkrete Handlungsaufforderungen an die Politik gerichtet werden, sich der Problematik stärker anzunehmen.
Diese decken ein breites Spektrum ab und konzentrieren sich sowohl auf unterschiedliche politische Ebenen, als auch auf verschiedene Ansätze wie z.B. den einer präventiven Armutspolitik oder einer Unterstützung hinsichtlich möglicher Folgen. Dieser Aspekte werden im Abschnitt 2.3 unter der Frage behandelt, welche Konsequenzen sich aus den bisherigen Erkenntnissen für die Politik ergeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Kinderarmut in Deutschland, erläutert die Zielsetzung der Arbeit und den methodischen Ansatz zur Bewertung von Kindergrundsicherungskonzepten.
2. Kinderarmut in Deutschland: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Kinderarmut, analysiert deren Ausprägungen sowie multidimensionale Auswirkungen auf die Lebensentwicklung von Kindern und leitet daraus politische Handlungsbedarfe ab.
3. Leistungen und Vergünstigungen für Familien mit Kindern: Hier erfolgt eine kritische Bestandsaufnahme der bestehenden familienpolitischen Instrumente, ihrer steuerrechtlichen Grundlagen sowie ihrer tatsächlichen Wirksamkeit bei der Armutsvermeidung.
4. Eine Kindergrundsicherung als Maßnahme gegen Kinderarmut: Das Kapitel führt das Konzept der Kindergrundsicherung als systemische Antwort auf bestehende Defizite ein und etabliert einen Kriterienkatalog für deren objektive Bewertung.
5. Die verschiedenen Konzepte einer Kindergrundsicherung: Vertreter, Inhalt und eine Bewertung: Der Hauptteil bietet eine detaillierte Vorstellung und kritische Analyse spezifischer Kindergrundsicherungsmodelle verschiedener Verbände und Parteien anhand des zuvor erarbeiteten Kriterienkatalogs.
6. Internationale Perspektive: Dieser Abschnitt vergleicht deutsche Ansätze mit den familienpolitischen Strategien anderer Wohlfahrtsstaaten, um alternative Wege der Armutsbekämpfung aufzuzeigen.
7. Abschließende Betrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Konzeptanalyse zusammen und diskutiert die zukünftigen Entwicklungschancen sowie die notwendigen Voraussetzungen für die Einführung einer Kindergrundsicherung in Deutschland.
Schlüsselwörter
Kinderarmut, Kindergrundsicherung, Familienpolitik, Sozialstaat, Existenzminimum, Armutsrisiko, Steuerrecht, Familienförderung, Kindergeld, Kinderzuschlag, Umverteilung, soziale Teilhabe, Armutsprävention, Reformkonzepte, Sozialpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Problematik der Kinderarmut in Deutschland und untersucht, inwiefern eine neu zu konzipierende Kindergrundsicherung als effektives Instrument zur Überwindung dieser Armut dienen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Ausprägung von Kinderarmut, die kritische Evaluation bestehender familienpolitischer Leistungen sowie den Vergleich und die Bewertung diverser Konzepte zur Einführung einer Kindergrundsicherung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Qualität und Umsetzbarkeit verschiedener aktueller Kindergrundsicherungskonzepte mittels eines eigens entwickelten Bewertungsrasters zu prüfen, um daraus fundierte Erkenntnisse für eine effektivere Familienpolitik zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und einen komparativen Ansatz, bei dem verschiedene Konzepte von Verbänden und Parteien anhand fest definierter Kriterien (wie Empfänger, Art der Leistung, Höhe, Finanzierung etc.) systematisch bewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst das deutsche System der Familienförderung kritisch hinterfragt, dann die Kriterien für eine ideale Kindergrundsicherung definiert und schließlich die spezifischen Modelle relevanter Akteure detailliert vorgestellt und bewertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Kinderarmut, Kindergrundsicherung, Familienpolitik, Existenzminimum, Sozialpolitik, Armutsprävention und Reformkonzepte.
Wie bewertet der Autor die bestehenden Leistungen wie Kindergeld und Kinderzuschlag?
Der Autor stuft das derzeitige System als undurchsichtig, bürokratisch und ineffizient ein, da es Kinderarmut nicht nachhaltig verhindert und teils einkommensstärkere Haushalte stärker begünstigt als arme Familien.
Was ist das zentrale Kriterium für die Bewertung der Konzepte?
Die Konzepte werden nach zehn Kategorien bewertet, darunter: Empfänger, Art der Leistung, Höhe der Sicherung, Staffelung, Dauer, Kosten, Finanzierung, Besteuerung, Vollständigkeit des Konzepts und Verständlichkeit.
Gibt es ein Modell, das in der Analyse besonders positiv hervorsticht?
Das Konzept des „Bündnisses Kindergrundsicherung“ schneidet im Vergleich der verschiedenen untersuchten Ansätze am besten ab, da es die meisten der festgelegten Bewertungskriterien erfüllt.
Welche Rolle spielt die internationale Perspektive in der Arbeit?
Die internationale Perspektive dient als Vergleichsfolie, um zu zeigen, wie andere Wohlfahrtsstaaten (etwa Großbritannien, Schweden oder Finnland) durch universellere Leistungen und eine bessere Infrastruktur Kinderarmut erfolgreicher begrenzen konnten als Deutschland.
- Arbeit zitieren
- M.A. Björn Steinhardt (Autor:in), 2010, Eine Kindergrundsicherung als zentrale Maßnahme gegen Kinderarmut, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/202104