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Jenseitsreise - Zur Adaptation eines antiken Mythologems in den Eneasromanen des volkssprachlichen Mittelalters

Titel: Jenseitsreise - Zur Adaptation eines antiken Mythologems in den Eneasromanen des volkssprachlichen Mittelalters

Masterarbeit , 2012 , 93 Seiten , Note: 1,1

Autor:in: Bianca Burckhardt (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Vergleichende Literaturwissenschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

INHALTSVERZEICHNIS
1. Einführung: Tod und Jenseits in den Kulturen 1
1.1 Jenseitsvorstellungen in der römischen Antike 4
1.2 Jenseitsvorstellungen im christlichen Mittelalter 8
1.2.1 Biblische und frühchristliche Texte 8
1.2.2 Visionsliteratur des Mittelalters 12

2. Vergil: Aeneis (um 29-19 v. Chr.) 15
2.1 Die Unterweltsfahrt 16
2.2 Bedeutung Vergils für das Mittelalter 20

3. Der Roman d’Eneas und Veldekes Eneit 21
3.1 Vorbemerkung: Der Antikenroman 23
3.2 Veränderungen der Unterweltsfahrt 24
3.2.1 Die Götter 25
3.2.1.1 Einfluss der olympischen Götter und des christlichen Gottes 26
3.2.1.2 Hades, Persephone und der Teufel 30
3.2.2 Sibylle, die Grenzgängerin 33
3.2.3 Kreaturen der Unterwelt 38
3.2.3.1 Personifikationen, Monster und andere Tiere 39
3.2.3.2 Charon, der Fährmann 44
3.2.3.3 Cerberus, der Höllenhund 46
3.2.3.4 Minos und Rhadamantus, Richter und Herrscher 49
3.2.4 Topographie der Unterwelt 51
3.2.4.1 Der Eingang zur Unterwelt 52
3.2.4.2 Am Ufer des Styx bzw. Phlegeton 54
3.2.4.3 Die Asphodelischen Felder und das Purgatorium 57
3.2.4.4 Tartarus und die eigentliche Hölle 61
3.2.4.5 Elysium und Paradies 65
3.2.5 Seele und Seelenwanderung 69

4. Fazit 75

5. Literaturverzeichnis 80

6. Abbildungsverzeichnis 85

7. Anhang 86
7.1 Bilder der Handschrift h (Heidelberger Papierhandschrift) – Cod.pal.germ. 403 86
7.2 Bilder der Handschrift B (Berliner Miniaturhandschrift) – Cod.germ.Fol. 282 88

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung: Tod und Jenseits in den Kulturen

1.1 Jenseitsvorstellungen in der römischen Antike

1.2 Jenseitsvorstellungen im christlichen Mittelalter

1.2.1 Biblische und frühchristliche Texte

1.2.2 Visionsliteratur des Mittelalters

2. Vergil: Aeneis (um 29-19 v. Chr.)

2.1 Die Unterweltsfahrt

2.2 Bedeutung Vergils für das Mittelalter

3. Der Roman d’Eneas und Veldekes Eneit

3.1 Vorbemerkung: Der Antikenroman

3.2 Veränderungen der Unterweltsfahrt

3.2.1 Die Götter

3.2.1.1 Einfluss der olympischen Götter und des christlichen Gottes

3.2.1.2 Hades, Persephone und der Teufel

3.2.2 Sibylle, die Grenzgängerin

3.2.3 Kreaturen der Unterwelt

3.2.3.1 Personifikationen, Monster und andere Tiere

3.2.3.2 Charon, der Fährmann

3.2.3.3 Cerberus, der Höllenhund

3.2.3.4 Minos und Rhadamantus, Richter und Herrscher

3.2.4 Topographie der Unterwelt

3.2.4.1 Der Eingang zur Unterwelt

3.2.4.2 Am Ufer des Styx bzw. Phlegeton

3.2.4.3 Die Asphodelischen Felder und das Purgatorium

3.2.4.4 Tartarus und die eigentliche Hölle

3.2.4.5 Elysium und Paradies

3.2.5 Seele und Seelenwanderung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Adaptation des antiken Jenseitsmythos, insbesondere der Katabasis aus Vergils Aeneis, in den mittelalterlichen Werken Roman d’Eneas und Heinrich von Veldekes Eneit. Das zentrale Forschungsinteresse gilt dabei der Frage, wie die heidnischen Vorstellungen der römischen Antike durch die christlich geprägten Autoren der volkssprachlichen Literatur des Mittelalters verchristlicht, umgedeutet oder adaptiert wurden.

  • Mentalitätsgeschichte der Jenseitsvorstellungen von der Antike bis zum Mittelalter
  • Analyse der Übertragungsstrategien im Roman d’Eneas und der Eneit
  • Die Verchristlichung antiker Götter und mythologischer Wesen
  • Kulturtransfer zwischen römisch-heidnischer Antike und christlichem Mittelalter
  • Vergleich der Unterweltstopographie und der Konzeption von Sünde und Strafe

Auszug aus dem Buch

1. EINFÜHRUNG: TOD UND JENSEITS IN DEN KULTUREN

Der Tod ist eine der wenigen universalen Erfahrungen der menschlichen Existenz. Er ist das Ereignis, das mit absoluter Gewissheit zu erwarten ist. Gleichzeitig ist das Wesen des Todes von einem tiefen Geheimnis umgeben. Seit der Vor- und Frühgeschichte hat darum der Tatbestand, dass die Menschen sterben, die menschliche Einbildungskraft angeregt und in der Mythologie, in der Kunst, der Religion und der Philosophie sowie in der Folklore in den verschiedenen Kulturen auf sehr unterschiedliche Weise Ausdruck gefunden. In keiner Religion ist der Tod das absolute Ende. Literarische Zeugnisse belegen, dass das Leben nach dem Tod oftmals als zweigegliedert vorgestellt wird. Immer wieder tauchen Himmel und Hölle auf und auf der posthumen Reise der Seele mit Ziel auf ein erstrebenswertes Dasein werden die verschiedensten Prüfungen abverlangt.

Die Menschen in der römischen Antike hatten einen ganz anderen Umgang mit dem Tod, als wir ihn heute kennen. Zahllose Kriege und eine niedrige durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 25 Jahren führten dazu, dass der Tod in der römischen Gesellschaft als allgegenwärtig galt. Ihre Jenseitsvorstellungen, soweit sie uns überliefert sind, sind eher pessimistisch und zeichnen sich durch einen Glauben an das Fortleben Verstorbener als eine Art diffuse Geistermasse aus; insgesamt legte man wenig Wert auf die persönliche Weiterexistenz. Allerdings führte die römische Expansion auch zur Integration anderer Jenseitsanschauungen, insbesondere der griechischen. Die Vorstellung vom düsteren Hades, in dem die Seele jedes Verstorbenen ein schattenhaftes, unglückliches Dasein fristet, verbreitete sich so in der römischen Bevölkerung. Die römischen Philosophen wiederum lehnten die griechischen Jenseitsvorstellung als Märchen ab oder verstanden sie als Allegorie und fragten sich vielmehr, ob nicht wenigstens nach dem Tode ein Ausgleich durch die göttliche Gerechtigkeit stattfinden werde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Tod und Jenseits in den Kulturen: Dieses Kapitel erläutert die unterschiedlichen Jenseitskonzepte der römischen Antike und des christlichen Mittelalters und dient als mentalitätsgeschichtlicher Rahmen für die Untersuchung der Eneasromane.

2. Vergil: Aeneis (um 29-19 v. Chr.): Hier wird Vergils Aeneis als literarische Vorlage charakterisiert, wobei der Fokus auf dem 6. Buch und dem Mythologem der Unterweltsreise liegt, das für das Mittelalter prägend wurde.

3. Der Roman d’Eneas und Veldekes Eneit: Dieser Hauptteil analysiert detailliert, wie die mittelalterlichen Autoren die antiken Motive der Götter, Fabelwesen und Topographie der Unterwelt unter christlichen Vorzeichen umgestalten und interpretieren.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Übersetzungs- und Adaptationsstrategien der mittelalterlichen Dichter als radikale Neufassungen, die den antiken Stoff in einen heilsgeschichtlichen Gesamtkontext einbetten.

Schlüsselwörter

Aeneis, Roman d’Eneas, Eneit, Unterwelt, Jenseitsvorstellungen, Mittelalter, Antike, Verchristlichung, Adaptation, Katabasis, Götter, Sibylle, Mythologie, Mentalitätsgeschichte, Ritterroman.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit?

Die Arbeit untersucht, wie das antike Motiv der Jenseitsreise aus Vergils Aeneis im 12. Jahrhundert von den Autoren des Roman d’Eneas und der deutschen Eneit in einen christlichen Kontext übertragen wurde.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Thematisiert werden die Mentalitätsgeschichte des Todes, die Funktion antiker Götter im christlichen Weltbild, der Wandel von der antiken Schicksalsvorstellung zur christlichen Eigenverantwortung sowie die architektonische und moralische Neuordnung der Unterwelt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, wie und warum die mittelalterlichen Dichter antike heidnische Stoffe modifiziert haben und ob ihre Werke als authentische Antikenromane oder als radikale, christlich geprägte Neufassungen zu werten sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine komparatistische und literaturwissenschaftliche Analyse, bei der antike Vorlagen mit ihren mittelalterlichen Bearbeitungen unter Berücksichtigung kulturhistorischer Kontexte gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Motive: Die Rolle der Götter (z.B. Jupiter, Venus), die Figur der Sibylle als Grenzgängerin, die Darstellung von Unterweltswesen wie Charon und Cerberus sowie die topographische Beschreibung von Tartarus, Elysium und Lethe.

Welche Keywords prägen die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Jenseitsrezeption, Kulturtransfer, Translatio, Antikenroman, Verchristlichung und Ritterideal.

Warum wird die Figur der Sibylle als Grenzgängerin bezeichnet?

Die Sibylle fungiert als Vermittlerin zwischen diesseitiger und jenseitiger Welt sowie zwischen der antiken Mythologie und der christlichen Lehre des Mittelalters, wobei sie in der Adaptation zunehmend Züge einer weisen, fast zauberhaften Autoritätsfigur annimmt.

Inwiefern unterscheiden sich die Darstellungen von Charon bei Vergil und Veldeke?

Während Vergil Charon als einen schmutzigen, mürrischen Alten beschreibt, transformiert ihn Heinrich von Veldeke explizit in ein teufelhaftes Wesen mit tierischen Merkmalen, um ihn in das christliche Höllenbild der Zeit einzupassen.

Ende der Leseprobe aus 93 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Jenseitsreise - Zur Adaptation eines antiken Mythologems in den Eneasromanen des volkssprachlichen Mittelalters
Hochschule
Universität Siegen  (Philosophische Fakultät)
Note
1,1
Autor
Bianca Burckhardt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
93
Katalognummer
V202018
ISBN (eBook)
9783656278962
ISBN (Buch)
9783656280354
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mittelalter Eneasroman Jenseits Mythologie Antike Frankreich Deutschland Vergil Aeneis Veldeke
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bianca Burckhardt (Autor:in), 2012, Jenseitsreise - Zur Adaptation eines antiken Mythologems in den Eneasromanen des volkssprachlichen Mittelalters, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/202018
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Leseprobe aus  93  Seiten
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