Quellenkritische Überprüfung der erfolgten Nukelaren Abrüstung nach dem Ende des Ost-West Konfliktes und ein Ausblick auf einen möglichen Ausweg aus der "MAD-Stituation" von Mutual Assured Destruction.
Inhaltsverzeichnis
1 Fragestellung
2. Definition des Begriffes Abrüstung
3. Die vier Verträge
3.1 START I
3.1.1 Geschichte
3.1.2 Bestimmungen
3.1.3 Abrüstung
3.2 START II
3.2.1 Geschichte
3.2.2 Bestimmungen
3.2.3 Abrüstung
3.3 SORT
3.3.1 Geschichte
3.3.2 Bestimmungen
3.3.3 Abrüstung
3.4 NEW START
3.4.1 Geschichte
3.4.2 Bestimmungen
3.4.3 Erforderliche Abrüstung
4. Dependenz zwischen Nuklearer Abrüstung und Strategischer Stabilität
4.1 Mutual Assured Destruction
4.1.1 Rationalität
4.1.2 Glaubwürdigkeit
4.1.3 Die „overkill capacity“
4.2 Die Rolle der Nuklearwaffen in den Doktrinen
4.2.1 Die USA und die NATO
4.2.2 Russland
4.2.3 Großbritannien
4.2.4 Frankreich
4.2.5 China
4.2.4 Die anderen Atommächte
4.3 Ausweg aus MAD
4.3.1 Abrüstung
4.3.2 De-Alerting
4.3.3 Mutual assured Protection
4.3.3.1 Die Grunprinzipien von „MAP stability“
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Effektivität von vier großen Abrüstungsverträgen auf die strategischen Nukleararsenale der USA und Russlands sowie deren Einfluss auf die Strategische Stabilität. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, welche tatsächliche Abrüstung hinter den offiziellen Zahlen steckt und inwiefern Sicherheitsdoktrinen die Abrüstungsbemühungen beeinflussen.
- Analyse der Verträge START I, START II, SORT und NEW START
- Einfluss der "Mutual Assured Destruction" (MAD) auf Abrüstungsgrenzen
- Die Rolle nuklearer Abschreckung in modernen Sicherheitsdoktrinen
- Potenziale und Herausforderungen neuer Stabilitätskonzepte wie "Mutual Assured Protection" (MAP)
- Kritische Würdigung der tatsächlichen Abrüstung vs. Zählregel-Optimierung
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Bestimmungen
Der START I-Vertrag folgt im Prinzip einer einfachen Struktur.
Einer vorher definierten nuklearen Waffengattung werden wirksame Obergrenzen für Waffe und Trägersystem gesetzt. Waffensysteme, die oberhalb dieser Grenze liegen, müssen nach den Regularien des START I-Vertrages abgerüstet werden. Die Abrüstung selbst erfolgt dabei nach den im Zusatzprotokoll festgelegten Bestimmungen und geht mit einer anschließenden Verifikation durch das im Vertrag eingerichtete Verifikationsregime einher. Die Besonderheit des START I-Vertrages ist ein Abrechnungsverfahren, welches sich je nach Waffensystem und Staat unterschiedlich auf die festgelegte Obergrenze auswirkt. Zu diesen Obergrenzen kommt eine Begrenzung für das maximale „Throw Weight“ der Arsenale.
Der START I-Vertrag legt dabei folgende Grenzen fest:
In Artikel II a wird die Obergrenze an eingesetzten Trägersystemen auf 1.600 für jede Seite festgelegt.
In Artikel II b wird die Zahl der „deployed warheads“ auf 6.000 je Seite, davon maximal 1100 Gefechtsköpfe auf mobilen ICBMs. Eine Sonderrolle nehmen im Vertrag die sog. „Heavy ICBMs“ ein, deren Zahl auf 154 mit maximal 1.540 Gefechtsköpfen beschränkt wird.
In Artikel IV sieht der START I-Vertrag ausführliche Beschränkungen für die sog. „non deployed“ ICBMs, SLBMs, Heavy Bombers und deren zugehörige Trägersysteme vor. So darf zum Beispiel die Zahl der „non deployed“ ICBMs für mobile Systeme 250 nicht überschreiten. Eine genaue Beschreibung der dort festgelegten Zahlen ist für die Beantwortung der Fragestellung an dieser Stelle jedoch nicht relevant.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Fragestellung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung nuklearer Abschreckung von der Kennedy-Ära bis hin zu Obamas Vision eines "Global Zero" und definiert das Forschungsziel.
2. Definition des Begriffes Abrüstung: Es wird erörtert, dass Abrüstung im nuklearen Kontext aufgrund komplexer Technologien und der Notwendigkeit zur Sicherung sensibler Materialien wesentlich anspruchsvoller ist als die quantitative Reduzierung konventioneller Waffen.
3. Die vier Verträge: Dieses Kernkapitel analysiert detailliert START I, START II, SORT und NEW START hinsichtlich ihrer Entstehungsgeschichte, ihrer vertraglichen Bestimmungen und ihrer tatsächlichen Auswirkungen auf die Abrüstung.
4. Dependenz zwischen Nuklearer Abrüstung und Strategischer Stabilität: Das Kapitel untersucht die theoretische Verzahnung von Abrüstung und dem "Gleichgewicht des Schreckens" (MAD) sowie alternative Stabilitätsansätze wie "Mutual Assured Protection" (MAP).
5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass bisherige Verträge zwar Vertrauen schaffen, aber die zugrunde liegende Logik der totalen Vernichtung nicht aufheben, was die Notwendigkeit für einen neuen politischen Willen unterstreicht.
Schlüsselwörter
Nukleare Abrüstung, START I, START II, SORT, NEW START, Strategische Stabilität, Mutual Assured Destruction, MAD, Abschreckung, Global Zero, Raketenabwehrsystem, Gefechtsköpfe, Verifikationsregime, Nukleardoktrin, De-Alerting
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den nuklearen Abrüstungsprozess zwischen den USA und Russland seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes bis ins Jahr 2011 und analysiert, inwiefern dieser Prozess die Strategische Stabilität beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die vier großen strategischen Abrüstungsverträge (START I, II, SORT, NEW START), das Konzept der "Mutual Assured Destruction" (MAD) sowie die Rolle von Nuklearwaffen in aktuellen Sicherheitsdoktrinen.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob die publizierten Abrüstungserfolge real sind oder primär auf vertragsspezifischen Zählregeln basieren, und welche Hindernisse einer atomwaffenfreien Welt entgegenstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin/der Autor nutzt eine quellenkritische Analyse der relevanten Vertragstexte sowie der offiziellen Nachweisdokumente und Veröffentlichungen zu den Sicherheitsdoktrinen der beteiligten Staaten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Neben einer detaillierten Analyse der vier Verträge werden die theoretischen Abhängigkeiten zwischen Abrüstung und Stabilität sowie mögliche Auswege aus der MAD-Logik, wie etwa das MAP-Konzept, diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie "Strategische Stabilität", "Nukleare Abrüstung", "START-Verträge", "MAD-Logik" und "Abschreckung" definieren.
Warum ist laut Autor die Abrüstung bei Nuklearwaffen schwieriger als bei konventionellen Waffen?
Die Schwierigkeit liegt in der hochkomplexen Technologie und der Notwendigkeit, uran- und plutoniumhaltige Komponenten sicher zu entsorgen oder zu verwahren, anstatt sie wie konventionelle Güter einfach zu verschrotten.
Welche Rolle spielt das Konzept der "Mutual Assured Protection" (MAP)?
MAP wird als theoretischer Ausweg aus der MAD-Logik diskutiert, bei dem anstatt gegenseitiger Verwundbarkeit eine gegenseitige Verteidigung (Abwehr) gegen Angriffe im Mittelpunkt steht.
Inwiefern hat der NEW START-Vertrag laut Analyse Schwächen?
Die Analyse kritisiert, dass NEW START zwar ein Verifikationsregime wiedereinführt, aber durch neue Zählregeln dazu führen kann, dass Staaten ihre Arsenale rechnerisch verringern, ohne tatsächlich operative Sprengköpfe abzubauen.
- Quote paper
- Lars Plettenberg (Author), 2011, Von START zu NEW START: Das Dilemma und die Zukunft der Nuklearen Abrüstung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/201968