Für das Thema „Mobbing in der Erwachsenen-Weiterbildung“ habe ich mich entschieden, weil dieses Problem in den Medien nicht angesprochen und wahr genommen wird. Aus den Schulen und vereinzelten Unternehmen wird zwar immer aktueller und durch dramatische Meldungen in den Medien über Mobbing berichtet und dadurch die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregt. Mobbing in der Erwachsenen-Weiterbildung wird dagegen gar nicht wahr genommen und scheint in den Medien nicht zu existieren.
Die Fragestellung dieser Arbeit geht vor allem dahin, welche Ursachen Mobbing unter den Teilnehmern einer Weiterbildungsmaßnahme hat und ob es einen bestimmten Opfer-/Tätertyp gibt. In meiner Hausarbeit gehe ich zuerst auf die Herkunft und Bedeutung des Begriffs „Mobbing“ im Allgemeinen ein. Danach schildere ich Mobbing unter den Teilnehmern in der Erwachsenenbildung und grenze den Opfertyp ab. Daran anschließend beschreibe ich typische Charaktereigenschaften von Tätern und Opfern.
Einer der beiden Hauptaspekte in meiner Hausarbeit sind die möglichen Ursachen für Mobbing in der Erwachsenen-Weiterbildung. Es erfolgt eine Beschreibung von anfälligen Opfer- oder Tätertypen. Als nächstes nenne ich Ergebnisse aus einer Studie von Dan Olweus, die untersucht, welchen Einfluss Leistungsdruck und Zensuren auf Gewalt haben. Weiterhin gehe ich auf eine weitere Studie von ihm ein, die die Bedeutung von äußerlichen Auffälligkeiten in Bezug auf Mobbing zum Inhalt hat.
Daran anschließend gehe ich auf mögliche Ursachen des Mobbings unter Berücksichtigung von Opfer und Täter ein.
Der zweite zentrale Punkt beschreibt das Interventionsprogramm von Dan Olweus und gibt erfolgreiche Maßnahmen auf Leistungsebene, Gemeinschaftsebene sowie persönlicher Ebene an.
Inhaltsverzeichnis
2 Einleitung
3 Definition und Begriffabgrenzung
3.1 Die Mobbinghandlungen nach H. Leymann
3.2 das vier- bzw. fünfstufige Phasenkonzept von H. Leymann
3.3 Mobbing unter den Teilnehmern
4 Charakteristika von Opfern und Tätern
4.1 Persönlichkeitsmerkmale von Opfern
4.2 Persönlichkeitsmerkmale von Tätern
5 Ursachen
5.1 Beweggründe
5.2 Leistungsdruck im Hörsaal bzw. im Unterricht
6 Auswirkungen
6.1 Folgen für das Opfer
6.2 Folgen für den Täter
7 Prävention und Intervention
7.1 Ein Interventionsprogramm von Dan Olweus
7.2 Maßnahmen
8 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht das Phänomen Mobbing im Kontext der Erwachsenen-Weiterbildung, ein Bereich, der im Vergleich zu Schulen oder Unternehmen medial kaum Beachtung findet. Ziel ist es, die spezifischen Ursachen für Mobbing unter Kursteilnehmern zu identifizieren, Opfer- und Tätertypen zu differenzieren und wirksame Interventions- sowie Präventionsstrategien darzustellen.
- Herkunft und Definition des Begriffs Mobbing
- Charakterisierung und psychologische Motive von Opfern und Tätern
- Einfluss von Leistungsdruck und gruppendynamischen Prozessen
- Phasenmodelle des Mobbings (Leymann)
- Interventionsansätze nach Dan Olweus
Auszug aus dem Buch
4 Charakteristika von Opfern und Tätern
Mobbingopfer können Personen mit folgenden Eigenschaften sein: körperlich schwächere Menschen, ängstliche, ruhige und passive Menschen, oft Menschen mit geringem Selbstvertrauen, Menschen, die sich von der Masse abheben. Merkmale wie: rote Haare, abstehende Ohren, andere Nationalität etc.
Opfer haben oft ein schwaches oder beschädigtes Selbstbild, so dass sie sich nicht konsequent gegen Vorwürfe wehren. Finanzielle oder familiäre Belastungen können ein unterwürfiges Verhalten fördern. Außenseitermerkmale, gesundheitliche oder intellektuelle Defizite begünstigen, dass aus einem einmaligen Konflikt (z. B. Interessenkonflikt) eine andauernde einseitige Feindschaft gegenüber dem Opfer erwächst. Deshalb können auch Vorgesetzte zum Mobbingopfer werden.
Zu Opfern werden aber auch unangepasste Persönlichkeiten, die sozial wenig oder gar nicht integriert sind und die bei einem Gruppenkonflikt als „Blitzableiter“ fungieren und „für alles“ verantwortlich gemacht werden.
Es lassen sich zwei Opfertypen unterscheiden: 1. passiver und unterwürfiger Opfertyp (körperlich schwach, ängstlich, ruhig und gleichgültig). Der passive Opfertyp ist im Allgemeinen ängstlicher und unsicherer. Er ist empfindlich, vorsichtig und schweigsam, und lehnt sehr oft Gewalttätigkeit ab. Er signalisiert seiner Umgebung, dass er Angst hat und es nicht wagt, sich gegen den Störenfried zu wehren, wenn er angegriffen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
2 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz des Mobbings in der Erwachsenenbildung ein und definiert die Forschungsziele sowie die betrachteten Schwerpunkte.
3 Definition und Begriffabgrenzung: Dieses Kapitel klärt die etymologische Herkunft des Begriffs und erläutert Leymanns Definition sowie sein Phasenmodell des Psychoterrors.
4 Charakteristika von Opfern und Tätern: Es werden spezifische Persönlichkeitsprofile von Opfern und Tätern erarbeitet, wobei zwischen passiven und provozierenden Opfertypen unterschieden wird.
5 Ursachen: Die Analyse konzentriert sich auf Beweggründe wie Neid oder Geltungsdrang sowie den besonderen Leistungsdruck im Bildungsumfeld.
6 Auswirkungen: Hier werden die physischen, psychischen und sozialen Folgen für Opfer sowie die Schwierigkeiten bei der Überführung von Tätern beleuchtet.
7 Prävention und Intervention: Das Kapitel stellt das Interventionsprogramm von Dan Olweus vor und nennt konkrete Maßnahmen auf Träger-, Gruppen- und persönlicher Ebene.
8 Zusammenfassung: Die Kernaussagen werden reflektiert und die Notwendigkeit eines bewussten Umgangs mit Mobbing in Bildungseinrichtungen betont.
Schlüsselwörter
Mobbing, Erwachsenenbildung, Psychoterror, Opfertyp, Tätertyp, Gewaltprävention, Gruppendynamik, Leistungsdruck, Konfliktmanagement, Intervention, Arbeitsklima, Kommunikation, Mobbinghandlungen, Dan Olweus, H. Leymann
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Problem von Mobbing speziell im Kontext der Erwachsenen-Weiterbildung, einem Bereich, der oft von der Öffentlichkeit ignoriert wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Definition von Mobbing, die psychologische Analyse von Täter- und Opferrollen, die Ursachenforschung und die Möglichkeiten der Prävention.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Bewusstsein für Mobbing in der Weiterbildung zu schaffen und praxisnahe Ansätze zur Vorbeugung und Lösung solcher Konflikte aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Studien und Theorien, unter anderem von H. Leymann und Dan Olweus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Definitionen, Typologien von Tätern und Opfern, Ursachen wie Leistungsdruck und das Interventionsprogramm nach Dan Olweus detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mobbing, Erwachsenenbildung, Psychoterror, Opferprofil, Interventionsstrategien und gruppendynamische Prozesse.
Worin unterscheidet sich der provozierende Opfertyp vom passiven?
Der provozierende Opfertyp zeigt ein aggressives und ängstliches Verhalten, mit dem er versucht, eigene Stärke vorzutäuschen, um sich vorab gegen vermutete Anfeindungen zu schützen.
Warum ist Mobbing in der Erwachsenenbildung schwerer zu stoppen?
Die Anonymität und die Schnelllebigkeit in manchen Kursen erschweren das Identifizieren von Tätern, was ein rechtzeitiges Eingreifen durch Lehrkräfte oft verhindert.
- Arbeit zitieren
- Resül Erdagi (Autor:in), 2011, Mobbing in der Erwachsenen-Weiterbildung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/201886