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Der mediale Feldzug des Augustus

Wie machte Octavian aus dem bellum civile einen bellum iustum?

Titel: Der mediale Feldzug des Augustus

Hausarbeit , 2011 , 23 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Bachelor of Arts Sebastian Schellschmidt (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In seiner res gestae und zahlreichen anderen zeitgenössischen Medien stellt sich Octavian, der sich später den Name Augustus geben sollte, gerne als milder und gerechter Herrscher dar, der sowohl mit göttlichen Attributen ausgestattet ist als auch mit seinem Principat einer göttlichen Vorsehung
folgt. Doch schon für den Historiker Tacitus ist klar, dass skrupelloser Verrat, kalkulierte Täuschungen der politischen Gegner und Brutalität ebenfalls zu den Tugenden des jungen Herrschers gehören
und dieser seinen Aufstieg zum princeps nicht nur einer göttlichen Vorsehung zu verdanken hat. Damit identifiziert Tacitus einen wesentlichen Charakterzug der nichtmilitärischen Beseitigung von
politischen Gegnern Octavians.
Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang der mediale Feldzug des Augustus gegen M. Antonius, der in Folge der Verträge von Brundisum (40 v. Chr.) mit Kleopatra in Alexandrien lebte und die Herrschaft über den gesamten Osten des Reiches inne hatte. Octavian strebte nach der alleinigen Herrschaft über das Imperium. Der Weg dahin führte jedoch nur über einen erneuten Bürgerkrieg.
Da Augustus diese allerdings nach dem Sieg gegen Sextus Pompeius 36 v. Chr. für beendet
erklärt hatte, musste Antonius zum Staatsfeind deklariert werden. Mit Münzen, Reden und Inschriften feuerte Octavian seine propagandistischen Pfeile Richtung Ägypten und schuf ganz bewusst ein künstliches Bild vom Staatsfeind Antonius welches sich im Laufe der Zeit immer mehr auf dessen
Verbündete Kleopatra fokussierte, um insbesondere in der Zeit nach Actium den Charakter des Bürgerkriegs zu verschleiern.
Unmittelbar nach Octavians Sieg verschwindet M. Antonius mehr oder weniger aus den poetischen Darstellungen des Krieges und die ägyptische Herrscherin rückt in den Vordergrund, wenn es darum geht, die treibenden Kräfte hinter dem vermeintlichen bellum iustum zu suchen.
Die vorliegende Arbeit bietet zunächst einen Überblick über die politische Situation vor der Schlacht von Actium. Im Anschluss werden dann der Propagandabegriff sowie die von Augustus eingesetzten Medien beleuchtet. Von dieser Grundlage ausgehend wird das Bild des Antonius, welches Augustus mithilfe der Medien im Rom bewusst kreierte, herausgearbeitet. Im Kontrast untersucht die Arbeit dann die Properzsche Elegie 3,11 im Spiegel des medialen Feldzugs. Sie will deutlich machen, wie es Augustus gelingen konnte, den Bürgerkrieg vor dem Senat zu einem bellum iustum zu machen und
das Volk hinter sich zu vereinen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Die Notwendigkeit der Diffamierungskampagne

3) Der Medienfeldzug gegen Marcus Antonius

3.1) Zum Propagandabegriff in der Antike

3.2) Münzen, Reden und die Inschrift – Octavians effektivste Waffen

4) Das Bild des Marcus Antonius vor Actium

4.1) Apollo vs. Dionysos

4.2) Vom beliebten Feldherren zu Kleopatras Sklaven

4.3) Octavia vs. Kleopatra

5) Das Bild der Kleopatra nach Actium

5.1) Properz' Elegie 3,11 im Spiegel der Propaganda

6) Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Octavian (der spätere Augustus) durch einen gezielten medialen Feldzug seinen Konkurrenten Marcus Antonius diskreditierte und den Bürgerkrieg ideologisch in einen "bellum iustum" (gerechten Krieg) gegen eine auswärtige Macht umwandelte. Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch die Instrumentalisierung Kleopatras als Feindbild die moralische Legitimität des Herrschaftsanspruchs von Octavian gestärkt wurde.

  • Analyse der von Augustus eingesetzten Propagandamedien (Münzen, Reden, Inschriften).
  • Untersuchung der Konstruktion des Staatsfeindbildes Marcus Antonius.
  • Die Rolle der Kleopatra als Schlüsselfigur der Diffamierungskampagne.
  • Literarische Verarbeitung der politischen Propaganda am Beispiel der Elegie 3,11 von Properz.

Auszug aus dem Buch

3.2) Münzen, Reden und die Inschrift – Octavians effektivste Waffen

Dieses Kapitel gibt einen kurzen Überblick zu den bereits angesprochenen Medien, die Octavian im Vorfeld der Actiumschlacht nutzte, um seinen politischen Gegner M. Antonius zu diffamieren. Wie bereits erwähnt, sind diese in keinster Weise mit den uns heute bekannten Massenmedien und noch weniger mit deren Empfängerradius zu vergleichen, aber auch in „antiken Quellen lassen sich zahlreiche Kommunikationsprinzipien, die vor allem durch ihre gleichzeitige Anwendung einen hohen Informationsgrad über den Herrscher und seine Politik erzielt zu haben scheinen.“

Die Wirkung der Münzen wird in der Forschung nach wie vor heftig diskutiert und ihre Rezeption bleibt ein undurchsichtiges Feld. Fest steht aber, dass die Motive der gedruckten Münzen von den jeweiligen Herrschern ausgewählt und bestimmt wurden. Dass dies somit übermittelten Botschaften keine kurzfristige Wirkung auf das Volk haben würden, dürfte klar gewesen sein. Also zielte man wohl auf eine nachhaltige Verankerung in der breiten Masse.

Doch unabhängig von der Rezeptionsdiskussion ist es unumstritten, dass besonders im Kampf zwischen M. Antonius und Octavian eine besondere Beschleunigung im Entwurf neuer Münzmotive stattfand. „Hervorzuheben sind die zunächst noch alle Machthaber möglichst gleichberechtigt zeigenden Triumviratsmünzen, die sich dann davon absetzende eigene Münzprägung Octavians mit Betonung seiner besonderen Legitimation als divi filius.“ Einen nicht zu verachtenden Effekt dürfte in diesem Zusammenhanf auch die erhöhte Geldmenge infolge der vervielfachten Besoldung während des Bürgerkriegs erzielt haben. Ohne Frage zielten die im Machtkampf entworfenen Bilder auf ein breites Publikum und versuchten, dieses werbend für sich einzunehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der medialen Strategie Octavians vor und diskutiert die Problematik des Propagandabegriffs im antiken Kontext.

2) Die Notwendigkeit der Diffamierungskampagne: Dieses Kapitel erörtert die politische Ausgangslage, in der Octavian gezwungen war, den Bürgerkrieg gegen Antonius moralisch umzudeuten, um seine Alleinherrschaft zu legitimieren.

3) Der Medienfeldzug gegen Marcus Antonius: Es wird die "Medienmaschinerie" Octavians beleuchtet, wobei insbesondere die theoretische Einordnung von Propaganda in der Antike und die Rolle von Münzen und Reden im Mittelpunkt stehen.

4) Das Bild des Marcus Antonius vor Actium: Dieses Kapitel analysiert die mythologische Stilisierung der Kontrahenten (Apollo vs. Dionysos) und die sukzessive Demontage des einst beliebten Feldherrn Antonius.

5) Das Bild der Kleopatra nach Actium: Hier wird untersucht, wie Kleopatra nach der Schlacht von Actium zur zentralen Zielscheibe der Propaganda wurde, exemplarisch analysiert anhand der Elegie 3,11 von Properz.

6) Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die mediale Vernichtung des Andenkens an Antonius ("damnatio memoriae") und die Stilisierung Kleopatras als Schreckgespenst entscheidend für den Erfolg der augusteischen Herrschaftssicherung waren.

Schlüsselwörter

Augustus, Octavian, Marcus Antonius, Kleopatra, Propaganda, bellum iustum, Actium, Münzpropaganda, Properz, damnatio memoriae, Herrschaftslegitimation, Römische Geschichte, Antike, Bürgerkrieg, Selbstdarstellung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die propagandistischen Strategien Octavians im Vorfeld der Schlacht von Actium und während des Aufstiegs zum Augustus, um seinen Konkurrenten Marcus Antonius politisch und moralisch auszuschalten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der medialen Kommunikation in der Antike, der mythologischen Bildsprache der Herrscher, der Diffamierung von politischen Gegnern und der literarischen Instrumentalisierung von Ereignissen.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Es soll nachgewiesen werden, wie es Octavian gelang, einen internen Bürgerkrieg als "bellum iustum" (gerechten Krieg) gegen eine auswärtige Macht zu deklarieren, um die Akzeptanz des Volkes zu gewinnen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse antiker Quellen, die Auswertung von Münzikonographie und die literaturwissenschaftliche Untersuchung zeitgenössischer Dichtung (insbesondere Properz).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die mediale Strategie gegen Antonius, die symbolische Gegenüberstellung von Apollo (Octavian) und Dionysos (Antonius) sowie die Analyse der Rolle der Kleopatra als Feindbild.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Propaganda, damnatio memoriae, bellum iustum, Herrschaftslegitimation und die mythologische Überhöhung von politischen Führern.

Warum wurde die Elegie 3,11 von Properz als Beispiel gewählt?

Die Elegie dient als exemplarisches Beispiel für die literarische Unterstützung der augusteischen Propaganda, da sie Kleopatra als machthungrige Feindin darstellt und somit die ideologische Abkehr von Antonius unterstreicht.

Welche Rolle spielt die "damnatio memoriae" in dieser Arbeit?

Sie wird als Instrument zur systematischen Tilgung des Andenkens an Marcus Antonius gedeutet, um Octavian als einzig legitimen und vorbestimmten Herrscher Roms zu etablieren.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der mediale Feldzug des Augustus
Untertitel
Wie machte Octavian aus dem bellum civile einen bellum iustum?
Hochschule
Universität zu Köln  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Aurea aetas in Bleierner Zeit? Der Principat des Augustus
Note
2,0
Autor
Bachelor of Arts Sebastian Schellschmidt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
23
Katalognummer
V201812
ISBN (eBook)
9783656277798
ISBN (Buch)
9783656279525
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Augustus Principat Propaganda Kleopatra Cleopatra Octavian Marcus Antonius Antike Properz Elegie Actium Medien Feldzug Triumvirat Reden Münzen Inschriften
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Sebastian Schellschmidt (Autor:in), 2011, Der mediale Feldzug des Augustus, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/201812
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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