Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen dem Corporate Governance –
Mechanismus “Größe des Board of Directors“ und der Performance eines Unternehmens. Ziel
ist es dabei Argumente für kleine bzw. große Boards aufzuarbeiten, sowie empirische
Evidenzen zur Untermauerung dieser Argumente zu liefern. Sollten die Erkenntnisse der
behandelten wissenschaftlichen Beiträge in eine der beiden Richtungen (große vs. kleine
Boards) überwiegen, können daraus Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Interdisziplinäre Dimension des Forschungsgegenstands
3. Empirische Evidenzen und Ursachen der negativen Korrelation
4. Empirische Evidenzen und Ursachen der positiven Korrelation
5. Empirische Evidenzen und Ursachen für das Ausbleiben einer Korrelation
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Größe des Board of Directors und der Unternehmensperformance, um auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten oder deren Ausbleiben zu begründen.
- Grundlagen der Corporate Governance und Bedeutung des Board of Directors
- Argumente und empirische Belege für eine negative Korrelation
- Argumente und empirische Belege für eine positive Korrelation
- Erklärungsansätze für das Ausbleiben eines signifikanten Zusammenhangs
- Einfluss der Unternehmensgröße, Branche und Führungsstruktur
Auszug aus dem Buch
3. Empirische Evidenzen und Ursachen der negativen Korrelation
Von der zuvor formulierten These ausgehend, müsste es sachlich nachvollziehbare Gründe geben, welche die effektivere und erfolgreichere Arbeitsweise von kleinen Boards of Directors erläutern. Die Wissenschaft hat bereits einige Erklärungsversuche geliefert. So erörterten Malkiel und Firstenberg beispielsweise, dass ein Board aus acht oder weniger Mitgliedern bestehend, eine bessere Fokussierung entwickeln kann und Interaktionen und Debatten auf einer ehrlicheren und überzeugenderen Ebene statt fänden.
Die Überlegungen Jensens schlugen eine ähnliche Richtung ein; er vertrat – auch unter Rückgriff auf die Ergebnisse anderer Forscher – die Ansicht, dass ein Board of Directors mit sieben oder acht Mitgliedern effektiver arbeiten würde und durch den CEO leichter zu kontrollieren sei.
Auswirkungen auf die Unternehmensperformance könnte auch der innere, sowie nach außen kommunizierte Zusammenhalt der Boardmitglieder haben. Mit zunehmender Größe des Organs ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass beispielsweise Divergenzen unter den Individualinteressen entstehen oder der Kontakt und Informationsfluss unter den Direktoren erschwert wird. Darüber hinaus können sogar Informationsasymmetrien entstehen, welche eine erfolgreiche Unternehmensführung enorm gefährden. Evans und Dion entdeckten unter Rückgriff auf eine Meta-Analyse einen positiven Zusammenhang zwischen Kohäsion innerhalb des Boards und dem wirtschaftlichen Erfolg einer Unternehmung.
Ebenfalls eine Gefahr, die mit einem größeren Organ einhergeht, ist die Bildung von Fraktionen, Koalitionen oder sogar Fronten. Die Existenz solcher Untergruppierungen in einem eigentlich ganzheitlichen Organ führt u. U. zu massiven Störungen des Prozesses der Entscheidungsfindung und bedeutet somit eine weitere Entfernung von einem Konsens.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Corporate Governance und Problemstellung der Beeinflussung des Board of Directors zur Leistungssteigerung.
2. Interdisziplinäre Dimension des Forschungsgegenstands: Betrachtung des Board of Directors aus psychologischer und soziologischer Perspektive hinsichtlich gruppendynamischer Prozesse.
3. Empirische Evidenzen und Ursachen der negativen Korrelation: Erläuterung der Argumente und Studien, die eine überlegene Performance kleinerer Gremien stützen.
4. Empirische Evidenzen und Ursachen der positiven Korrelation: Darstellung der Argumente, warum große Boards durch Ressourcenbereitstellung und Stabilisierung der Umwelt Vorteile bieten können.
5. Empirische Evidenzen und Ursachen für das Ausbleiben einer Korrelation: Analyse der Studien, die keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Boardgröße und Performance finden konnten.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der widersprüchlichen Forschungsergebnisse und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Corporate Governance, Board of Directors, Unternehmensperformance, Tobin’s Q, ROA, Prinzipal-Agent-Theorie, Kleingruppenforschung, empirische Evidenz, Vorstandsgröße, Informationsasymmetrie, Meta-Analyse, Unternehmensführung, Stakeholder, Shareholder, Kontrollmechanismen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung, ob die Größe des Board of Directors einen messbaren Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Corporate Governance, gruppendynamische Einflüsse auf Entscheidungsprozesse und die empirische Analyse von Performancemessungen in Abhängigkeit von der Gremiengröße.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Argumente für kleine oder große Boards zu prüfen und zu klären, ob eine ideale Größe des Board of Directors existiert, die zu einer optimalen Unternehmensperformance führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Literaturarbeit erstellt, die bestehende empirische Studien und Meta-Analysen aus dem Bereich der Corporate Governance vergleichend analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von drei Szenarien: Argumente für negative Korrelationen, Argumente für positive Korrelationen sowie Fälle, in denen kein signifikanter Zusammenhang nachgewiesen werden konnte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Corporate Governance, Board of Directors, Unternehmensperformance, Performancemaße (wie Tobin's Q und ROA) sowie die Problematik der Gremiengröße.
Warum ist das Thema für Unternehmen relevant?
Da die Ausgestaltung des Boards mit Kosten verbunden ist und die Überwachung sowie Entscheidungsfindung maßgeblich beeinflusst, ist eine optimale Struktur für den langfristigen Unternehmenserfolg entscheidend.
Welche Rolle spielt die Führungsstruktur bei den Ergebnissen?
Die Arbeit beleuchtet, dass Faktoren wie CEO-Duality und die Branche eine Rolle spielen können, weshalb die Forschungsergebnisse bezüglich der Boardgröße nicht monokausal betrachtet werden dürfen.
Gibt es eine eindeutige Empfehlung für die Praxis?
Nein, aufgrund der heterogenen und teils widersprüchlichen empirischen Befunde lässt sich keine allgemeinverbindliche Handlungsempfehlung für die ideale Boardgröße ableiten.
Wie bewertet der Autor den aktuellen Forschungsstand?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass weitere Forschung notwendig ist, insbesondere durch die Integration bisher vernachlässigter Einflussfaktoren und eine präzisere Segmentierung der Unternehmenssamples.
- Quote paper
- Sebastian Mattheus (Author), 2010, Die Korrelation zwischen der Größe des Board of Directors und der Unternehmensperformance, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/201442