Josef Pamer, der Großvater des Autors Veit Pamer, versah in den 1890er Jahren bei den Kaiserjägern in Wien den Militärdienst und war im 1. WK in Meran stationiert. Seine Erlebnisse in diesen prägenden Jahren, die er in einem regen Briefwechsel mit seinen Angehörigen in Passeier schildert, hat der Autor in einem Buch festgehalten.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung
Beitrag von Anna Glöggl Hinrichs: Die Tiroler Kaiserjäger
A. Militärzeit in Wien
I. Von Brixen nach Wien
II. Erste Eindrücke von Wien
III. Antwortschreiben des Urgroßvaters
IV. Ende der Rekrutenzeit
V. Nachrichten aus der Heimat
VI. Aufenthalt in Mauer
VII. Zurück in die Rennwegkaserne in Wien
VIII. Im Lager zu Bruck an der Leitha
IX. Aufstieg zum Offiziersdiener
X. Stadelbau zu Hause
XI. Neuer Dienst und ein besonderes Ereignis
XII. Wichtige Neuigkeiten
XIII. Urlaub steht kurz bevor
XIV. Militär Grundbuchblatt – Teil 1
B. Ereignisse in Bildern nach dem Militär
XV. Primiz von P. Sebastian OSB
XVI. Hausbau
XVII. Hochzeit
XVIII. Foto der jungen Familie
XIX. Eucharistischer Kongress in Wien
XX. Schützenfest in Platt
C. Kriegszeit 1914 – 1916
XXI. Das Kriegsjahr 1914
XXII. Das Kriegsjahr 1915
XXIII. Das Kriegsjahr 1916
XXIV. Militär Grundbuchblatt – Teil 2
D. Der letzte Lebensabschnitt
Brief an Josef
Großvater als Vorsteher
Großvater als Bauer
Brief an Anton
Primiz von P. Stefan OSB
Abschied von einem ereignisreichen Leben
Schlussgedanke
Zielsetzung & Themen
Dieses Buch dient als Hommage an Josef Pamer, dessen Briefe aus der Militär- und Kriegszeit transkribiert und kommentiert wurden. Ziel ist es, durch persönliche Zeugnisse einen Einblick in die Lebensrealität einer einfachen Bauernfamilie und die Erfahrungen eines Kaiserjägers in der k. u. k. Monarchie zu gewähren.
- Dokumentation des Briefwechsels eines Tiroler Kaiserjägers
- Einblicke in den harten Alltag des Militärdienstes in Wien
- Alltagsleben und landwirtschaftliche Herausforderungen in der Heimat
- Die Rolle der Familie und die Bedeutung des christlichen Glaubens
- Historische Einordnung der Tiroler Kaiserjäger als Elitetruppe
Auszug aus dem Buch
I. Von Brixen nach Wien
„Abends ging es fort die ganze Nacht hindurch, bis wir am Freitagmorgen in Wien ankamen.“
... In Brixen sind wir bis zum 3. Oktober geblieben. Zu tun hatten wir da nichts, das Essen mussten wir uns selbst kaufen und geschlafen haben wir die Nacht auf Stroh. Am 3. Oktober Nachmittag begann unsere Abreise, wir gingen zu Fuß bis zur Franzensfestung. Von dort sind wir um 5 Uhr abgefahren durchs Pustertal, die ganze Nacht sind wir gefahren. Am Mittwoch um sechs Uhr früh kamen wir in Villach an, wo wir den ganzen Tag und die Nacht geblieben sind. Am Donnerstag früh fuhren wir von Villach ab durch Kärnten und die Steiermark, wo wir in Bruck (an der Mur) fast den ganzen Nachmittag geblieben sind. Um 7 Uhr Abends ging es fort die ganze Nacht hindurch bis wir am Freitagmorgen in Wien ankamen und von da in die Rennweg-Artillerie Kaserne. Es ist dies eine sehr große Kaserne. Im Zimmer, in dem ich bin, schlafen im Ganzen 29 Mann. Gar so teuer ist es hier nicht, das Krügl Bier in der Kantine kostet 7 Kreuzer …
Zu arbeiten hat man von Morgens 5 Uhr bis Abends 9 Uhr, aber sonst gar so streng haben wir es noch nie gehabt. Bis 7 Uhr muss man putzen und abstauben, von 7 bis 11 Uhr wird exerziert, dann ist man bis 1 oder 2 Uhr in der Kaserne... Von 2 Uhr an wird wieder exerziert bis gegen Abend. Wenn man in die Kaserne kommt, sind die Schuhe zu nageln und zu wichsen. Das Krawall muss jeden Abend aufgemacht und sonst alles ordentlich hergerichtet werden, dass man nicht vom Schlaf gestört wird. Schule haben wir jeden Abend eine Stunde oder auch länger...
Zusammenfassung der Kapitel
A. Militärzeit in Wien: Schilderung der Ausbildung und des Soldatenlebens von Josef Pamer bei den Kaiserjägern, geprägt von Strapazen und Heimweh.
B. Ereignisse in Bildern nach dem Militär: Dokumentation privater Meilensteine wie Primiz, Hausbau und Hochzeit in den Jahren nach dem aktiven Militärdienst.
C. Kriegszeit 1914 – 1916: Beschreibung der Einberufung zum Wachdienst während des Ersten Weltkriegs und der fortwährenden Sorge um Hof und Familie.
D. Der letzte Lebensabschnitt: Rückblick auf die Nachkriegszeit, das Wirken als Bauer und Vorsteher sowie das familiäre Erbe.
Schlüsselwörter
Josef Pamer, Kaiserjäger, Militärzeit, Briefwechsel, Erster Weltkrieg, Südtirol, Passeier, bäuerlicher Alltag, k. u. k. Monarchie, Militär Grundbuchblatt, Familiengeschichte, Primiz, Stadelbau, Wachdienst, Kaiserstadt Wien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Buch grundsätzlich?
Es handelt sich um eine transkribierte Sammlung von Briefen des Großvaters des Autors, Josef Pamer, die seine Zeit als Kaiserjäger und seine Erlebnisse während des Ersten Weltkriegs dokumentieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind der militärische Alltag in der Kaiserzeit, die Bewältigung des Hoflebens durch die Familie während der Abwesenheit des Vaters sowie die persönliche Entwicklung und familiäre Bindung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine persönliche Hommage, die das Eintauchen in die Lebenswelt des Großvaters ermöglicht und einen authentischen Einblick in historische Lebensumstände gewährt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor nutzt die Transkription von Originalbriefen, deren inhaltliche Kommentierung und die Einbettung in den historischen Kontext anhand ergänzender Dokumente und Fotos.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Militärzeit in Wien, das zivile Leben nach dem Militärdienst, die Kriegsjahre 1914-1916 sowie den letzten Lebensabschnitt des Großvaters.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kaiserjäger, Briefwechsel, Erster Weltkrieg, Bauerntum, Familiengeschichte, Passeier und Österreich-Ungarn.
Wie ging Josef Pamer mit der Trennung von seiner Familie um?
Er hielt durch regelmäßigen Briefverkehr engen Kontakt, gab Ratschläge für die Hofarbeit und äußerte regelmäßig seine Sehnsucht nach einer baldigen Heimkehr.
Welche besondere Bedeutung hat der "Stadelbau" für das Buch?
Der Stadelbau dient als exemplarisches Beispiel für die organisatorischen Herausforderungen einer Bauernfamilie in einer Zeit ohne moderne Maschinen und bei gleichzeitiger Abwesenheit des Hoferben.
- Quote paper
- Dr. Veit Pamer (Author), 2012, Briefe aus Militär- und Kriegszeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/201407