Einleitung
1. Die Brainstorming Methode nach Alex F. Osborn
2. „Brainstorming in Gruppen erhöht die Quantität der Ideen.“
3. Empirische Untersuchungen: Brainstorming in Nominalgruppen versus in echten Gruppen
3.1 Verminderte Kreativität in echten Gruppen
3.2 Ursachen und Auswirkungen
3.2.1 Die Studien von Diehl und Stroebe (1987, 1991)
3.2.2 Das Utrechter Forschungsprogramm von Nijstad, Stroebe und Lodewijkx (2002)
4. Gibt es die Möglichkeit einer positiven Einflussnahme?
5. Ausblick und Bedeutung für die Praxis
Literaturverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1. Die Brainstorming Methode nach Alex F. Osborn
2. „Brainstorming in Gruppen erhöht die Quantität der Ideen.“
3. Empirische Untersuchungen: Brainstorming in Nominalgruppen versus in echten Gruppen
3.1 Verminderte Kreativität in echten Gruppen
3.2 Ursachen und Auswirkungen
3.2.1 Die Studien von Diehl und Stroebe (1987, 1991)
3.2.2 Das Utrechter Forschungsprogramm von Nijstad, Stroebe und Lodewijkx (2002)
4. Gibt es die Möglichkeit einer positiven Einflussnahme?
5. Ausblick und Bedeutung für die Praxis
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht kritisch die Wirksamkeit der klassischen Brainstorming-Methode in Gruppen und analysiert anhand kognitiver Theorien, warum diese häufig zu Leistungsverlusten im Vergleich zu Einzelarbeit führt.
- Psychologische Grundlagen von Brainstorming
- Vergleich zwischen echten Gruppen und Nominalgruppen
- Identifikation von Ursachen für Produktivitätsverluste (Trittbrettfahrer, Produktionsblockierung, Bewertungsangst)
- Kognitive Prozesse bei der Ideengenerierung (SIAM-Theorie)
- Möglichkeiten zur Optimierung durch elektronisches Brainwriting und Gruppengröße
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Die Studien von Diehl und Stroebe (1987, 1991)
Diehl und Stroebe versuchten 1986 in verschiedenen Experimenten Erklärungsansätze für die Ursachen der Kreativitätsabnahme bei echten Gruppen aufzudecken. In insgesamt vier unterschiedlichen Experimenten identifizierten sie drei wesentliche Ursachen welche für die Produktivitätsverminderung verantwortlich schienen:
(1) Trittbrettfahrerhypothese Als Trittbrettfahren bezeichnet man das Profitieren von Leistungen anderer. Eine flapsig formulierte „Büroweisheit“ besagt „TEAM = Toll Ein Anderer Macht’s“. Es beschreibt also den Motivationsverlust von Gruppenmitgliedern für die Leistung der Gruppe ihr Bestes zu geben. Je nach Abhängigkeit von der Gruppengröße erleben die einzelnen Mitglieder eine geringere Identifizierbarkeit des eigenen Beitrags (nimmt mit zunehmender Gruppengröße ab) und dem Eindruck, dass der eigene Beitrag für das Gesamt-Gruppenprodukt nicht zwingend benötigt wird – eine gewisse Ersetzbarkeit besteht (steigt mit zunehmender Gruppengröße).
(2) Produktionsblockierung Da beim Brainstorming in der Gruppe jeweils immer nur ein Gruppenteilnehmer zu Wort kommen kann das sogenannte „Turn-Taking“, ist zu beobachten, dass die anderen Gruppenteilnehmer in der Wartezeit ihre Ideen vergessen oder durch das Zuhören gehindert werden selbst weitere Ideen zu entwickeln. Dieser Effekt verstärkt sich bei größeren Gruppen.
(3) Bewertungsangst Die dritte Ursache für die verminderte Leistung in Brainstorming Gruppen liegt in der Angst der einzelnen Teilnehmer, dass ihre Beiträge durch andere Gruppenteilnehmer negativ bewertet werden. Diesen Punkt versuchte zwar schon Osborn durch die Aufstellung seiner Regeln aus dem Weg zu räumen, doch es existiert sicherlich auch eine unausgesprochene Kritik bzw. eine Kritik in der Vorstellung der Gruppenteilnehmer welche sie dazu veranlasst, ihre Ideen einer Selbstzensur zu unterwerfen. Die Annahme liegt nahe, dass es sich hierbei oft um besonders kreative weil ungewöhnliche Ideen handelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Brainstorming Methode nach Alex F. Osborn: Einführung in die historische Entwicklung des Brainstormings und die von Osborn definierten Grundprinzipien wie den Aufschub von Kritik.
2. „Brainstorming in Gruppen erhöht die Quantität der Ideen.“: Darstellung der ursprünglichen Hypothese, dass Gruppendynamik die Produktivität des Einzelnen deutlich steigern kann.
3. Empirische Untersuchungen: Brainstorming in Nominalgruppen versus in echten Gruppen: Wissenschaftlicher Nachweis, dass echte Gruppen oft weniger effizient sind als Nominalgruppen, und Analyse der Ursachen wie Produktionsblockierung.
4. Gibt es die Möglichkeit einer positiven Einflussnahme?: Untersuchung alternativer Ansätze wie elektronisches Brainwriting, um die negativen Aspekte der Gruppeninteraktion zu minimieren.
5. Ausblick und Bedeutung für die Praxis: Zusammenfassende Empfehlungen für die Gestaltung von Brainstorming-Sitzungen in der beruflichen Praxis, insbesondere hinsichtlich Gruppengröße und -zusammensetzung.
Schlüsselwörter
Brainstorming, Kreativität, Innovationsmanagement, Gruppenarbeit, Nominalgruppe, Produktivitätsverlust, Trittbrettfahrerhypothese, Produktionsblockierung, Bewertungsangst, SIAM-Theorie, Ideengenerierung, Brainwriting, Kognitive Prozesse, Problemlösung, Gruppendynamik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit der klassischen Brainstorming-Methode nach Alex F. Osborn und hinterfragt kritisch, ob Brainstorming in der Gruppe tatsächlich kreativer ist als die Arbeit des Einzelnen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die psychologische Analyse von Gruppenprozessen, die Ursachen für Produktivitätsverluste in Teams sowie moderne Theorien zur kognitiven Leistung bei der Ideengenerierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der theoretischen Annahme von Osborn und den empirischen Ergebnissen der psychologischen Forschung aufzuzeigen und Strategien zur Effizienzsteigerung zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung klinischer Studien (u.a. von Diehl, Stroebe und Nijstad) zur kognitiven Psychologie und Gruppenleistung.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Identifikation von drei Hauptfaktoren für den Leistungsabfall: Trittbrettfahren, Produktionsblockierung und Bewertungsangst.
Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter der Arbeit?
Kreativität, Brainstorming, Produktionsblockierung, kognitive Prozesse und Gruppendynamik.
Was besagt die „Trittbrettfahrerhypothese“ in diesem Kontext?
Sie beschreibt den Motivationsverlust von Gruppenmitgliedern, da sie das Gefühl haben, dass ihr individueller Beitrag bei zunehmender Gruppengröße weniger bedeutsam oder identifizierbar ist.
Warum spielt die SIAM-Theorie eine wichtige Rolle bei der Ideengenerierung?
Die SIAM-Theorie erklärt, wie das Arbeitsgedächtnis und das Langzeitgedächtnis interagieren und warum Unterbrechungen durch Gruppendynamik den assoziativen Suchprozess nach neuen Ideen stören.
Welche Empfehlung gibt der Autor für die Gruppengröße bei einem Brainstorming?
Der Autor empfiehlt eine Gruppengröße von idealerweise drei bis fünf Personen, um Störfaktoren zu minimieren und die soziale Interaktion effizient zu gestalten.
Wie kann elektronisches Brainwriting helfen?
Es minimiert die verbale Produktionsblockierung und die soziale Bewertungsangst durch Anonymisierung und Parallelisierung der Ideeneingabe.
- Arbeit zitieren
- Tobias Schmidt (Autor:in), 2012, Brainstorming in Gruppen und die Auswirkungen auf die Kreativität, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/201100