„Sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter.“
Auch wenn der Begriff der „Hedgefonds“ in diesem Interview nicht fiel, so hat dieses Interview und die nachfolgende größtenteils undifferenzierte Interpretation das Ansehen dieser Investmentklasse in der Bevölkerung nachhaltig beschädigt. Insbesondere in Deutschland, wo diese Anlageform erst im Jahre 2004 zugelassen wurde , findet nach wie vor eine eher kritische Auseinandersetzung statt.
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Unabhängig von kontroversen Diskussionen ist das Ziel dieser Arbeit eine Analyse der Rendite/Risiko-Charakteristik von Hedgefonds vorzunehmen. Zu klären ist hierbei, inwiefern Investitionen in Hedgefonds als Beimischung zu klassischen Investments positiv zur Rendite-Risiko-Struktur eines Investorenportfolios beitragen.
Mit einem kurzen Überblick über die allgemeine Entwicklung des Hedgefonds-Marktes und einer Vorstellung der verschiedenen Hedgefonds-Strategien wird die Untersuchung eingeleitet.
Die empirische Untersuchung fußt auf einem Vergleich der Anlageklasse Hedgefonds mit dem Weltaktienmarkt und dem Weltanleihenmarkt und deren Zusammenfassung in einem Portfolio. Die Kennzahlen werden aus Datenmaterial von einem Zeitraum von 12 Jahren der jeweils einschlägigen Indizes ermittelt. Neben dem Portfolioeffekt ist es das Ziel, eine optimale Assetverteilung und damit den Umfang der Beimischung je nach ausgewählter Strategie zu eruieren.
Abgerundet wird die Arbeit mit einem Abgleich der erzielten Ergebnisse mit vorangegangenen empirischen Untersuchungen sowie einer Zusammenfassung.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Grundlagen Hedgefonds
2.1 Entwicklung des Hedgefonds Marktes
2.2 Heterogenität der Hedgefonds-Strategien
3. Empirische Untersuchungen
3.1 Datenbasis
3.2 Rendite/Risikocharakteristika
3.3 Portfolioeffekte von Hedgefonds
3.4 Abgleich mit bisherigen empirischen Untersuchungen
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in einer empirischen Analyse der Rendite-Risiko-Charakteristik von Hedgefonds, um zu untersuchen, inwieweit Investitionen in diese Anlageklasse als Beimischung zu klassischen Investments die Struktur eines Investorenportfolios positiv beeinflussen können.
- Historische Entwicklung und Einordnung der Anlageklasse Hedgefonds
- Klassifizierung und Heterogenität verschiedener Hedgefonds-Strategien
- Empirische Untersuchung der Rendite- und Risikokennzahlen im Vergleich zu Aktien- und Anleihenmärkten
- Analyse des Diversifikationseffekts bei der Portfoliokonstruktion nach dem Mean-Variance-Ansatz
Auszug aus dem Buch
1. Einführung
„Sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter.“
Auch wenn der Begriff der „Hedgefonds“ in diesem Interview nicht fiel, so hat dieses Interview und die nachfolgende größtenteils undifferenzierte Interpretation das Ansehen dieser Investmentklasse in der Bevölkerung nachhaltig beschädigt. Insbesondere in Deutschland, wo diese Anlageform erst im Jahre 2004 zugelassen wurde, findet nach wie vor eine eher kritische Auseinandersetzung statt. Befasst man sich genauer mit der Anlageklasse Hedgefonds dann zeigt sich, dass der eingangs beschriebene aktivistische Charakter untypisch ist, bzw. anderen Klassen zuzuordnen ist. Hedgefonds verfolgen in der Regel passive Strategien, indem auf unterschiedliche Weise Ereignisse, Preis-Wertdifferenzen, Informationsvorsprünge oder allgemein Marktineffizienzen ausgenutzt werden. Ein aktiver Eingriff in Unternehmensbelange erfolgt selten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieses Kapitel motiviert die Untersuchung von Hedgefonds als kontrovers diskutierte, jedoch theoretisch wertvolle Anlageklasse zur Portfoliooptimierung.
2. Grundlagen Hedgefonds: Hier werden die historische Entstehung sowie die heterogene Struktur der verschiedenen Hedgefonds-Strategien und deren Marktumfeld beleuchtet.
3. Empirische Untersuchungen: Dieser Hauptteil präsentiert eine quantitative Analyse der Rendite- und Risikodaten von Hedgefonds im Vergleich zu klassischen Indizes und untersucht deren Diversifikationspotenzial.
4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, betont die Komplexität der Anlageklasse und bewertet die Eignung von Hedgefonds für Investorenportfolios kritisch.
Schlüsselwörter
Hedgefonds, Portfoliooptimierung, Absolute Return, Markteffizienz, Rendite-Risiko-Verhältnis, Diversifikation, Mean-Variance-Ansatz, Credit Suisse Tremont Hedge Fund Index, Finanzkrise, Alternative Investments, Asset Allokation, Korrelation, Volatilität, Sharpe-Ratio, Institutionelle Anleger.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert empirisch die Anlageklasse Hedgefonds und deren Eignung zur Optimierung von klassischen Investorenportfolios, die aus Aktien und Anleihen bestehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Einordnung, der Strategievielfalt, der quantitativen Rendite-Risiko-Analyse sowie dem Diversifikationsnutzen innerhalb des Mean-Variance-Portfoliomodells.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch eine quantitative Auswertung monatlicher Indexdaten zu eruieren, ob eine Beimischung von Hedgefonds die Rendite-Risiko-Struktur eines Portfolios tatsächlich verbessern kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine empirische Analyse auf Basis historischer Indexdaten sowie eine Portfoliooptimierung nach dem Mean-Variance-Ansatz von Markowitz durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgen die Beschreibung der Datenbasis, die Berechnung deskriptiver Statistiken und der Nachweis von Portfolioeffekten durch den Vergleich verschiedener Portfoliokonstruktionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Hedgefonds, Portfoliooptimierung, Diversifikation, Rendite-Risiko-Profil, Absolute Return und Mean-Variance-Ansatz.
Welchen Einfluss hatte die Finanzkrise 2007/2008 auf die Ergebnisse?
Die Arbeit zeigt, dass Hedgefonds in turbulenten Marktphasen teilweise an Diversifikationskraft einbüßen, da Korrelationen zu traditionellen Märkten in Stresssituationen tendenziell ansteigen.
Warum wird der Mean-Variance-Ansatz kritisch betrachtet?
Der Ansatz wird kritisiert, da er höhere Momente der Renditeverteilung, wie Schiefe und Kurtosis, außer Acht lässt, was in der Praxis zu Fehlentscheidungen führen kann.
- Arbeit zitieren
- B Eng Christoph Hoth (Autor:in), 2012, Hedgefonds - eine sinnvolle Ergänzung zu klassischen Anlageformen?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/201071