1 Einleitung
2 Rahmenbedingungen in der ambulanten Pflege für die Beschäftigten
2.1 Arbeitsbedingungen und das Einkommen in der ambulanten Pflege
2.2 Arbeitszeiten
2.3 Eigengefährdung durch Dienst- und Wegunfälle
2.4 Psychische und physische Belastungen in der ambulanten Pflege und Berufskrankheiten
2.5 Der Patient als Motivation und als Belastung
3 Was bedeutet gute Pflege?
3.1 Pflegequalität aus Sicht der Sozialen Pflegeversicherung
3.2 Pflege- und Arbeitsqualität aus der Sicht der Beschäftigten
4 Fazit
5 Quellenverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Rahmenbedingungen in der ambulanten Pflege für die Beschäftigten
2.1 Arbeitsbedingungen und das Einkommen in der ambulanten Pflege
2.2 Arbeitszeiten
2.3 Eigengefährdung durch Dienst- und Wegunfälle
2.4 Psychische und physische Belastungen in der ambulanten Pflege und Berufskrankheiten
2.5 Der Patient als Motivation und als Belastung
3 Was bedeutet gute Pflege?
3.1 Pflegequalität aus Sicht der Sozialen Pflegeversicherung
3.2 Pflege- und Arbeitsqualität aus der Sicht der Beschäftigten
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die prekären Arbeitsbedingungen in der ambulanten Pflege und analysiert deren Auswirkungen auf die Qualität der Versorgung sowie die Gesundheit der Pflegekräfte. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit die derzeitigen strukturellen und ökonomischen Rahmenbedingungen einer qualitativ hochwertigen Pflege im Wege stehen.
- Analyse der ökonomischen Rahmenbedingungen (Einkommen und Arbeitszeiten)
- Untersuchung von Gesundheitsrisiken und Unfallgefahren
- Psychische und physische Belastungsfaktoren durch Arbeitsverdichtung
- Der Zielkonflikt zwischen wirtschaftlicher Minutenpflege und menschlicher Zuwendung
- Die Wahrnehmung der Pflegequalität aus Sicht von Gesetzgeber und Beschäftigten
Auszug aus dem Buch
2.2 Arbeitszeiten
Wie lange muss ein Pflegender für seinen Lohn arbeiten? Nach weiteren Ergebnissen des DGB-Berichts lassen sich für die Krankenpfleger/innen erhebliche Unterschiede zwischen vertraglich vereinbarter und tatsächlich geleisteter Arbeitszeit feststellen: vollzeitbeschäftigte Männer arbeiten, Überstunden inklusive, 44 Stunden in der Woche, vollzeitbeschäftigte Frauen ca. 43 Stunden. Vertraglich sind lediglich 40 bzw. 39 Stunden vorgesehen (Fuchs 2008, 12).
Bei teilzeitbeschäftigten Frauen ist eine Arbeitszeit von ca. 23 Stunden die Woche vorgesehen, während sie auf tatsächlich 26 Stunden kommen. Offensichtlich wird zu wenig Personal eingesetzt, obwohl doch gute Pflege gewährleistet werden soll. Und was heißt es in der Pflege Überstunden zu leisten? Die repräsentative Befragung des DAK-BGW Gesundheitsreports 2006 hat ergeben, dass besonders Beschäftigte in leitenden Funktionen eine hohe Zahl von Überstunden leisten. Aber auch insgesamt zeichnet sich eine eindeutige Tendenz ab: 73,8% aller Befragten leisten regelmäßig Überstunden, davon lediglich 7,4% mit bis zu fünf Stunden pro Monat. 22,5% arbeiten zwischen fünf und zehn Stunden mehr im Monat, 30,2% mehr als zehn und 13,6% sogar mehr als 20 Stunden (DAK & BGW 2006, 37).
Dazu kommt: In der Regel kann man als Pflegekraft nur eine Woche oder gar wenige Tage im Voraus planen. Wenn dann noch Kollegen krank werden, ist es durchaus üblich, tagelang durch zuarbeiten. Man kann sich also vorstellen, wie schwierig es ist, diesen Beruf mit Privatleben und Familie in Einklang zu bringen. Diese Schwierigkeit ist auch einer der Hauptgründe für die Unzufriedenheit vieler Pflegekräfte mit ihrem Beruf (Gerlinger & Röber 2009, 65 ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz des Themas ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob aktuelle Arbeitsbedingungen einer guten Pflege entgegenstehen.
2 Rahmenbedingungen in der ambulanten Pflege für die Beschäftigten: Dieses Kapitel beleuchtet die schwierigen ökonomischen, körperlichen und psychischen Belastungen, denen Pflegekräfte im Alltag ausgesetzt sind.
3 Was bedeutet gute Pflege?: Es wird diskutiert, wie der Gegensatz zwischen gesetzlichen Vorgaben einer effizienten Minutenpflege und dem Anspruch auf menschenwürdige Zuwendung aufgelöst werden kann.
4 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die aktuelle Pflegesituation durch ein unerfreuliches Gesamtbild geprägt ist, das dringende politische Reformen und bessere Entlohnung erfordert.
Schlüsselwörter
Ambulante Pflege, Arbeitsbedingungen, Pflegenotstand, Sozialgesetzbuch XI, Minutenpflege, Pflegequalität, Überstunden, Gesundheitsbelastung, Berufskrankheiten, Burnout, Niedriglohn, Pflegemarkt, Work-Life-Balance, Zeitdruck, Soziale Pflegeversicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Arbeitsbedingungen in der ambulanten Pflege und deren negative Auswirkungen auf sowohl das Pflegepersonal als auch die zu pflegenden Menschen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen Einkommen, Arbeitszeiten, physische und psychische Belastungen sowie die Frage, wie Qualität in der Pflege trotz wirtschaftlichem Druck definiert wird.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die aktuellen prekären Rahmenbedingungen eine qualitativ hochwertige, menschliche Pflege systematisch behindern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Fachberichten, wie etwa dem DGB-Index „Gute Arbeit“ und dem DAK-BGW Gesundheitsreport.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die konkreten Bedingungen wie Entlohnung, Unfallgefahren, Überstunden, Zeitdruck und die emotionale Belastung durch die Patientenbeziehung analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Pflegenotstand, Minutenpflege, Arbeitsqualität, Prekäre Beschäftigungsverhältnisse und die Diskrepanz zwischen Gesetz und Praxis.
Wie wirkt sich das Einkommen laut der Autorin auf die Pflegekräfte aus?
Das Einkommen liegt häufig im Niedriglohnbereich, was nicht nur Altersarmut riskiert, sondern laut Studien von J. Siegrist das Risiko für psychische Erkrankungen massiv erhöht.
Warum ist das "Nähe-Verhältnis" zwischen Pfleger und Klient als ambivalent beschrieben?
Die Nähe ist einerseits eine Quelle für Motivation und menschliche Wertschätzung, führt aber andererseits unter Zeitdruck zu massiven emotionalen Belastungen und Konflikten.
- Quote paper
- Jenny Ehmke (Author), 2011, Arbeitsbedingungen in der ambulanten Pflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/201010