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Zur Shop-Startseite › Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Spiel und Inszenierung als Dimension religionspädagogischen Handelns

Titel: Spiel und Inszenierung als Dimension religionspädagogischen Handelns

Masterarbeit , 2012 , 66 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Lisa Müller (Autor:in)

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie kann Religion heute noch Kindern und Jugendlichen im Religionsunterricht vermittelt werden, wenn deren Beziehung zu Religion eher befremdlich ist und sie Religion als etwas Altes und Unmodernes ansehen? Jugendlichen muss die Möglichkeit gegeben werden Religion zu erfahren, zu erleben und ihren eigenen Glauben zu finden. Der RU hat die Aufgabe, die SuS mit Religion bekannt zu machen und Kontakt anzubahnen. Im RU bekommen Emotionen und Erlebnisse Raum, um sich zu äußern und auszudrücken.
Da der Gegenstand dieser Arbeit das Spiel und die Inszenierung als Dimension religionspädagogischen Handelns ist, soll im 1. Teil anhand der performativen Religionsdidaktik untersucht werden, wie Religion sich angeeignet und gelernt werden kann. Das Psychodrama als Verfahren soll Grundlage dieser Arbeit sein. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist das Verfahren des Psychodramas, das das Handeln vor das Reden stellt, eine effektive Methode, um innere Konflikte zu lösen sowie soziale Kompetenzen und individuelle Fähigkeiten zu fördern. Dass Verbindungen und Gemeinsamkeiten zwischen dem philosophischen Hintergrund des Psychodramas und der Theorie der performativen Religionsdidaktik bestehen, ist leicht zu erkennen. Hier stellt sich jedoch die Frage, ob das Psychodrama lediglich als ähnliches ´Verfahren` angesehen werden kann oder eben doch als eine Fortführung der performativen Religionsdidaktik.
Im 2.Teil dieser Arbeit steht das Psychodrama als Verfahren mit seinen Grundlagen im Mittelpunkt. Hierbei soll unter anderem untersucht werden, welche theoretischen Grundlagen dem Psychodrama vorausgehen, welche Methoden und Techniken benutzt werden, wie ein psychodramatischer Prozess verläuft.
Im 3.Teil soll dann das Psychodrama in Verbindung mit Religion und vor allem in Verbindung mit dem Religionsunterricht untersucht werden. Bezüglich der wenigen Literatur, die es zum Psychodrama in Verbindung zum Lernen in der Schule bzw. im Religionsunterricht gibt, erscheint es fraglich, ob das Psychodrama möglicherweise nur noch nicht so populär ist oder, ob es für die Anwendung im Unterricht nicht geeignet ist. Dieser Frage soll nachgegangen werden, indem untersucht wird, welche Möglichkeiten und Chancen, Grenzen und Gefahren das Psychodrama als Lernform im Religionsunterricht bietet.
Ziel dieser Arbeit ist es, anhand der Verknüpfung von Theorie, Philosophie und Praxis zu untersuchen, inwieweit das Psychodrama als Lernverfahren für den schulischen Religionsunterricht geeignet ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

I Religionspädagogisches Lernen

1 Aneignung von Religion

2 Grundlinien performativer Religionsdidaktik

2.1 Einführung in die performative Religionsdidaktik

2.2 Performative Religionsdidaktik nach Rudolf Englert

2.3 Ansätze zu performativer Religionsdidaktik

2.4 Lernen in Szenen

2.5 Grundlagen der Performanz und der philosophische Hintergrund des Psychodramas im Vergleich

2.5.1 Die Bedeutung des Körpers

2.5.2 Die Bedeutung des Raumes

2.5.3 Die Bedeutung des Ausdrucksmittels Sprache

2.5.4 Die Bedeutung der Liturgie

2.5.5 Die Bedeutung des Lernraumes Text

2.5.6 Die Bedeutung der Kunst

2.6 Der Zusammenhang von Lerngehalt und Lernhandlungen

II Das Psychodrama

1 Theoretische Grundlagen des Psychodramas

1.1 Die Begegnung als wesentlicher Begriff des Psychodramas

1.2 Der Mensch als Teil des Kosmos

1.3 Morenos Rollentheorie

1.3.1 Die Rolle

1.3.2 Das Soziale Atom

2 Das Psychodramaverfahren

2.1 Die fünf Grundelemente des Psychodramas

2.1.1 Die Bühne

2.1.2 Der Protagonist

2.1.3 Der Leiter

2.1.4 Das Hilfs-Ich

2.1.5 Die Gruppe

2.2 Die Gestaltung des Psychodramaprozesses

2.2.1 Erwärmungsphase und Soziometrie

2.2.2 Aktionsphase

2.2.3 Integrationsphase

2.2.3.1 Sharing

2.2.3.2 Rollenfeedback

2.2.4 Auswertungs- und Vertiefungsphase

2.3 Psychodramatische Handlungstechniken

2.3.1 Rollentausch

2.3.2 Doppeln

2.3.3 Spiegeln

2.4 Das psychodramatische Gruppenspiel

2.4.1 Besonderheiten des Gruppenspiels

2.4.2 Psychodramatische Arrangements

2.4.2.1 Längere psychodramatische Arrangements

2.4.2.1.1 Stegreifspiel

2.4.2.1.2 Bibliodrama und Sagen-, Mythen-, Helden- und Märchenspiel

2.4.2.1.3 Axiosdrama

2.4.2.2 Kürzere psychodramatische Arrangements

2.4.2.2.1 Standbild

2.4.2.2.2 Vignette

2.4.2.2.3 Szenische Bilder

2.4.2.2.4 Triade

2.4.2.2.5 Axionssoziometrische Arrangement

3 Die Realitäten im psychodramatischen Spiel

3.1 Verschiedene Realitätsräume

3.2 Das Psychodrama im intermediären Raum

III Psychodrama, Religion und Religionsunterricht

1 Zur Theorie des Religionsunterrichts

1.1 Das Menschenbild im Psychodrama und in der Religion

1.2 Der Andere

2 Biblische Texte im Psychodrama

2.1 Begriffe verständlich machen

2.2 Das Bibliodrama

3 Der intermediäre Raum in der Schule

4 Psychodrama-Lernen

4.1 Das Lernen in der Gruppe

4.2 Psychodrama und szenisches Verstehen

4.3 Psychodrama als Lernform

4.3.1 Das Psychodrama als Lernform im Religionsunterricht

4.3.2 Möglichkeiten und Chancen des Psychodramas als Lernform

4.3.3 Gefahren und Grenzen des Psychodramas als Lernform

IV Mein Erkenntnisgewinn – Das Psychodrama ist anspruchsvoll

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Potenzial des Psychodramas als Lernverfahren im schulischen Religionsunterricht, um Religion für Kinder und Jugendliche erfahrbar, verständlich und anschlussfähig an ihre Lebenswelt zu gestalten. Ziel ist es, durch die Verknüpfung von performativer Religionsdidaktik, psychodramatischer Theorie und schulpraktischer Anwendung aufzuzeigen, wie szenisches Lernen zur Identitätsbildung und Glaubensreflexion beitragen kann.

  • Performative Religionsdidaktik als pädagogischer Rahmen.
  • Grundlagen des Psychodramas nach Jacob Levy Moreno (Rollen, Soziales Atom, Begegnung).
  • Methodik des Psychodramas (Bühne, Phasen des Prozesses, Handlungstechniken).
  • Bedeutung des intermediären Raums für religiöses Lernen.
  • Chancen und Grenzen beim Einsatz im schulischen Religionsunterricht.

Auszug aus dem Buch

2.5.1 Die Bedeutung des Körpers

Die performative Religionsdidaktik zielt auf die Darstellung von Religion – didaktisch und methodisch kontrolliert – ab. Die SuS stellen dabei ein Thema oder einen Gegenstand spielerisch in Form ihrer eigenen Leiblichkeit und Sinnlichkeit dar. Dabei werden sie für den Lernprozess zu einem bedeutungsvollen Gebilde, indem sie jedoch nicht sich selbst spielen, sondern mit ihrer eigenen Körperlichkeit einen jeweils für angebracht empfundenen Spielzug in Szene setzen. Die Lernenden sind sich des Spielens bewusst und sehen sich selbst distanziert zu den gespielten Rollen. Das Bewusstsein eine Rolle zu spielen ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal von Unterricht.31

„Um etwas zu verstehen und es innerlich festzumachen, kann es hilfreich sein, etwas als aktionalen, räumlichen Vorgang zu erleben. Vor allem Wörter, deren Sinn schwer verständlich ist, werden durch Handlungen verständlicher.“ (siehe S. 6) bei dem Wort 'Verständnis' ist es beispielsweise förderlich, zwei Lernende in die jeweilige andere Rolle schlüpfen zu lassen und sie gedanklich wie auch körperlich zu vertreten. Der Lernende lernt, sich in eine andere Position einzufühlen und sie zu verstehen. Fremdwörter sollten übersetzt und verknüpft werden in und mit der Alltagswelt der Lernenden. So können sie lernen den Begriff zu verinnerlichen, da mit dem Gedanken an den gelernten Begriff nun immer bestimmte Handlungen, Aktionen oder eigene Erfahrungen verbunden werden.

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Herausforderung dar, Religion Kindern und Jugendlichen heute näherzubringen, und skizziert das Psychodrama als Methode, um religiöse Lernprozesse durch Inszenierung und körperliches Handeln lebendig zu gestalten.

I Religionspädagogisches Lernen: Dieses Kapitel erläutert die performative Religionsdidaktik, die den Fokus von der rein kognitiven Aneignung auf körperliches Erleben, Raumgestaltung und szenisches Handeln verschiebt, um Religion in der Lebenswelt der Lernenden verankert zu machen.

II Das Psychodrama: Das Kapitel führt in die psychodramatischen Grundlagen und Techniken ein, wobei insbesondere der Rollenbegriff, die Bedeutung der Begegnung im sozialen Atom sowie der strukturierte Ablauf des Psychodramaprozesses (Erwärmung, Aktion, Integration) beleuchtet werden.

III Psychodrama, Religion und Religionsunterricht: Hier wird der Transfer vollzogen: Das Psychodrama wird als Medium im Religionsunterricht reflektiert, wobei der Fokus auf dem Lernen in Gruppen, der Arbeit mit biblischen Texten und der Funktion des intermediären Raums für die religiöse Bildung liegt.

IV Mein Erkenntnisgewinn – Das Psychodrama ist anspruchsvoll: Das Fazit fasst zusammen, dass das Psychodrama zwar ein hochwirksames, aber anspruchsvolles Verfahren ist, das vom Lehrenden eine sensible Steuerung und einen geschützten Rahmen verlangt, um als Lernform im Religionsunterricht erfolgreich zu sein.

Schlüsselwörter

Psychodrama, Religionsunterricht, Performative Religionsdidaktik, Szenisches Lernen, Inszenierung, Jacob Levy Moreno, Rollentausch, Gruppenspiel, Intermediärer Raum, Leiblichkeit, Soziometrie, Identitätsbildung, Biblische Texte, Handlungsorientierung, Religionspädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einsatz des Psychodramas als methodisches Lernverfahren im schulischen Religionsunterricht, um Religion nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern durch szenisches Handeln und Inszenierung erfahrbar zu machen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die performative Religionsdidaktik, die psychodramatischen Grundlagen nach Moreno, die methodische Gestaltung von Unterrichtsphasen und die Chancen sowie Grenzen dieses Verfahrens im schulischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu analysieren, inwieweit das Psychodrama als Lernform geeignet ist, um Religion für Schülerinnen und Schüler im Unterrichtsalltag sinnvoll und verständlich zu gestalten und dabei sowohl kognitive als auch soziale und emotionale Kompetenzen zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische und religionspädagogische Analyse, wobei sie Konzepte der performativen Didaktik mit den psychodramatischen Kernkonzepten von Jacob Levy Moreno verknüpft und diese für den schulischen Kontext expliziert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der performativen Didaktik, eine detaillierte Einführung in die Techniken und Phasen des Psychodramas sowie eine spezifische Diskussion über deren Anwendung zur Erschließung biblischer Texte und religiöser Lernprozesse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Psychodrama, Religionsunterricht, Inszenierung, szenisches Lernen, Leiblichkeit und performative Religionsdidaktik geprägt.

Was versteht die Autorin unter dem "intermediären Raum" im Kontext des Psychodramas?

Der intermediäre Raum ist ein Übergangsbereich zwischen innerer Vorstellung und äußerer Realität. Im Psychodrama ermöglicht er es den Lernenden, durch Phantasie und Spiel ihre Erfahrungen und Glaubensfragen in einem geschützten Rahmen zu bearbeiten und mit der Wirklichkeit zu verknüpfen.

Warum ist das "Sharing" nach der Aktionsphase so wichtig für Schüler?

Das Sharing ist entscheidend, um den emotionalen Prozess des Spielens zu reflektieren, das Erlebte in einen bewussten Kontext zu bringen und eine Rückmeldung durch die Gruppe zu erhalten, was zur kognitiven Verarbeitung und persönlichen Reflexion beiträgt.

Ende der Leseprobe aus 66 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Spiel und Inszenierung als Dimension religionspädagogischen Handelns
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig  (evangelische Theologie und Religionspädagogik)
Note
2,0
Autor
Lisa Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
66
Katalognummer
V200905
ISBN (eBook)
9783656290094
ISBN (Buch)
9783656564720
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychodrama Theater Rollenspiel Religionsunterricht RU
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Müller (Autor:in), 2012, Spiel und Inszenierung als Dimension religionspädagogischen Handelns, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/200905
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  66  Seiten
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