Das Phänomen des Star- und Prominentenkults reicht weit bis in unsere heutige Zeit hinein und prägt mehr denn je das Bild unserer Gesellschaft. Stars, das sind Menschen, die bei vielen Bewunderung und Faszination auslösen und in denen wir viele unserer Sehnsüchte spiegeln. Stars besitzen meist eine geheimnisvolle Aura im sich herum und verkörpern Schönheit, Erfolg, Glamour, Macht und Abenteuer. Sie sind charismatische Erscheinungen und sind vor allem eins: berühmt.
Mit diesem Phänomen setzten sich verschiedene Künstler, vor allem in Großbritannien und in den USA in den Sechziger Jahren während der Pop-Art Ära in Form von Starportraits auseinander. Einer, der sich besonders für den Starkult interessierte, war der Pop-Art Künstler Andy Warhol (1928 – 1987). Warhol war der erste Künstler, der den Versuch unternahm, den Glamour der Stars auf die Kunst zu übertragen.
Inhaltsverzeichnis
1. Marilyn, Jackie, Liz und Co. - Andy Warhols Starportraits.
2. Literatur
3. Abbildungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Interesse des Pop-Art-Künstlers Andy Warhol an der Inszenierung von Stars und analysiert, mit welchen künstlerischen Mitteln er das Image von Superstars wie Marilyn Monroe, Elizabeth Taylor oder Elvis Presley in seinen Werken transformierte. Dabei steht die zentrale Frage im Fokus, ob hinter der medial konstruierten Fassade des Starkults noch eine authentische Identität der porträtierten Personen existiert oder ob diese in der massenmedialen Reproduktion vollständig aufgeht.
- Analyse des Star- und Prominentenkults in den 1960er Jahren
- Untersuchung der Rolle medialer Reproduktionstechniken und des Siebdruckverfahrens
- Transformation der Star-Identität durch den künstlerischen Blick
- Die Beziehung zwischen Realität, Kunst und künstlicher Inszenierung
- Vergleich spezifischer Werkgruppen wie Marilyn, Sixteen Jackies und Double Elvis
Auszug aus dem Buch
Es bleibt die Frage offen, wie Warhol den Superstar Marilyn Monroe auf seinem Siebdruck inszenierte.
Zunächst einmal griff Warhol bei dem Porträt Marilyn auf eine Fotografie zurück, die einen vermeintlichen Eindruck der Realität, wie Marilyn Monroe aussah, abbilden soll. Zudem evoziert die fotografische Grundlage einen gewissen Wiedererkennungswert. Warhol ging noch einen Schritt weiter. Er wählte gezielt einen bestimmten Ausschnitt der Fotografie, der Marilyn Hals aufwärts zeigt, aus. Die Wahrnehmung des Betrachters ist somit genau auf ihr Gesicht fixiert. Sie erscheint dadurch persönlich und nicht mehr so distanziert wie auf der Fotografie, zumal die Kleidung komplett ausgegrenzt ist. Warhols begrenzt gewählter Bildausschnitt und seine farbig leuchtende Akzentuierung auf ihrem Haar, ihren Lippen und ihrem Augen-Make-up, heben besonders die Sinnlichkeit der Schauspielerin hervor. Man nimmt das Porträt einerseits als ganzes Gefüge wahr, andererseits konzentriert man sich dadurch auf jedes farbig hervorgehobene Detail und versucht die geheimnisvolle Wirkung des Stars zu erfassen.
Der Siebdruck eignet sich zudem für eine Wiederholung des immer Gleichen, wodurch ihm eine gewisse serielle Ästhetik zugesprochen werden kann. Seine Entsprechung findet diese in Warhols Marilyn Dyptichon (Abb. 3), der den Star in mehrfacher Wiederholung zeigt. Endlose Wiederholungen brennen Bilder in unser Gedächtnis.
Warhol zeigt auf, dass das massenhaft verbreitete Bild (durch die Medien) eines Stars, hier in einer endlos wirkenden Reproduktion durch den Siebdruck, ihm einen Ewigkeitscharakter verleihen kann. Einerseits erscheinen die Marilyn-Motive als Einzelbilder, andererseits als Gruppenbild. Fasst man das Marilyn Dyptichon als eine Summierung von Einzelbildern auf, bleibt die Frage offen, ob die Einzelbilder einander ähneln und/oder einander identisch sind. Auf die Person Marilyn Monroe übertragen, wirft es die Frage auf, ob die Bilder aussehen wie Marilyn Monroe, oder ob es lediglich unsere Projektionen sind, die dieses Bild (von ihr) schaffen. Nehmen wir überhaupt noch die Norma Jean Mortensen als ihre „wahre“ Identität wahr oder begreifen wir sie nur noch als Person hinter Marilyn Monroe?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Marilyn, Jackie, Liz und Co. - Andy Warhols Starportraits.: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil der Arbeit und untersucht Warhols Auseinandersetzung mit dem Starkult mittels Siebdrucktechnik und medialer Bildreproduktion. Dabei werden anhand konkreter Bildanalysen die Mechanismen der Identitätskonstruktion und die Grenze zwischen Realität und Kunst beleuchtet.
2. Literatur: In diesem Abschnitt sind sämtliche wissenschaftlichen Quellen, Fachbücher und Kataloge aufgeführt, die der Argumentation der Arbeit als Grundlage dienten.
3. Abbildungen: Hier werden die im Text referenzierten Kunstwerke von Andy Warhol in Form von Abbildungen dokumentiert und bibliografisch nachgewiesen.
Schlüsselwörter
Andy Warhol, Pop-Art, Starkult, Superstar, Marilyn Monroe, Siebdruck, Massenmedien, Image, Identität, Reproduktion, Prominenz, Bildnis, Künstlichkeit, Serie, Portraitkunst
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie Andy Warhol das Phänomen des Starkults in den 1960er Jahren durch seine Pop-Art-Portraits künstlerisch verarbeitete und thematisierte.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentral sind der Einfluss der Massenmedien auf das öffentliche Bild von Stars, die Bedeutung des Ruhms und die künstliche Inszenierung von Identität durch Reproduktionstechniken.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob hinter dem medial konstruierten Image eines Superstars überhaupt eine „wahre“ Identität existiert oder ob Warhol diese Grenze in seinen Werken bewusst auflöst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kunstwissenschaftliche Bildanalyse angewandt, die Warhols künstlerische Mittel (Ausschnittwahl, Farbigkeit, Serienhaftigkeit) in den Kontext der zeitgenössischen Populärkultur stellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden konkrete Werkgruppen wie die Marilyn-Monroe-Portraits, die "Sixteen Jackies" und "Double Elvis" detailliert analysiert, um Warhols Umgang mit Distanz, Nähe und dem Ewigkeitscharakter der Stars aufzuzeigen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Pop-Art, Mediale Reproduktion, Starkult, Identitätskonstruktion und Warhol'sches Siebdruckverfahren.
Wie unterscheidet sich die mediale Wahrnehmung der "Sixteen Jackies" von den Marilyn-Portraits?
Während bei Marilyn die Grenze zwischen realer Person und künstlichem Bild zugunsten der Sinnlichkeit verschwimmt, betont Warhol bei den "Sixteen Jackies" durch die serielle Anordnung eher die mediale Aufarbeitung einer tragischen Geschichte und die Erzählstruktur.
Warum spielt die Wiederholung in Warhols Kunst eine so entscheidende Rolle?
Warhol nutzt die serielle Wiederholung, um Bilder dauerhaft im Gedächtnis der Betrachter zu verankern und den Stars durch die endlose Reproduktion einen sogenannten Ewigkeitscharakter zu verleihen.
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- Norman Conrad (Author), 2010, Marilyn, Jackie, Liz und Co., Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/200542